Inhalt10 Abschnitte
- Wo kann ich Jura studieren?
- Was ist Jura – und ist Rechtswissenschaft dasselbe?
- Staatsexamen oder Bachelor of Laws?
- Wie das Jura-Studium abläuft – und wie lange es dauert
- Welche Voraussetzungen brauchst Du?
- Was kannst Du mit Jura werden?
- Was verdienst Du mit Jura?
- Jura und KI: Wie zukunftssicher ist das Fach?
- Das Jura-Studium in Zahlen
- Häufige Fragen zum Jura-Studium
Wo kann ich Jura studieren?
Jura studierst Du in Deutschland fast immer vor Ort, und für Berufe wie Anwältin, Richter oder Staatsanwältin brauchst Du das Staatsexamen. Die Hochschulen, die wir Dir direkt darunter zeigen, bieten Wirtschaftsrecht als Bachelor of Laws an, meist im Fernstudium. Das ist ein eigener Abschluss, der Dir das Staatsexamen aber nicht ersetzt.

- Bachelor of Laws, Fernstudium
- ortsunabhängig, Start jederzeit möglich
- ohne Numerus clausus
Eigene Auswertung der myStipendium-Datenbank, Stand 21.09.2026. Gezählt wird jeder aktive, veröffentlichte Studiengang, dessen Hauptfach Jura ist und dessen Name einen Rechtsbegriff trägt – 75 der 144 heißen im engeren Sinn Jura, Recht oder Rechtswissenschaft. Zertifikatskurse zählen nicht mit; 2 Einträge sind Dubletten.
Falls Du Jura studieren möchtest, ohne dafür umzuziehen, ist die Auswahl leider dünn. Von den 144 Studiengängen in unserer Datenbank laufen nur 6 als Fernstudium und 2 dual. Alle anderen studierst Du in Präsenz an einem der 44 Orte, an denen wir das Fach gefunden haben.
Was ist Jura – und ist Rechtswissenschaft dasselbe?
Vielleicht bist Du bei Deiner Suche über verschiedene Namen gestolpert. Jura ist der Alltagsname für das Fach, das an den Hochschulen Rechtswissenschaft heißt, und beide Namen meinen dasselbe. Offiziell heißt das Studium Rechtswissenschaften, an manchen Hochschulen heißt es Rechtswissenschaft im Singular und an anderen schlicht Jura. Ob eine Hochschule ihr Angebot Rechtswissenschaft-Studium, Rechtswissenschaften-Studium oder Jura-Studium nennt, ändert nichts an Deinem Abschluss. Mit Jus ist ebenfalls dieses Fach gemeint. So heißt es in Österreich, während es bei uns die alte Schreibweise ist. Ein eigenes Jus-Studium gibt es in Deutschland nicht. Ganz gleich, ob Du nach Jura, Rechtswissenschaften oder Jus suchst, Du landest also immer beim selben Fach.
Wenn Du Recht studieren willst, wirst Du vor allem lesen, ordnen und begründen. Dabei fragt Jura zuerst, was gilt, und die Frage, was gerecht wäre, kommt erst danach. Im Studium lernst Du deshalb, wie man einen Fall unter eine Regel sortiert. Das Fach steht dabei auf drei Säulen:
Dazu kommen Methodenlehre und Rechtsgeschichte. Früh betrifft Dich außerdem, dass die Juristenausbildung Ländersache ist. Jedes Bundesland hat ein eigenes Ausbildungsgesetz und ein eigenes Justizprüfungsamt, das das Staatsexamen abnimmt. Deshalb unterscheiden sich Pflichtfächer, Fristen und Prüfungsform von Land zu Land. Verbindlich ist für Dich immer die Ordnung, die an Deiner Hochschule gilt, und es lohnt sich, sie früh anzuschauen.
Staatsexamen oder Bachelor of Laws?
Von den 144 Studiengängen, die wir gefunden haben, führen nur 29 zu einem Bachelor. Bei 63 Studiengängen machst Du einen Master, und die übrigen 52 enden mit einem anderen Abschluss. Zu diesen gehört das Staatsexamen, daneben haben wir in unserer Datenbank noch Magister und Lizentiat gefunden. Welchen Weg Du wählst, ist deshalb vor allem eine Frage Deines Berufsziels.
Die vier Hochschulen im Abschnitt darüber werben für den zweiten Weg und bieten Wirtschaftsrecht als Bachelor of Laws komplett im Fernstudium an. Für viele, die neben dem Beruf einen juristischen Abschluss möchten, ist das der einzige machbare Weg, und am Ende steht ein vollwertiger Hochschulabschluss. In die Robe führt er Dich allerdings nicht. Ist Dein Ziel Anwaltschaft, Gericht oder Staatsanwaltschaft, brauchst Du das Staatsexamen, und dafür brauchst Du einen Studienplatz in Präsenz.
Die 63 Master bauen auf einem ersten Abschluss auf, und ohne ihn kommst Du dort nicht hinein. In unserer Datenbank haben wir den Master of Laws (LL.M.), den Master of Arts und als Spezialfall den Master of Comparative Business Law gefunden. Für den Einstieg ins Fach eignen sie sich deshalb nicht, sie sind eine Ergänzung für später.
Wie das Jura-Studium abläuft – und wie lange es dauert
Wie lange dauert ein Jura-Studium, und wie lange studiert man Jura bis zur Zulassung als Anwalt? Das hängt davon ab, welchen Abschluss Du anstrebst. Für die 29 Bachelor haben wir in unserer Datenbank je nach Hochschule 6, 7, 8 oder 10 Semester Regelstudienzeit gefunden. Beim Staatsexamen legt jedes Bundesland die Regelstudienzeit selbst fest, und danach kommen noch Referendariat und zweites Examen dazu. Eine bundesweit gültige Zahl dafür haben wir nicht, und deshalb nennen wir Dir hier auch keine. Welche Frist für Dich gilt, erfährst Du beim Justizprüfungsamt Deines Landes.
Was lernt man im Jura-Studium, und wie läuft es ab? In fast allen Bundesländern sieht Dein Weg durch das Studium so aus:
Jura-Studium, Dauer und Abschlüsse: eigene Auswertung der myStipendium-Datenbank, Stand 21.09.2026. Ablauf und Prüfungen richten sich nach dem Ausbildungsgesetz Deines Bundeslandes.
Wer Jura studiert, verbringt die meiste Zeit mit Lesen, und das unterschätzen viele am Anfang. Der Stoff ist nicht schwer zu verstehen, aber es ist sehr viel davon. Außerdem wird er in einer einzigen großen Prüfung abgefragt, und Du kannst ihn nicht Modul für Modul einzeln abhaken.
Welche Voraussetzungen brauchst Du?
Für das Jura-Studium mit Staatsexamen brauchst Du in der Regel das Abitur, für einen Bachelor of Laws an einer Fachhochschule reicht häufig die Fachhochschulreife. Was brauche ich, um Jura zu studieren? Formal sind es drei Dinge, nämlich ein Schulabschluss, der Dich zum Studium berechtigt, und eine Bewerbung oder Einschreibung bei der Hochschule. Falls der Studiengang zulassungsbeschränkt ist, brauchst Du außerdem einen Platz im Auswahlverfahren.
Wenn Du Jura studieren willst, begegnen Dir zwei Sorten von Voraussetzungen. Über die formalen entscheidet die Hochschule, über die anderen entscheidest Du selbst. Eine Notenhürde sind die Jura-Voraussetzungen selten, aber das Jura-Studium stellt Anforderungen, die kein Zulassungsbescheid abfragt. Das gilt für den Bachelor genauso wie fürs Jurastudium. Du brauchst Ausdauer, ein gutes Gefühl für Sprache und die Bereitschaft, sehr lange Texte sehr genau zu lesen. Falls Du lieber rechnest oder im Labor oder in der Werkstatt stehst, wirst Du hier wahrscheinlich nicht glücklich.
Was solltest Du mitbringen?
- Fachhochschulreife: reicht häufig für einen Bachelor of Laws an einer Fachhochschule
- Abgeschlossene Berufsausbildung: Viele Hochschulen lassen auch Bewerberinnen damit zu
- Die Regeln macht jedes Bundesland selbst. Welche Voraussetzungen für ein Jurastudium im Einzelnen gelten, steht in der Zulassungsordnung der Hochschule, bei der Du Dich bewirbst
- Deutsch auf hohem Niveau - eine harte Voraussetzung für Jurastudium und Examen
- Geduld mit langen Texten - Du ordnest, argumentierst und schreibst präzise. Dich sollte interessieren, warum eine Regel gilt, und nicht nur, ob sie gerecht ist
- Nerven für Prüfungen - sie entscheiden über Jahre, ein Studium ohne eine große Abschlussprüfung ist Jura nicht
- Latein nur, wenn die Ordnung es verlangt - ob Deine Hochschule Lateinkenntnisse fordert, ist bundesweit nicht einheitlich geregelt

Das Infomaterial ist kostenlos und unverbindlich.
Was kannst Du mit Jura werden?
Viele studieren Jura, weil sie Anwältin werden wollen, und merken im ersten Semester, wie weit dieser Beruf noch weg ist. Was muss man studieren, um Anwalt zu werden? Du studierst dafür Jura mit dem Ziel Staatsexamen. Ein eigenes Rechtsanwalt-Studium gibt es nicht, und auch kein Anwalt-Studium, denn Du studierst das Fach, das Dich zu diesem Beruf führt. Rechtsanwalt wirst Du erst mit der Zulassung nach dem zweiten Examen. Das Studium zum Rechtsanwalt ist also das Studium der Rechtswissenschaften mit erstem Staatsexamen, anschließendem Referendariat und zweitem Staatsexamen. Erst mit dem zweiten Examen bist Du Volljurist und kannst die Anwaltszulassung beantragen. Für Richterinnen und Staatsanwälte gilt dasselbe, und über die Einstellung entscheidet dann das jeweilige Bundesland.
Wenn Du Anwalt werden willst, sind Studium, Voraussetzungen und Prüfungen bundesweit geregelt, und deshalb ist Dein Weg so klar vorgezeichnet und so wenig verhandelbar. Einen eigenen Anwalt-NC gibt es dabei nicht. Über den Zugang zum Beruf entscheidet Dein Examen, und Deine Abiturnote spielt dafür keine Rolle.
Was verdienst Du mit Jura?
Auf der obersten Erfahrungsstufe liegt das Gehalt in den Rechtsberufen bei 7.564 € brutto im Monat. Als Einstiegsgehalt darfst Du diesen Wert deshalb nicht lesen. Die Bundesagentur für Arbeit fasst die Rechtsberufe in der Berufsgruppe 731 zusammen (Rechtsberatung, -sprechung und -ordnung) und unterscheidet darin drei Stufen.
Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Berufsgruppe 731, Deutschland, alle Altersgruppen, beide Geschlechter, alle Branchen, Stand 2024.
Die Stufen beschreiben das Anforderungsniveau der Stelle und sagen über Deinen Abschluss nichts aus. Auf der Fachkraft-Stufe stehen 40.538 Beschäftigte, und dort arbeiten auch Menschen ohne juristisches Studium. Mit 3.472 € liegt diese Stufe weit unter dem Wert, den Du oben in der Kachel siehst. Beim Blick auf die Zahlen ist uns aufgefallen, dass der Sprung auf die Spezialisten-Stufe mit 2.535 € der größte im ganzen Feld ist. Ausgerechnet diese Stufe ist mit 13.383 Beschäftigten aber die kleinste. Die Statistik bildet hier also zwei sehr verschiedene Arbeitswelten in einer Gruppe ab.
Auf der Expertenstufe verdient ein Viertel weniger als 5.674 €. Was das obere Viertel verdient, veröffentlicht die Bundesagentur nicht, weil der Wert über der Beitragsbemessungsgrenze liegt. Wenn Du nach Jura-Studium und Gehalt suchst, stößt Du vor allem auf Zahlen aus Großkanzleien, und die tauchen in dieser Statistik gar nicht auf. Auch die 7.564 € erreichst Du erst nach Jahren auf einer Stelle mit entsprechender Verantwortung und noch nicht im ersten Jahr nach dem Examen.
Jura und KI: Wie zukunftssicher ist das Fach?
Kurze Antwort: Als Anwältin, Richter oder Staatsanwältin stehst Du gut da, weil Vertreten, Anklagen und Entscheiden nicht als ersetzbar gelten - in der Rechtsabteilung von Unternehmen ist dagegen schon mehr als die Hälfte automatisierbar. Wir haben beim Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung nachgesehen, das für jeden Beruf zählt, wie viele Kerntätigkeiten nach dem Stand der Technik von Maschinen erledigt werden könnten. Beim Rechtsanwalt ist es 1 von 3.
Was beim Anwalt ersetzbar ist. Laut IAB ist das nur die juristische Fachterminologie, während Rechtsvertretung und die Rechtswissenschaft selbst als nicht ersetzbar gelten. Wenn Du Richterin oder Staatsanwalt werden möchtest, ergibt sich für Dich derselbe Wert, der seit 2013 unverändert bei 33 % liegt. Die Zahl ist allerdings grob, weil der Futuromat diesen Berufen nur drei Kerntätigkeiten zuordnet. Sie zeigt Dir trotzdem, wo die Grenze verläuft, denn Vertreten, Anklagen und Entscheiden stuft das IAB bei keinem dieser Berufe als ersetzbar ein.
In der Rechtsabteilung sieht es anders aus. Beim Syndikusanwalt, dem Juristen im Unternehmen, sind 7 von 12 Kerntätigkeiten ersetzbar, darunter Zivil-, Handels- und Steuerrecht, Vertrags- und Wirtschaftsrecht sowie die Vertragsgestaltung. Im Jahr 2013 lag der Wert noch bei 0 %, heute sind es 58 %. Beratung, Compliance-Management und das Ausarbeiten von Verträgen gelten weiterhin als nicht ersetzbar. Falls Du später in ein Unternehmen gehen möchtest, betrifft Dich das besonders, denn im Berufsabschnitt oben haben wir diesen Arbeitsmarkt als den größten des Fachs genannt.
Und wie sieht es in der Kanzlei aus? Bei Rechtsanwaltsfachangestellten, einem Ausbildungsberuf, gelten alle 8 Kerntätigkeiten als ersetzbar, von der Fristenüberwachung bis zum Mahnwesen. Je näher Deine eigene Arbeit an Beratung, Vertretung und Entscheidung liegt, desto weniger davon könnte eine Maschine übernehmen. Wenn es für Dich mit dem Bachelor of Laws ins Unternehmen geht, ist Compliance ein Feld mit niedrigem Wert, und der Compliance-Manager liegt bei 25 %. Das IAB betont selbst, dass ein hoher Wert nicht heißt, dass ein Beruf verschwindet, und ein niedriger nicht, dass er bleibt, wie er ist.
Das Jura-Studium in Zahlen
aus Deutschland9.405
aus dem Ausland

Das Infomaterial ist kostenlos und unverbindlich.
Häufige Fragen zum Jura-Studium
Was ist Jura-Studium – und was ist Rechtswissenschaft?
Ist Rechtswissenschaft Jura?
Jura-Studium: Voraussetzungen und Noten – was zählt wirklich?
Reicht das Abitur, um die Voraussetzungen für das Jurastudium zu erfüllen?
Was braucht man, um Jura zu studieren?
Welchen Schnitt braucht man, um Jura zu studieren?
Welchen NC braucht man für Jura?
Wie kann ich Jura studieren, wenn ich kein Abitur habe?
Wie lange dauert ein Jura-Studium – und wie lange muss man studieren, um Anwalt zu werden?
Was braucht man, um Rechtsanwalt zu werden?
Rechtsanwalt: Studium, Voraussetzungen und Zulassung – wie läuft das ab?
Anwalt: Studium, Dauer und Gehalt – lohnt sich das?
Geht Jura als Fernstudium oder dual?
- Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Berufsgruppe 731 (Rechtsberatung, -sprechung und -ordnung), Deutschland, alle Altersgruppen, beide Geschlechter, alle Branchen, Stand 2024.
- Eigene Auswertung der myStipendium-Studiengangsdatenbank, Stand 21.09.2026: 144 Studiengänge an 61 Hochschulen in 44 Städten. Gezählt werden aktive, veröffentlichte Studiengänge mit Jura als Hauptfach und einem Rechtsbegriff im Namen; Zertifikatskurse zählen nicht mit, 2 Einträge sind Dubletten.
- Zulassung, Fristen, Semesterbeiträge und Studiengebühren: Angaben der jeweiligen Hochschule – bitte dort vor der Bewerbung prüfen, sie ändern sich jedes Semester.
- Ablauf von Examen und Referendariat: Juristenausbildungsgesetze und Justizprüfungsämter der Bundesländer.
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