Einstiegsgehalt 
2.100
Durchschnittsgehalt 
3.900
Ausbildung 
Ausbildung

Was ist ein Schornsteinfeger?

Schornsteinfeger befassen sich mit der Kontrolle und Reinigung von Abgasanlagen, Rauchabzügen, Lüftungsanlage und Feuerstätten. Andere Bezeichnungen für diesen Handwerksberuf sind Kaminkehrer, Rauchfangkehrer, Kaminfeger oder Schlotfeger.

Was macht ein Schornsteinfeger?

Du überprüfst, ob Heizungs-, Abgas- und oder ähnliche Anlagen den Vorschriften der Betriebs- und Brandsicherheit genügen. Grundlage für Deine Messungen und Ergebnisse sind die Vorgaben des Bau- und Umweltschutzrechts, die Du auch bei Prüfungen und Begutachtungen von Gebäuden heranziehst. Mit Deiner speziellen Ausrüstung reinigst Du Feuerungsanlagen und Rauchableitungen und entfernst Ablagerungen an Lüftungsanlagen. Außerdem nimmst Du Feuerstätten- und Brandverhütungsschauen durch, misst Immissionen und veranlasst die Beseitigung vorgefundener Mängel. Darüber hinaus bist Du Ansprechpartner für Deine Kunden in Sachen Energieeffizienz, Brandschutz und Klimaschutz.

Wie wird man Schornsteinfeger?

Schornsteinfeger-Ausbildung

Um eine Schornsteinfeger-Ausbildung zu machen, brauchst Du keinen bestimmten Schulabschluss. Mit einem mittleren Bildungsabschluss dürftest Du auf jeden Fall keine Probleme haben, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Vor allem, wenn Du gute Noten in Fächern wie Mathematik, Physik oder Chemie hast. Die Ausbildung zum Schornsteinfeger bzw. Schornsteinfegerin dauert drei Jahre und ist dual angelegt. D.h., die meiste Zeit wirst Du im Ausbildungsbetrieb verbringen und parallel dazu die Schulbank in einer Berufsschule drücken. Dort findet der Unterricht an einzelnen Wochentagen oder als Blockveranstaltung statt. Die Ausbildungsinhalte richten sich nach der Ausbildungsordnung und umfassen u.a. folgende Bereiche:

Ausbildung im Betrieb

  • Feuerungs- und Lüftungsanlagen reinigen
  • Feuerungs- und Lüftungsanlagen messen
  • Feuerungs- und Lüftungsanlagen überprüfen
  • Prüfungen und Messungen an Gebäuden und Anlagen durchführen
  • Betriebs- und Brandsicherheit gewährleisten
  • Arbeitseinsatz planen und dokumentieren
  • Kunden hinsichtlich der Energieeffizienz von Gebäuden beraten und Maßnahmen koordinieren
  • Kunden über Wohnraumlüftung beraten
  • Schutz von Mensch und Umwelt durch Kehr-, Mess- und Überprüfungstätigkeit

Deine Aufgaben und Tätigkeiten, die Du während Deiner Ausbildung zum Schornsteinfeger im Ausbildungsbetrieb ausführst, dokumentierst Du in einem Berichtsheft. Dieses legst Du Deinem Ausbilder regelmäßig zur Kontrolle vor. Es dient als wichtiger Nachweis für Deine Ausbildung.

Ausbildung in der Berufsschule

Der Berufsschulunterricht während Deiner Schornsteinfeger-Ausbildung dauert jährlich insgesamt drei Monate und umfasst vor allem die Fächer:

  • Mathematik
  • Physik
  • Chemie
  • Technische Grundlagen
  • Rechtliche Grundlagen
  • Wirtschaftskunde
  • Sozialkunde

Abschluss

Bereits am Ende Deines zweiten Ausbildungsjahrs steht eine Zwischenprüfung an, in der Du Dein bisher erlangtes Wissen nachweisen musst. Der Abschluss Deiner dreijährigen Schornsteinfeger-Ausbildung besteht aus einer zweiteilige Prüfung. Im praktischen Teil musst Du eine Arbeitsprobe abliefern, bspw. eine Lüftungsanlage überprüfen und reinigen. Im schriftlichen Teil wird Dein theoretisches Wissen abgefragt.

Meisterprüfung

Die Ausübung des Schornsteinfeger-Handwerks unterliegt in Deutschland besonderen Reglementierungen. Mit einer Ausbildung zum Schornsteinfeger kannst Du zwar als Angestellter eines Betriebs arbeiten. Bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger kannst Du allerdings nur werden, wenn Du eine Meisterprüfung abgelegt hast. Die Kenntnisse, die Du dabei nachweisen musst, umfassen u.a. diese Bereiche:

  • Technische Anlagen hinsichtlich Betriebs- und Brandsicherheit, Energieeffizienz, Umwelt- und Klimaschutz überprüfen
  • Feuerstättenschau durchführen und dokumentieren
  • Tauglichkeit einer Abgasanlage feststellen
  • Mängel an baulichen und technischen Einrichtungen beurteilen und dokumentieren/ erforderliche Maßnahmen durchführen
  • Feuerungs- und Lüftungsanlagen gesamtenergetisch bewerten/ Maßnahmen zur Effizienzsteigerung einleiten
  • Planung und Umsetzung von baulichen und technischen Anlagen überprüfen, auch unter energetischen und ökologischen Aspekten
  • Feuerungs- und Lüftungsanlagen rechtlich, ökologisch und wirtschaftlich bewerten
  • Brennstoffversorgungsanlagen überprüfen, Mängel und Funktionsstörungen feststellen und dokumentieren
  • Schornsteinfegerbezirk führen und verwalten
  • Angebote kalkulieren, Angebotsunterlagen erstellen
  • Arbeitsplanung
  • Betriebswirtschaftliche Kosten ermitteln, Betriebs- und Lagerausstattung planen

Wo arbeitet ein Schornsteinfeger?

Wenn Du Deine Schornsteinfeger-Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hast, kannst Du entweder in einem Betrieb des Schornsteinfegerhandwerks arbeiten oder Dich bei einem Energieberatungsunternehmen bewerben. Als Meister steht Dir darüber hinaus der Berufsweg eines Bezirksschornsteinfegers mit eigenem „Kehrbezirk“ offen. Hierzu musst Du allerdings von der zuständigen Verwaltungsbehörde bestellt worden sein.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Mit Zylinder und schwarzgefärbten Wangen über die Dächer der Stadt zu springen war einmal. Doch auch heute noch kann es Dir passieren, dass Du mit Staub und Ruß in Berührung kommst. Ein Arbeitstag könnte bspw. so aussehen:

Wie sieht der Arbeitsplatz aus?

Im Büro bist Du in Deinem Beruf natürlich auch anzutreffen. Die meiste Zeit aber bist Du bei Kunden vor Ort, prüfst Anlagen in Heizungskellern oder in anderen Räumlichkeiten. Auch frische Luft bestimmt Dein Arbeitsumfeld, wenn Du Dich zum Schornstein-Reinigen aufs Dach begibst.

Was verdient ein Schornsteinfeger?

Ausbildung

Schon während Deiner Schornsteinfeger-Ausbildung bekommst Du eine Vergütung. Diese liegt momentan durchschnittlich bei monatlich zirka 450 Euro brutto im ersten Jahr, 510 Euro im zweiten und 595 Euro im dritten Jahr. Je nachdem, ob Dein Ausbildungsbetrieb einem bestimmten Tarifvertrag unterliegt, kann Dein monatlicher Verdienst aber auch deutlich höher liegen. In Betrieben, die nach dem Tarifvertrag für das Gebäudereiniger-Handwerk bezahlen, kannst Du bspw. mit einer Vergütungsentwicklung zwischen 700 Euro monatlich im ersten und 975 Euro im dritten Jahr rechnen.

Beruf

Im Beruf richtet sich Dein Gehalt nach den Regelungen des Zentralverbands Deutscher Schornsteinfeger. Danach verdienst Du als Berufsanfänger im Angestelltenverhältnis rund 2.100 Euro brutto im Monat. Mit der Zeit kannst Du aber in höhere Lohngruppen aufsteigen, was sich auch in Deinem Gehalt niederschlägt. Wenn Du weiterhin angestellt bleibst, sind hier Gehälter von bis zu 3.900 Euro monatlich drin. Noch höher sind Deine Gehaltsaussichten als Schornsteinfegermeister. Wenn Du Deinen eigenen Kehrbezirk hast, ist ein monatliches Einkommen von bis zu 5.600 Euro möglich.

Wie sind die Berufsaussichten für Schornsteinfeger?

Die Perspektiven in diesem Beruf sind günstig. Vor allem mit einem Meistertitel hast Du gute Aussichten auf einen Arbeitsplatz in diesem Bereich. Zwar gibt es nur eine bestimmte Anzahl von Kehrbezirken, doch werden hier aus Alters- oder sonstigen Gründen immer wieder Stellen frei. Als Bezirksschornsteinfeger hast Du einen festen und krisenunabhängigen Job. Auch nach einer Gesetzesänderung zum 1. Januar 2013, die es Kunden erlaubt, auch Schornsteinfeger außerhalb ihres Bezirks zu beauftragen, hat sich an dieser Situation nichts verändert.

Welche Spezialisierungen gibt es?

Als Schornsteinfeger bzw. Schornsteinfegerin musst Du zwar auf vielen Gebieten fit sein, doch wird der Schwerpunkt auf Energieberatung immer wichtiger. Nicht nur aus Kostengründen, sondern auch aus ökologischen Überlegungen heraus sind viele Kunden an Deinem Knowhow in diesem Bereich interessiert. Als Energieberater kannst Du in einer Beratungsfirma arbeiten, die sich auf dieses Thema spezialisiert hat. Du kannst Dich allerdings auch in diesem Bereich selbstständig machen.

Passt der Beruf Schornsteinfeger zu mir?

Dass Schornsteinfeger für viele ein Traumberuf ist, liegt nicht zuletzt daran, dass er einen so guten Ruf hat. Auch Du magst die Vorstellung, als wandelnder Glücksbringer durch die Gegend zu laufen. Neben dieser positiven Einstellung zum Beruf ist es ebenfalls von Vorteil, wenn Du in der Schule Verständnis und Interesse für naturwissenschaftliche Fächer mitgebracht hast. Um ein guter Schornsteinfeger zu werden, brauchst Du allerdings noch ein paar andere Eigenschaften wie bspw. die folgenden:

Sorgfalt
In Deinem Job trägst Du viel Verantwortung. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, musst Du sehr sorgfältig vorgehen, Messergebnisse genau überprüfen und ständig alle Sicherheitsvorschriften einhalten. Zur Sorgfalt gehört auch, dass Du stets einen Überblick über Deine Arbeit hast, keine anstehenden Termine verwechselst oder versäumst und Deine Besuche rechtzeitig ankündigst.
Körperliche Aspekte
Neben einer gewissen Beweglichkeit brauchst Du zur Bewältigung Deiner Schornsteinfeger-Aufgaben auch ein großes Maß an Schwindelfreiheit. Wenn Du auf Dächern herumsteigst, um Kamine zu fegen, solltest Du beim Blick nach unten nicht sofort weiche Knie bekommen. Auch eine stabile Wirbelsäule sowie gutes Koordinationsvermögen sind unablässig für diesen Beruf. Um Feuerstätten und andere Anlagen genau in Augenschein nehmen zu können, solltest Du darüber hinaus auch ein gutes Sehvermögen mitbringen.
Keine Angst vor Schmutz
Bei Erfüllung Deiner Schornsteinfeger-Aufgaben sammelt sich an Kleidung und Körper jede Menge Staub und Ruß an. Was Schmutz angeht, solltest Du also beim besten Willen nicht zimperlich sein.
Handwerkliche Begabung
Oft genug musst Du selbst Hand an bestimmte Geräte legen oder den Kratzhammer schwingen, wenn es um die Beseitigung von Ablagerungen geht. Mit zwei linken Händen wirst Du dabei nicht besonders erfolgreich sein.
Kunden- und Serviceorientierung
Auch wenn Du eine sehr beliebte Berufsgruppe repräsentierst, ist es doch von Vorteil, wenn Du gut mit anderen Menschen umgehen kannst. Höflichkeit öffnet Dir jede Tür und macht die Arbeit angenehmer.
Lernbereitschaft
Nicht nur das Handwerk entwickelt sich immer weiter, sondern auch die Techniken und gesetzlichen Vorschriften rund herum. Du musst Dich daher immer auf dem Laufenden halten, damit Du Deine Arbeit fachgerecht ausführen kannst. Lernbereitschaft ist der Schlüssel dazu.

Kannst Du Dich mit diesen Eigenschaften identifizieren? Dann hast Du die besten persönlichen Voraussetzungen für diesen spannenden und abwechslungsreichen Beruf. Dein Ausbildungsplatz wartet schon auf Dich.