Metallurgie Studium: Unis, Gehalt & Ablauf

AnzeigeMaterials Science (B.Eng.)Wilhelm Büchner Hochschule* · FernstudiumWilhelm Büchner HochschuleKostenlos und unverbindlich · ohne NC
  • Fernstudium, ortsunabhängig
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Metallurgie studieren - auf einen Blick
Was ist Metallurgie?Die Lehre davon, wie man Metalle gewinnt und verarbeitet.Vom Erz über den Hochofen bis zum fertigen Blech – dazu Gießen, Umformen, Wärmebehandlung und Recycling. Dahinter steht eine ganze Industrie: Stahlwerke, Gießereien und Metallhütten.
Brauche ich einen NC?Meistens ja: 2 von 3 Bachelor sind zulassungsbeschränkt, nur 1 ist zulassungsfrei.Welcher Schnitt zuletzt gereicht hat: NC-Werte je Hochschule.
Wo kann ich studieren?5 Studiengänge an 2 Hochschulen – in Duisburg und in Freiberg.Mehr gibt es in Deutschland nicht. 3 Bachelor, 2 Master, kein Fernstudium, ein duales Angebot. Die Standortfrage ist hier die eigentliche Hürde.
Wie lange dauert es?Erst Bachelor, dann Master – die Semesterzahl steht in der Prüfungsordnung.Eine Pauschalzahl nennen wir nicht, sie unterscheidet sich von Studiengang zu Studiengang. Im Bestand stehen 3 Bachelor und 2 Master.
Was verdienst Du damit?7.639 € brutto im Monat auf der Expertenebene – aber nur für 1.134 Beschäftigte.Der breite Arbeitsmarkt ist die Fachkraftebene mit 4.348 € bei 63.428 Beschäftigten. Berufsgruppe Metallerzeugung, Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Stand 2024.
Inhalt11 Abschnitte
  1. Wo kann ich Metallurgie studieren?
  2. Welche Voraussetzungen brauchst Du?
  3. Was ist Metallurgie?
  4. Welche Inhalte hat ein Metallurgie-Studium?
  5. Wie läuft das Metallurgie-Studium ab?
  6. Was kannst Du mit Metallurgie werden?
  7. Was verdienst Du mit Metallurgie?
  8. Metallurgie und KI: Wie zukunftssicher ist das Fach?
  9. Das Metallurgie-Studium in Zahlen
  10. Häufige Fragen zum Metallurgie-Studium
  11. Weiter zum Metallurgie-Studium

Wo kann ich Metallurgie studieren?

Metallurgie studierst Du in Deutschland nur an zwei Universitäten, in Duisburg und in Freiberg, und ein Fernstudium gibt es nicht. Wundere Dich nicht, wenn Du das Fach dort unter anderem Namen findest, denn die Studiengänge heißen Metallurgy and Metal Forming oder Gießereitechnik.

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Wilhelm Büchner Hochschule
Materials Science (B.Eng.)
Wilhelm Büchner Hochschule* · Fernstudium
  • ortsunabhängig, 7 Semester Regelstudienzeit
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StudiengangHochschuleOrtAbschluss
GießereitechnikTU FreibergFreibergBachelor of Science
Metallurgy and Metal Forming (Vollzeit)Uni Duisburg-EssenDuisburgBachelor of Science
Metallurgy and Metal Forming (dual)Uni Duisburg-EssenDuisburgBachelor of Science
GießereitechnikTU FreibergFreibergMaster of Arts
Metallurgy and Metal Forming (ISE)Uni Duisburg-EssenDuisburgMaster of Science

Eigene Auswertung der myStipendium-Datenbank, Stand 23.09.2026; gezählt sind alle Studiengänge, deren Name Metallurg, Gießerei oder Hütten enthält – einen eigenen Fach-Tag hat Metallurgie in unserer Datenbank nicht, Zertifikatskurse bleiben draußen.

So kannst Du Metallurgie studieren
Studiengänge nach Studienform
4
in Präsenz
Vollzeit oder Teilzeit vor Ort an der Hochschule
1
dual
Studium mit Praxisphasen im Unternehmen
–
im Fernstudium
keins unter diesem Fachnamen

Wir haben das Fach an zwei Hochschulen gefunden. Die Universität Duisburg-Essen bietet drei der fünf Studiengänge unter dem Namen Metallurgy and Metal Forming an, nämlich zwei Bachelor und einen Master. Die TU Bergakademie Freiberg steuert Gießereitechnik bei, als Bachelor und als Master. Mehr gibt es nicht, und wenn Du Metallurgie studieren möchtest, gehst Du in Deutschland also nach Duisburg oder nach Freiberg. Falls Du nicht umziehen kannst oder willst, lohnt sich die Suche unter einem breiteren Namen. Auf unserer Seite Werkstofftechnik zählen wir mit einer eigenen Zählweise 38 Studiengänge, und dazu kommen die Materialwissenschaften und die Metalltechnik. Diese Studiengänge zählen wir dort getrennt, aber in ihnen stecken dieselben Inhalte.

Welche Voraussetzungen brauchst Du?

Für den Bachelor brauchst Du Abitur oder Fachhochschulreife, für den Master einen fachlich passenden Bachelor. Beide Hochschulen sind Universitäten, und Du hast nur die zwei Studienorte Duisburg und Freiberg zur Auswahl. Bei einem so kleinen Fach ist die Note selten das Problem, die größere Hürde ist für viele der Umzug.

Die vier Wege zum Studienplatz
Drei Bachelor und zwei Master an zwei Universitäten
1. Ohne Zulassungsbeschränkung einschreiben
Die Kachel oben sagt „1 von 3“: Einer der drei Bachelor steht ohne Zulassungsbeschränkung. Dort zählt Deine Note nicht.
2. Über das Auswahlverfahren der Hochschule
Zwei Bachelor sind zulassungsbeschränkt. Eine NC-Zahl nennen wir bewusst nicht: Der Grenzwert entsteht jedes Semester neu aus der Zahl der Bewerbungen und sagt Dir für Deinen Jahrgang gar nichts.
3. Dual in Duisburg, mit Vertrag
Hier kommt ein Schritt dazu: Du brauchst erst einen Betrieb, der Dich nimmt, und bewirbst Dich dort meist ein Jahr im Voraus. Wie das abläuft, steht beim dualen Studium.
4. Als Master nach einem passenden Bachelor
Für die beiden Master brauchst Du in der Regel einen Abschluss in Metallurgie, Werkstofftechnik, Maschinenbau, Verfahrenstechnik oder einem verwandten Ingenieurfach. Welche Abschlüsse und Module die Hochschule anerkennt, steht in ihrer Zugangsordnung - daran scheitern Bewerbungen, nicht an der Note.

Wo Du wohnst, spielt deshalb eine größere Rolle als Deine Note. Wenn Du zum Beispiel in Süddeutschland lebst, geht es für Dich weniger um einen Numerus clausus. Du musst Dich vor allem entscheiden, ob Du nach Duisburg oder Freiberg umziehen möchtest.

Was solltest Du mitbringen?

Auch ohne Abitur möglich
  • Nach einer Ausbildung und Berufsjahren: Ob und wie Du Dich einschreiben kannst, regelt jedes Bundesland selbst
  • Frag in Duisburg oder Freiberg direkt nach, bevor Du Dich auf eine Faustregel verlässt
Was Du faktisch mitbringen solltest
  • Chemie, Physik und Mathematik - die ersten beiden solltest Du mögen, vor Mathematik keine Angst haben
  • Englisch - drei der fünf Studiengänge tragen einen englischen Namen, im Duisburger Master (ISE, International Studies in Engineering) laufen die Vorlesungen je zur Hälfte auf Deutsch und Englisch. Welchen Sprachnachweis Du brauchst, legt die Hochschule je Studiengang fest
  • Spaß am Labor - Versuche auswerten und technische Probleme so lange drehen, bis sie sich rechnen lassen
  • Keine Scheu vor dem Werk - Praktika finden dort statt, und dort ist es laut, heiß und staubig. Wer eine saubere Bürotätigkeit sucht, ist hier eher falsch

Quelle für ISE: Universität Duisburg-Essen, International Studies in Engineering, abgerufen am 23.09.2026.

Was ist Metallurgie?

Metallurgie ist die Lehre von den Metallen. In der Metallurgie geht es darum, wie man Metalle aus Erz gewinnt, sie reinigt, mischt und in eine brauchbare Form bringt. Du arbeitest an der Schnittstelle von Chemie, Physik und Maschinenbau, rechnest Temperaturen und Reaktionen aus, und am Ende steht ein Bauteil, das hält.

Was zum Fach gehört

Dabei stellst Du Dir im Grunde drei Fragen

Gewinnen
Wie hole ich das Metall aus dem Gestein?
Immer wichtiger wird außerdem der Weg zurück, also das Recycling, bei dem Metall aus Schrott statt aus Erz gewonnen wird.
Legieren
Welche Eigenschaften bekommt es, wenn ich andere Elemente dazugebe?
Typische Werkstoffe sind Eisen und Stahl, dazu Aluminium, Kupfer, Blei, Zinn und Titan.
Formen
Und wie bringe ich es in die Form, die später gebraucht wird?
Die Fertigungsschritte dafür findest Du in jedem Metallurgie-Studium wieder, etwa das Umformen, das aus dem Rohblock ein Blech, ein Rohr oder eine Schiene macht.

Das Fach teilt sich in zwei Hälften

Quer dazu liegen die Fertigungsschritte: Gießen, Umformen, Wärmebehandeln, Fügen und Prüfen.

Eisenmetallurgie
kümmert sich um Eisen und Stahl
Hochofen, Konverter, Stranggießanlage, Walzwerk
Nichteisenmetallurgie
kümmert sich um alles andere
Aluminium, Kupfer, Zink, Nickel, seltene Metalle aus der Elektronik

Wer hinter der Branche steht

Auch wenn das Studienfach klein ist, steht dahinter eine große Metallurgie-Industrie.

Die Betriebe der Branche
  • Stahlwerke, Gießereien, Aluminium- und Kupferhütten
  • Recyclingbetriebe
  • der Anlagenbau, der die Öfen und Walzstraßen baut
  • die Prüflabore, die den Werkstoff kontrollieren
Ihre Kunden
  • die Autoindustrie
  • der Maschinenbau
  • die Bauwirtschaft
  • die Energietechnik und die Luftfahrt

Wie groß dieser Arbeitsmarkt ist, zeigt Dir die amtliche Statistik, denn allein auf der Fachkraftebene zählt die Bundesagentur für Arbeit in der Berufsgruppe Metallerzeugung 63.428 Beschäftigte.

Gerade steckt die Branche mitten im Umbau. Stahl soll künftig über die Direktreduktion mit Wasserstoff entstehen statt im Hochofen mit Kohle. Gießereien stellen auf Leichtbau um, und Recycling ersetzt Schritt für Schritt den Import von Rohstoffen. Für diesen Umbau braucht es Leute, die Prozesse neu rechnen können, und deshalb ist ein sehr altes Fach gerade wieder gefragt.

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Welche Inhalte hat ein Metallurgie-Studium?

Bevor Du Dich mit der Schmelze beschäftigst, lernst Du die Grundlagen. Dein Stundenplan im Studium Metallurgie beginnt mit Mathematik, Chemie und Thermodynamik, und der Hochofen kommt erst später. Diese Fächer sind wichtig für Dich, weil Du ohne sie nicht ausrechnen kannst, was in einer glühenden Schmelze passiert. Die metallurgischen Fächer kommen ab den mittleren Semestern dazu, und die Vertiefung suchst Du Dir im Master aus.

Die Grundlagen zum Rechnen
  • Mathematik, technische Mechanik und Thermodynamik als Grundlage
  • Chemie und physikalische Chemie: Reaktionen bei hohen Temperaturen
  • Werkstoffkunde: Aufbau, Gefüge und Eigenschaften der Metalle
Metall gewinnen und formen
  • Metallurgie des Eisens und der Nichteisenmetalle
  • Gießverfahren und Gusslegierungen
  • Grundlagen und Lösungsmethoden in der Metallumformung: Walzen, Schmieden, Ziehen
  • Industrieofenbau, Feuerfestwerkstoffe und Anlagentechnik
Prüfen und am Rechner simulieren
  • Werkstoffcharakterisierung, Mikromechanik und Einführung in die Texturanalyse
  • Qualitätssicherung, Prüfverfahren und Schadensanalyse
  • Simulation und Prozessmodellierung am Rechner
Kreislauf und Praxis
  • Recycling, Rohstoffwirtschaft und Umwelttechnik
  • Labor- und Technikumspraktika, dazu ein Industriepraktikum

Die Namen können Dich beim Suchen leicht verwirren, deshalb erklären wir sie Dir kurz.

Die Namen kurz erklärt
Metallurgy and Metal FormingSo heißt der Duisburger Studiengang.
Metal FormingFalls Du nachschlägst, was Metallumformung englisch heißt, findest Du hier die Antwort: Metal Forming ist die Metallumformung, also Walzen, Schmieden, Pressen und Ziehen. Dieser zweite Teil des Namens macht einen großen Teil des Studiums aus, weil erst das Umformen aus dem Rohblock ein Blech, ein Rohr oder eine Schiene macht.
GießereitechnikIn Freiberg trägt das Angebot diese Richtung sogar im Namen. Die Gießereitechnik ist der Teil der Metallurgie, der aus flüssigem Metall fertige Bauteile macht.

Schon früh im Studium wird es praktisch. Labor, Technikum und ein Industriepraktikum gehören fest dazu, und wenn Du schon einmal in einer Gießerei gestanden hast, verstehst Du die Formeln schneller.

Wie läuft das Metallurgie-Studium ab?

Nach dem Bachelor kannst Du einen Master anschließen und, wenn Du möchtest, auch promovieren. Damit gehst Du den üblichen Ingenieurweg, nur eben an einer von zwei Hochschulen.

Bachelor
Der Einstieg nach dem Abitur. Zuerst Mathematik, Chemie, Mechanik und Thermodynamik, dann Werkstoffkunde und die metallurgischen Fächer. Drei der fünf Studiengänge im Bestand sind Bachelor.
Labor, Technikum, Industriepraktikum
Der praktische Teil läuft neben den Vorlesungen. Im Praktikum siehst Du zum ersten Mal, wie eine Anlage wirklich gefahren wird – und knüpfst die Kontakte, aus denen später Werkstudentenstellen und Abschlussarbeiten werden.
Bachelorarbeit
Die Bachelorarbeit schreibst Du oft direkt in einem Institut oder in einem Betrieb, zum Beispiel über eine Legierung, ein Gussteil oder einen Prozessschritt.
Master
Zwei Master stehen im Bestand: Gießereitechnik in Freiberg und Metallurgy and Metal Forming in Duisburg. Hier entscheidest Du Dich für eine Richtung – Gießerei, Umformung oder Werkstoffentwicklung.
Masterarbeit
Die Masterarbeit entsteht in einer Arbeitsgruppe oder im Unternehmen. Für viele ist sie die Eintrittskarte in die erste Stelle.
Promotion
Optional, aber in Forschung und Entwicklung üblich. In der Produktion und in der Qualitätssicherung kommst Du ohne sie aus.

Dauer und Abschlüsse

Eine feste Semesterzahl nennen wir Dir hier bewusst nicht. Die Regelstudienzeit steht in der Prüfungsordnung des jeweiligen Studiengangs und unterscheidet sich von Hochschule zu Hochschule, deshalb kann eine Pauschalzahl nur geraten sein. Sicher ist nur die Reihenfolge, denn Du machst zuerst den Bachelor und danach den Master.

Studiengang im BestandAbschluss
die drei BachelorBachelor of Science
Master Metallurgy and Metal Forming, DuisburgMaster of Science
Master Gießereitechnik, Freibergin unserer Datenbank Master of Arts

Welchen Grad die TU Bergakademie Freiberg tatsächlich vergibt, prüfst Du vor der Bewerbung in ihrer Prüfungsordnung nach.

Metallurgie im Fernstudium oder dual?

Ein Fernstudium Metallurgie gibt es leider nicht. Dafür haben wir ein duales Angebot gefunden, und für viele ist das ein sehr guter Weg.

Fernstudium
  • Keiner der fünf Studiengänge lässt sich aus der Ferne belegen.
  • Das liegt am Fach selbst, weil Schmelzlabor, Technikum und Prüfmaschinen nun einmal auf dem Campus stehen.
Duales Studium
  • Genau ein Angebot, und zwar in Duisburg.
  • Du arbeitest vom ersten Semester an in einem Betrieb und verdienst Geld.

Metallurgie studieren im Ausland

In diesem Fach ist es naheliegend, für ein Metallurgie-Studium auch über Deutschland hinaus zu schauen. Die Montanuniversität Leoben in Österreich führt Metallurgie als eigenständiges Studium, und damit hast Du dort mehr Auswahl als in ganz Deutschland.

Metallurgie an der Montanuniversität Leoben
BachelorMetallurgie und Metallkreisläufe
MasterMetallurgie
MasterMetallurgical Engineering

Zugangsregeln, Fristen und Kosten findest Du auf den Seiten der Universität. In unseren Zahlen oben taucht sie nicht auf, weil wir in unserer Datenbank nur deutsche Hochschulen zählen.

Quelle: Montanuniversität Leoben, Studienangebot, abgerufen am 23.09.2026.

Was kannst Du mit Metallurgie werden?

Vielleicht fragst Du Dich, was ein Metallurge im Alltag macht. Er sorgt dafür, dass aus Erz und Schrott ein Werkstoff mit den richtigen Eigenschaften wird und dass der Prozess dahinter läuft, ohne zu viel Energie, Ausschuss und Geld zu verbrennen. Dein Arbeitsplatz ist dabei selten nur das Büro, denn auch die Werkshalle, das Labor und der Leitstand gehören dazu. Die Berufsbezeichnung Metallurgie-Ingenieur meint diese Rolle, egal ob sie im Arbeitsvertrag Verfahrensingenieur, Werkstoffingenieur oder Prozessingenieur heißt.

Produktion und ProzesstechnikDer Kern des Berufsbilds. In Stahlwerk, Gießerei oder Hütte fährst und verbesserst Du die Prozesse: Schmelze führen, Legierung einstellen, Ausschuss senken, Energie sparen. Hier arbeiten die meisten Metallurgen, und hier sitzt auch die Schichtleitung.
Forschung und EntwicklungNeue Legierungen, Leichtbau, feuerfeste Werkstoffe, wasserstoffbasierte Verfahren: An Hochschulen, in Forschungsinstituten und in den Entwicklungsabteilungen der Konzerne wird gerechnet, simuliert und im Technikum erprobt. Für den Einstieg hilft eine Promotion.
Qualitätssicherung und SchadensanalyseWarum ist die Welle gebrochen, warum reißt das Blech beim Umformen? Im Prüflabor untersuchst Du Gefüge und Bruchflächen und schreibst Gutachten. Ein Feld mit viel Detailarbeit – und mit Gerichtsfestigkeit, wenn es um Haftung geht.
Anlagenbau, Vertrieb und technisches MarketingÖfen, Walzstraßen und Gießanlagen werden von Spezialfirmen gebaut und weltweit verkauft. Wer den Prozess versteht und ihn erklären kann, berät Kunden, plant Projekte und begleitet die Inbetriebnahme. Dazu kommen Fertigungsplanung und Rohstofflogistik.
Recycling und RohstoffwirtschaftMetall aus Schrott, Elektroschrott und Produktionsabfall zurückzuholen, ist ein eigener Industriezweig geworden. Du entwickelst Trennverfahren, bewertest Stoffströme und bringst Sekundärrohstoffe zurück in die Produktion.

Wie viele Absolventinnen und Absolventen in welchem Feld landen, können wir Dir leider nicht sagen, weil wir dafür keine belastbaren Zahlen haben. Sagen können wir Dir aber, dass hinter dem kleinen Fach eine große Industrie steht. Die Jahrgänge an zwei Hochschulen sind überschaubar, und in einer Branche, in der sich alle über die Fachtagungen kennen, ist das für Dich eher ein Vorteil.

Falls Du überlegst, Metallurgie später an einer Schule zu unterrichten, müssen wir Dich enttäuschen, denn einen Lehramts-Studiengang Metallurgie gibt es nicht. Wenn Du an die Berufsschule möchtest, gehst Du über ein Lehramtsstudium für berufsbildende Schulen. Die berufliche Fachrichtung heißt dort Metalltechnik.

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Was verdienst Du mit Metallurgie?

Mit Metallurgie verdienst Du auf Stellen mit Hochschulabschluss im Durchschnitt 7.639 € brutto im Monat.

7.639 €
Durchschnittsgehalt
brutto im Monat

Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Berufsgruppe 241 Metallerzeugung, Expertenebene, Stand 2024.

Metallurgie und KI: Wie zukunftssicher ist das Fach?

Kurze Antwort: In Teilen, denn in Gießerei und Prüflabor gilt der Großteil der Kerntätigkeiten als automatisierbar, und wenn Du in die Entwicklung neuer Werkstoffe und Verfahren gehst, bist Du besser aufgestellt. Wir haben dafür im Job-Futuromat des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nachgesehen. Er berechnet, welcher Anteil der Kerntätigkeiten eines Berufs sich mit heutiger Technik automatisieren ließe. Beim Ingenieur für Hüttentechnik, der dem Metallurgen am nächsten kommt, sind es 2 von 4.

Wie viel Software in diesen Berufen schon übernehmen könnte
Jedes Kästchen steht für eine Kerntätigkeit des Berufs. Orange heißt: Das könnte Software nach heutigem Stand erledigen. Wie viele Stellen wegfallen, sagt das nicht.
Gießereiingenieur
11 von 13
Kerntätigkeiten automatisierbar
Bis auf Entwicklung und Arbeitsvorbereitung
Werkstoffingenieur
7 von 10
Kerntätigkeiten automatisierbar
Prüflabor und Metallografie
Hütteningenieur
2 von 4
Kerntätigkeiten automatisierbar
Hochofentechnik und Wärmebehandlung
Quelle: IAB Job-Futuromat, Berufe „Ingenieur/in - Gießereitechnik“, „Ingenieur/in - Werkstofftechnik“ und „Ingenieur/in - Hüttentechnik“; Stand der Technik 2022, abgerufen am 24.09.2026.

In Hütte und Gießerei sieht es sehr unterschiedlich aus. Beim Hütteningenieur liegt der Wert seit 2013 unverändert bei 50 Prozent. Der Gießereiingenieur lag bis 2019 bei 62 Prozent, mit dem Stand der Technik von 2022 sind es sogar 85. Am höchsten ist der Wert auf der Ausbildungsebene, beim Verfahrenstechnologen Metall in der Eisen- und Stahlmetallurgie. Das ist die Fachkraftebene, die im Gehaltsabschnitt oben die meisten Beschäftigten stellt.

Das kann Software übernehmen
  • Hütteningenieur: Hochofentechnik und Wärmebehandlung
  • Gießereiingenieur: 11 von 13 Kerntätigkeiten, von der Schmelztechnik über die Formstoffaufbereitung und die Werkstoffprüfung bis zur Konstruktion
  • Werkstoffingenieur, eine der Bezeichnungen aus unserem Berufsteil oben: Metallografie, Werkstoffprüfung und Laborarbeiten, zusammen 7 von 10
  • Verfahrenstechnologe Metall: alle 8 von 8 Kerntätigkeiten, vom Legieren bis zur Prozesssteuerung
Das bleibt bei Dir
  • Hütteningenieur: Entwicklung und Metallurgie
  • Gießereiingenieur: nur Entwicklung und Arbeitsvorbereitung
  • Werkstoffingenieur: Entwicklung und Materialphysik

Für Dein Studium lässt sich daraus einiges ableiten. In allen drei Ingenieurberufen gehört die Entwicklung zu den nicht ersetzbaren Tätigkeiten. Wenn Du Dich für Forschung und Entwicklung entscheidest, etwa zu neuen Legierungen oder zu Verfahren für das Recycling, bist Du nach dieser Messung also in den stabileren Feldern unterwegs.

Das IAB betont allerdings, dass es nur das technisch Mögliche misst, dass ein hoher Wert nicht das Ende einer Stelle bedeutet und ein niedriger nicht vor Veränderungen schützt.

Das Metallurgie-Studium in Zahlen

227
Studierende
im ganzen Fach Hütten- und Gießereiwesen, Wintersemester 2025/26
19,8 %
davon Frauen
in Hütten- und Gießereiwesen
1,9 %
arbeitslos
Beruf Metallerzeugung, 2025
Wie international ist das Fach?
So verteilen sich die 227 Studierenden in Hütten- und Gießereiwesen:
71 %29 %
161
aus Deutschland
66
aus dem Ausland
Und wie viele fangen neu an?6 studieren im Wintersemester 2025/26 im ersten Fachsemester.
Was verdienst Du damit?
Brutto im Monat, Vollzeit, Berufsgruppe „Metallerzeugung“ (1.134 Beschäftigte). Der Strich zeigt die Mitte: die eine Hälfte verdient mehr, die andere weniger.
Mitte 7.639 €
6.204 €untere 25 % daruntermehrobere 25 % ohne Angabe
Anders gesagt: ein Viertel verdient weniger als 6.204 €, die Mitte liegt bei 7.639 €. Wie viel das obere Viertel verdient, weist die Bundesagentur nicht aus: es liegt über der Grenze, bis zu der Gehälter an die Sozialversicherung gemeldet werden. Mit einer Berufsausbildung statt Studium liegt die Mitte in derselben Berufsgruppe bei 4.348 €.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Studierende im Wintersemester 2025/26 · Bundesagentur für Arbeit, berufsspezifische Arbeitslosenquoten 2025 · Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Stand 2024
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Häufige Fragen zum Metallurgie-Studium

Wo kann man in Deutschland Metallurgie studieren?
Wir haben das Fach an zwei Hochschulen gefunden, an der Universität Duisburg-Essen und an der TU Bergakademie Freiberg. Zusammen bieten sie fünf Studiengänge an, drei Bachelor und zwei Master, verteilt auf die Studienorte Duisburg und Freiberg. In Duisburg heißen sie Metallurgy and Metal Forming, in Freiberg Gießereitechnik. Mehr gibt es in Deutschland unter diesem Namen nicht.
Was ist Metallurgie einfach erklärt?
In der Metallurgie lernst Du, wie man Metalle aus Erz gewinnt, sie mischt, gießt, umformt und prüft. Das Fach reicht vom Hochofen über die Gießerei und das Walzwerk bis zum Recycling von Schrott. Fachlich bewegst Du Dich damit zwischen Chemie, Physik und Maschinenbau.
Kann man Metallurgie im Bachelor studieren?
Ja, das geht. Drei der fünf Studiengänge sind Bachelor, zwei davon in Duisburg, wo einer dual läuft, und einer in Freiberg. Einer der drei hat keine Zulassungsbeschränkung, bei den anderen beiden gibt es eine. Eine NC-Zahl nennen wir Dir bewusst nicht, weil sich der Grenzwert jedes Semester neu aus den Bewerbungen ergibt.
Was macht ein Metallurge?
Als Metallurge entwickelst und steuerst Du die Verfahren, mit denen Metall hergestellt und verarbeitet wird. Du führst die Schmelze, stellst Legierungen ein, prüfst Gussteile und Bleche und machst Prozesse wirtschaftlicher und sauberer. Metallurgen arbeiten in Stahlwerken, Gießereien und Hütten, im Anlagenbau, in Prüflaboren und in der Forschung.
Wie viel verdient man in der Metallurgie?
Wir haben im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit nachgesehen. Für die Berufsgruppe Metallerzeugung nennt er 7.639 € brutto im Monat auf der Expertenebene, 6.452 € auf der Spezialistenebene, 4.348 € auf der Fachkraftebene und 3.320 € auf der Helferebene (Stand 2024). Achte dabei auch darauf, wie viele Menschen hinter den Zahlen stehen, denn hinter den 7.639 € stehen 1.134 Beschäftigte, hinter den 4.348 € dagegen 63.428.
Wofür steht Metal Forming im Studiengangsnamen?
Metal Forming ist die Metallumformung, also Walzen, Schmieden, Pressen und Ziehen. Falls Du nachschlagen wolltest, was Metallumformung englisch heißt, hast Du damit den Begriff. Der Duisburger Studiengang Metallurgy and Metal Forming deckt also beide Hälften ab, die Herstellung des Metalls und seine Formgebung.
Gibt es statt des Studiums eine Metallurgie-Ausbildung?
Metallurge ist kein Ausbildungsberuf, und eine Metallurgie-Ausbildung im Sinne einer Lehre gibt es unter diesem Namen nicht. In der Branche findest Du aber durchaus Ausbildungsberufe, etwa in der Metallerzeugung und in der Gießerei, die Dich auf die Fachkraftebene führen. Der akademische Weg läuft über eines der fünf Studienangebote. Wenn Du beides verbinden möchtest, schau Dir den dualen Bachelor in Duisburg an.
Kann man Metallurgie in Österreich studieren?
Ja, und dort hast Du sogar mehr Auswahl als in Deutschland. Die Montanuniversität Leoben bietet den Bachelor Metallurgie und Metallkreisläufe sowie die Master Metallurgie und Metallurgical Engineering an. In unseren Zahlen auf dieser Seite tauchen diese Studiengänge nicht auf, weil wir nur deutsche Hochschulen gezählt haben.
Ist Metallurgie dasselbe wie Werkstofftechnik?
Nein, aber die Fächer überschneiden sich stark. In der Metallurgie konzentrierst Du Dich auf Metalle und ihre Herstellung, während die Werkstofftechnik alle Werkstoffe dazunimmt, also auch Keramik, Kunststoffe und Verbunde. Für Dich ist die Werkstofftechnik damit der breitere Weg in dasselbe Berufsfeld, und Du hast dort deutlich mehr Studienorte zur Auswahl. Auch die Materialwissenschaften führen dorthin.
Gibt es Metallurgie als Fernstudium?
Nein, unter den fünf Studiengängen ist kein Fernstudium. Das Fach lebt von Schmelzlabor, Technikum und Prüfmaschinen, und das lässt sich nun einmal nicht aus dem Wohnzimmer erledigen. Ein duales Studium haben wir dagegen gefunden, und zwar eines in Duisburg.
Welche Voraussetzungen braucht man für ein Metallurgie-Studium?
Für den Bachelor brauchst Du eine Hochschulzugangsberechtigung und für den Master einen fachlich passenden Bachelor, meist aus Metallurgie, Werkstofftechnik, Maschinenbau oder Verfahrenstechnik. Außerdem solltest Du gut Englisch können. Drei der fünf Studiengänge tragen einen englischen Namen, und im Duisburger ISE-Programm werden die Vorlesungen je zur Hälfte auf Deutsch und auf Englisch gehalten. Die genauen Bedingungen legt jede Hochschule in ihrer Zugangsordnung fest.

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Weiter zum Metallurgie-Studium

Daten in diesem ArtikelEigene Auswertung der myStipendium-Datenbank zu Studiengängen, Hochschulen, Abschlüssen und Zulassung, Stand 23.09.2026; gezählt sind Studiengänge, deren Name Metallurg, Gießerei oder Hütten enthält.
Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Berufsgruppe 241 Metallerzeugung, Deutschland, alle Altersgruppen, beide Geschlechter, alle Branchen, Stand 2024.
Montanuniversität Leoben, Studienangebot, abgerufen am 23.09.2026.
Universität Duisburg-Essen, International Studies in Engineering (ISE), abgerufen am 23.09.2026.
Für Regelstudienzeit, Sprachnachweis, Bewerbungsfristen, Semesterbeiträge und Zulassung: die Studien- und Prüfungsordnungen der Universität Duisburg-Essen und der TU Bergakademie Freiberg.

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