Wo kann ich Rechtspsychologie studieren?
17 Rechtspsychologie-Studiengänge an 9 Hochschulen stehen in unserer Datenbank – 16 davon sind Master. Rechtspsychologie und forensische Psychologie meinen im deutschen Studienangebot dasselbe, deshalb stehen beide Namen in der Liste. Direkt einsteigen kannst Du kaum: Es gibt genau einen Bachelor, und der hat eine Zulassungsbeschränkung. Der übliche Weg führt über ein Psychologie-Studium und einen Master obendrauf. Ein Fernstudium oder ein duales Studium gibt es in diesem Fach nicht.

- Master of Science, Vollzeitstudium
- Campus München und Wiesbaden, 4 Semester Regelstudienzeit
- setzt ein Psychologie-Studium voraus
Eigene Auswertung der myStipendium-Datenbank, Stand 20.09.2026; gezählt sind nur Studiengänge, die Rechtspsychologie oder forensische Psychologie im Namen tragen – Kriminalpsychologie und Kriminologie sind eigene Fächer und nicht mitgezählt.
Die größten Adressen sind die Psychologische Hochschule Berlin und die Uni Bonn mit je 3 Studiengängen. Je 2 kommen von der Hochschule Fresenius, der MSB Medical School Berlin, der MSH Hamburg und der SRH Heidelberg, je einer von der Uni Hildesheim, der Uni Konstanz und der Uni Mainz. Studienorte sind Berlin, Bonn, Hamburg, Heidelberg, Hildesheim, Konstanz, Köln, Mainz und München. Staatlich sind die Uni Bonn, die Uni Hildesheim, die Uni Konstanz und die Uni Mainz; sonst kommt das Angebot überwiegend von privaten Hochschulen. Ein Hinweis zur Liste: Rechtspsychologie an der Hochschule Fresenius steht zweimal darin – der zweite Eintrag gehört zur Charlotte Fresenius Hochschule. Auch sonst ist nicht jede Zeile ein eigenes Angebot, manche Hochschule führt Vollzeit und Teilzeit getrennt.
Das Rechtspsychologie-Studium in Zahlen
an Universitäten53.263
an Fachhochschulen
Welche Voraussetzungen brauchst Du?
Für die 16 Master brauchst Du einen ersten Abschluss in Psychologie, in aller Regel als Bachelor of Science. Beim Rechtspsychologie-Studium gibt es Bachelor und Master, aber nicht gleich oft: 16 der 17 Studiengänge sind Master, dazu kommt ein einziger Bachelor, und der ist zulassungsbeschränkt. Deshalb steht in der Leiste ganz oben „0 von 1“.
- Psychologie - ohne Abschluss in Psychologie kommst Du in keinen der 16 Master
- Jura ist keine Bedingung - Rechtspsychologie verbindet Jura und Psychologie, das Recht lernst Du im Studium
- Motivationsschreiben und Auswahlgespräch - bei so kleinen Studiengängen üblich
- Praxiserfahrung - setzen einige Hochschulen voraus. Was sie sonst noch verlangen, steht in ihrer Zulassungsordnung
Was verdienst Du mit Rechtspsychologie?
5.247 € brutto im Monat meldet der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit für die Berufsgruppe „Psychologie und nicht ärztliche Psychotherapie“ auf der Anforderungsstufe Experte – Stand 2024, ausgewertet über 15.274 Beschäftigte. Einen eigenen Wert für Rechtspsychologen gibt es dort nicht, das Berufsfeld ist für eine eigene Statistik zu klein. Ein Einstiegsgehalt ist die Zahl ausdrücklich nicht: Sie beschreibt Beschäftigte mit Expertenaufgaben, und die Stufen darunter meldet der Atlas für diese Gruppe nicht.
Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Berufsgruppe 816 „Psychologie und nicht ärztliche Psychotherapie“, Anforderungsniveau Experte, Deutschland, alle Altersgruppen, Stand 2024.
In Stellenanzeigen und Suchmasken tauchen vier Bezeichnungen auf. Gemeint ist fast immer dieselbe Arbeit, für das Geld macht vor allem der Arbeitgeber den Unterschied:
- Rechtspsychologe: Gehalt nach Tarif, wenn Du bei Justiz, Polizei oder einer Behörde angestellt bist. Dann zählt die Eingruppierung im Tarifvertrag, nicht der Wert aus dem Entgeltatlas.
- Forensische Psychologie: Gehalt wie oben. Der Name ist ein anderer, der Beruf derselbe.
- Psychologischer Gutachter: Gehalt aus einzelnen Aufträgen. Wer als Psychologe Gutachten für Gerichte schreibt, arbeitet meist freiberuflich und wird pro Auftrag bezahlt. Belastbare Durchschnittswerte dafür gibt es nicht, deshalb nennen wir hier keine.
- Fachpsychologe für Rechtspsychologie: Gehalt mit Zusatzqualifikation. Der Titel kommt von den Fachverbänden, nicht von einer Hochschule – mehr dazu weiter unten.
Ein großer Teil der Rechtspsychologinnen und Rechtspsychologen arbeitet im öffentlichen Dienst: im Justizvollzug, an Gerichten, in Jugendämtern. Dort gilt der Tarifvertrag. Was am Monatsende übrig bleibt, hängt also an Eingruppierung und Berufsjahren. Die gültigen Tabellen veröffentlicht der Arbeitgeber.
Welche Berufe gibt es nach dem Studium?
Rechtspsychologie-Berufe liegen größtenteils im öffentlichen Dienst. Nach dem Studium verbindest Du psychologisches Wissen mit juristischen Fragen. Gearbeitet wird dort, wo beides zusammenkommt: vor Gericht, im Justizvollzug, bei der Polizei, in forensischen Kliniken und in der Jugendhilfe. Rechtspsychologie-Jobs schreiben deshalb meist öffentliche Arbeitgeber aus.
Eine Grenze solltest Du kennen: Psychotherapie anbieten und mit der Krankenkasse abrechnen darfst Du mit einem Rechtspsychologie-Master nicht. Dafür brauchst Du die Approbation, und die läuft über einen eigenen, dazu passenden Studien- und Weiterbildungsweg.
Wie viele Stellen jedes Jahr frei werden, lässt sich seriös nicht beziffern. Ein Hinweis auf die Größe des Feldes: Die Bundesagentur für Arbeit führt für Rechtspsychologen keine eigene Statistik, sondern rechnet sie der großen Gruppe der Psychologen zu.
Rechtspsychologie und KI: Wie zukunftssicher ist das Fach?
Die Kernarbeit in der Rechtspsychologie, das Gutachten und die Einschätzung von Menschen, gilt laut IAB als nicht automatisierbar; als ersetzbar führt es allein die psychologische Diagnostik. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) berechnet im Job-Futuromat, welcher Anteil der Kerntätigkeiten eines Berufs heute schon von Maschinen oder Software erledigt werden könnte. Beim forensischen Psychologen ist es 1 von 3.
Welche Tätigkeit ersetzbar ist. Bei beiden Berufen nennt das IAB dieselbe Kerntätigkeit als ersetzbar, die psychologische Diagnostik. Die Gutachter- und Sachverständigentätigkeit und die forensische Psychologie selbst gelten beim forensischen Psychologen als nicht ersetzbar. Dass der Wert trotzdem bei 33 % liegt, hat einen einfachen Grund: Das IAB führt für diesen Beruf nur drei Kerntätigkeiten, sodass eine einzige ersetzbare schon ein Drittel ausmacht. Beim Psychologen mit 15 Kerntätigkeiten ergibt dieselbe Diagnostik nur 7 %.
Was das für die Arbeit vor Gericht und im Vollzug heißt. Wer als Sachverständiger Gutachten schreibt, wird Testauswertungen künftig stärker der Software überlassen können, während die Beurteilung, ob eine Aussage glaubhaft ist, nach der Einstufung des IAB beim Menschen bleibt. Ähnlich sieht es im Justizvollzug aus, wo laut Berufeteil oben die meisten festen Stellen liegen. Beim Psychologen gilt neben der Diagnostik keine weitere Kerntätigkeit als ersetzbar, weder die forensische noch die klinische Psychologie oder die Krisenintervention.
Wie belastbar die Zahlen sind. Das IAB beschreibt technische Möglichkeiten und weist selbst darauf hin, dass sich daraus kein Stellenabbau ablesen lässt und auch Berufe mit niedrigem Wert sich verändern. Für Rechtspsychologen ist die Automatisierung damit ein kleines Thema. Was über Deinen Weg entscheidet, steht im Gehalts- und Berufeteil: der öffentliche Dienst als wichtigster Arbeitgeber, die Eingruppierung im Tarifvertrag und die geringe Zahl an Stellen, etwa bei der Polizei.
Was lernst Du im Rechtspsychologie-Studium?
Am Anfang stehen die rechtspsychologischen Grundlagen. Du lernst, juristische Begriffe richtig zu benutzen, und bekommst so viel Straf- und Familienrecht, wie Du für Gutachten brauchst. Danach geht es in die Vertiefung: Wie entsteht eine Aussage, wie prüfst Du sie, wie schätzt Du ein Risiko ein und wie schreibst Du das so auf, dass ein Gericht damit arbeiten kann.
- Rechtspsychologische Grundlagen
- Glaubhaftigkeitsbegutachtung
- Straftäterbegutachtung und Prognose
- Kriminologie und Strafrecht
- Begutachtung im Familienrecht
- Diagnostik und Forschungsmethoden
- Angewandte Psychologie
- Berufsethik und Rolle vor Gericht
Zwei Wege führen ins Studium: Rechtspsychologie als Master nach einem Psychologie-Bachelor oder der eine Bachelor, den es in diesem Fach gibt. So sieht der Weg in der Praxis aus:
Rechtspsychologie, forensische Psychologie, Kriminalpsychologie
Forensische Psychologie: Studium unter anderem Namen. Im deutschen Studienangebot meinen beide Begriffe dasselbe. Ob eine Hochschule ihren Master Rechtspsychologie oder forensische Psychologie nennt, ist eine Frage der Tradition – deshalb stehen beide Namen in der Liste oben. Wer forensische Psychologie – Bachelor oder Master – sucht, landet also im selben Angebot. Beim Studium forensische Psychologie sind es dieselben 9 Hochschulen, und forensische Psychologie studieren heißt hier Rechtspsychologie studieren.
Zwei benachbarte Fächer solltest Du davon trennen. Das Kriminalpsychologie-Studium fragt enger danach, wie Straftaten entstehen und wie Täter handeln. Die Kriminologie ist gar kein Psychologie-Fach, sondern rechts- und sozialwissenschaftlich. Beide haben eigene Studiengänge, und beide sind in der Zählung oben nicht enthalten. Rechtspsychologie ist damit eine von mehreren Fachrichtungen; Psychologie ist das Grundfach, auf dem sie aufbaut.
Passt das Rechtspsychologie-Studium zu Dir?
- Du willst psychologisch arbeiten und Dich dabei mit Recht beschäftigen.
- Du kannst lange, genaue Texte schreiben – Gutachten sind Schreibarbeit.
- Du hältst Distanz, auch wenn ein Fall belastet.
- Ein öffentlicher Arbeitgeber mit Tarif schreckt Dich nicht.
- Du willst therapeutisch arbeiten – dafür brauchst Du die Approbation.
- Gewalt-, Missbrauchs- und Sorgerechtsfälle willst Du Dir nicht zumuten.
- Du brauchst freie Ortswahl: Es sind 9 Städte, mehr nicht.
- Du willst online oder dual studieren – beides gibt es hier nicht.
Wenn Du schon einen Psychologie-Bachelor hast und Dich juristische Fragen wirklich interessieren, ist ein Master in Rechtspsychologie ein enger, aber klarer Weg. Bist Du unsicher, halte Dir die Alternative offen: Ein breiter Psychologie-Master macht Dich flexibler, und die Spezialisierung kannst Du später über die Weiterbildung nachholen.
Häufige Fragen
Was ist Rechtspsychologie?
Kann ich Rechtspsychologie studieren, ohne vorher Psychologie zu studieren?
Gibt es den Rechtspsychologie-Master staatlich?
Gibt es ein Fernstudium Rechtspsychologie?
Wie hoch ist das Rechtspsychologie-Gehalt?
Forensischer Psychologe: Gehalt wie in der Rechtspsychologie?
Wie werde ich Fachpsychologe für Rechtspsychologie?
Darf ich als Rechtspsychologe Psychotherapie anbieten?
Quellen
Gehalt: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Berufsgruppe 816 „Psychologie und nicht ärztliche Psychotherapie“, Anforderungsniveau Experte, Deutschland, alle Altersgruppen, beide Geschlechter, alle Branchen, Stand 2024 (15.274 Beschäftigte; unteres Viertel 4.014 €, oberes Viertel 6.548 €).
Studiengebühren nennen wir bewusst nicht: Sie unterscheiden sich je Hochschule und Jahrgang, verlässlich findest Du sie nur direkt bei der Hochschule.
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