Einstiegsgehalt 
3.141
Durchschnittsgehalt 
3.689
Ausbildung 
Master

Was ist ein Tierheilpraktiker?

Ein Tierheilpraktiker oder eine Tierheilpraktikerin behandelt Tiere nach den Methoden der Naturheilkunde. Sie kümmern sich dabei um akute wie chronische Krankheiten sowie um Verhaltensstörungen. Die naturheilkundlichen Methoden sollen die Selbstheilungskräfte der Tiere aktivieren.

Was macht ein Tierheilpraktiker?

Falls Du Tierheilpraktiker oder Tierheilpraktikerin wirst, erfragst Du zuerst bei dem Tierhalter die Hintergründe zu der Krankheitsgeschichte des zu behandelnden Tieres. Dann erstellst Du einen Therapieplan. Dazu gehört auch die Verordnung von verschreibungsfreien Medikamenten und deren Verabreichung in Form von Infusionen oder Spritzen. Auch gibt es inzwischen spezielle Inhalatorien für Tiere. Bei Wunden versorgst Du die Wunde und legst einen Verband an. Außerdem führst Du auch alternativmedizinische Therapien durch, beispielsweise Akupunktur oder Magnetfeldtherapie. Als Heilpraktiker für Tiere darfst Du naturheilkundliche Mittel anwenden, die keiner Rezeptpflicht unterliegen, sowie nicht verschreibungspflichtige homöopathische Mittel bei Tieren, die nicht der Lebensmittelgewinnung dienen.

Was Tierheilpraktiker rechtlich dürfen und was nicht

Seit dem 28. Januar 2022 gelten für Tierheilpraktiker strengere rechtliche Vorgaben. Mit der EU-Tierarzneimittel-Verordnung (EU) 2019/6 und dem Tierarzneimittelgesetz (TAMG) wurde das Tierarzneimittelrecht neu geregelt. Die Verordnung gilt unmittelbar in jedem EU-Mitgliedstaat und musste nicht erst in nationales Recht umgesetzt werden.

Für Deutschland ist wichtig: Nach § 50 Absatz 2 TAMG dürfen Tierheilpraktiker verschreibungspflichtige Tierarzneimittel und Arzneimittel aus dem Humanbereich bei Tieren grundsätzlich nur anwenden, wenn ein Tierarzt sie verschrieben oder abgegeben hat. Setzt Du zugelassene oder registrierte Tierarzneimittel ein, musst Du außerdem die Zulassungsbedingungen einhalten, also Dosierung, Anwendungsdauer, gegebenenfalls Wartezeit sowie die zulässigen Anwendungsgebiete gemäß Kennzeichnung. Auch Lagerungsbedingungen, Warnhinweise und Gegenanzeigen sind zu beachten. Verschreibungspflichtige Medikamente verordnen sowie Operationen durchführen dürfen nur approbierte Tierärzte.

Mit der Neuregelung gelten Humanhomöopathika (Globuli) als Humanarzneimittel und fallen damit unter den Tierarztvorbehalt. Tierheilpraktiker dürfen Humanhomöopathika deshalb nicht mehr bei Tieren anwenden oder verordnen; nur ein Bruchteil der homöopathischen Arzneimittel ist überhaupt für Tiere zugelassen. Einige Tierheilpraktiker haben wegen der Einschränkung ihrer Berufsausübungsfreiheit Verfassungsbeschwerde eingelegt.

Darüber hinaus dürfen Tierheilpraktiker nur Heimtierarzneimittel anwenden, die von der Zulassung freigestellt und damit freiverkäuflich sind. Diese dürfen sie erwerben und bei den gelisteten Heimtierarten einsetzen. Rezeptpflichtige Medikamente wie hochwirksame Antibiotika oder Schmerzmittel dürfen Tierheilpraktiker dagegen nicht verordnen oder verabreichen. Auch das Impfen oder Betäuben von Tieren sowie Eingriffe, die mit Schmerzen verbunden sind, sind ihnen nicht gestattet.

Wie wird man Tierheilpraktiker?

Heilpraktiker für Tiere arbeiten ohne tierärztliche Approbation. Das heißt, es gibt keine staatlich anerkannte Ausbildung zum Tierheilpraktiker. Die Bezeichnung ist nicht geschützt, im Prinzip kann sich also jeder als einen solchen bezeichnen. Trotzdem gibt es einige private Anbieter von Lehrgängen. Einige dauern nur ein Wochenende lang, andere mehrere Jahre. Die Bildungsträger erstellen eigene Kriterien und haben Vorgaben für die Ausbildung zum Tierheilpraktiker. Du kannst entweder einen Onlinekurs belegen oder aber eine Ausbildung vor Ort absolvieren.

Präsenzausbildung

Hier besuchst Du in Seminarräumen mit anderen Teilnehmern zusammen den Unterricht. Je nachdem, für welchen privaten Bildungsträger Du Dich entscheidest, variiert die Ausbildungsdauer sehr stark. Für die Aufnahme benötigst Du meist keinen bestimmten Schulabschluss, musst aber manchmal das 18. oder sogar das 21. Lebensjahr erreicht haben. Einige Bildungsträger erlauben die Ausbildung zum Tierheilpraktiker nur Menschen, die zuvor eine andere Berufsausbildung beendet haben. Wenn Du die Abschlussprüfung bestanden hast, erhältst Du ein institutsinternes Abschluss-Zertifikat.

Fernausbildung

Bei dieser Tierheilpraktiker-Ausbildungs-Variante kannst Du von überall aus den Kurs durchlaufen. Du erhältst Online-Texte, in denen Dir das Wissen vermittelt wird. Manchmal sind auch Videos Teil der Fernausbildung. Auch hier erhältst Du nach dem Kurs ein institutsinternes Abschluss-Zertifikat.

Empfohlene Fernlehrgänge

Tierheilpraktiker

Standorte:

  • Online

Tierheilpraktiker

Standorte:

  • Online

Tierheilpraktiker

Standorte:

  • Online

Tierheilpraktiker

Standorte:

  • Online

Wo arbeitet ein Tierheilpraktiker?

In den meisten Fällen arbeitest Du als Selbstständiger. Du kannst aber auch hier angestellt werden:

  • Pferdepensionsbetriebe
  • Praxen für Heilpraxis bei Tieren

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Damit Du einen Eindruck von dem Arbeitsalltag bekommst, findest Du hier einige typische Aufgaben:

Wie sieht der Arbeitsplatz aus?

Nach Deiner Tierheilpraktiker-Ausbildung arbeitest Du entweder in Deiner Praxis, oder aber Du führst Hausbesuche bei Kunden durch. Je nachdem, welche Tiere Du behandelst, kannst Du auch auf Höfen oder in Ställen arbeiten. Aber auch die Büroarbeit vor dem Schreibtisch gehört zu dem Job, wenn Du die Rechnungen sortierst oder Telefonate führst.

Was verdient ein Tierheilpraktiker?

Während Deiner Ausbildung zum Tierheilpraktiker verdienst Du noch kein Geld. Stattdessen musst Du sogar monatlich etwas für die Seminare, Unterrichtsmaterialien, für Prüfungen sowie für das Lehrangebot allgemein bezahlen.

Später im Berufsleben hängt Dein Gehalt davon ab, wie viele Aufträge beziehungsweise Kunden Du hast, wie hoch Dein Bekanntheitsgrad ist, wie viel Berufserfahrung Du vorweisen kannst, sowie davon, in welcher Region Du lebst. Im Durchschnitt kannst Du mit einem Median-Bruttogehalt von etwa 3.689 € im Monat rechnen.

Wie viel Du verdienst, hängt auch von Deiner Dauer der Betriebszugehörigkeit ab. Bei weniger als einem Jahr liegt das Gehalt bei rund 3.141 € brutto im Monat. Nach ein bis zwei Jahren steigt es auf etwa 3.372 €, nach drei bis fünf Jahren auf rund 3.530 € und nach sechs bis zehn Jahren auf rund 3.638 €. Mit 11 bis 15 Jahren sind etwa 4.118 € möglich, nach 16 bis 20 Jahren rund 4.265 €. Wer 21 bis 25 Jahre dabei ist, kommt auf etwa 4.596 €, mit 26 bis 30 Jahren sind rund 4.933 € brutto im Monat drin.

Wo finde ich einen Job als Tierheilpraktiker?

Wenn Du nach Deiner Ausbildung zum Tierheilpraktiker einen Job suchst, nutze doch unsere kostenfreie und unkomplizierte Jobbörse! Du kannst dort genau eingeben, welche Beschäftigungsart Du wünschst, und in welchem Umkreis Du eine Arbeit finden willst. Du kannst auch angeben, wie viel Erfahrung Du mitbringst, und so den für Dich genau passenden Job finden!

Aber auch, falls Du erst einmal in den Beruf reinschnuppern möchtest und noch keine Tierheilpraktiker-Ausbildung vorweisen kannst, ist die Jobbörse praktisch, um einen interessanten Praktikumsplatz oder Aushilfsjob zu finden! So kannst Du erst einmal testen, ob der Beruf Dir überhaupt zusagt.

Jetzt Tierheilpraktiker werden


Wie sind die Berufsaussichten für Tierheilpraktiker?

In rund 43 % der deutschen Haushalte lebt ein Haustier. Insgesamt gab es 2025 in Deutschland etwa 10,0 Mio. Hunde und 15,7 Mio. Katzen, zusammen rund 33,4 Mio. Heimtiere. Klar, dass deshalb auch einiges für die tierischen Begleiter ausgegeben wird!

Viele Menschen sind auch bereit, für ihre Lieblinge nicht nur Spielzeug, Futter und die anfallenden Tierarztkosten zu zahlen, sondern darüber hinaus auch für die Angebote und Leistungen eines Heilpraktikers. Alternative Heilmethoden erleben in Deutschland im Moment einen regelrechten Boom. Viele betrachten die Schulmedizin mit Skepsis.

Für alternative Heilmethoden bei Tieren gibt es zwar bisher keine aussagekräftigen Studien, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Menschen, die an solche Methoden glauben, diese nicht nur an sich selbst, sondern auch an ihren Tieren anwenden. Die Berufsaussichten für Tierheilpraktiker sind also ziemlich gut.

Welche Spezialisierungen gibt es?

Nach Deiner Tierheilpraktiker-Ausbildung kannst Du Dich spezialisieren. Entweder auf eine bestimmte Tierart, wie zum Beispiel:

  • Hunde
  • Katzen
  • Pferde
  • Nagetiere
  • Vögel

Oder aber Du konzentrierst Dich auf eine bestimmte Behandlungsart, wie beispielsweise Akupunktur.

Passt der Beruf Tierheilpraktiker zu mir?

Damit Du Dich mit der Berufswahl viele Jahre wohlfühlst, solltest Du idealerweise einige Eigenschaften mitbringen:

Tierlieb
Das Wichtigste ist natürlich, dass Du gerne Tiere magst! Du solltest keine Angst vor ihnen haben, sondern ihnen Sicherheit vermitteln können.
Keine Angst und kein Ekel vor Spritzen sowie vor Wunden
Du wirst als Tierheilpraktiker oder als Tierheilpraktikerin auch mit verschreibungsfreien Medikamenten in Berührung kommen. Es kann notwendig sein, dass Du ein Medikament einem Tier mithilfe einer Spritze verabreichen musst. Außerdem kann es sein, dass Du Wunden eincremen musst. Du solltest Dich davor nicht ekeln, denn das würde das Tier spüren und aggressiv oder ängstlich werden.
Ausdrucksfähigkeit und Kommunikationsstärke
Um Deinen Kundenstamm zu erweitern, musst Du bereits am Telefon einen positiven Eindruck hinterlassen und kompetent kommunizieren können. Aber auch während der Behandlung eines Tieres musst Du geschickt ein Gespräch leiten können, um von möglicherweise medizinisch relevanten Geschehnissen zu erfahren. Außerdem musst Du dazu in der Lage sein, dem Tierhalter verständlich zu erklären, welche Therapiemöglichkeiten zur Auswahl stehen und wie diese wirken.
Glaube an Alternativmedizin
Es ist natürlich sehr hilfreich für den Job, wenn Du selber zu hundert Prozent an die alternativen, wissenschaftlich nicht anerkannten Heilmethoden wie beispielsweise Homöopathie glaubst. Nur so kannst Du Deinen Kunden überzeugend vermitteln, dass die Methoden sinnvoll sind und wirken.

Und nicht zuletzt: Wenn Du den Beruf ausüben willst, solltest Du auch Lust auf die Selbstständigkeit haben! Denn die meisten Heilpraktiker für Tiere arbeiten freiberuflich. Das heißt, Du musst auch viel Organisatorisches erledigen, Rechnungen schreiben und einen Überblick über Deine Einnahmen und Ausgaben haben.

* Individuelle Ergebnisse können je Portal und je nach Deinem Profil variieren. Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn Du auf einen Affiliate-Link klickst, bekommt myStipendium.de von dem betreffenden Anbieter eine Provision. Für Dich verändert sich der Preis bzw. das Angebot nicht. Dein Klick hilft bei der Finanzierung unserer kostenfreien Seite.