
- Fernstudium, Start jederzeit
- Dauer: 36, 48 oder 72 Monate (180 ECTS)
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Inhalt9 Abschnitte
Förster, auch Revierförster genannt, leiten ein Waldgebiet: Sie planen, wie der Wald gepflegt, verjüngt und genutzt wird, verkaufen das Holz und beraten Waldbesitzer.
Wie wird man Förster?
Förster wirst Du mit einem Bachelor in Forstwirtschaft oder Forstwissenschaften. Für den Staatsdienst folgt danach ein Vorbereitungsdienst beim Bundesland. Eine Ausbildung zum Förster gibt es nicht. Die 3-jährige Ausbildung zum Forstwirt führt in die Waldarbeit. Mit Praxis und der Weiterbildung zum Forsttechniker kannst Du aber auch ohne Studium ein Revier leiten, im Privat- oder Gemeindewald.
Forst studieren: Wo und was Du lernst
Forst studierst Du vor Ort an einer Fachhochschule oder Universität; wer lieber neben dem Job studiert, findet mit Agrarmanagement eine verwandte Alternative im Fernstudium:
| Hochschule | Studiengang und Zugang |
|---|---|
| Fachhochschule | Forstwirtschaft oder Forstingenieurwesen, 6 oder 7 Semester, oft mit Praxissemester. Du brauchst mindestens die Fachhochschulreife. Zum Beispiel in Eberswalde, Erfurt, Freising, Göttingen und Rottenburg. |
| Universität | Forstwissenschaften oder Waldwissenschaften, 6 Semester. Du brauchst die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife. Zum Beispiel in Dresden (Tharandt), Freiburg, Göttingen und an der TU München in Freising. |
| Dual | Zum Beispiel Forstingenieurwesen in Freising mit den Bayerischen Staatsforsten: Du bewirbst Dich im 2. Semester und bekommst ab dem 3. Semester 550 € brutto im Monat. |
Alle Studiengänge, Zulassungsgrenzen und den Ablauf Semester für Semester findest Du im Artikel Forstwirtschaft-Studium.
Quellen: Bundesagentur für Arbeit (BERUFENET Forstwissenschaft, -wirtschaft), Studien- und Prüfungsordnung der Hochschule Rottenburg (Januar 2026), Bayerische Staatsforsten, Stand September 2026.
Kann man ohne Studium oder ohne Abitur Förster werden?
Revierleiter beim Land wirst Du nur mit Studium, im Privat- und Gemeindewald geht es auch ohne. Ohne Studium kommst Du über die Ausbildung zum Forstwirt und die Weiterbildung zum staatlich geprüften Forsttechniker ins Revier. Die Technikerschule gibt es nur in Bayern:
- 3 JahreAusbildung zum ForstwirtIm Forstbetrieb und in der Berufsschule. Einen bestimmten Schulabschluss schreibt das Gesetz nicht vor, die meisten Azubis haben einen mittleren Abschluss. Du fällst Bäume, pflanzt, baust Wege und lernst die Jagd kennen. Im Tarif der Länder verdienst Du 1.297 € im 1. Jahr.
- mindestens 1 JahrPraxis als ForstwirtDanach kannst Du Dich an der Technikerschule bewerben, jeweils bis zum 1. April.
- 2 JahreTechnikerschule für Waldwirtschaft in Lohr am MainVollzeit und schulgeldfrei, ein neuer Kurs startet alle 2 Jahre im September. Den Jagdschein und den Ausbilderschein machst Du dort mit.
- danachStaatlich geprüfter ForsttechnikerDu leitest ein Revier in privaten oder kommunalen Forstbetrieben, führst die Geschäfte eines Zusammenschlusses von Waldbesitzern oder gründest ein Forstunternehmen.
Meisterkurs und Prüfung fördert der Staat mit dem Aufstiegs-BAföG. Auch für die Technikerschule kommt es infrage, wenn Deine persönlichen Voraussetzungen passen:
Quereinstieg: Geht das auch mit 40?
Ein Quereinstieg ohne forstliches Studium ist im Staatsdienst die Ausnahme. NRW lässt ausdrücklich keine Quereinsteiger aus anderen Fächern zu, Brandenburg nimmt auch einen anderen Bachelor mit bestimmten Forstfächern. Mit 40 kommt es auf das Bundesland an:
| Bundesland | Altersgrenze |
|---|---|
| Hessen | Einstellung in den Vorbereitungsdienst grundsätzlich bis 40 |
| Brandenburg | bis 40 |
| NRW | keine Grenze für den Vorbereitungsdienst, verbeamtet wirst Du aber nur bis 42 |
| Mecklenburg-Vorpommern | unter 35 am Einstellungstag |
Quellen: Bundesagentur für Arbeit (BERUFENET Forstwirt/in, Forsttechniker/in), Verordnung über die Berufsausbildung zum Forstwirt (1998), Meisterprüfungsverordnung Forstwirt (2004), Bayerische Technikerschule für Waldwirtschaft Lohr, Landesforsten Rheinland-Pfalz, KMK-Beschluss vom 06.03.2009, Wald und Holz NRW, Hessen-Forst, Landesbetrieb Forst Brandenburg, Landesforst Mecklenburg-Vorpommern, Stand September 2026.
Wie läuft der Vorbereitungsdienst in Bayern, NRW und den anderen Ländern?
Nach dem Bachelor bewirbst Du Dich bei der Forstverwaltung eines Landes. Der Vorbereitungsdienst dauert meist 12 Monate und endet mit der Laufbahnprüfung. In den meisten Ländern bist Du dabei Beamter auf Widerruf und bekommst meist rund 1.450 bis 1.600 € brutto im Monat. Die Prüfungen von NRW und Niedersachsen sind bundesweit anerkannt. So läuft es zum Beispiel in Bayern:
- vorherBewerbung mit JagdscheinBayern bietet 100 Plätze. Den Jagdschein und den Sachkundenachweis Pflanzenschutz brauchst Du schon zur Zulassung.
- ca. 4 MonateLehrgängean der Forstschule Lohr und am Forstlichen Bildungszentrum Buchenbühl, dazu Zeit für die Prüfungsvorbereitung
- ca. 8 MonatePraxis im Revierje etwa 4 Monate im Privat- und Gemeindewald der Forstverwaltung und im Staatswald der Bayerischen Staatsforsten
- am EndeStaatsprüfungEinen Teil der Absolventen übernimmt die Forstverwaltung als Beamte in A 10. Einen Anspruch darauf gibt es nicht.
Quellen: Bayerisches Forstministerium (Bekanntmachung vom 24.02.2026), Bayerische Staatsforsten, Wald und Holz NRW, ForstBW, Landwirtschaftsministerium Niedersachsen, Hessen-Forst, Landesforsten Rheinland-Pfalz, Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen von Brandenburg (2024) und Sachsen (2023), ThüringenForst, Stellenausschreibungen von Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, Landesforsten Schleswig-Holstein, Stand September 2026.
Was braucht man, um Förster zu werden?
Du brauchst einen forstlichen Bachelor. Für den Staatsdienst kommen Jagdschein, Führerschein und körperliche Eignung dazu. Was genau verlangt wird, regelt jedes Land selbst:
Quellen: Bundesagentur für Arbeit (BERUFENET Förster/in und Beamter/Beamtin Forstdienst), Ausbildungs- und Prüfungsordnungen der Länder, Bundesjagdgesetz § 15, Waffengesetz §§ 10 und 13, Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Bayern, Bayerische Staatsforsten, Wald und Holz NRW, Stand September 2026.
Was macht ein Förster?
Ein Förster sorgt dafür, dass der Wald gesund bleibt, Holz liefert und Menschen sich darin erholen können. Den ganzen Tag im Wald bist Du nicht: Deine Arbeit teilt sich zwischen Wald und Schreibtisch. Draußen bist Du bei jedem Wetter, im Büro planst Du, rechnest und arbeitest mit digitalen Karten.
Quellen: Bundesagentur für Arbeit (BERUFENET Förster/in), Berliner Forsten, Bayerische Staatsforsten, Stand September 2026.
Wo arbeitet ein Förster?
Wer Dich anstellt, hängt davon ab, wem der Wald gehört. Den Staatswald bewirtschaften Landesforstbetriebe und Forstverwaltungen, den Gemeindewald Städte und Gemeinden. Im Privatwald arbeitest Du für große Forstbetriebe oder Zusammenschlüsse von Waldbesitzern. Dazu kommen Forschungsanstalten, Hochschulen, Behörden und Ministerien.
Quelle: Bundeswaldinventur 2022.
Welche Spezialisierungen gibt es?
Neben der klassischen Revierleitung kannst Du Dich auf ein Gebiet konzentrieren:
| Schwerpunkt | Was Du dort machst |
|---|---|
| Waldpädagogik | Kindern und Erwachsenen den Wald erklären, etwa bei Führungen oder auf Waldlehrpfaden |
| Naturschutz und Waldökologie | seltene Arten und Lebensräume schützen und Schutzgebiete betreuen |
| Holzverkauf | Holz sortieren, bewerten und an Sägewerke und Händler verkaufen |
| Forsttechnik und Wegebau | Maschinen für die Holzernte einplanen und Waldwege bauen und erhalten |
| Jagd | Wildbestände erfassen und die Jagd im Revier organisieren |
| Planung und Gutachten | Wälder vermessen, für die nächsten Jahre planen und ihren Wert oder Schäden begutachten |
| Liegenschaften | Waldflächen kaufen, verkaufen, verpachten und verwalten |
| Öffentlichkeitsarbeit | Presse und Bürger über die Arbeit im Wald informieren |
Was verdient ein Förster?
Als Förster verdienst Du im Mittel 5.300 € brutto im Monat. Einstieg, Gehalt nach Bundesland und mit Berufserfahrung findest Du im Artikel Förster-Gehalt.
Quellen: Statistisches Bundesamt, Verdiensterhebung; Bayerisches Forstministerium (Bekanntmachung vom 24.02.2026); Bundesagentur für Arbeit (BERUFENET Förster/in); Hessen-Forst, Stand September 2026.
Werden Förster gesucht?
Die Berufsaussichten sind gut, denn in den nächsten Jahren gehen viele Forstleute in Rente. Die Bundesagentur für Arbeit erwartet für Forst, Jagd und Landschaftspflege bis 2040 etwa gleich viele Stellen wie heute. Weil dort viele über 55 sind, gehen aber überdurchschnittlich viele in Rente, und Arbeitgeber brauchen länger, um Stellen zu besetzen. Zu tun gibt es genug, denn der Wald muss an das Klima angepasst werden:
Beim Land sind die Stellen allerdings begrenzt. Bayern bietet 100 Ausbildungsplätze im Jahr, übernimmt aber nur einen Teil der Absolventen. NRW plant 15 bis 20 Übernahmen im Jahr, Rheinland-Pfalz 15 Verbeamtungen. Förster stellen auch Gemeinden, private Forstbetriebe, Zusammenschlüsse von Waldbesitzern und Firmen der Holzwirtschaft ein.
Wie geht es nach dem Einstieg weiter?
- EinstiegRevierleitungDu leitest ein Revier im Staats-, Gemeinde- oder Privatwald.
- mit MasterHöherer ForstdienstNach einem forstlichen Master folgt beim Land ein 2-jähriges Referendariat mit der Großen Forstlichen Staatsprüfung. Danach leitest Du zum Beispiel ein Forstamt oder arbeitest in einer Behörde oder Forschungsanstalt.
- im StaatsdienstAufstiegBei entsprechender Eignung kannst Du über ein Aufstiegsverfahren in die nächsthöhere Laufbahn wechseln.
- selbstständigEigenes BüroAls Forstsachverständiger schreibst Du Gutachten, als Forstunternehmer übernimmst Du Arbeiten im Wald für andere.
Passt der Beruf zu Dir?
Was solltest Du mitbringen?
- gern draußen bist, auch bei Regen, Hitze und Kälte
- rechnen kannst und wirtschaftlich denkst, etwa beim Holzverkauf
- gut mit Menschen sprichst und verhandelst, mit Waldbesitzern, Firmen und Bürgern
- Verantwortung für Mitarbeiter und deren Sicherheit übernehmen willst
- kein Problem damit hast, Tiere zu jagen
- nur im Wald und nie am Schreibtisch arbeiten willst
- nicht entscheiden willst, welche Bäume gefällt werden
- für Studium und Vorbereitungsdienst nicht umziehen möchtest
- die Jagd grundsätzlich ablehnst
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