Das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk (ELES) fördert jüdische Studierende und Doktoranden in Deutschland. Mit dem Promotionsstipendium bekommst Du 1.750 € monatlich plus 100 € für Forschungskosten, insgesamt 1.850 € im Monat. Der Betrag ist unabhängig vom Einkommen Deiner Eltern und Deines Partners. Das Stipendium läuft drei Jahre und kann zum Abschluss der Promotion einmalig um sechs Monate verlängert werden. Dazu kommen ein Beitrag zu Deiner Krankenversicherung, Familienzuschläge, eine längere Förderung für Doktoranden mit Kind und ein Zuschlag für Forschungsaufenthalte im Ausland.
Persönliche Referenten des ELES helfen Dir bei Fragen zur Förderung und zu Deiner Promotion. Zusätzlich berät Dich ein Mentor bei persönlichen Anliegen und Fragen zu Hochschulen und Institutionen. Am Bildungsprogramm kannst Du teilnehmen und dort auch als Referent Dein Forschungsthema vorstellen. Beim jährlichen Forum für Doktoranden tauschst Du Dich fachlich aus und knüpfst Kontakte.
Über die Promovierenden-Initiative gestaltest Du das Studienwerk mit. Ihre Vertreter stimmen im Stipendiatischen Rat mit ab. Das ELES erwartet, dass Du Dich regelmäßig mit Deinem Mentor triffst, die Angebote nutzt und Dich nach dem Stipendium im Ehemaligen-Netzwerk einbringst.
Mit deutscher Staatsbürgerschaft kannst Du auch an einer Hochschule in der EU oder der Schweiz promovieren, in begründeten Fällen außerhalb Europas. Ohne deutschen Pass wohnst Du während der Förderung in Deutschland. Bei der jüdischen Abstammung erkennt das ELES auch die väterliche Seite an.
Dein letzter Studienabschluss sollte höchstens fünf Jahre zurückliegen. Dabei berücksichtigt das ELES Zeiten, in denen Du Kinder oder Angehörige betreut hast, sowie besondere Umstände in Deinem Lebenslauf. Ausgeschlossen bist Du, wenn Du bereits zwei Jahre lang ein Stipendium hattest, 24 Monate auf einer Qualifikations- oder Projektstelle gearbeitet hast oder Deine Promotion innerhalb eines Jahres abschließen kannst.
Nach der Zusage hast Du sechs Monate Zeit, das Stipendium anzutreten. Deine Zulassung zur Promotion kannst Du bis zu sechs Monate nach Förderbeginn nachreichen.
Das ELES wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sowie vom Zentralrat der Juden in Deutschland getragen. Es gehört zu den 13 Begabtenförderungswerken, die der Bund finanziert.
Du bewirbst Dich ausschließlich über das Portal ELES Bewerbung Online. Dafür registrierst Du Dich innerhalb des Bewerbungszeitraums und lässt Dein Konto freischalten. Das ist nur an Werktagen zwischen 10 und 16 Uhr möglich. Abschicken kannst Du die Bewerbung erst, wenn alle Felder ausgefüllt und alle Dateien hochgeladen sind.
Bewerben kannst Du Dich zweimal im Jahr: im Frühjahr für einen Start im Oktober und im Herbst für einen Start im April. Das Portal schließt am letzten Tag der Frist um 16 Uhr. Du kannst Dich schon vor der Zulassung zur Promotion und parallel bei anderen Begabtenförderungswerken bewerben.
Das akademische Gutachten schickt Dein Betreuer direkt per Post oder E-Mail an das ELES. Deine Deutschkenntnisse weist Du spätestens zum Stipendienbeginn nach. Bei einem deutschen Schulabschluss oder einem deutschsprachigen Bachelor oder Master in Deutschland entfällt dieser Nachweis.
Zuerst prüft die Geschäftsstelle, ob Du die Bewerbungsbedingungen erfüllst, und entscheidet, wer weiterkommt. Danach lesen drei Fachgutachter Deine Unterlagen. Einer von ihnen führt ein persönliches Auswahlgespräch mit Dir. Alle drei empfehlen anschließend schriftlich, ob Du aufgenommen werden sollst. Nach jeder Stufe erfährst Du die Entscheidung.
Neben dem ELES-Stipendium stellt Dir unser Überblick Promotionsstipendien weitere Förderangebote für Doktoranden vor.
Unser Überblick Begabtenförderungswerke zeigt Dir, wie sich ELES und die anderen staatlich geförderten Werke in Angebot und Auswahl unterscheiden.
Unser Tipp: Nutze Muster und Formulierungsbaukasten, um Dich von anderen Bewerbern abzuheben.