Mit „Medienvielfalt, anders: Junge Migrantinnen und Migranten in den Journalismus" fördert das Studienwerk der Heinrich-Böll-Stiftung angehende Journalisten. Du bekommst ein Stipendium, das sich am BAföG orientiert und vom Einkommen Deiner Eltern abhängt: bis zu 855 € plus 300 € Studienkostenpauschale pro Monat. Nicht-EU-Angehörige bekommen 992 € monatlich plus Einzelleistungen. Dazu kommen je nach Deiner Situation ein Zuschuss zur Krankenversicherung und eine Kinderbetreuungspauschale.
Die Förderung läuft für die Dauer Deiner Regelstudienzeit und kann um ein Semester verlängert werden. Für befristete Auslandsaufenthalte gibt es zusätzliche Mittel. Finanziert wird das Programm vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und vom Auswärtigen Amt (AA).
Ein berufsbegleitendes Trainingsprogramm bereitet Dich auf den Einstieg in den Journalismus vor. In Modul 1 übst Du das journalistische Handwerk: Schreiben, Interviews führen, Recherche sowie Text-, Video- und Hörfunkproduktion. Modul 2 vertieft Themen wie Menschenrechte, Demokratie, Ökologie, Gender und internationale Politik. Modul 3 behandelt journalistische Ethik und Pressefreiheit, Modul 4 die Karriereplanung mit Workshops und Mentoring.
Hinzu kommen Studienreisen ins In- und Ausland, Besuche in Redaktionen und die Vermittlung von Praktika und Volontariaten. Medienpartner sind unter anderem taz, Tagesspiegel, Süddeutsche.de, Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), ZEIT ONLINE und die Deutsche Welle Akademie.
Während der Förderung musst Du pro Jahr mindestens eine Veranstaltung des Programms besuchen, insgesamt mindestens sechs. Außerdem absolvierst Du zwei mehrwöchige Praktika bei den Medienpartnern und schreibst jedes Jahr einen journalistischen Beitrag für die Stiftung. Nach erfolgreicher Teilnahme bekommst Du ein Zertifikat.
Du bewirbst Dich selbst und ausschließlich online über das Bewerbungsportal der Heinrich-Böll-Stiftung. Es öffnet rund sechs Wochen vor dem jeweiligen Stichtag. Es gibt zwei Bewerbungsrunden im Jahr: eine im Frühjahr und eine im Spätsommer. Für ein Masterstipendium bewirbst Du Dich ein halbes Jahr vor Beginn des Masters.
Du brauchst mehrere veröffentlichte journalistische Arbeitsproben. Internationale Bewerber reichen außerdem einen Deutsch-Nachweis auf Niveau B2 oder DSH 1 ein.
Das Auswahlverfahren läuft in drei Etappen. Zuerst sichten zwei Mitarbeiter des Studienwerks Deine schriftlichen Unterlagen. Kommst Du weiter, führst Du ein etwa einstündiges Gespräch mit einem Vertrauensdozenten, meist persönlich. In der letzten Etappe folgt ein digitales Auswahlgespräch mit drei bis vier Mitgliedern der Auswahlkommission, darunter ein Stipendiat und externe Mitglieder.
Die Zusage kommt einige Wochen nach dem letzten Gespräch. Wirst Du in der dritten Etappe abgelehnt, kannst Du Dich nicht erneut bewerben.
Wenn Du wissen möchtest, wie sich die Heinrich-Böll-Stiftung von anderen staatlich geförderten Förderwerken unterscheidet, findest Du einen strukturierten Vergleich in unserem Überblick Begabtenförderungswerke.
Unser Tipp: Nutze Muster und Formulierungsbaukasten, um Dich von anderen Bewerbern abzuheben.