
- Bezahlte Online-Umfragen: Du bestimmst selbst, wann Du mitmachst
- Für die Anmeldung brauchst Du nur Deine E-Mail-Adresse
- Neben Schule, Ausbildung oder Job möglich
Jetzt anmelden ›Kostenlos und unverbindlich
Inhalt12 Abschnitte
- Wie wird man Steuerberater?
- Welches Studium brauchst Du?
- Geht es auch ohne Studium?
- Wie lange dauert es?
- Wie läuft die Steuerberaterprüfung ab?
- Was kostet der Weg zum Steuerberater?
- Was macht ein Steuerberater?
- Was kommt nach der Prüfung?
- Was verdient ein Steuerberater?
- Wie sind die Berufsaussichten?
- Passt der Beruf zu Dir?
- Weiter zum Steuerberater
Steuerberater beraten Unternehmen und Privatleute in allen Steuerfragen, erstellen Steuererklärungen und Jahresabschlüsse und vertreten ihre Mandanten gegenüber Finanzamt und Finanzgericht.
Wie wird man Steuerberater?
Steuerberater wirst Du, wenn Du die staatliche Steuerberaterprüfung bestehst. Zur Prüfung zugelassen wirst Du nach einem Studium und 2 bis 3 Jahren Praxis im Steuerrecht oder nach einer kaufmännischen Ausbildung und 6 bis 8 Jahren Praxis. Eine eigene Ausbildung zum Steuerberater gibt es nicht. Diese vier Wege führen zur Prüfung:

Mit kurzen Umfragen verdienst Du nebenbei etwas dazu. Kostenlos, nur mit Deiner E-Mail-Adresse.
Welches Studium brauchst Du?
Am direktesten führen Studiengänge mit Schwerpunkt Steuern zur Prüfung, zum Beispiel diese:





Das Gesetz verlangt ein wirtschafts- oder rechtswissenschaftliches Studium oder ein anderes Studium mit wirtschaftswissenschaftlicher Fachrichtung. Ein bestimmtes Fach schreibt es nicht vor: BWL, VWL, Jura, Wirtschaftsrecht und Steuerlehre gehen alle. Wie lange Du danach arbeiten musst, hängt von der Regelstudienzeit ab:
| Dein Studium | Praxis bis zur Prüfung |
|---|---|
| Bachelor mit 6 Semestern | mindestens 3 Jahre |
| Bachelor mit 8 Semestern | mindestens 2 Jahre |
| Bachelor und Master | mindestens 2 Jahre (Studienzeiten werden addiert) |
| Diplom oder Staatsexamen (ab 4 Jahre) | mindestens 2 Jahre |
Quelle: § 36 Abs. 1 Steuerberatungsgesetz. Die Praxis zählt ab dem ersten Abschluss und muss mindestens 16 Stunden pro Woche im Steuerrecht umfassen.
Welche Hochschulen Steuern als Schwerpunkt anbieten, ob es dual oder als Fernstudium geht und was Dich im Studium erwartet, zeigt unser Überblick Steuerberater-Studium.
Duales Studium in Kanzlei oder Finanzamt
Im dualen Studium wechselst Du zwischen Hochschule und Praxis. So unterscheiden sich die beiden Wege:
| In der Kanzlei | Beim Finanzamt | |
|---|---|---|
| Abschluss | Bachelor, oft mit Ausbildung zur Steuerfachangestellten | Diplom-Finanzwirt (FH) |
| Dauer | 3,5 bis 4 Jahre | 3 Jahre |
| Geld im Studium | meist eine Vergütung der Kanzlei | rund 1.550 bis 1.650 € im Monat |
| Danach bis zur Prüfung | 2 bis 3 Jahre Praxis | 6 Jahre als Sachbearbeiter |
Quellen: § 36 Steuerberatungsgesetz, Finanzverwaltung NRW und Sachsen (Stand 04/2026), Angaben der Hochschulen.
Vom Finanzamt zum Steuerberater
Die Praxis im Studium zählt nicht für die Prüfung, sie beginnt erst nach dem Abschluss. Als Steuerberater darfst Du nicht im Finanzamt angestellt bleiben, Du wechselst also auf die andere Seite. Mehr zum Studium beim Finanzamt im Artikel über den Finanzwirt.
Geht es auch ohne Studium?
Ja, mit einer kaufmännischen Ausbildung und mehreren Jahren Praxis im Steuerrecht. Der Weg über die Ausbildung dauert länger, denn Du brauchst mehr Praxis. Mit einer Fortbildung wird er kürzer:
- 3 JahreAusbildungAm häufigsten als Steuerfachangestellte, ein anderer kaufmännischer Beruf geht auch.
- danachPraxis im SteuerrechtMindestens 8 Jahre, mit mindestens 16 Stunden pro Woche.
- optionalSteuerfachwirt oder BilanzbuchhalterMit einer dieser Fortbildungsprüfungen reichen 6 Jahre Praxis statt 8.
- dannSteuerberaterprüfungAntrag bei der Kammer bis 30. April, Klausuren im Oktober.
Quelle: § 36 Abs. 2 Steuerberatungsgesetz.
Auch Quereinsteiger mit einem anderen Studium können Steuerberater werden, wenn ihr Fach eine wirtschaftswissenschaftliche Fachrichtung hat. Mit einem fachfremden Studium bleibt heute nur der lange Weg über Ausbildung und Praxis. Das Bundesfinanzministerium will das ändern: Laut Gesetzentwurf vom August 2026 soll künftig jedes Studium reichen. Beschlossen ist das noch nicht. Ein Höchstalter gibt es nicht, auch mit 40 oder 50 kannst Du noch umsteigen.
Wie lange dauert es?
Bis zum Titel brauchst Du meist 7 bis 12 Jahre. Ab dem Studienbeginn bist Du mit einem Bachelor nach 6 bis 7 Jahren zugelassen, über die Ausbildung nach 9 bis 11 Jahren. Dazu kommt rund ein halbes Jahr von den Klausuren im Oktober bis zur mündlichen Prüfung:
| Dein Weg | Vorbildung | Praxis | Zusammen bis zur Prüfung |
|---|---|---|---|
| Bachelor (6 Semester) | 3 Jahre | 3 Jahre | rund 6 Jahre |
| Bachelor (8 Semester) | 4 Jahre | 2 Jahre | rund 6 Jahre |
| Bachelor und Master | 5 Jahre | 2 Jahre | rund 7 Jahre |
| Ausbildung + Steuerfachwirt | 3 Jahre | 6 Jahre | rund 9 Jahre |
| Ausbildung | 3 Jahre | 8 Jahre | rund 11 Jahre |
| Finanzamt | 3 Jahre | 6 Jahre | rund 9 Jahre |
Eigene Rechnung nach § 36 Steuerberatungsgesetz, ohne Vorbereitungskurs und Wartezeit auf den nächsten Prüfungstermin.
Wie läuft die Steuerberaterprüfung ab?
Die Steuerberaterprüfung gilt als eine der schwersten Prüfungen in Deutschland. Sie besteht aus drei Klausuren und einer mündlichen Prüfung. Die Klausuren schreibst Du bundesweit am selben Termin im Oktober, 2026 vom 6. bis 8. Oktober:
- bis 30. AprilAntrag auf Zulassungbei der Steuerberaterkammer Deines Bundeslands, mit Nachweis Deiner Praxis. Die Frist ist eine Ausschlussfrist.
- OktoberDrei Klausuren à 6 Stundenzweimal Steuerrecht, einmal Buchführung und Bilanz. In Sachsen schreibst Du am Laptop, in Hamburg, Hessen und Niedersachsen kannst Du wählen.
- Februar bis AprilMündliche PrüfungKurzvortrag und sechs Prüfungsabschnitte, höchstens 90 Minuten. Zugelassen wirst Du bis zur Note 4,5 in den Klausuren.
- danachBestandenwenn der Schnitt aus Klausuren und mündlicher Prüfung höchstens 4,15 ist. Zweimal darfst Du wiederholen.
Quellen: Schlussmeldungen der Steuerberaterprüfung (Steuerberaterkammer Hessen, Prüfungsstelle NRW).
Geprüft werden unter anderem Abgabenordnung, Einkommen-, Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer, Erbschaftsteuer, Bilanzsteuerrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Betriebs- und Volkswirtschaft und das Berufsrecht. Die meisten bereiten sich deshalb ein bis zwei Jahre mit einem Lehrgang vor, oft neben dem Job.
Gut zu wissen: Das Bundesfinanzministerium plant eine Reform. Laut Entwurf vom August 2026 soll die Grenze von drei Versuchen fallen, schon für die Prüfung 2027. Die übrigen neuen Regeln sollen für Prüfungen ab 2028 gelten, Einzelheiten wie Teilprüfungen folgen später per Verordnung. Beschlossen ist das alles noch nicht.
Was kostet der Weg zum Steuerberater?
Rechne mit rund 4.800 bis 7.700 € für Kurs und Prüfung. Der größte Posten ist meist der Vorbereitungskurs. Pflicht ist er nicht, die meisten buchen trotzdem einen:
| Posten | Kosten | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Antrag und Prüfung | 1.300 bis 1.900 € | je nach Kammer, z. B. Rheinland-Pfalz 1.300 €, Hamburg 1.900 € |
| Vorbereitungskurs | 3.490 bis 5.790 € | Kompaktkurs ab 3.490 €, Lehrgang über 11 bis 15 Monate ab 4.990 €, Kurs-Flatrates bis 9.900 € |
| Bestellung danach | 200 bis 300 € | z. B. Berlin 200 €, Düsseldorf 300 € |
| Kammerbeitrag | 420 bis 576 € im Jahr | z. B. Hamburg 420 €, Berlin 518 €, Hessen 576 € |
Quellen: § 39 Steuerberatungsgesetz und Gebührenordnungen der Steuerberaterkammern; Kurspreise laut Bannas, Endriss und Knoll (Oktober 2026, ohne Mehrwertsteuer, ab-Preise).
Frag Deinen Arbeitgeber, ob er den Kurs mitbezahlt oder Dich dafür freistellt. Aufstiegs-BAföG gibt es für die Fortbildung zum Steuerfachwirt, für die Steuerberaterprüfung nennt keine amtliche Stelle eine Förderung. Hast Du schon eine Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen, kannst Du die Kosten in der Steuererklärung als Werbungskosten angeben.
Was macht ein Steuerberater?
Ein Steuerberater kümmert sich darum, dass seine Mandanten ihre Steuern richtig und so niedrig wie erlaubt zahlen. In allen Steuerfragen helfen dürfen nur Steuerberater, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer. Steuerberater sind dabei ein freier Beruf und kein Gewerbe:
Wo arbeitest Du als Steuerberater?
Zwei von drei Steuerberatern sind selbstständig, mit eigener Kanzlei oder als Partner. Ein Drittel arbeitet angestellt:
| Arbeitgeber | Was Du dort machst |
|---|---|
| Eigene Kanzlei | als Einzelberater mit im Schnitt 4,5 Beschäftigten, Dein eigener Chef |
| Steuerberatungsgesellschaft | als Partner oder angestellt, Mandanten vom Handwerker bis zum Konzern |
| Wirtschaftsprüfungsgesellschaft | Steuerberatung neben der Prüfung, oft für große Unternehmen |
| Unternehmen | in der Steuerabteilung, etwa für Konzernsteuern oder internationale Fragen |
| Lohnsteuerhilfeverein oder Kammer | angestellt, zum Beispiel in der Beratung von Mitgliedern |
Quelle: Bundessteuerberaterkammer, Berufsstatistik 2025: 65,9 % selbstständig, 34,1 % angestellt.
Was kommt nach der Prüfung?
Nach der Prüfung beantragst Du bei der Steuerberaterkammer Deine Bestellung. Erst mit der Urkunde der Kammer darfst Du den geschützten Titel Steuerberater oder Steuerberaterin führen. Danach gilt:
- direkt danachBestellungAntrag bei der Kammer am Ort Deiner Niederlassung, mit Führungszeugnis. Gebühr z. B. 200 € in Berlin.
- ab der BestellungMitglied der KammerJedes Jahr zahlst Du einen Beitrag, z. B. 420 € in Hamburg.
- wenn selbstständigBerufshaftpflichtPflicht, mindestens 250.000 € je Schadensfall. Angestellte sind meist über den Arbeitgeber versichert.
- immerFortbildungDu musst Dich fortbilden, eine feste Stundenzahl schreibt das Gesetz nicht vor.
Quellen: §§ 40, 41, 43, 57 Abs. 2a, 67 Steuerberatungsgesetz, § 52 DVStB, Gebührenordnungen der Kammern Berlin, Düsseldorf, Hamburg.
Welche Spezialisierungen gibt es?
Nach mindestens 3 Jahren als Steuerberater kannst Du einen Fachberater-Titel erwerben. Amtlich gibt es zwei, der Steuerberaterverband DStV vergibt weitere für Beratung neben der Steuer:
| Titel | Was Du dafür brauchst |
|---|---|
| Internationales Steuerrecht | amtlich: Lehrgang ab 120 Stunden, 3 Klausuren, 30 eigene Fälle |
| Zölle und Verbrauchsteuern | amtlich: Lehrgang ab 120 Stunden, 3 Klausuren, 30 eigene Fälle |
| Fachberater (DStV) | vom Verband, z. B. für Unternehmensnachfolge, Gesundheitswesen, Gemeinnützigkeit, Vermögensplanung oder Mediation |
Quellen: Fachberaterordnung der Bundessteuerberaterkammer, Deutscher Steuerberaterverband (DStV).
Viele Steuerberater machen später auch das Wirtschaftsprüfer-Examen: 8.554 sind beides. Die Zeit als Steuerberater zählt dafür bis zu einem Jahr als Praxis. Mehr dazu beim Wirtschaftsprüfer.
Was verdient ein Steuerberater?
Als Steuerberater verdienst Du in Deutschland im Mittel 7.924 € brutto im Monat. Was Du vor der Prüfung, nach Bundesland und selbstständig verdienst, steht im Artikel Steuerberater-Gehalt.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Verdiensterhebung April 2025.
Wie sind die Berufsaussichten?
Die Berufsaussichten für Steuerberater sind sehr gut. Die Bundesagentur für Arbeit führt die Steuerberatung als Engpassberuf. Kanzleien konnten zuletzt nur einen Teil ihrer offenen Stellen besetzen, in Einzelkanzleien rund 40 %:
Viele Steuerberater gehen in den nächsten Jahren in Rente. Die Zahl der Beschäftigten in der Steuerberatung wird laut Bundesagentur bis 2040 sinken. Das Buchen und Kontieren erledigt künftig vor allem Software. Beratung, Gestaltung und Vertretung vor dem Finanzamt bleiben dagegen bei Dir. Wer den Titel hat, findet leicht eine Stelle, in unserer Jobbörse stehen laufend Angebote für Steuerberater.
Passt der Beruf zu Dir?
Der Weg ist lang und die Prüfung schwer. Dafür hast Du danach einen geschützten Titel, ein hohes Gehalt und kannst Dich selbstständig machen. Ob das zu Dir passt, zeigt diese Liste:
Was solltest Du mitbringen?
- gern mit Zahlen und Gesetzen arbeitest
- sehr genau bist, denn Fehler können Deine Mandanten Geld kosten
- Dich jedes Jahr in neue Steuerregeln einarbeiten willst
- komplizierte Dinge einfach erklären kannst
- mit Fristen und Druck umgehen kannst
- langfristig planst und die lange Vorbereitung durchziehst
- Dir eine eigene Kanzlei vorstellen kannst
- schnell in Deinen Beruf einsteigen willst
- Paragrafen und Tabellen langweilig findest
- nicht noch Jahre nach Studium oder Ausbildung lernen willst
- ungern Verantwortung für das Geld anderer trägst
Weiter zum Steuerberater
Ähnliche Berufe
Steuerfachangestellteder Einstieg über die Ausbildung
Wirtschaftsprüferder Nachbarberuf mit eigenem Examen
Finanzwirtder Weg über das FinanzamtPassende Studiengänge
* Individuelle Ergebnisse können je Portal und je nach Deinem Profil variieren. Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn Du auf einen Affiliate-Link klickst, bekommt myStipendium.de von dem betreffenden Anbieter eine Provision. Für Dich verändert sich der Preis bzw. das Angebot nicht. Dein Klick hilft bei der Finanzierung unserer kostenfreien Seite.


