Mit dem Programm „Promotionen in Deutschland“ fördert der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) internationale Nachwuchswissenschaftler, die an einer deutschen Hochschule oder Forschungseinrichtung promovieren wollen. Du bekommst 1.400 € monatlich, eine jährliche Forschungsbeihilfe von 460 € sowie eine Kranken-, Unfall- und Privathaftpflichtversicherung. Eine Reisekostenpauschale gibt es auf Antrag. Nach dem Förderbeginn kannst Du weitere Zuschüsse beantragen, etwa eine monatliche Mietbeihilfe, Zuschläge für mitreisende Familienangehörige oder einen Zuschuss bei Behinderung oder chronischer Erkrankung.
Die Förderung beginnt 2027 und läuft maximal 4 Jahre. Der DAAD sagt Dir zunächst bis zu drei Jahre zu und begutachtet Deine Leistungen jährlich. Für das vierte Jahr kannst Du eine Verlängerung beantragen. Das Programm wird aus Mitteln des Auswärtigen Amts finanziert.
Du kannst ein individuelles Promotionsvorhaben mit einem Doktorvater oder einer Doktormutter durchführen oder an einem strukturierten Doktorandenprogramm teilnehmen. Forschungsphasen im Ausland sind möglich, wenn sie für die Promotion nötig sind und höchstens ein Viertel der gesamten Förderdauer ausmachen. In Ausnahmefällen kannst Du Dich auch mit einem Bachelorabschluss bewerben.
Vor dem Start Deines Vorhabens absolvierst Du einen zwei- bis viermonatigen Sprachkurs in Deutschland. Der DAAD bezahlt einen Online-Sprachkurs, bezuschusst einen selbst gewählten Deutschkurs während der Förderung und erstattet die Prüfungsgebühr für TestDaF oder DSH. In den Natur- und Ingenieurwissenschaften kann der Deutschnachweis entfallen, wenn am Gastinstitut Englisch gesprochen wird.
Du bewirbst Dich selbst über das Online-Portal des DAAD. Die Bewerbungsphase beginnt jedes Jahr Anfang Juni, die Termine werden im zweiten Quartal aktualisiert. Zusätzlich schickst Du einen Ausdruck der Bewerbungszusammenfassung per Post an die für Dich zuständige DAAD-Außenstelle in Deinem Herkunftsland. Dokumente in Deiner Landessprache legst Du mit einer deutschen oder englischen Übersetzung bei.
Eine unabhängige Kommission aus Fachwissenschaftlern bewertet Deine Qualifikation, die Qualität Deines Forschungsvorhabens und Dein Potenzial. Sie berücksichtigt auch Aspekte der Chancengerechtigkeit. Wenn Du alle formalen Voraussetzungen erfüllst und Dich mit allen Unterlagen beworben hast, stellst Du Dich Anfang Februar persönlich der Auswahlkommission vor. Für Bewerber aus Indien, Bangladesch, Nepal und Sri Lanka findet dieses Gespräch in Neu-Delhi statt. Die Kommission trifft die endgültige Auswahl voraussichtlich im Februar.
Falls Du neben diesem DAAD-Programm weitere Fördermöglichkeiten suchst, wirst Du in unserem Überblick Promotionsstipendien fündig.
Unser Tipp: Nutze Muster und Formulierungsbaukasten, um Dich von anderen Bewerbern abzuheben.