Ausbildungsdauer 
3 Jahre
Empf Schulabschluss 
Hauptschule
Ausbildungsgehalt 
831

„Blumen sagen mehr als tausend Worte”: In der Floristen-Ausbildung lernst Du, wie Du Blumen zum Sprechen bringst. Hier zeigen wir Dir, wo Du die Floristen-Ausbildung absolvieren kannst, welche Voraussetzungen Du mitbringen solltest, und welche Inhalte auf Deinem Stundenplan stehen.

Wo kann ich eine Floristen-Ausbildung machen?

Dein Arbeitsumfeld kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich Du tätig bist. Für die Ausbildung zum Floristen hast Du folgende Optionen:

  • Blumenladen
  • Garten-Center
  • Gärtnereien mit Blumengeschäft
  • Großhandel
  • Bestattungsunternehmen

In einem Blumenfachgeschäft bist Du viel mit Kunden in Kontakt, da Du Anfragen und Bestellungen entgegennimmst. Du entwirfst Blumen- und Pflanzenschmuck für verschiedene Anlässe, wie zum Beispiel Advents- und Weihnachtsschmuck. In einer Gärtnerei pflegst und versorgst Du hauptsächlich die Pflanzen, Du gießt, düngst, topfst um und bekämpfst Schädlinge. Du solltest Dir also genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu Dir passen.

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Welche Voraussetzungen brauche ich für eine Floristen-Ausbildung?

Schulische Voraussetzungen

Rechtlich gibt es keine Bestimmungen zu einer vorgeschriebenen Schulbildung. In der Praxis ist es jedoch so, dass Schüler mit einem guten Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss für die Floristen-Ausbildung bevorzugt werden.

Berufliche Voraussetzung

Für die Erstausbildung brauchst Du keine Berufserfahrung vorzuweisen. Wenn Du als Quereinsteiger anfängst, ist mehrjährige Berufserfahrung ein Vorteil.

Sonstige

Heuschnupfen oder eine Pollenallergie solltest Du nicht haben. Mache am besten im Vorfeld einen Allergietest.

Sachkundenachweis Pflanzenschutz

Für die Berufsausübung als Florist brauchst Du in Deutschland in der Regel einen Sachkundenachweis nach der Pflanzenschutz-Sachkundeverordnung, wenn Du Pflanzenschutzmittel abgibst. Die abgeschlossene Floristen-Ausbildung gilt dabei selbst als dieser Sachkundenachweis. Wichtig ist: Jede Person im Betrieb, die Pflanzenschutzmittel an Kunden abgibt, muss sachkundig sein. Es reicht also nicht aus, wenn nur der Betriebsleiter den Nachweis hat, aber nicht die Verkäufer im Laden.

Der Sachkundenachweis ist in Deutschland zudem regelmäßig aktuell zu halten: Jede sachkundige Person muss innerhalb jedes Dreijahreszeitraums an einer anerkannten Sachkundefortbildung teilnehmen. Der Nachweis im Scheckkartenformat selbst hat kein Ablaufdatum, die Aktualität wird allein durch die Fortbildung alle drei Jahre sichergestellt. Den Fortbildungszeitraum musst Du selbst im Blick behalten. Die Teilnahme ist durch eine Fortbildungsbescheinigung zu belegen, die bei Kontrollen vorgelegt werden muss. Wer die Fortbildung versäumt, dem kann der Sachkundenachweis entzogen werden. Liegt die letzte Fortbildung länger als drei Jahre zurück, ruht die Sachkunde und kann durch eine Fortbildung wieder aktiviert werden.

Ausbildungsanfänger / innen 2024 (in %)

Ausbildungsanfänger / innen 2024 (in %) Der Beruf hat Nachwuchsprobleme. In den vergangenen 15 Jahren ist die Zahl der Auszubildenden um zwei Drittel gesunken. Mittlerweile gibt es in Deutschland nur noch um die 2500. Außerdem ist der Beruf weiblich: rund 90 % sind Frauen.

Wie lange dauert die Floristen-Ausbildung?

Die Floristen-Ausbildung dauert offiziell drei Jahre. Du kannst sie jedoch bis um die Hälfte verkürzen. Das geht, wenn Du:

So kannst Du schon in der Mitte des ersten beziehungsweise direkt im zweiten Lehrjahr einsteigen.

  • Wenn Du in Deiner Prüfung ein besseres Ergebnis als eine 2,5 hast

So kannst Du die Ausbildung um ein weiteres halbes Jahr verkürzen.

Wie hoch ist das Gehalt in der Floristen-Ausbildung?

Im ersten Ausbildungsjahr Deiner Floristen-Ausbildung erhältst Du einen Lohn zwischen 724 und 900 € brutto im Monat. Im zweiten Jahr verdienst Du zwischen 854 und 1.000 €. Im dritten Lehrjahr bekommst Du zwischen 977 und 1.100 €. Dein Gehalt hängt dabei stark davon ab, ob Dein Ausbildungsbetrieb an einen Tarifvertrag gebunden ist, in welcher Branche und in welchem Bundesland Du beschäftigt bist. Der niedrigere Wert entspricht dabei der gesetzlichen Mindestausbildungsvergütung (auch tariflich in den neuen Bundesländern), der höhere den tariflichen Sätzen in den alten Bundesländern.


Verdienst in der Ausbildung zum Floristen (alte Bundesländer)


Verdienst in der Ausbildung als Florist (neue Bundesländer)

Wie läuft die Ausbildung zum Floristen ab?

Die Ausbildung zum Floristen ist dual, das heißt, Du lernst meist zwei Tage pro Woche die Theorie in der Schule und die restlichen Tage praktisch im Betrieb. Während Deiner Ausbildung musst Du als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft führen. Darin hältst Du fest, welche Aufgaben und Inhalte Du erlernst. Das Berichtsheft wird von Deinem Ausbilder regelmäßig überprüft.

Neue Ausbildungsverordnung seit 2025

Für alle Ausbildungsverhältnisse, die ab dem 1. August 2025 starten, gilt in Deutschland eine neue Floristen-Ausbildungsverordnung (FloristAusbV). Die bisherige Verordnung aus dem Jahr 1997 ist damit außer Kraft getreten. Die wichtigste Änderung: Die frühere Zwischenprüfung entfällt und wird durch eine gestreckte Abschlussprüfung ersetzt. Diese besteht aus zwei Teilen: Teil 1 findet in der Mitte der Ausbildung statt, Teil 2 am Ende. Das modernisierte Kompetenzprofil greift außerdem aktuelle Entwicklungen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit auf.

Prüfungen

In der Mitte Deiner Ausbildung absolvierst Du Teil 1 der Abschlussprüfung, am Ende folgt Teil 2. Beide Teile zusammen ergeben Dein Prüfungsergebnis. Geprüft werden Bereiche wie Technologie, Warenwirtschaft sowie Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich. Das Planen und Herstellen eines Pflanzenschmucks zu Themen wie „Hochzeit” sind Gegenstand des praktischen Teils. Dabei musst Du binnen drei Stunden eine Skizze sowie die Materialliste samt Kalkulation schreiben, den Blumenschmuck fertigen und den Kunden eine halbe Stunde lang beraten.

Floristen-Ausbildung für Quereinsteiger

Da der Floristik vielerorts die Fachkräfte ausgehen, bietet ein Quereinstieg in die Branche gute Perspektiven. Die Nachfrage ist hoch. Pro Jahr geben die Deutschen zwei Milliarden Euro für Schnittblumen aus.

Es gibt dabei zwei Möglichkeiten.

1. Umschulung

Voraussetzung

In der Regel brauchst Du eine abgeschlossene Erstausbildung. Aber auch einschlägige, mehrjährige Erfahrungen im gewünschten Berufsfeld werden akzeptiert.

Anbieter von Umschulungen:

  • Blumenläden
  • Zierpflanzengärtnereien

Hier läuft die Umschulung gemäß dem dualen System wie bei der normalen Florist-Ausbildung, mit dem praktischen Teil im Betrieb und dem theoretischen Teil in einer Berufsschule.

Du kannst eine Umschulung zum Floristen aber auch bei privaten Bildungsinstituten machen, wie:

  • IBB
  • Kompetenzwerkstatt Beruf

Hier wird der praktische Teil in mehrmonatigen Praktika bei kooperierenden Firmen absolviert.

Fördermöglichkeiten

Du bekommst eine Ausbildungsvergütung, die ungefähr so hoch ist wie in der normalen Ausbildung. Zusätzlich dazu kannst Du eine Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragen, wenn Du nicht mehr bei den Eltern wohnst oder das Einkommen Deines Ehepartners eine Höchstgrenze überschreitet.

2. „Florist im Ausnahmefall”

Du kannst aber auch eine Weiterbildung machen, die Du dann berufsbegleitend in Blöcken absolvieren kannst.

Voraussetzungen:

  • evtl. das Berufsabschlusszeugnis eines anderen Ausbildungsberufes, wenn bereits abgelegt
  • den Nachweis über praktische Tätigkeiten (mind. 4,5 Jahre bis zum Zeitpunkt der Prüfung)
  • das Abschlusszeugnis der letzten allgemeinbildenden Schule

Die Weiterbildung sowie die Prüfung kosten Geld. Du musst mit rund 2.500 € rechnen.

Fördermöglichkeiten

Bei der Agentur für Arbeit kannst Du Dich für folgende Förderprogramme informieren:

  • WeGeBAU: bis zu 100 % Übernahme der Weiterbildungs- und Prüfungskosten, Arbeitsentgeltzuschuss für Ausfallzeit und Pauschale zu Sozialversicherungsbeiträgen
  • Bildungsgutschein: 100 % Übernahme der Weiterbildungs- und Prüfungskosten

Am Ende Deiner Weiterbildung oder Umschulung musst Du eine Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer ablegen. Nachdem Du diese bestanden hast, darfst Du Dich staatlich anerkannten Florist beziehungsweise „Florist im Ausnahmefall” nennen.

Welche Inhalte hat die Ausbildung zum Floristen?

In der Schule

Während Deiner Ausbildung zum Floristen lernst Du in der Berufsschule neben der Organisation betrieblicher Abläufe auch grundlegendes botanisches Wissen über Pflanzen im Allgemeinen. Hinzu kommt Werkstoffkunde und die gestalterische Verwendung der unterschiedlichen Gewächse. Fächer sind daher beispielsweise:

  • Stilkunde
  • Pflanzenschutz
  • Farben- und Proportionenlehre
  • Vermarktung
  • umweltschonende Behandlung von Pflanzen
  • Arbeits- und Tarifrecht, Personalwesen
  • Beschaffen und Lagern von Waren
  • Kaufmännische Steuerung und Kontrolle

Im Betrieb

Hier wendest Du Dein theoretisches Wissen aus der Berufsschule an. Du lernst, wie Du mit den unterschiedlichsten Werkzeugen umgehst, bindest Sträuße, die nachher zum Verkauf angeboten werden und unterstützt bei Projekten wie Hochzeits- oder Trauerfloristik. Auch das Kalkulieren von tatsächlichen Preisen wird Dir im Betrieb nähergebracht. Du übernimmst die fachmännische Beratung der Kundschaft im Laden oder am Telefon.

Wie sieht der Karrierepfad nach der Ausbildung als Florist aus?

Wenn Du nach Deiner Ausbildung zum Florist nach Höherem strebst, gibt es für Dich folgende Möglichkeiten:

Passt eine Floristen-Ausbildung zu mir?

Für die Ausbildung zum Floristen hilft es, wenn Du gute Noten in Mathe, Biologie und Kunst hast. Außerdem solltest Du kein Morgenmuffel sein und diese Eigenschaften mitbringen:

Gestalterische Fähigkeiten
Aus dem Rohmaterial musst Du nach Kundenwunsch ein stimmiges Gesamtkunstwerk zaubern.
Freundlichkeit
Blumen verbreiten Positivität. Dein Auftreten sollte dem Umfeld entsprechend sein.
Geschicklichkeit
In Deiner Ausbildung und Deinem späteren Beruf wirst Du sehr viel mit Pflanzen und Dekorationsteilen arbeiten und zum Teil kleinteilig arbeiten. Dazu benötigst Du eine gute Hand-Augen-Koordination und grundsätzlich viel Geschick.
Einfühlungsvermögen
Egal, ob ein nervöser Bräutigam in Spe, selbst ernannte Hobbygärtner oder trauernde Angehörige: Du solltest Dich in Deinen Kunden einfühlen können, um seine Wünsche in Blumensprache zu übersetzen.
körperliche Arbeit
Du arbeitest mit Erde, Wasser, Grünzeug, Kranz- und Klebemaschinen. Du solltest Dich daher nicht vor Schmutz scheuen. Außerdem arbeitest Du hauptsächlich im Stehen. Auch das Heben und Tragen von schweren Gestecken oder Blumenkübeln gehört zu Deiner Arbeit.

Floristen sind Tausendsassas. Handwerker. Gestalter. Zuhörer. Gedankenleser und Tagverschönerer. Es ist ein vielseitiger Beruf mit Perspektive.

Ausbildungsdauer 
3 Jahre