Was verdient ein Betriebswirt?
Das durchschnittliche Gehalt von Betriebswirten liegt bei 52.440 € im Jahr, beziehungsweise bei 4.370 € monatlich. Wenn man von einer Durchschnittsarbeitszeit von 38 Stunden in der Woche ausgeht, kommt man dann auf ein Betriebswirt-Gehalt von rund 27 € in der Stunde!
Wie hoch Dein Verdienst als Betriebswirt jedoch ausfällt, hängt besonders davon ab, wo Du den Beruf erlernt hast und in welcher Branche Du tätig bist.
Gehalt nach Abschluss
Wenn Du ein betriebswirtschaftliches Studium beendet hast, kannst Du im Laufe Deines Berufslebens laut Bundesagentur für Arbeit durchschnittlich circa 4.370 bis 7.000 € im Monat verdienen.
Falls Du an einer Fachschule eine kaufmännische Weiterbildung als Betriebswirt absolviert hast, bist Du staatlich geprüfter Betriebswirt. Das Gehalt als staatlich geprüfter Betriebswirt liegt bei etwa 3.200 bis 5.000 € monatlich. Mit diesem Betriebswirt-Gehalt kannst Du auch dann rechnen, wenn Du den Beruf durch eine sogenannte „Doppelt qualifizierende Ausbildung” erlernt hast.
Mit einem Studienabschluss erhältst Du also ein um circa 50 % höheres Betriebswirt-Gehalt, als mit einer „Doppelt qualifizierten Ausbildung”, oder als mit einer abgeschlossenen Betriebswirt-Weiterbildung!
Die verschiedenen Betriebswirt-Abschlüsse im Überblick
Zwar ist „Betriebswirt” allein keine geschützte Bezeichnung, doch beim „Diplom-Betriebswirt (FH)” sieht es anders aus: Dabei handelt es sich um einen an einer Fachhochschule erworbenen akademischen Diplom-Abschluss, der tarifrechtlich einem Bachelorabschluss entspricht. Typische Einsatzfelder liegen etwa in Rechnungswesen, Controlling, Revision und Finanzbuchhaltung.
Bei den nicht-akademischen Abschlüssen solltest Du trotz der ähnlich klingenden Titel genau hinschauen: Der „Staatlich geprüfte Betriebswirt” liegt auf DQR-Niveau 6 und damit auf Bachelor-Niveau. Der „Geprüfte Betriebswirt (IHK)” dagegen ist auf DQR-Niveau 7 eingestuft und damit dem Anforderungsniveau eines akademischen Master-Abschlusses gleichwertig. Diese Gleichwertigkeit betrifft aber nur das Anforderungsniveau: Der Betriebswirt (IHK) ist ein Abschluss der höheren Berufsbildung und ausdrücklich kein akademischer Hochschulabschluss. Der offizielle Zusatztitel lautet „Master Professional in Business Management (CCI)”.
Um zum Geprüften Betriebswirt (IHK) zugelassen zu werden, brauchst Du zuvor einen Fachwirt- oder Meisterabschluss sowie mindestens ein Jahr Berufspraxis. Ein Abitur oder eine Hochschulzugangsberechtigung ist nicht nötig, ein Studium ebenfalls nicht. Damit gilt der Geprüfte Betriebswirt (IHK) als höchster nicht-akademischer Abschluss im betriebswirtschaftlichen Bereich in Deutschland. Die IHK bietet eine bundesweit einheitliche Prüfung an, die Vorbereitung ist auch per Fernstudium möglich.
Wie hoch ist das Einstiegsgehalt eines Betriebswirtes?
Je nachdem, in welchem betriebswirtschaftlichen Bereich Du arbeitest, variiert Dein Einstiegsgehalt als Betriebswirt stark. Im Durchschnitt liegt das Einstiegsgehalt bei rund 3.781 € brutto im Monat. Gemäß Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegen die Einstiegsgehälter für Betriebswirte in Agrarbetrieben, Callcentern und Catering- bzw. Verpflegungsbetrieben weit unter 3.000 €. Spitzen-Einstiegsgehälter mit weit über 4.000 € gibt es in Banken.
Grundsätzlich spielt es laut einer Erhebung von IG Metall nur zu Beginn Deiner Karriere eine Rolle, was für einen Studienabschluss Du hast. Außerdem spielt es laut der Erhebung von IG Metall auch eine Rolle, ob Du Deinen Abschluss an einer Fachhochschule, oder an einer Universität erlangt hast. Mit einem Universitätsabschluss bekommst Du zu Beginn Deiner Karriere ein höheres Betriebswirt-Gehalt, als mit einem Fachhochschulabschluss. Im Verlauf Deiner Karriere verschwindet dieser Unterschied jedoch.
Welche Faktoren beeinflussen das Betriebswirt Gehalt?
Was Du für ein Betriebswirt-Gehalt bekommst, hängt aber nicht nur von der Art Deiner Ausbildung ab. Auch andere Faktoren wie Dein Geschlecht, Deine Arbeitserfahrung in dem Beruf, sowie vor allem auch die Größe des Unternehmens, sowie auch Deine Position in diesem, haben Einfluss auf Dein Gehalt als Betriebswirt. Wenn Du beispielsweise Verantwortung für andere Mitarbeiter hast, verdienst Du als Betriebswirt ein höheres Gehalt im Vergleich zu einer Position ohne Verantwortung für andere Mitarbeiter.
Auch die Branche, in dem das Unternehmen in welchem Du arbeitest tätig ist, spielt eine wichtige Rolle für Dein Betriebswirt-Gehalt. Ein studierter Betriebswirt verdiente laut dem Stepstone Gehaltsreport in 2018 am meisten in der Pharmaindustrie: Dort beliefen sich die durchschnittlichen Gehälter für Betriebswirte auf 6.193 € im Monat! In Banken, bei Fahrzeugbauunternehmen und Fahrzeugbauzulieferern und in der Branche für Elektrotechnik, Feinmechanik und Optik verdienten studierte Betriebswirte schon in 2018 durchschnittlich rund 6.000 €.
Ebenso einen Einfluss auf Dein durchschnittliches Gehalt als Betriebswirt hat der konkrete betriebswirtschaftliche Beruf, den Du ausübst (Angaben pro Monat, gem. BfA):
Key Account Manager:
6.510 €
Marketing Manager:
5.799 €
Das sind jedoch nicht die Einstiegsgehälter, sondern das, was Du nach einigen Jahren an Erfahrung verdienen kannst! Außerdem gelten diese Gehälter ausschließlich für studierte Betriebswirte.
Gehalt nach Bundesland
Ein weiterer Aspekt, der Dein BWL-Gehalt beeinflusst, ist das Bundesland, in dem Du angestellt bist. Laut der Bundesagentur für Arbeit gibt es hier große Unterschiede: In Sachsen-Anhalt bekommst Du im Durchschnitt ein deutlich niedrigeres BWL-Gehalt als in Baden-Württemberg! Generell ist es auffällig, dass Du in jedem Bundesland im Osten Deutschlands weniger verdienst, als in den restlichen Bundesländern.
Am besten verdienst Du in den südlichen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg, aber auch in Hamburg und Bremen, sowie in Hessen und Nordrhein-Westfalen.
Im Gegensatz dazu kannst Du in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt sowie in Thüringen im Durchschnitt mit einem geringeren Gehalt rechnen. Laut der Hans Böckler Stiftung liegen die Kosten zur Lebenserhaltung in Ostdeutschland jedoch auch sechs Prozent unter denen in Westdeutschland.
Gehalt nach Unternehmensgröße
Hier gilt normalerweise die Faustregel: Je größer das Unternehmen, desto höher das Gehalt. Für Betriebswirte ist diese Regel jedoch nicht anwendbar. In kleinen Unternehmen verdienst Du circa 12 % mehr, als in einem mittleren Unternehmen, und sechs Prozent mehr, als in einem großen Unternehmen! Am schlechtesten schneidet hier das Gehalt in BWL von mittelgroßen Unternehmen ab.
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Kleine Unternehmen |
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€4.343 |
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Mittlere Unternehmen |
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€4.243 |
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Große Unternehmen |
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€4.484 |
Gehalt nach Geschlecht
Im Geschäftsfeld Absatz/Marketing verdienen gem. BfA männliche Betriebswirte durchschnittlich ganze 35 % mehr als weibliche Betriebswirte. Laut dem Statistischen Bundesamt liegt der Gehaltsunterschied zwischen den Geschlechtern bei vergleichbarer Tätigkeit und selber Qualifikation in allen Berufen zusammengerechnet bei sechs Prozent weniger Gehalt für Frauen. Somit liegt die Gehaltsdifferenz in dem Beruf Betriebswirt weit über dem Durchschnitt. Als Frau musst Du also mit ganzen 1.462 € weniger Betriebswirt-Gehalt im Monat leben, als Dein männlicher Kollege.
Im Schnitt verdienen Frauen 4.204 € pro Monat und Männer 5.666 € pro Monat. Damit verdienen Männer durchschnittlich 35 % mehr als Frauen
Gehalt nach Berufserfahrung
Auch Deine Berufserfahrung beeinflusst, wie viel Gehalt Du bekommst. Besonders schnell verändert sich Dein Verdienst in den ersten Jahren im Beruf: Um etwa 17 % mehr verdienst Du nach etwa fünf Jahren im Vergleich zu Deinem Einstiegsgehalt.
Nach weiteren zwei bis drei Jahren, also insgesamt dann nach circa sieben bis acht Jahren im Beruf verdienst Du im Vergleich zu den ersten fünf Jahren noch einmal circa neun Prozent mehr. Nach zehn Jahren Berufserfahrung verdienst Du im Vergleich mit Deinem Einstiegsgehalt durchschnittlich 34 % mehr!
Danach steigt Dein Betriebswirt-Gehalt dann etwas langsamer an. Nach 20 Jahren im Job erhältst Du im Vergleich zu Deinem Gehalt nach zehn Jahren im Job, nur gut acht Prozent mehr.
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