Anzahl Stipendienprogramme
10
Auslandsstipendien
Nein
Zielgruppen
Ausbildung, Bachelor, Master, Promotion, Staatsexamen, Magister, Diplom

Cusanuswerk : Alle Informationen im Überblick

Das Cusanuswerk ist das Studienwerk der Katholischen Kirche und gehört zu den 13 großen Begabtenförderungswerken in Deutschland. Knapp 2.100 Studenten und gut 300 Doktoranden werden vom Cusanuswerk gefördert. Jedes Jahr werden ca. 450 neue Stipendiaten aufgenommen.

Die Stipendien

Die Stipendien bestehen aus einer monatlichen Förderung von max. 1.155 € für Studenten und 1.750 € plus 100 € Forschungskostenpauschale für Promovierende. Im Gegenzug für die finanzielle und ideelle Unterstützung verpflichten sich die Stipendiaten zu einem jährlichen Bericht und der Teilnahme an Ferienakademien (Studenten) bzw. Graduiertentagungen (Promovierende). Voraussetzungen für eine Zusage sind:

  • herausragende fachliche Leistungen
  • soziales oder kirchliches Engagement
  • die Mitgliedschaft in der Katholischen Kirche (Angehörige orthodoxer oder altorientalischer Kirchen nach Einzelfallprüfung)
  • noch mindestens fünf Semester Regelstudienzeit (Bachelor und anschließender Master) bzw. drei Semester im Master
  • ein Vollzeitstudium in Deutschland, einem EU-Land oder der Schweiz

Das Bewerbungsverfahren ist in fünf Programmlinien unterteilt:

Wer vor der Promotion erst eine Kursphase absolvieren muss, etwa ein Vorbereitungsjahr als Forschungsstudent oder einen vorgeschalteten Master in einem Graduiertenprogramm, bewirbt sich für das Stipendium für ein forschungsorientiertes Aufbaustudium: 1.650 € im Monat für höchstens zwei Jahre, unabhängig vom Einkommen der Eltern.

Die Stipendien für Musik- und Kunststudenten beinhalten eine fachspezifische Förderung, z.B. Zuschüsse beim Kauf von Musikinstrumenten oder Unterstützung bei der Organisation einer Ausstellung. Zum Ende des Studiums können sich Stipendiaten der Künstlerförderung um das Georg-Meistermann-Stipendium für Graduierte bewerben: 1.650 € im Monat für zwei Jahre plus 8.000 € für eine Einzelausstellung mit Katalog. Herausragende Musiker aus der Musikförderung mit mindestens einem Bachelor-Abschluss können den Maria-Ladenburger-Förderpreis für Musik gewinnen, den das Cusanuswerk alle zwei Jahre vergibt: 2.000 € Preisgeld und ein Preisträgerkonzert. Das Cusanuswerk ermutigt außerdem alle seine Stipendiaten zu Auslands-Semestern, -Praktika oder -Forschungsaufenthalten und vergibt dafür Zuschüsse.

Das ideelle Programm des Cusanuswerks unterteilt sich in einen Geistlichen und einen Bildungs-Bereich. Pro Jahr können die Stipendiaten aus insgesamt über 100 Veranstaltungen wählen. Dazu gehören z.B. eine Weinlese in Südtirol, Pilgerreisen nach Rom, Palästina und Israel, das „Kloster auf Zeit“ für Frauen oder Schweigeexerzitien. Aber auch ein Einführungswochenende, Ferienakademien und ein Theologischer Grundkurs werden angeboten. Die Stipendiaten werden während ihres Studiums von 64 Vertrauensdozenten betreut, die in fachlichen und persönlichen Angelegenheiten als Ansprechpartner fungieren.

Der Hauptsitz des Studienwerks sowie das Cusanushaus befinden sich in Bonn. Dort können Stipendiaten an „ora et labora-Wochen“ teilnehmen oder spontan bis zu vier Wochen lang an Studienprojekten arbeiten. Das Angebot umfasst die Unterkunft, Verpflegung sowie Arbeitsräume und wird durch ein geistliches Rahmenprogramm ergänzt.

Ein Sonderprogramm für Stipendiaten und Ehemalige widmet sich künftigen Führungskräften in helfenden Berufen wie Pflege, Medizin, Sozialarbeit oder Lehramt. Es verbindet Bildungsveranstaltungen und geistliche Angebote mit einem zwölfmonatigen Mentoring, in dem eine Führungskraft aus dem passenden Berufsfeld die Teilnehmer begleitet. Das Europakolleg richtet sich an Graduierte und Promovierende, die sich mit Europa und seinen christlichen Grundlagen beschäftigen wollen.

Im Pilotprojekt BAFF vergibt das Cusanuswerk außerdem ein Stipendium für Auszubildende mit 300 € im Monat und ideeller Förderung.

Gründung und weitere Informationen

Das Bischöfliche Studienwerk Cusanuswerk wurde 1956 gegründet, nimmt aber erst seit 1966 auch Frauen als Stipendiaten auf. Seit seinem Bestehen wurden rund 12.000 Personen gefördert. Benannt ist das Cusanuswerk nach dem Theologen und Universalgelehrten Nikolaus von Kues aus dem 15. Jahrhundert. Die dazugehörige Stiftung wurde 2002 ins Leben gerufen und ist neben der Finanzierung des Studienwerks auch für die Vergabe des Cusanus-Preises zuständig. Dem Cusanuswerk sind außerdem mehrere Stiftungsfonds angeschlossen, die jeweils eigene Förder-Schwerpunkte setzen, z.B. durch die Förderung von Musikstudenten, Bereitstellung von Veranstaltungsräumen oder Finanzierung einer Nothilfe nach dem Ablauf des Stipendiums.

Zu den Alumni des Cusanuswerks gehören z.B. Norbert Lammert (ehem. Bundestagspräsident), Oskar Lafontaine (Die LINKE) sowie mehrere ehemalige Richter des Bundesverfassungsgerichts. Seit 2017 gibt es ein eigenes Netzwerk-Portal für aktuelle und ehemalige Stipendiaten. Die „Altcusaner“ haben außerdem ein Vorschlagsrecht für neue Stipendiaten.

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