Unter allen Begabtenförderungswerken ist die Studienstiftung des deutschen Volkes e.V. das größte und älteste Begabtenförderungswerk, welches es in Deutschland gibt. Zurzeit unterstützt sie etwa 13.100 Studenten und 1.300 Promovierende. Im Unterschied zu anderen Begabtenförderungswerken ist dieses nicht weltanschaulich gebunden. Die Studienstiftung wählt die Stipendiaten unabhängig von politischen, weltanschaulichen und religiösen Vorgaben aus. Natürlich müssen diese auf einem demokratischen Fundament stehen.
Im Fokus der Studienstiftung steht die Förderung von jungen Talenten bei ihrer akademischen Ausbildung und wissenschaftlichen Entwicklung. Durch Auslandsaufenthalte und Sprachkurse erfolgt dies auch über Ländergrenzen hinaus. Von den Stipendiaten werden besondere Leistungen, Initiative und Verantwortungsbewusstsein erwartet. Zu den Aufnahmekriterien zählen neben hohen intellektuellen oder künstlerisch-kreativen Fähigkeiten Leistungsbereitschaft und Motivation, soziale Kompetenz, breite außerfachliche Interessen sowie gesellschaftliches Engagement.
Die Stipendien
Für Stipendien dieses Begabtenförderungswerkes können Interessenten vorgeschlagen werden oder sich selbst bewerben. Die Studienstiftung des deutschen Volkes hat unterschiedlichste Programme deren Förderzeiträume von vier Monaten bis hin zur Regelstudienzeit reichen und finanzielle monatliche Unterstützungen von 300 € bis 2.425 € bieten.
Stipendium für Studenten
Studenten im Erststudium werden von der Studienstiftung mit diesem Stipendium für die Dauer der Regelstudienzeit unterstützt. Die Stipendienhöhe beträgt monatlich bis zu 1.155 €: 300 € Studienkostenpauschale und je nach Einkommen der Eltern bis zu 855 € Lebenshaltungsstipendium, weitere Zuschüsse auf Antrag. Die Förderung beinhaltet auch ein umfangreiches Bildungs- und Veranstaltungsprogramm. Zur Auswahl stehen Seminare, Workshops, Kollegs und Sommerakademien. Die meisten Bewerber werden von Schule, Hochschule oder Partnern vorgeschlagen, im ersten oder zweiten Semester ist auch die Selbstbewerbung mit Auswahltest möglich. Für Studenten künstlerischer Fächer gibt es eigene Auswahlverfahren.
Carlo-Schmid-Programm
Durch das Carlo-Schmid-Programm ermöglicht die Studienstiftung Auslandspraktika für Studenten und Graduierte mit einem Fokus auf internationalen Themen. Bis zu 10 Monate kann die Stipendienhöhe, welche vom Gastland abhängt, zwischen 1.100 € und 2.425 € betragen. Hinzukommen Reisekostenpauschalen und Versicherungen. Neben den finanziellen Zuwendungen werden Sommerseminare angeboten und Praktikumsplätze ausgeschrieben.
Journalismus-Stipendium
Mit dem Journalismus-Stipendium werden Graduierte aller Fächer, die in den Wissenschafts- oder Auslandsjournalismus wollen, von der Studienstiftung unterstützt. Die Stipendiaten können maximal 12.000 € pro Jahr erhalten, wobei die genaue Höhe individuell ermittelt wird. Ziel dieses Programms ist die Förderung von Ausbildungen die journalistische Kompetenzen näherbringen und verbessern.
Stipendium für Promovierende
Promovierende erhalten von der Studienstiftung 1.750 € im Monat und in der Regel eine Forschungskostenpauschale von bis zu 100 €. Die Förderung dauert drei Jahre und lässt sich um bis zu sechs Monate verlängern. Neben dem Stipendium ist eine Viertelstelle in Forschung und Lehre möglich. Wer an einer bayerischen Hochschule promoviert, kann über das Marianne-Plehn-Programm eine eigene Viertelstelle einwerben. Für Dissertationen zur deutsch-jüdischen Geschichte und Kultur vergibt die Studienstiftung das einjährige Leo Baeck Fellowship.
Für Aufenthalte im Ausland vergibt die Studienstiftung weitere Stipendien: das China-Stipendien-Programm für zwei Semester an einer chinesischen Hochschule, das Programm Metropolen in Mittel-, Südost- und Osteuropa, das ERP-Stipendienprogramm für Master, PhD oder Forschung an US-Spitzenuniversitäten, das McCloy-Stipendienprogramm für einen zweijährigen Master an der Harvard Kennedy School und das Haniel-Stipendienprogramm für ein wirtschaftsbezogenes Aufbaustudium im Ausland mit Praktikum. Das Mercator Kolleg für internationale Aufgaben richtet sich an Berufstätige mit Master oder Promotion, das Karl Schmidt-Rottluff Stipendium an bildende Künstler nach dem Studium. In Bayern führt die Studienstiftung außerdem das Max Weber-Programm mit einer Bildungspauschale von 300 € im Monat durch.
Gründung und weitere Informationen
Die Studienstiftung des deutschen Volkes wurde 1925 in Dresden ins Leben gerufen. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Stiftung im Jahr 1934 aufgelöst. 1948 erfolgte in Köln die Neugründung als eingetragener Verein. Die Schirmherrschaft hat seit 1984 der jeweilige Bundespräsident inne.
Neben Unternehmen aus Forschung und Wirtschaft arbeitet die Studienstiftung auch mit vielen anderen Stiftungen, unter anderem der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB) zusammen. Das Motto der Studienstiftung des deutschen Volkes lautet: "Leistung, Initiative, Verantwortung".