Einstiegsgehalt 
2.491
Durchschnittsgehalt 
2.900
Ausbildung 
Ausbildung
3
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Justizvollzugsbeamter
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Was ist ein Justizvollzugsbeamter?

Die Berufsbezeichnung Justizvollzugsbeamter wird für Personen verwendet, die in Deutschland im Öffentlichen Dienst im Bereich der Justiz angestellt sind. In der Regel wird ein Justizvollzugsbeamter als Landesbeamter in einer Justizvollzugsanstalt, kurz JVA, eingesetzt. Umgangssprachlich werden Personen, die eine Justizvollzugsbeamter-Ausbildung absolviert haben, auch Gefängniswärter genannt.

Was macht ein Justizvollzugsbeamter?

In Justizvollzugsanstalten ist ein Justizvollzugsbeamter im Regelfall als sogenannte Vollzugskraft tätig. Er handelt nach den Regularien des Strafvollzugsgesetzes und der Strafvollstreckungsordnung, im Bereich der zu vollziehenden Untersuchungshaft, sowie nach der Strafprozessordnung und dem Untersuchungshaftvollzugsgesetz. Ein Gefängniswärter verfügt nach der Ausbildung als Justizvollzugsbeamter über umfangreiche Kenntnisse im Bereich des Strafgesetzbuchs, des Straßenverkehrsgesetzes, des Waffengesetzes sowie dem Gesetz über Ordnungswidrigkeiten.

Ein Gefängniswärter ist vor allem für die Betreuung, Beaufsichtigung und Versorgung von Gefangenen zuständig. Er sorgt für Sicherheit und Ordnung in den Anstalten, indem er darauf achtet, dass sich die im Strafvollzug untergebrachten Personen an die Regeln halten. Ein Justizvollzugsbeamter ist dazu berechtigt, zu jeder Tages- und Nachtzeit Kontrollen von Haftraum, Betrieb, Lager oder Personen durchzuführen. Dabei sucht er in erster Linie nach Drogen und Alkohol, aber auch Waffen und anderen verbotenen Gegenständen.

Personen, die eine Ausbildung zum Justizvollzugsbeamten abgeschlossen haben, sind außerdem befugt, den Post- und Telefonverkehr zu überwachen. Sie durchsuchen nicht nur Gefangene selbst, sondern auch Besucher der Justizvollzugsanstalt und deren Fahrzeuge. Eine Besonderheit ist, dass ein Justizbeamter auch ohne die Zustimmung eines Richters oder der Staatsanwaltschaft Zwangsmaßnahmen durchführen kann, falls Gefahr im Verzug ist oder die Sicherheit der Allgemeinheit, eines Kollegen oder eines Gefangenen bedroht ist. Zu diesem Zwecke dürfen sie beispielsweise Schlagstöcke, Pfefferspray und verschiedene Arten von Fesseln, zum Beispiel Hand- und Fußschellen, mit sich führen.

Wie wird man Justizvollzugsbeamter?

Möchtest Du Gefängniswärter werden, musst Du eine Justizvollzugsbeamter-Ausbildung absolvieren. Dabei handelt es sich um eine klassische duale Ausbildung, bei der Du einerseits im Betrieb, in diesem Fall also in den verschiedenen Abteilungen diverser Justizvollzugsanstalten, ausgebildet wirst und gleichzeitig eine Justizvollzugsschule besuchst. Die Justizvollzugsbeamter-Ausbildung dauert im Regelfall zwei Jahre. Unter besonderen Voraussetzungen - zum Beispiel bei bereits absolviertem Krankpflege- oder Werkdienst - kann die Gefängniswärter-Ausbildung auf 1,5 Jahre verkürzt werden. Dein Weg zum Justizvollzugsbeamten könnte in etwa so aussehen:

Allgemeine Voraussetzungen

Um eine Ausbildung zum Justizvollzugsbeamten absolvieren zu dürfen, musst Du:

  • im Regelfall zwischen 21 und 45 Jahre alt sein
  • ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis haben
  • nicht vorbestraft sein
  • je nach Bundesland über bestimmte Mindestmaße verfügen, was die Körpergröße betrifft
  • Dein BMI muss im Normalbereich sein, Du darf also weder Über- noch Untergewicht haben
  • keine Tätowierungen von politischer Bedeutung haben

Schulabschluss

Um eine Justizvollzugsbeamten-Ausbildung absolvieren zu dürfen, brauchst Du einen der folgenden Schulabschlüsse:

  • mittlere Reife
  • Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung

Welche Art von Berufsausbildung Du abgeschlossen hast, ist für Deine Bewerbung für die Justizvollzugsbeamten-Ausbildung unerheblich.

Duale Ausbildung zum Justizvollzugsbeamten

Während Deiner theoretischen Ausbildung an der Justizvollzugsschule erwirbst Du in erster Linie Kenntnisse, die für die Ausübung Deines Berufs notwendig sind. Dazu wirst Du blockweise an einer speziellen Schule unterrichtet, die nur von Anwärtern des Berufs des Gefängniswärters besucht wird.

Während des praktischen Teils Deiner Justizvollzugsbeamten-Ausbildung lernst Du die täglichen Aufgaben des Berufs zu bewältigen. Dazu arbeitest Du in einem Gefängnis und kümmerst Dich dort um alltägliche Dinge.

Der sogenannte Vorbereitungsdienst im mittleren Justizvollzugsdienst gliedert sich wie folgt:

  • Praktische Ausbildung I in einer Justizvollzugsanstalt mit Dauer von 2,5 Monaten
  • Theoretische Ausbildung I an einer Justizvollzugsschule mit Dauer von 3 Monaten
  • Praktische Ausbildung II in einer Justizvollzugsanstalt mit Dauer von 4 Monaten
  • Theoretische Ausbildung II an einer Justizvollzugsschule mit Dauer von 3 Monaten
  • Praktische Ausbildung III in einer Justizvollzugsanstalt mit Dauer von 5,5 Monaten
  • Theoretische Ausbildung III an einer Justizvollzugsschule mit Dauer von 3 Monaten
  • Praktische Ausbildung IV in einer Justizvollzugsanstalt mit Dauer von 3 Monaten

Währenddessen kannst Du Dich je nach Bundesland auf eine dieser Dienstrichtungen spezialisieren:

  • Allgemeiner Vollzugsdienst
  • Mittlerer Verwaltungsdienst
  • Werkdienst

Nach insgesamt 24 Monaten Dauer, an denen Du die verschiedenen Stationen einer Justizvollzugsanstalt durchläufst und Dir entsprechend auch theoretisches Wissen aneignest, wird die Ausbildung als Justizvollzugsbeamter mit der sogenannten Laufbahnprüfung abgeschlossen.

Wo arbeitet ein Justizvollzugsbeamter?

Ein Justizvollzugsbeamter arbeitet nach abgeschlossener Justizvollzugsbeamter-Ausbildung hier:

  • Justizvollzugsanstalten
  • Verwaltung
  • zugehörige Werkstätten
  • Krankenstationen

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Dein Arbeitstag als Gefängniswärter kann beispielsweise so aussehen:

Wie sieht der Arbeitsplatz aus?

Dein Arbeitsplatz ist das Gefängnis. Das sieht in den wenigsten Fällen so aus, wie Du es aus diversen Fernsehserien kennst. Im Regelfall gibt es dort heutzutage keine Gittertüren mehr, sondern normale, von außen verschließbare Türen. Die Zellen, in denen die Gefangenen untergebracht sind, erinnern an normalen Wohnraum, auch wenn er spärlich eingerichtet ist. Lediglich im Hochsicherheitstrakt und im Umgang mit Straftätern, die besonders schwerwiegende Straftaten begangen haben, wirst Du auf dicke Mauern und schwere Schlösser treffen.

Für Dich und Deine Kollegen aus dem Justizvollzug steht meist ein Aufenthaltsraum zur Verfügung, in dem Du auch Zugriff auf einen Computer hast. Daneben gehört ein An- und Umkleideraum dazu, wo Du Deine zivile Kleidung ab- und die Arbeitsuniform anlegst.

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