Einstiegsgehalt 
2.351
Durchschnittsgehalt 
2.880
Ausbildung 
Ausbildung

Was ist ein Ernährungsberater?

Job, Familie, Alltagsprobleme, irgendetwas gibt es immer. In der modernen Gesellschaft beschleicht viele Menschen das Gefühl, keine Zeit zu haben. Dabei bleibt dann oft eine ausgewogene Ernährung auf der Strecke. Verlockungen in Form von Pizza, Burger und Döner gibt es schließlich an nahezu jeder Straßenecke.

Hier kommt der Ernährungsberater ins Spiel. Er oder sie vermittelt Informationen über Zusammenhänge von Nahrung und Körper, berät Menschen in Bezug auf Lebensmittelstruktur, deren Herstellungsprozesse, Essverhalten sowie Körperbewusstsein und leitet zu einer besseren Work-Life-Balance an.

Im Gegensatz zur Diättherapie richtet sich die Ernährungsberatung immer an gesunde Menschen in besonderen Lebenssituationen (zum Beispiel Sportler oder Schwangere) oder Menschen, die bereits Risikofaktoren (etwa Übergewicht) aufzeigen, aber noch keine Erkrankungen aufweisen.

Was macht ein Ernährungsberater?

Im Vordergrund vom Ernährungsberater-Beruf stehen der Dialog und die Kommunikation mit dem Ratsuchenden. Als Ernährungsberater untersuchst Du die Alltagssituation und Vorgeschichte eines Menschen und entwickelst aufgrund wissenschaftlich gesicherter Erkenntnisse der allgemeinen Ernährungslehre individuelle Ernährungspläne, die jeweils zur Persönlichkeit des Ratsuchenden und seinen Lebensumständen passen.

Je nach Umfang der Beratung überprüfst Du nach einigen Wochen oder Monaten, ob die gemeinsam vereinbarten Ziele erreicht werden konnten. Wenn das nicht der Fall ist, besprichst Du mit dem Ratsuchenden die Maßnahmen sowie Ernährungspläne, gehst auf Probleme bei der Umsetzung im Alltag ein und passt sie eventuell an. Dabei versuchst Du beim Ratsuchenden eine Sensibilisierung für Ernährung und Alltagssituationen zu entwickeln, damit der oder die Ratsuchende sich nach dem Abschluss der Ernährungsberatung selbstständig ausgewogen ernähren kann und einen gesunden Lebensstil pflegt.

Wie wird man Ernährungsberater?

Du möchtest Ernährungsberater werden und interessierst Dich für die Ausbildung zum Ernährungsberater? Zunächst einmal solltest Du wissen, dass die Ernährungsberater-Ausbildung eine Weiterbildung ist, die nicht staatlich geregelt ist. Theoretisch kann sich also jeder Ernährungsberater nennen. Wenn Du jedoch Ernährungsberater werden und im Beruf Ernährungsberater erfolgreich sein willst, solltest Du eine qualifizierende Ausbildung zum Ernährungsberater absolvieren.

Da die Ernährungsberater-Ausbildung nicht staatlich geregelt ist, gibt es eine Vielzahl an Anbietern. Bei der Auswahl der Ausbildungsstätte solltest Du beachten, dass einige von Krankenkassen anerkannt sind, andere jedoch nicht. Das ist später insbesondere für die Abrechnung von Leistungen wichtig, wenn Du selbstständig bist. Bei einer nicht anerkannten Ernährungsberater-Ausbildung ist keine Abrechnung über die Krankenkasse möglich. Dementsprechend musst Du Privatrechnungen schreiben, was wiederum eventuell den Kundenkreis einschränkt. Denn nicht kann jeder sich die Kosten leisten.

Voraussetzungen

Die Voraussetzungen für eine Ausbildung zum Ernährungsberater richten sich nach Deiner gewählten Ausbildungsstätte und variieren sehr stark. Viele empfehlen einen mittleren Schulabschluss oder Berufspraxis. Beides ist aber nicht immer erforderlich. Grundvoraussetzung für die Ausbildung zum Ernährungsberater ist der Wille, dem Ratsuchenden professionell die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Gesundheit aufzuzeigen und ihm zu helfen. Medizinische oder branchennahe Kenntnisse sind ein Vorteil, aber keine Pflicht. Ebenso ist es ein Plus, wenn Du schon der Schule Freude an den Fächern Biologie und Chemie hattest.

Ausbildung

Bei der Ernährungsberater-Ausbildung gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: vor Ort oder ein Fernlehrgang beziehungsweise Fernstudium. Die IHK bietet in nahezu jeder größeren Stadt eine IHK-geprüfte Ernährungsberater-Ausbildung an. Doch Achtung: Du erhältst nicht wie bei einer staatlich anerkannten Ausbildung einen IHK-Abschluss, sondern lediglich ein sogenanntes IHK-Zertifikat. Das ist aber immerhin Deutschlandweit anerkannt. Die Dauer für die Ausbildung zum Ernährungsberater ist abhängig vom gewählten Ausbildungsort und Deinem eigenen Tempo. In der Regel wirst Du in der Ernährungsberater-Ausbildung nach 150 Unterrichtseinheiten zur Abschlussprüfung zugelassen. In Vollzeit beträgt die Zeit für die Ausbildung zum Ernährungsberater rund zwölf Monate, bei einem Wochenendstudium rund 20 Monate.

Studiengangs- und Fernlehrgangsempfehlungen

Ernährung & Fitness in der Prävention (B.Sc.)

  • Sprache: Deutsch
  • Beginn: WS
  • Präsenzstudium

Standorte:

  • Köln

Ernährungs­wissen­schaften (B.Sc.)

  • Sprache: Deutsch
  • Beginn: jederzeit
  • Fernstudium

Standorte:

  • online

Geprüfte Ayurveda-Gesund­heitsberater

  • Dauer: 12 Monate
  • Beginn: Jederzeit
  • Fernlehrgang

Standorte:

  • Online

Ernährungsberater

  • Dauer: 15 Monate
  • Beginn: Jederzeit
  • Fernlehrgang

Standorte:

  • Online

Ernährungsberater

  • Dauer: 14 Monate
  • Beginn: Jederzeit
  • Fernlehrgang

Standorte:

  • Online

Eine andere Form sind Fernlehrgang und Fernstudium. Hierbei lernst Du eigenständig und selbstorganisiert zu Hause. Ein Austausch mit Studenten und Lehrern ist dennoch in Online-Centern und -Foren möglich. Zudem werden regelmäßig Praxisseminare angeboten. Der Unterschied zwischen Fernlehrgang und Fernstudium sind die Zulassungsvoraussetzungen und Abschlussmöglichkeiten. Ein Fernlehrgang endet in der Regel mit der Verleihung eines Zertifikats. Ein Fernstudium kann hingegen mit einem klassischen Studienabschluss wie etwa einem Bachelor enden. Entsprechend benötigst Du Abitur oder ein Fachabitur für die Zulassung. Die investierte Zeit für die Ernährungsberater-Ausbildung beträgt hier rund 15 Monate.

Ernährungsberater-Ausbildung-Kosten

Du möchtest Ernährungsberater werden und interessierst Dich für die Kosten? Die richten sich ganz nach Deiner gewählten Ausbildungsstätte und der Ausbildungsart. Du solltest ungefähr eine Summe zwischen 1.500 und 3.000 Euro einplanen.

Wo arbeitet ein Ernährungsberater?

Als Gesundheitsexperten finden Ernährungsberater vor allem Anstellungen im Gesundheitsbereich. Viele Ernährungsberater machen sich auch selbstständig. Je nach Ernährungsberater-Ausbildung und Deiner gesammelten Erfahrungen gibt es verschiedene Tätigkeitsbereiche. Einige Beispiele:

  • Kliniken
  • Reha-Einrichtungen
  • Arztpraxen
  • Pflegeeinrichtungen
  • Fitnessstudios
  • (Volkshoch-)Schulen
  • Wellnesseinrichtungen

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Du möchtest Ernährungsberater werden und Dich interessiert der Alltag im Beruf Ernährungsberater? Hier findest Du einige Beispiele:

Wie sieht der Arbeitsplatz aus?

Dein Arbeitsplatz richtet sich natürlich ganz nach Deinem Arbeitgeber. Allgemein lässt sich aber sagen, dass Du sowohl Zeit im Büro als auch außerhalb verbringst. So analysierst Du etwa Daten und erstellst Ernährungspläne am PC. Darüber hinaus bist Du aber auch viel vor Ort. Beispielsweise besuchst Du einen Ratsuchenden bei ihm oder ihr zu Hause, um Dir ein besseres Bild von der Person machen zu können und wirfst dabei ein besonderes Augenmerk auf die Kühl- und Vorratsschränke.

Was verdient ein Ernährungsberater?

Das Gehalt hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Dazu gehören beispielsweise Deine berufliche Qualifikation, der Arbeitgeber und der Standort. So verdient ein Ernährungsberater in Bayern und Niedersachsen ungefähr doppelt so viel wie in Brandenburg. Das durchschnittliche Einstiegsgehalt liegt bei 2000 Euro. Mit zusätzlicher Qualifikation und Berufserfahrung steigt es auf durchschnittlich rund 3700 Euro.

Wo finde ich finde einen Job als Ernährungsberater?

Du hast schon erfolgreich eine Ernährungsberater-Ausbildung absolviert oder sogar bereits Berufserfahrungen gesammelt und suchst aktuell einen Job? Dann wirf doch einmal einen Blick auf unsere Jobbörse. Die ist übrigens auch sehr hilfreich, wenn Du Dich vorerst nur über den Ernährungsberater-Beruf informieren möchtest. Die Jobangebote geben Dir einen Überblick über potenzielle Arbeitgeber, Branchen und allgemein geforderte Qualifikationen.

Wie sind die Berufsaussichten für Ernährungsberater?

Seit Jahren nimmt die Anzahl an übergewichtigen Menschen zu. Auch Kinder sind zunehmend von diesem Problem betroffen. Jeder sechste Deutsche gilt mittlerweile als fettleibig - Tendenz steigend. Die Ursachen liegen meistens in einer falschen Ernährung. Die Folgen sind für die Gesundheit fatal. Selbst bei Grundschülern müssen Ärzte immer häufiger typische Folgeerkrankungen wie Diabetes diagnostizieren. Die meisten Menschen wissen, dass ihr Lebens- und Ernährungsstil grundsätzlich falsch ist und sie etwas ändern müssen. Nur was und wie? Sie brauchen einen Gesundheitsexperten. Hier kommst Du als Ernährungsberater ins Spiel. Unter dem Aspekt der fortschreitenden Zunahme an übergewichtigen Menschen steigt der Bedarf an qualifizierten Ernährungsberatern.

Neben Gesundheitseinrichtungen wie Kliniken gibt es auch vielfältige Möglichkeiten in der freien Wirtschaft. So legen etwa vor allem große Unternehmen immer mehr Wert auf eine gute Gesundheitsvorsorge ihrer Angestellten und beschäftigen bereits interne Ernährungsberater. Kleinere und mittlere Unternehmen greifen hingegen oft auf eine externe Firma zurück. In einer solchen spezialisierten Firma findest Du ebenfalls eine Anstellung. Im Ernährungsberater-Beruf suchen allerdings die meisten den Weg in die Selbstständigkeit. Auch die Eröffnung einer eigenen Praxis ist möglich.

Welche Spezialisierungen gibt es?

In diesem Job solltest Du immer auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft bleiben, um die neuen Erkenntnisse bei Deiner Arbeit zu berücksichtigen. Deshalb sind häufige Fortbildungen empfehlenswert. Dabei kannst Du Dich auch spezialisieren, umso gezielt bestimmte Menschengruppen beraten zu können. Beispiele sind etwa:

  • Wellnessberater
  • Fitnesstrainer
  • Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen
  • Diabetesberater

Passt der Beruf Ernährungsberater zu mir?

Du möchtest Ernährungsberater werden, fragst Dich aber, ob der Beruf wirklich zu Dir passt? Es ist von Vorteil, wenn Du folgende Soft Skills mitbringst:

Freude am Umgang mit Zahlen:
Du analysierst Körpergewicht und Körperfettgehalt eines Ratsuchenden und erstellst daraufhin einen Ernährungsplan mit individuell errechneten Lebensmittelmengen. Eine gewisse Freude am Umgang mit Zahlen ist daher empfehlenswert.
Einfühlungsvermögen:
Menschen kommen mit ihren Gesundheitsproblemen zu Dir. Du solltest daher Einfühlungsvermögen besitzen und Dich in die Lage der Ratsuchenden versetzen können.
Psychologisches Geschick:
Die Ratsuchenden wollen etwas an ihrem Lebens- und Ernährungsstil ändern, haben es aber bisher nicht allein geschafft. Du benötigst daher etwas psychologisches Geschick, um sie vom „richtigen“ Weg zu überzeugen und dauerhaft zu motivieren.
Beratungsfähigkeiten:
Als Ernährungsexperte hast Du sehr viel Wissen rund um die Themen Gesundheit, Sport, Körper und Ernährung. Dieses Wissen gilt es, an die Ratsuchenden zu vermitteln. Du solltest daher gewisse Beratungsfähigkeiten mitbringen, um Wissen gezielt vermitteln zu können.
Psychische Belastbarkeit:
Du wirst mit den Problemen anderer Menschen konfrontiert. Vielleicht gibt es tiefsitzende psychologische Gründe, die für den bisherigen Lebensstil eines Menschen verantwortlich sind. Du solltest daher psychische Belastbarkeit mitbringen, wenn sich ein Ratsuchender Dir anvertraut.