Was ist ein Astrophysiker?
Ein Astrophysiker ist ein Wissenschaftler, der auf dem Gebiet der Astrophysik tätig ist. Die Astrophysik ist ein naturwissenschaftliches Gebiet, das sich mit den physikalischen Grundlagen der Erforschung von Himmelserscheinungen auseinandersetzt. Sie ist ein Teilgebiet der Astronomie, macht als Erweiterung zur klassischen Astronomie, die hauptsächlich aus Astrometrie und Himmelsmechanik besteht, große Bereiche der astronomischen Forschung aus. Man unterscheidet zwischen theoretischen Astrophysikern, die anhand von Modellen Himmelserscheinungen vorauszusagen oder nachzubilden versuchen, beobachtenden Astrophysikern, die mit elektromagnetischer Strahlung und Radiowellen arbeiten, und Laborastrophysikern, die, wie der Name bereits verrät, in Laboren tätig sind und sich dort beispielsweise mit der Entstehung von Planeten befassen.
Was macht ein Astrophysiker?
Astrophysiker beschäftigen sich unter anderem mit Galaxien, schwarzen Löchern und kollabierten Sonnen. Sie konzentrieren sich dabei ausschließlich auf Himmelskörper wie Sterne und Supernovae. Die Erforschung unseres Planeten Erde hingegen ist kein Thema für Astrophysiker. Das große weite Weltall ist ihr Fachgebiet, das sie nach bekannten und unbekannten Phänomenen erforschen. Ihre Arbeit geht häufig über die Vorstellungskraft eines Durchschnittsbürgers hinaus – und genau das macht den Beruf des Astrophysikers so spannend! Was Du in diesem Job allerdings nicht finden wirst, sind Verschwörungstheorien über die Sichtung von unbekannten Flugobjekten und Geschichten über die Entführung von Erden-Bürgern durch außerirdische Lebensformen. Die Astrophysik ist ein wissenschaftlich anerkanntes Gebiet, das mit dem, was Du aus Filmen wie „Per Anhalter durch die Galaxis” oder „Star Wars” kennst, rein gar nichts zu tun hat.
Wie wird man Astrophysiker?
Um als Astrophysiker arbeiten zu können, musst Du ein Universitätsstudium absolvieren. Wir zeigen Dir Schritt für Schritt, wie Du Deinem Traumberuf näherkommen kannst.
Bachelor-Studium
Da der Studiengang Astrophysik nur als Master angeboten wird, musst Du zunächst ein Bachelor-Studium in den Fächern Physik oder Mathematik absolvieren. Da diese nur an Universitäten angeboten werden, ist ein Abitur erforderlich. Welche Unis genau den Studiengang Physik anbieten, kannst Du mit unserer Studiengangsuche in Erfahrung bringen. An einigen Standorten kannst Du bereits während des Bachelor-Studiums Deinen Schwerpunkt auf Astrophysik setzen.
Master-Studium
Auf das Bachelor-Studium folgt der Master im Fach Astrophysik. Zugangsvoraussetzungen sind gute Noten im Bachelor, denn an vielen Hochschulen unterliegt das Astrophysik-Studium einem Numerus Clausus, sowie ausreichende Englischkenntnisse. Der Unterricht wird zu großen Teilen auf Englisch abgehalten, an einigen Universitäten wird sogar ausschließlich in englischer Sprache unterrichtet. Mit erfolgreichem Master-Abschluss kannst Du Dich dann auf Jobs als Astrophysiker bewerben oder noch ein paar weitere Jahre an der Uni bleiben, um zu promovieren.
Wie hoch die geforderten Englischkenntnisse sind, ist allerdings nicht pauschal festgelegt, sondern hängt von der jeweiligen Hochschule ab. Während manche Programme ein Niveau von C1 verlangen, reicht an der Universität Potsdam für den Master Astrophysics ein Niveau von B2. An der Universität Potsdam solltest Du außerdem einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss (etwa einen Bachelor) in einem relevanten Fach wie Physik mitbringen, mindestens 60 Leistungspunkte aus den Bereichen Physik und Mathematik sowie erste Kenntnisse im Bereich der Astrophysik im Umfang von mindestens 6 Leistungspunkten nachweisen. Es lohnt sich also, die konkreten Anforderungen Deiner Wunsch-Hochschule frühzeitig zu prüfen.
Studienfinanzierung und Stipendien
Ein Astrophysik-Studium lässt sich auf verschiedenen Wegen finanzieren. Neben BAföG und Nebenjobs kommen auch Stipendien infrage. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) konzentriert seine Hauptprogramme allerdings auf die Master- und Promotionsebene; eine vollständige Bachelorfinanzierung durch den DAAD ist selten. Für Bachelorstudierende beschränkt sich die Förderung im Wesentlichen auf Programme wie RISE (Sommerpraktika) und Hochschulsommerkurse. Für eine reguläre Bachelor-Förderung wird auf hochschulspezifische Stipendien und das Deutschlandstipendium verwiesen.
Ein Beispiel für ein DAAD-Programm ist STIBET, das Stipendien- und Betreuungsprogramm für internationale Studierende und Doktoranden. Dabei handelt es sich um ein Teilstipendium in Höhe von mindestens 300 € monatlich, das für eine Dauer von mindestens einem Monat bis maximal sechs Monaten vergeben wird. Die Vergabe erfolgt über ein Auswahlverfahren durch eine Auswahlkommission auf Grundlage der Bewerbungsunterlagen. Neben dem DAAD gibt es weitere Stiftungen und Stipendien zur Studienfinanzierung in Deutschland. Für viele sind fortgeschrittene Deutschkenntnisse erforderlich, es gibt aber auch Optionen mit Bewerbung auf Englisch ohne Deutschkenntnisse.
Wo arbeitet ein Astrophysiker?
Die meisten Astrophysiker arbeiten nach ihrem Abschluss im Bereich der Bildung und Forschung, doch auch im Dienstleistungs- und Internetbereich finden sich Stellen.
Nach dem Studium der Astrophysik findest Du beispielsweise in folgenden Bereichen eine Anstellung:
- Sternwarten
- Universitäten
- Forschungseinrichtungen
- Unternehmen für Maschinen- und Gerätebau
- Unternehmen für Mikroelektronik/Hightech
- Unternehmen für Energietechnik
- Unternehmen für Softwareentwicklung
- Wissenschaftsjournalismus
Wenn Du Dein Studium bereits erfolgreich abgeschlossen hast und nun auf Jobsuche bist, nutze gerne unsere Online-Jobsuche. Dort findest Du viele spannende Stellenangebote, die auf den Beruf des Astrophysikers zugeschnitten sind.
Wie sieht der Arbeitsplatz aus?
Es interessiert Dich sicher brennend, wie der Arbeitsalltag eines Astrophysikers aussieht. Zwar hängt das natürlich teilweise davon ab, ob Du in der Forschung, in einem großen Wirtschaftsunternehmen oder als Wissenschaftsjournalist mit dem Fachbereich Astrophysik tätig wirst, doch im grundsätzlichen Ablauf der Arbeit gibt es in allen Berufszweigen Überschneidungen. Ein Tag im Leben eines Astrophysikers könnte zum Beispiel so aussehen:
Wo finde ich einen Job als Astrophysiker?
Was verdient ein Astrophysiker?
Natürlich ist Dein Einstiegsgehalt davon abhängig, wo und mit welchem Abschluss Du in den Beruf als Astrophysiker einsteigst. Generell lässt sich sagen, dass man in der Forschung an Instituten und an Universitäten etwas weniger verdient, als wenn man in der Wirtschaft tätig wird. Als promovierter Astrophysiker kannst Du beispielsweise vom ersten Tag an mit über 5.100 € monatlich rechnen. Im Median liegt das Bruttomonatsgehalt von Astrophysikern bei etwa 4.340 €, während Berufseinsteiger im Schnitt bei rund 3.605 € pro Monat starten. Mit wachsender Berufserfahrung steigt natürlich auch Dein Gehalt.
Wie sind die Berufsaussichten für Astrophysiker?
Wenn Du Astrophysiker werden möchtest, fragst Du Dich natürlich auch, wie schnell Du eine Anstellung finden kannst und wie sicher dieser Job ist – nicht nur jetzt, sondern auch in der Zukunft. Generell lässt sich sagen, dass der Beruf mit einer hohen Jobsicherheit daherkommt. Besonders in der Industrie sind durch den sich ständig weiterentwickelnden technischen Fortschritt Menschen mit spezifischem Fachwissen im Bereich Physik gefragt. Auch die Forschung ist immer wieder auf der Suche nach talentiertem Nachwuchs, der uns neue Erkenntnisse über Vorgänge im Weltall liefert, während Fachmagazine sich vor allem für Astrophysiker mit Schreibtalent interessieren, die tolle Journalisten sein können. Die Entfaltungsmöglichkeiten innerhalb der Branche sind so vielfältig, dass auch für Dich ein Beruf darunter sein wird, in dem Du Dein volles Potenzial entfalten kannst.
Welche Spezialisierungen gibt es?
Ganz grundsätzlich unterscheidet man im Beruf des Astrophysikers zwischen den Beobachtern und den Theoretikern, wobei die meisten Astrophysiker beide Tätigkeiten nacheinander ausüben und zunächst mit Beobachtungen beginnen. Dabei suchen sie nach astronomischen Erscheinungen, messen Strahlungen und dokumentieren ihre Ergebnisse sorgfältig und den wissenschaftlichen Richtlinien entsprechend, indem sie sie in Fotos, Lichtkurven, Diagrammen, Spektren oder Falschfarbbildern festhalten und anschaulich machen. Theoretiker beginnen ihre Arbeit mit einer präzisen Fragestellung und stellen dazu eine Hypothese auf, die anschließend getestet wird. Diese Arbeit verläuft hauptsächlich am Schreibtisch, wo die theoretischen Astrophysiker sich mit komplexen Rechnungen und Gleichungen beschäftigen, die zur Problemlösung herangezogen werden können. Danach erfolgt das Sammeln von Daten, die im besten Fall mit ihren theoretischen Überlegungen übereinstimmen. Weichen die Daten von den Theorien ab, müssen neue Thesen aufgestellt und überprüft werden. Ein weiteres Fachgebiet, in das man vordringen kann, ist das der Luft- und Raumfahrt. Dort kümmern sich Astrophysiker um die Entwicklung und Anwendung von Maschinen, Geräten und Software, die für die Luft- und Raumfahrt notwendig sind. Astronauten werden Astrophysiker mit dieser Spezialisierung allerdings nicht.
Passt der Beruf des Astrophysikers zu mir?
Du begeisterst Dich für schwarze Löcher, die unendliche Galaxie, Sonnen, Sterne und Supernovae und möchtest deshalb unbedingt Astrophysiker werden? Dann solltest Du die folgenden Voraussetzungen mitbringen, um in diesem anspruchsvollen, aber mindestens genauso abwechslungsreichen Job erfolgreich sein zu können: