Einstiegsgehalt 
3.294
Durchschnittsgehalt 
3.800
Ausbildung 
Bachelor
32
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Logopäde
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Was ist ein Logopäde?

Logopäden helfen Menschen, die unter Sprech-, Sprach- oder Schluckstörungen leiden. Diese Störungen können psychischer oder physischer Natur sein. Auch das Alter der Patienten kann stark variieren: Logopäden arbeiten sowohl mit kleinen Kindern, die aufgrund von Entwicklungsstörungen Sprachprobleme haben, als auch mit älteren Menschen, die zum Beispiel einen Schlaganfall erlitten haben oder an den Sprechorganen operiert worden sind. Grundsätzlich ist die Ausbildung zur Logopädin oder zum Logopäden bundesweit einheitlich geregelt; seit einigen Jahren gibt es auch entsprechende Studiengänge.

Was macht ein Logopäde?

Als Logopäde oder Logopädin hilfst Du Menschen dabei, richtig zu sprechen. Dabei diagnostizierst Du zunächst das entsprechende Problem und seine Ursache und erstellst dann eine individuelle Therapie für Deine jeweiligen Patienten. Die Mittel, mit denen Du arbeitest, sind Atem- und Entspannungsübungen, motorische Techniken und Übungen zum Artikulations- und Sprachverständnis. Häufig wirst Du beispielsweise mit Schlaganfallpatienten oder Menschen, die am Kehlkopf operiert wurden, zu tun haben, da diese oft das Sprechen und Schlucken neu erlernen müssen.

Als Logopäde bist Du nicht nur auf die Arbeit mit älteren Patienten und die Logopädie-Praxis beschränkt. Denn zum einen kannst Du auch mit jüngeren Patienten arbeiten. Gerade im Baby- und Kleinkindalter werden oft Schluck- oder Sprachstörungen festgestellt, die es dann möglichst schnell zu behandeln und beheben gilt. Zum anderen kannst Du nach Deiner Logopädie-Ausbildung auch außerhalb von Praxen oder Kliniken arbeiten, beispielsweise in Sonderschulen. Dort kannst Du unter anderem Kindern mit Migrationshintergrund bei dem Erlernen besonders schwieriger Laute helfen.

Wie wird man Logopäde?

Grundsätzlich ist die Logopädie-Ausbildung in Deutschland bundesweit einheitlich geregelt. Seit einigen Jahren steht Dir jedoch auch die Möglichkeit eines Logopädie-Studiums offen. Wie sich die Wege hin zum Logopädie-Beruf unterscheiden, haben wir Dir deshalb hier zusammengestellt:

Logopädie-Ausbildung:

Diese ist in ganz Deutschland gleich und wird an entsprechenden Berufsfachschulen durchgeführt. Sie dauert drei Jahre und beinhaltet praktische und theoretische Anteile. Danach bist Du offiziell zum Tragen des Berufstitels Logopäde oder Logopädin berechtigt.

Die rechtliche Grundlage der Ausbildung bildet das Gesetz über den Beruf des Logopäden (Logopädengesetz, LogopG) zusammen mit der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Logopäden (LogAPrO). Durchgeführt wird die Ausbildung an staatlich anerkannten Schulen für Logopäden. Sie umfasst 1.740 Stunden theoretischen und praktischen Unterricht sowie 2.100 Stunden praktische Ausbildung. Am Ende steht eine staatliche Prüfung, die aus fünf schriftlichen Aufsichtsarbeiten, fünf mündlichen Fächern und einer praktischen Prüfung am Patienten besteht. Nach bestandener Prüfung erteilt die zuständige Behörde des Landes die Erlaubnis, die Berufsbezeichnung „Logopäde” oder „Logopädin” zu führen. Voraussetzung dafür sind unter anderem das Bestehen der staatlichen Prüfung, Zuverlässigkeit, gesundheitliche Eignung und ausreichende Deutschkenntnisse.

Logopädie-Studium

Seit einigen Jahren ist es auch möglich, die Ausbildung in Logopädie im Rahmen eines Bachelor-Studiums zu erwerben. Diese ist theoretischer und wissenschaftlicher als die Ausbildung an der Berufsfachschule, dauert in der Regel sechs bis acht Semester und endet mit dem Abschluss des Bachelor of Science oder Bachelor of Health.

Studiengangsempfehlungen

Logopädie (B.Sc.)

Standorte:

  • online

Akademische Sprachtherapie (B.Sc.)

Standorte:

  • Idstein
  • Frankfurt am Main

Kombination aus Studium und Ausbildung

Viele Hochschulen bieten Logopädie auch als integrativen Studiengang an, den Du neben Deiner Ausbildung an der Berufsfachschule absolvieren kannst. Dann dauert das Studium in der Regel zwar neun Semester, also viereinhalb Jahre, vermittelt Dir aber das Beste aus beiden Welten und ein besonders fundiertes Fachwissen.

Wo arbeitet ein Logopäde?

Die klassischen Logopädie-Aufgaben sind immer die gleichen: Menschen dabei zu helfen, richtig zu sprechen und zu schlucken. Es gibt jedoch trotz des relativ klaren Logopäde-Berufsbilds eine Reihe verschiedener Arbeitgeber und Orte, an denen Du als Logopäde arbeiten kannst. Einige davon sind:

  • Krankenhäuser und Kliniken
  • Logopädie-Praxen
  • psychologische Praxen
  • Schulen und Sonderschulen
  • Rehabilitationszentren
  • Kindergärten oder Kinderhorte
  • Selbstständigkeit im Rahmen von Workshops und Seminaren zur Sprech- und Stimmbildung
  • Selbstständigkeit mit einem Praxisbetrieb

Wichtig für den Berufsalltag: In Deutschland darf eine logopädische Therapie grundsätzlich nur auf Grundlage einer ärztlichen Heilmittelverordnung durchgeführt werden. Diese wird auf dem bundeseinheitlichen Formular Muster 13 ausgestellt, das auch für Physiotherapie, Ergotherapie und Podologie gilt. Für gesetzlich Versicherte ist eine formal korrekt ausgestellte Verordnung für Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie die Voraussetzung dafür, dass die gesetzliche Krankenkasse die Kosten der Behandlung übernimmt. Seit 2026 läuft die Papierform des Muster 13 parallel zur elektronischen Verordnung.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Nach Deiner Ausbildung in Logopädie erwartet Dich ein Arbeitsalltag, der strukturiert und abwechslungsreich zugleich ist. Strukturiert, weil die einzelnen Schritte bei der Erstellung einer Therapie immer die gleichen sind; und abwechslungsreich, weil trotzdem jeder Patient anders ist und unterschiedliche Probleme und Bedürfnisse hat. So kannst Du Dir Deinen späteren Arbeitsalltag vorstellen, wenn Du Logopäde werden willst:

Wie sieht der Arbeitsplatz aus?

Das Logopäde-Berufsbild ist in der Regel recht einheitlich, sodass es einige klassische Arbeitsplätze gibt, an denen die meisten Logopäden zu finden sind. Diese sind Behandlungs- beziehungsweise Krankenzimmer, Praxisräume und Unterrichtsräume. Viele Logopäden machen allerdings auch Hausbesuche, beispielsweise wenn sie mit älteren Patienten arbeiten, deren Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist. Grundsätzlich wirst Du also nur am Rande mit klassischer Papier- und Schreibtischarbeit zu tun haben, und stattdessen hauptsächlich im direkten Kontakt mit Menschen sein.

Was verdient ein Logopäde?

Obwohl sowohl die Ausbildung zum Logopäden als auch der Logopädie-Beruf an sich recht anspruchsvoll sind, ist die Bezahlung leider nicht die beste. Du kannst als Berufseinsteiger mit einem Einstiegsgehalt von monatlich etwa 3.294 € brutto rechnen. Im weiteren Berufsverlauf liegt das durchschnittliche Bruttomonatsgehalt bei rund 3.800 €. Gerade aber wenn Du ein Logopädie-Studium absolviert hast, qualifizierst Du Dich für leitende Positionen, beispielsweise in Kliniken oder Schulen, und hast dann bessere Gehaltsaussichten. Auch wenn Du Dich als Logopäde mit einer eigenen Praxis oder als Seminarleiter selbstständig machst, kannst Du relativ gut verdienen. Dafür musst Du aber natürlich über ein gewisses Startkapital und gute Kenntnisse der Branche verfügen.

Wo finde ich einen Job als Logopäde?

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Wie sind die Berufsaussichten für Logopäden?

Wie bei vielen Berufen im Gesundheitssektor gilt auch für Logopäden: Die Berufsaussichten auf dem Land sind generell besser als in der Stadt, da dort oft entsprechendes Personal und Praxen fehlen. Wegen der zunehmenden Alterung unserer Gesellschaft hast Du außerdem recht gute Chancen, wenn Du mit älteren Menschen, also beispielsweise Schlaganfall- oder Krebspatienten, arbeitest. Hinzu kommt ein spürbarer Fachkräftemangel in der Logopädie, der unter anderem durch den demografischen Wandel bedingt ist und vielerorts zu monatelangen Wartezeiten für Patienten führt.

Welche Spezialisierungen gibt es?

Im Rahmen Deiner Ausbildung in Logopädie kannst Du Dich in der Regel nicht auf bestimmte Felder spezialisieren. Aber durch die Wahl Deines späteren Arbeitsplatzes ergeben sich einige Besonderheiten:

  • Arbeit mit Kindern: Wenn Du gerne mit Kindern arbeiten willst, kannst Du das in Logopädie-Praxen machen, die darauf spezialisiert sind. Du kannst auch in Kindergärten oder an Schulen tätig werden.
  • Arbeit mit älteren Menschen: Dir liegt eher die Arbeit mit älteren Menschen? Auch darauf kannst Du Dich nach Deiner Logopädie-Ausbildung spezialisieren.
  • Tätigkeiten abseits der Therapie: Du bist Logopäde, hast aber festgestellt, dass Dir die klassische Therapiearbeit mit Patienten eher nicht so liegt? Dann kannst Du auch unterrichten, entweder als Seminar- und Workshopleiter oder als Lehrer an einer Berufsfachschule für Logopädie.

Passt der Beruf Logopäde/Logopädin zu mir?

Du bist nun neugierig geworden und möchtest gerne Logopäde/Logopädin werden, fragst Dich aber, ob es bestimmte Voraussetzungen gibt? Die Antwort ist ja, einige Eigenschaften solltest Du schon mitbringen, wenn Du Dich für die Logopädie-Ausbildung interessierst.

Empathie und Einfühlungsvermögen
Als Logopäde oder Logopädin wirst Du mit Menschen arbeiten, die Probleme haben, sich zu artikulieren. Es ist deshalb wichtig, dass Du einfühlsam bist, um ihre Lage und Probleme bestmöglich verstehen und analysieren zu können.
Geduld
Da Du gerade am Anfang oft Probleme haben wirst, Deine Patienten aufgrund ihrer Störungen gut zu verstehen, musst Du auch sehr geduldig im ersten Gespräch und der anschließenden Therapie sein.
Gutes Sprech- und Sprachvermögen
Es ist natürlich klar, dass zu den Voraussetzungen zählt, dass Deine eigenen Sprech- und Sprachfähigkeiten sehr gut sein sollten. Denn schließlich willst Du anderen Menschen dabei helfen, ihre zu verbessern.
Kontaktfreudigkeit
Da Dein ganzer Arbeitstag daraus besteht, im direkten Kontakt mit verschiedensten Menschen zu arbeiten, solltest Du natürlich auch sehr kontaktfreudig sein und nicht gerade die stille Einsamkeit des Schreibtischs bevorzugen.
Interesse an Biologie und Psychologie
Du wirst im Rahmen Deiner Ausbildung zur Logopädin oder zum Logopäden viel über die Sprechorgane und sowohl mögliche physische als auch psychische Ursachen von Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen lernen. Ein grundsätzliches Interesse an Biologie und Psychologie gehört deshalb auch zu den wichtigsten Voraussetzungen.

Welche Zugangsvoraussetzungen gelten für die Ausbildung?

Neben den persönlichen Eigenschaften gibt es für die dreijährige, schulisch organisierte Logopädie-Ausbildung in Deutschland auch formale Zugangsvoraussetzungen. In der Regel brauchst Du einen mittleren Schulabschluss (Realschulabschluss) beziehungsweise eine abgeschlossene zehnjährige allgemeine Schulbildung. Alternativ genügt ein Hauptschulabschluss in Kombination mit einer abgeschlossenen, mindestens zweijährigen Berufsausbildung. Auch mit Fachhochschulreife oder allgemeiner Hochschulreife bist Du zugelassen.

Zusätzlich wird ein ärztliches Attest zur gesundheitlichen Eignung verlangt, das vor allem die uneingeschränkte Leistungsfähigkeit der Sprech- und Hörorgane bestätigt. Häufig ist außerdem ein phoniatrisches oder audiologisches Gutachten zur Überprüfung der Stimmgesundheit nötig. Dieses Gutachten kann nur ein Phoniater, also ein Facharzt für Phoniatrie und Pädaudiologie, erstellen. Untersucht werden dabei unter anderem der Stimmlippenbefund und teilweise auch das Gehör; die Kosten liegen üblicherweise bei etwa 80 bis 150 €. Manche Schulen verlangen das Gutachten als Teil der Bewerbungsunterlagen, andere führen die entsprechende Untersuchung im Rahmen eigener Eignungstests selbst durch. Die einzelnen Berufsfachschulen können weitere Auswahlkriterien ansetzen, etwa ein Führungszeugnis, ein Mindestalter von 16 Jahren, ein Praktikum im sozialen Bereich sowie gute Noten in Deutsch, Biologie und Musik.

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