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Prokurist
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Was ist ein Prokurist?

Ein Prokurist ist ein Mitarbeiter, der von seinem Unternehmen eine Vollmacht, die sogenannte Prokura, erhalten hat. Diese Prokura ist eine umfangreiche geschäftliche Vertretungsvollmacht, die es dem Prokurist erlaubt, im Namen der Geschäftsführung selbstständig und rechtskräftig zu handeln. Das wird auch an der Bedeutung der Berufsbezeichnung deutlich. Procurare kommt aus dem Latein und heißt so viel wie Sorge tragen oder Geschäfte führen.

Was macht ein Prokurist?

Im Namen der Geschäftsführung

Selbst eifrige Geschäftsführer mit einer 60-Stunden-Woche kommen arbeitstechnisch irgendwann an ihre Grenzen. Deshalb statten sie einen häufig einen oder mehrere Angestellte mit einer geschäftlichen Vertretungsvollmacht aus. So können sie das Unternehmen geschäftlich vertreten und der Geschäftsleitung Arbeit abnehmen. Das kann aber beispielsweise auch dann der Fall sein, wenn sich der Geschäftsführer krankheitsbedingt teilweise oder temporär aus dem Tagesgeschäft zurückzieht. Die Prokurist-Aufgaben sind umfassend: Die Prokura ermächtigt Dich als Prokurist zu allen Formen von gerichtlichen und außergerichtlichen Geschäften und Rechtshandlungen, die in einem Unternehmen anfallen. Zu den Prokurist-Aufgaben gehört beispielsweise:

  • den gesamten Geschäftsverkehr zu führen
  • Darlehen aufzunehmen
  • Wechsel zu zeichnen
  • Prozesse zu führen
  • Grundstücke zu erwerben, vermieten oder zu verpachten
  • Vergleiche zu schließen
  • Handlungsvollmachten, die allerdings einen geringeren Umfang als eine Prokura haben, an andere Angestellte auszustellen

Handlungsspielraum

Gesetzliche Einschränkungen

Allerdings gibt es auch einige gesetzliche Einschränkungen bezüglich der Prokurist-Aufgaben. So darfst Du etwa keine Bilanzen unterzeichnen, keine Prokura erteilen, keine Handelsregistereintragungen beantragen, keine Eide für die Geschäftsleitung leisten, keine Steuererklärungen für die Geschäftsführung unterzeichnen, keine Insolvenz beantragen und keine Geschäfte führen, die auf eine Einstellung des Unternehmens hinausführen.

Einschränkungen durch das Unternehmen

Neben dem Gesetzgeber kann auch das Unternehmen Deine Vollmacht einschränken. Dies geschieht im sogenannten Innenverhältnis. Das Unternehmen legt in einem Arbeitsvertrag mit Dir Deine Kompetenzen und den Handelsspielraum Deiner Prokurist-Aufgaben fest. Solche Beschränkungen im Innenverhältnis sind im Außenverhältnis jedoch unwirksam. Beispielsweise erlaubt Dir die Vollmacht des Unternehmens, Waren im Wert von bis zu 10.000 Euro einzukaufen. Du kaufst jedoch Waren für 11.000 Euro ein. Das Geschäft ist verbindlich. Der Prokurist ist dann allerdings gegenüber seinem Unternehmen zu Schadenersatz verpflichtet.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Arten der Prokura. So ist etwa eine Filialprokura auf eine einzelne Filiale oder Geschäftsstelle beschränkt. Die Generalprokura bezieht sich auf eine Niederlassung des Unternehmens. Bei der Einzelprokura wird die Vollmacht einem einzelnen Angestellten erteilt. Bei der Gesamtprokura erhalten hingegen zwei oder mehrere Angestellte eine Prokura und sind zum gemeinschaftlichen Handeln berechtigt. Alle Entscheidungen müssen jedoch hierbei gemeinsam getroffen werden.

Wie wird man Prokurist?

Wenn Dich der Job als Prokurist interessiert, dann gibt es dafür keine spezielle Ausbildung. Allerdings solltest Du für den Betrieb relevante Qualifikationen mitbringen. Dazu gehören beispielsweise eine kaufmännische Ausbildung und/oder ein wirtschaftliches Studium. Auch mehrjährige Berufserfahrung, vor allem in leitenden Positionen mit Führungsverantwortung, ist eine gute Qualifikation um Prokurist werden zu können. Ganz wichtig ist darüber hinaus das persönliche Verhältnis zwischen Dir und Deinem Chef. Nur wer das volle Vertrauen des Geschäftsführers genießt, wird für eine solch verantwortungsvolle Aufgabe in Betracht gezogen.

Wo arbeitet ein Prokurist?

Als Prokurist kannst Du in nahezu jeder Unternehmensbranche arbeiten. Hier findest Du einige Beispiele:

  • Handelsunternehmen
  • Bauunternehmen
  • Industrieunternehmen
  • Kommunikationsunternehmen
  • Dienstleistungsunternehmen
  • Logistikunternehmen

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Hier siehst Du einige Beispiele wie Dein Arbeitsalltag aussehen kann:

Wie sieht der Arbeitsplatz aus?

Als Prokurist arbeitest Du häufig im Büro am PC. Zudem hast Du viel Kontakt, sowohl innerhalb des Unternehmens als auch außerhalb, mit anderen Menschen. Am Telefon, in Geschäftsgesprächen und Meetings mit der Geschäftsleitung, anderen Prokuristen und Mitarbeitern.

Was verdient ein Prokurist?

Aufgrund der großen Verantwortung nimmt ein Prokurist eine hohe Bedeutung in einem Unternehmen ein. Das spiegelt sich auch im Gehalt wider. Allgemein gilt: Je größer das Unternehmen und die Berufserfahrung, desto höher ist das Gehalt. Der durchschnittliche Bruttoverdienst im Jahr beträgt rund 80.000 Euro. Allerdings hat auch die Branche einen großen Einfluss auf das Gehalt. So wird beispielsweise mit rund 118.000 Euro am meisten in der Chemie und Verfahrenstechnik gezahlt. Es folgt die Automobilindustrie mit durchschnittlich 116.000 Euro Jahreseinkommen.

Wo finde ich einen Job als Prokurist?

Wie sind die Berufsaussichten für Prokurist?

In nahezu jeder Branche bedarf es Prokuristen. Insbesondere in großen Unternehmen benötigt die Geschäftsführung leitende Angestellte, die ihnen Arbeit und Verantwortung abnehmen. Die Berufsaussichten sind daher sehr gut.

Welche Spezialisierungen gibt es?

Als Prokurist bist Du bereits ein Spezialist, ein leitender Angestellter Deines Unternehmen, der eine besondere Vollmacht erhalten hat und einen großen Verantwortungsbereich hat. Sinnvoll ist es natürlich, wenn Du Dich in Deinem Bereich auskennst. So sind Fortbildungen sowie ein Studium ein adäquates Mittel, um Prokurist zu werden und in diesem Job voranzukommen. Dann steigst Du möglicherweise später sogar in die Geschäftsleitung auf.

Passt der Beruf Prokurist zu mir?

Du interessierst Dich für den Prokurist-Beruf? Dann erfüllst Du am besten diese Voraussetzungen:

Verantwortungsbewusstsein
Deine Entscheidungen haben einen unmittelbaren wirtschaftlichen Einfluss auf Dein Unternehmen. Deshalb solltest Du verantwortungsbewusst sein.
Selbstständigkeit
Du musst eigenverantwortlich Entscheidungen treffen. Das erfordert Selbstständigkeit.
Zuverlässigkeit
Die Geschäftsführung vertraut Dir eine enorme Machtfülle an, damit Du Entscheidungen im Sinne der Unternehmensphilosophie triffst. Zuverlässigkeit ist also gefragt.
Selbstbewusstsein
In Führungspositionen musst Du Entscheidungen, teilweise auch unpopuläre, treffen und zu diesen stehen. Zudem musst Du andere Menschen führen können. Das erfordert Selbstbewusstsein.