Die Heinrich-Böll-Stiftung vergibt Stipendien an Studierende für die Regelstudienzeit Deines Studiengangs. Eine Verlängerung um ein Semester ist möglich. Ein komplettes Studium im Ausland wird nicht gefördert. Die Stiftung steht politisch der Partei Bündnis 90/Die Grünen nahe und gehört zu den 13 Begabtenförderungswerken, die der Bund finanziert.
Das Geld stammt vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und vom Auswärtigen Amt (AA). Wer Dein Stipendium finanziert und wie viel Du bekommst, hängt von Deiner Herkunft und Deinem Schulabschluss ab.
Hast Du die deutsche Staatsangehörigkeit, Dein Abitur in Deutschland gemacht, einen EU-Pass oder bist Du als Geflüchteter BAföG-berechtigt, zahlt das BMFTR Dein Stipendium. Du bekommst eine Grundförderung von bis zu 855 € monatlich, deren Höhe wie beim BAföG vom Einkommen Deiner Eltern abhängt. Anders als BAföG musst Du sie nicht zurückzahlen. Dazu kommen eine Studienkostenpauschale von 300 € monatlich, unabhängig vom Elterneinkommen, und ein Zuschuss zur Krankenversicherung zwischen 102 € und 185 €.
Je nach Lebenssituation bezahlt die Stiftung außerdem Studiengebühren bis 10.000 € im Jahr, Sprachkursgebühren und einen Kinderbetreuungszuschlag. Gehst Du ins Ausland, gibt es je nach Zielland eine Reisekostenpauschale von 200 € bis 3.000 €, eine Auslandspauschale von 350 € und Auslandszuschläge von bis zu 365 €.
Kommst Du aus einem Land außerhalb der EU und hast Deinen Schulabschluss, der zum Studium berechtigt, im Ausland erworben, finanziert das AA Dein Stipendium. Du bekommst einen festen Betrag von 992 € monatlich und bis zu 100 € Zuschuss zur Krankenversicherung. Zusätzlich sind 38 € im Monat für Nebenkosten, Studiengebühren bis 10.000 € im Jahr, Deutschkurse, ein Familienzuschlag von 276 € und Zulagen für Kinder möglich. Auslandsaufenthalte werden in dieser Gruppe nicht gefördert.
Bei Bewerbern mit deutschem Schulabschluss haben BAföG-Empfänger und alle, die als Erste in ihrer Familie studieren, Vorrang. Bei internationalen Bewerbern bevorzugt die Stiftung diejenigen, die ihr erstes Studium im Herkunftsland abgeschlossen haben. Vorrang haben dabei Bewerber aus Entwicklungsländern der DAC-Länderliste, die zum Zeitpunkt der Bewerbung noch in ihrem Herkunftsland leben. Geflüchtete bewerben sich zu denselben Bedingungen wie alle anderen.
Du kannst an einem Mentoring-Programm, thematischen Arbeitsgruppen, Workshops und Trainings teilnehmen. Beim Mentoring begleitet Dich eine erfahrene Person. Als Stipendiat nimmst Du jedes Jahr an mindestens zwei dieser Veranstaltungen teil.
Du bewirbst Dich ausschließlich online über das Bewerbungsportal der Heinrich-Böll-Stiftung. Es öffnet zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Spätsommer. Deine Immatrikulationsbescheinigung kannst Du nachreichen, sie muss aber spätestens zum Auswahlgespräch vorliegen.
Nach der Online-Bewerbung folgt ein Gespräch mit einem Vertrauensdozenten und anschließend ein Auswahlworkshop in Berlin.
Wenn Du wissen möchtest, wie sich die Heinrich-Böll-Stiftung von anderen staatlich geförderten Förderwerken unterscheidet, findest Du in unserem Überblick Begabtenförderungswerke einen direkten Vergleich.
Unser Tipp: Nutze Muster und Formulierungsbaukasten, um Dich von anderen Bewerbern abzuheben.