Was ist ein Müllwerker?
Die Bezeichnung Müllmann wird hauptsächlich umgangssprachlich verwendet. Ab 1984 war die offizielle Berufsbezeichnung Ver- und Entsorger, seit 2002 lautete sie Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft und seit dem 1. August 2024 heißt der Beruf offiziell Umwelttechnologe/-technologin für Kreislauf- und Abfallwirtschaft. Umgangssprachlich ist weiterhin von Müllmann oder Müllwerker die Rede. Die Aufgabe ist es sicherzustellen, dass Abfälle fachgerecht gesammelt und sortiert werden.
Was macht ein Müllwerker?
Als Müllmann oder Umwelttechnologe für Kreislauf- und Abfallwirtschaft sammelst Du den sortierten Abfall ein und bringst ihn auf die Mülldeponie. Ob Glas, Papier, Bio, Plastik oder Restmüll – Du kümmerst Dich um die fachgerechte Abfuhr. Du sammelst und sortierst Müll danach, ob er wiederverwertet oder entsorgt werden soll.
Wie wird man Müllwerker?
Die duale Ausbildung dauert 3 Jahre (verkürzbar auf 2,5 Jahre) und Du benötigst keinen Schulabschluss, aber meist werden Bewerber mit mittlerem Bildungsabschluss bevorzugt. Du kannst zwischen drei Schwerpunkten wählen: „Logistik, Sammlung und Vertrieb”, „Abfallverwertung und -behandlung” sowie „Abfallbeseitigung und -behandlung”. Viele Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft sind Quereinsteiger mit einer absolvierten Berufsausbildung, wie zum Beispiel Kfz-Mechaniker. Auch ohne Ausbildung kannst Du Müllwerker werden. Deine Müllwerker-Ausbildung besteht in einem „Trockentraining”, bei dem Du lernst, wie Du die schweren Mülltonnen ziehen und in das Müllfahrzeug entleeren musst. Jede Firma schult ihre Bewerber vor der Einstellung individuell. In dieser Zeit lernst Du auch, wie Du Dich nach einem Unfall verhältst und wie Du Routen planst. Sicherheit und Gesundheitsschutz gehören ebenfalls zum Trainingsinhalt.
Ein LKW-Führerschein (Klasse C1E oder CE, Mindestalter 21 Jahre) ist ein absolutes Plus für Dich, denn damit kannst Du auch als Fahrer der Müllfahrzeuge eingesetzt werden. Wenn Du Dich dazu in der Stadt, in der Du arbeitest, gut auskennst, hast Du noch einen zusätzlichen Bonus. Denn Zeit ist Geld und gerade bei der Müllabfuhr sollte es schnell gehen.
Weiterbildung
Du könntest gleich nach der Schule die Ausbildung zum Umwelttechnologen für Kreislauf- und Abfallwirtschaft machen oder Dich alternativ mit dieser Ausbildung innerhalb der Müllwirtschaft beruflich weiterentwickeln – etwa zum Meister für Kreislauf- und Abfallwirtschaft. In drei Jahren lernst Du Recyclingprozesse kennen, sortierst Abfälle und arbeitest mit Mülltrennungsanlagen oder Müllverbrennungsanlagen. Persönlich den Müll einzusammeln und zu transportieren gehört hierbei nicht zu Deinen Aufgaben. Die duale Ausbildung befähigt Dich unter anderem folgende Aufgaben zu übernehmen:
- Du organisierst den Ablauf der Müllabfuhr und optimierst die Touren. Du kümmerst Dich darum, dass an Sammelstellen Container zur Mülltrennung aufgestellt und regelmäßig geleert werden.
- In Abfallwirtschaftsbetrieben, Wertstoffhöfen, Recycling- oder Aufbereitungsanlagen steuerst Du alle Abläufe der Abfallbehandlung.
- Du weist Arbeitskräfte ein, stellst fest, welche Abfälle wiederverwertet und welche entsorgt werden müssen.
- Du überwachst die Maschinen und Anlagen, die den Müll sortieren, trennen oder verbrennen.
- Du inspizierst regelmäßig die Ablagerungsorte, analysierst Sickerwasser und führst Messungen durch, um sicherzustellen, dass keine Schadstoffe in die Umwelt gelangen.
Voraussetzung
Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung für die Ausbildung zum Umwelttechnologen für Kreislauf- und Abfallwirtschaft vorgeschrieben. Die Betriebe stellen aber überwiegend Ausbildungsanfänger mit mittlerem Bildungsabschluss ein. Jugendliche unter 18 Jahren müssen eine ärztliche Bescheinigung über eine Erstuntersuchung vorlegen.
Wo arbeitet ein Müllwerker?
Als Müllmann bzw. Umwelttechnologe für Kreislauf- und Abfallwirtschaft arbeitest Du bei privaten und öffentlichen Abfallbeseitigungsbetrieben.
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Wenn die meisten Menschen gegen sieben Uhr ihren Tag beginnen, bist Du schon unterwegs. Ein typischer Arbeitstag beginnt bei Dir um sechs Uhr morgens:
Deine Arbeitszeiten und Dein Arbeitsablauf sind zwar im Prinzip so wie beschrieben, können aber auch variieren. An Feiertagen könntest Du zum Beispiel Sonderfahrten machen. Wenn es Sperrmüll einzusammeln gibt, muss dieser oft gesondert abgeholt und extra gefahren werden. Auch das Wetter kann dazu führen, dass Touren anders geplant werden müssen. Wie viel in den Müllwagen passt und wie Deine Route dementsprechend verläuft, ist Aufgabe der Logistik, also Deines Vorgesetzten – meist eines Umwelttechnologen für Kreislauf- und Abfallwirtschaft.
Wie sieht der Arbeitsplatz aus?
Dein Arbeitsplatz sind Wohn- und Gewerbegebiete. Auf dem Müllwagen fährst Du von Haus zu Haus und leerst die Tonnen. Du bist fast immer draußen.
Wo finde ich einen Job als Müllwerker?
Was verdient ein Müllwerker?
Wenn Du ohne Ausbildung in den Job startest, bekommst Du zwischen 1.500 und 2.200 Euro brutto im Monat. Berufserfahrung, ein LKW-Führerschein oder auch der Einsatzort hat Einfluss auf die Höhe Deines Gehalts. Außerdem macht es einen Unterschied, ob Du als Lader unterwegs bist, also die Tonnen einlädst – oder ob Du als Müllwagenfahrer eingesetzt wirst. So reicht die Spanne bis zu 3.400 Euro monatlich. Rechnet man Gefahrenzulage und weitere Pauschalen hinzu, können es sogar 3.500 Euro sein. Müllwerker, die bei städtischen Unternehmen angestellt sind, bekommen Gehalt nach Tarif (z. B. TVöD Entgeltgruppe 5–7) und entsprechende Tariferhöhungen. Mit einer Ausbildung zum Umwelttechnologen für Kreislauf- und Abfallwirtschaft kannst Du Deinen Verdienst erheblich steigern. Das durchschnittliche Monatseinkommen einer ausgebildeten Fachkraft liegt bei rund 3.400 Euro brutto. Als Fuhrparkleiter oder Einsatzleiter kannst Du sogar über 4.200 Euro monatlich verdienen.
Wie sind die Berufsaussichten für Müllwerker?
Der Beruf ist beliebt. Wer einmal Fuß gefasst hat, hat einen krisenfesten und sicheren Job. Die Arbeitssituation ist zwar einigermaßen gut, trotzdem gibt es Erfahrungsberichten nach mehrere Anwärter auf eine Stelle. Offizielle Statistiken gibt es hierzu nicht. Gerade in den großen Städten wird eher selten gesucht. Die Stellen werden meist frei, wenn andere in Rente gehen. Der Beruf ist durch die körperliche Arbeit traditionell zwar immer noch hauptsächlich männlich, aber beispielsweise die Berliner Stadtreinigung (BSR) wirbt gezielt um künftige Müllfrauen – unter anderem mit einem jährlichen Schnuppertag für Frauen.
Passt der Beruf Müllwerker zu mir?
Als Müllwerker musst Du vor allem ein Frühaufsteher sein. Was Du sonst noch mitbringen musst, ist:
Als Müllwerker hast Du eine elementare Aufgabe in der Gesellschaft, auch, wenn das oft erst deutlich wird, wenn der Müll mal liegen bleibt. Die Anerkennung für diesen Beruf ist daher mittlerweile sehr groß.