Was ist ein Zoologe?
Ein Zoologe beschäftigt sich wissenschaftlich mit dem Tierreich. Mit Hilfe von naturwissenschaftlichen Methoden erforschen Zoologen unter anderem Entstehung, Aussehen, Verhalten und Verbreitung unterschiedlicher Tiere. Meist spezialisieren sich Zoologen für ihre Forschungen auf eine bestimmte Tierfamilie. Die Zoologie ist eine Forschungsdisziplin innerhalb der Biologie.
Was macht ein Zoologe?
Je nachdem, wo genau Du im Bereich der Zoologie arbeitest, bist Du mit unterschiedlichen Tätigkeiten konfrontiert. In der Forschung kannst Du die Genetik von Tiergattungen oder Tierrassen untersuchen. Auch ihre Anatomie, die Abstammung und das Verhalten von Tieren werden stetig erforscht. Gelegentlich werden dadurch sogar neue Tierarten entdeckt.
Als Zoologe widmest Du Dich nicht immer nur der Theorie. Um das Verhalten von Tieren zu verstehen, beschäftigst Du Dich intensiv mit ihnen und begibst Dich oft in die freie Wildbahn. In Wildparks oder Zoos kann auch die Beratung zur Aufzucht von Jungtieren, die Pflege sowie Haltung verschiedener Tiere zu Deinen Aufgaben zählen.
Außerdem kannst Du Dich im Tier- und Umweltschutz engagieren und diesbezüglich Organisationen und politische Akteure mit Deiner Expertise beraten.
Wie wird man Zoologe?
Um als Zoologe arbeiten zu können, musst Du zunächst ein universitäres Studium abgeschlossen haben. Außerdem solltest Du frühzeitig Berufserfahrung sammeln, um herauszufinden, welcher Bereich der Zoologie Dich am meisten interessiert. Wenn Du später in Lehre und Forschung arbeiten möchtest, ist eine Promotion im Anschluss an Dein Studium die Voraussetzung. So kannst Du vorgehen, wenn Du den Beruf Zoologe ergreifen möchtest:
Bachelorstudium
Als Erstes suchst Du Dir ein Bachelorstudium aus. Folgende Studiengänge kommen für zukünftige Zoologen in Betracht:
- Biologie
- Forstwissenschaft
- Tiermedizin (Staatsexamen)
Masterstudium
Wenn Du Zoologe werden möchtest, ist ein Masterstudium ratsam. Dabei kannst Du Dir zoologisches Detailwissen aneignen und Dich auf die wissenschaftliche Betrachtung von Tieren spezialisieren. Auch im Master wählen die meisten angehenden Zoologen den Studiengang Biologie. Nach vier Semestern erhältst Du bei erfolgreichem Bestehen aller Prüfungen den Titel Master of Science (M.Sc.).
Praktika
Während Deines Studiums sind Berufspraktika unverzichtbar. Häufig sind diese ins Studium integriert und verpflichtend. Auf diese Weise kannst Du Dich bereits zu einem frühen Zeitpunkt beruflich orientieren.
Promotion
Insbesondere wenn Du an einer Universität oder an einer anderen Forschungseinrichtung arbeiten möchtest, solltest Du eine Promotion einplanen. Eine Promotion ist im Bereich der Biologie sehr verbreitet: In Deutschland weist das Fach Biologie mit 86,2 % die höchste Promotionsquote aller Fächer auf, wonach fast neun von zehn Masterabsolventen auch einen Doktorabschluss erlangen. Dieser Wert stammt aus einer Auswertung für die Master-Absolventenjahrgänge 2015 bis 2017 und gilt nur für Deutschland; nach aktuelleren Daten (Promotionen 2022 bis 2024) liegt Chemie mit rund 80 % vorn, sodass die Spitzenstellung der Biologie inzwischen strittig ist. Fest steht aber, dass eine Promotion in diesem Bereich weit verbreitet ist und Deine Jobchancen erhöhen kann.
Wo arbeitet ein Zoologe?
Für Zoologen gibt es verschiedene Arbeitsplätze, die Dich interessieren könnten. Mögliche Arbeitgeber sind zum Beispiel:
- Hochschulen und andere Forschungseinrichtungen
- Wildparks
- Zoos
- Museen
- Tier- und Umweltschutzorganisationen
- Verlage
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Wie Dein Arbeitsalltag genau aussieht, hängt maßgeblich von Deiner Spezialisierung innerhalb der Zoologie ab. Hier erfährst Du, was beispielsweise in Deinem beruflichen Alltag als Zoologe auf Dich zukommen könnte:
Wie sieht der Arbeitsplatz aus?
Dein Arbeitsplatz kann je nach Deiner Spezialisierung ganz unterschiedlich ausfallen. Als Zoologe an einer Uni oder an einer anderen Forschungseinrichtung bist Du viel im Hörsaal oder am Schreibtisch. Wenn Du Dich mit der Genetik von Tieren beschäftigst, bist Du größtenteils im Labor anzutreffen. Als Berater von Zoos und Tierparks bist Du entweder direkt bei einer Einrichtung angestellt oder Du arbeitest für unterschiedliche Anlagen. In diesem Fall bist Du häufig auf Dienstreisen. Als Lobbyist für eine Naturschutzorganisation triffst Du Dich mit verschiedenen Politikern und bist des Öfteren in Bundesministerien und EU-Institutionen unterwegs. Falls Du jedoch vorwiegend das Verhalten unterschiedlicher Tiere untersuchst, bist Du viel auf Reisen. Wo die entsprechende Spezies anzutreffen ist, ist dann auch Dein Arbeitsplatz. So kann es sein, dass Du einige Zeit in der Wüste oder im Dschungel verbringst.
Was verdient ein Zoologe?
Zoologen verdienen im Median rund 4.870 € brutto pro Monat. Zu Berufsbeginn liegt das Einstiegsgehalt bei etwa 4.045 € brutto pro Monat. Die meisten Forschungseinrichtungen, Behörden und Museen unterliegen den Tarifverträgen der Länder des öffentlichen Dienstes (TV-L) oder orientieren sich an den dortigen Gehältern. Im Laufe Deiner Karriere kannst Du Dich auf ein Gehalt von bis zu 6.000 € freuen. In der freien Wirtschaft, etwa bei Pharmaunternehmen oder Tierfutterherstellern, kannst Du noch deutlich mehr verdienen. In der chemischen und pharmazeutischen Industrie erhalten Zoologen Gehälter von bis zu 7.500 €.
Forschungs- und Promotionsstellen im öffentlichen Dienst der Länder werden in Deutschland nach der Entgeltgruppe TV-L E13 vergütet, die für Beschäftigte mit abgeschlossenem wissenschaftlichem Hochschulstudium (Master, Diplom, Staatsexamen) gilt. Das Grundgehalt in E13 reicht in Vollzeit von 4.759,37 € (Stufe 1) bis 6.764,69 € (Stufe 6) brutto pro Monat (Stand 01.04.2026). Der Aufstieg läuft über sechs Erfahrungsstufen, die Endstufe ist nach 15 Jahren erreicht. Wichtig zu wissen: Promotionsstellen sind häufig nur Teilzeitstellen mit 50, 65 oder 75 %, sodass sich das genannte Tabellenentgelt (100 % Vollzeit) entsprechend anteilig reduziert. Der TV-L gilt in 15 der 16 Bundesländer; Hessen zahlt nach eigenem Tarif (TV-H).
Wo finde ich einen Job als Zoologe?
Wie sind die Berufsaussichten für Zoologen?
Für Zoologen gibt es an Forschungseinrichtungen, Zoos und Museen mehr Bewerber als offene Stellen. Deshalb ist es wichtig, dass Du Dich durch eine fundierte wissenschaftliche Ausbildung und praktische Erfahrung auf Deinem Gebiet von Deinen Mitbewerbern abhebst. Dennoch gibt es eine große Anzahl von weiteren Berufen und Tätigkeitsfeldern, die Du als Zoologe bekleiden kannst. In der Industrie und bei Umweltorganisationen werden Arbeitnehmer mit zoologischem Fachwissen gesucht, die zum Beispiel Aufgaben der Öffentlichkeitsarbeit übernehmen. Natürlich kannst Du auch als selbstständiger Berater arbeiten oder Dir eine Anstellung als Autor bei einem Fachmedium suchen. Je offener Du bei der Berufswahl bist, desto bessere Jobaussichten hast Du. Auf der anderen Seite kannst Du Deine Jobchancen auch dadurch erhöhen, dass Du Dich durch Deine Doktorarbeit spezialisierst und mit Deiner besonderen Expertise punkten kannst.
Welche Spezialisierungen gibt es?
Innerhalb der Zoologie gibt es eine Reihe an Spezialisierungsmöglichkeiten. Zwar ist die Zoologie bereits ein Teilbereich der Biologie, doch das Tierreich ist äußerst vielfältig. Folgende Fachbereiche stehen Zoologen offen:
- Allgemeine Zoologie
- Verhaltensbiologie
- Systematik/Taxonomie (Stammesgeschichte)
- Morphologie (äußerer Bau des Tieres)
- Geozoologie (räumliche Verbreitung von Tieren)
- Ökologie (Wechselwirkungen zwischen Tieren und Umwelt)
Außerdem spezialisierst Du Dich meist auf Tiergruppen:
- Entomologie (Insekten)
- Arachnologie (Spinnen)
- Ornithologie (Vögel)
- Ichthyologie (Fische)
- Herpetologie (Reptilien und Amphibien)
- Malakologie (Weichtiere)
- Mammalogie (Säugetiere)
Passt der Beruf Zoologe zu mir?
Auch wenn es im Bereich der Zoologie ganz verschiedene Spezialisierungsmöglichkeiten gibt, existieren persönliche und fachliche Voraussetzungen, die zu Deinem beruflichen Erfolg beitragen können: