Kann ich Epidemiologie im Bachelor studieren?Nein – Epidemiologie ist ein reines Masterfach. Alle 9 Studiengänge sind Master. Du steigst erst nach einem Erststudium ein, zum Beispiel in Medizin, Public Health, Gesundheitswissenschaften, Biologie, Statistik oder Psychologie.9 von 9 Studiengängen sind Master, einen Bachelor gibt es in Deutschland nicht. Eigene Auswertung der myStipendium-Datenbank, Stand 23.09.2026.
Wo kann ich studieren?An 6 Hochschulen in 4 Studienorten – Berlin, Bremen, Mainz und München. Ein Epidemiologie-Fernstudium gibt es nicht, ein duales Studium auch nicht.9 Studiengänge, alle Master. Eigene Auswertung der myStipendium-Datenbank, Stand 23.09.2026.
Wie lange dauert es?Rechne mit zwei Etappen. Zuerst das Erststudium in einem anderen Fach, danach der Epidemiologie-Master. Erst die zweite Etappe heißt Epidemiologie.Verbindliche Regelstudienzeiten nennt Dir nur die Hochschule selbst; unsere Datenbank führt dazu keine belastbaren Werte.
Was verdienst Du damit?6.527 € brutto im Monat in der Berufsgruppe Mathematik und Statistik, oberste veröffentlichte Stufe.Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Stand 2025, gerechnet aus 7.329 Beschäftigten. Eine Berufsgruppe „Epidemiologie“ gibt es dort nicht. Das ist kein Einstiegsgehalt.
Wo kann ich Epidemiologie studieren?
Epidemiologie kannst Du nur im Master und nur vor Ort studieren, und zwar an Universitäten in Berlin, Bremen, Mainz und München. Direkt nach dem Abitur klappt das deshalb nicht, weil Du vorher einen Bachelor in einem anderen Fach brauchst.
Eigene Auswertung der myStipendium-Datenbank, Stand 23.09.2026 – gezählt werden aktive, veröffentlichte Studiengänge, die „Epidemiolog“ im Namen tragen, unabhängig davon, unter welchem Fach sie bei uns einsortiert sind; Zertifikatskurse und Weiterbildungen ohne Studienabschluss zählen nicht mit.
Wenn Du nach Studiengängen suchst, achte bitte auf die Namen, denn vier der neun laufen unter englischem Titel. Dreimal heißen sie „Applied Epidemiology“ und einmal „Epidemiology“, gemeint ist aber jedes Mal dasselbe Fach.
Die Studienorte für dieses Fach liegen dicht beieinander, denn sechs der neun Studiengänge findest Du in Berlin. Außerhalb von Berlin bleiben Dir nur die Uni Bremen, die Uni Mainz und die LMU München. Wenn Du nicht nach Berlin ziehen möchtest, ist Deine Auswahl also sehr klein, und Du solltest früh mit einem Umzug rechnen. Die Uni Bremen vergibt als einzige einen Master of Arts, die übrigen acht sind Master of Science.
Was ist Epidemiologie?
In der Epidemiologie wird vor allem gezählt und verglichen. Das Fach untersucht, wie Krankheit und Gesundheit in einer Bevölkerung verteilt sind und welche Faktoren damit zusammenhängen. Dabei schaust Du weniger auf den einzelnen Patienten als auf ganze Gruppen.
Was zum Fach gehört
Die Frage, das Handwerk und der Arbeitsplatz
Ursache oder Zufall
Der Kern der Epidemiologie
Du fragst, wer häufiger erkrankt und wer seltener, und ob sich das auf etwas zurückführen lässt oder Zufall ist.
Angewandte Statistik
Im Kern angewandte Statistik im Gesundheitswesen
Du planst Studien, sammelst und prüfst Daten, rechnest sie aus und schreibst auf, was sie hergeben und was nicht.
Arbeit am Schreibtisch
Kein Labor, kein Krankenbett
Falls Du Dir das Fach als Laborarbeit oder als Arbeit am Krankenbett vorgestellt hast, liegst Du leider daneben. Meistens sitzt Du mit einem Datensatz vor Dir.
Englisch
Das Fach ist international aufgestellt
Auch Fachliteratur und Konferenzen laufen auf Englisch. Wenn Du mit der Sprache fremdelst, wird Dir das Fach deshalb kaum Freude machen.
Das merkst Du schon an den Titeln: Vier der neun Studiengänge heißen „Applied Epidemiology“ oder „Epidemiology“.
Das macht eine Epidemiologin
Studien entwerfen: Wen vergleiche ich womit, und über welchen Zeitraum?
Daten zusammentragen, prüfen und aufbereiten
Mit Statistik trennen, was zusammenhängt, und was nur zufällig gleichzeitig auftritt
Ergebnisse so aufschreiben, dass Fachleute und Behörden damit arbeiten können
Fremde Studien lesen und ihre Schwächen benennen
Das macht sie nicht
Patientinnen und Patienten behandeln – das ist die Medizin
Im Labor Erreger anzüchten – das ist die Mikrobiologie
Gesundheitspolitik entscheiden – sie liefert die Grundlage dafür
Ohne Zahlen auskommen: Statistik ist nicht das Beiwerk, sondern das Handwerk
Und was unterscheidet Epidemiologie von Public Health? Public Health umfasst das ganze Feld der öffentlichen Gesundheit, und die Epidemiologie ist darin die Methodenlehre. Deshalb steckt sie in fast jedem Public-Health-Studium als Pflichtmodul, und viele, die später Epidemiologie studieren, kommen von dort.
Unterschied zu Public Health
Epidemiologie
die Methodenlehre darin - das Werkzeug, mit dem gemessen wird
das ganze Feld der öffentlichen Gesundheit - von Prävention bis Gesundheitsökonomie
Wie viele Public-Health-Studiengänge es gibt, haben wir in einem eigenen Artikel gezählt. Die neun Studiengänge in diesem Artikel gehören dagegen alle zur Epidemiologie.
Was lernst Du im Epidemiologie-Studium?
Das Epidemiologie-Studium ruht auf zwei Säulen, die Dich von Anfang an begleiten, nämlich das Handwerk der Studienplanung und das Rechnen. Alles andere, was Du lernst, baut auf diesen beiden auf.
Grundlagen der Epidemiologie
Die Begriffe und Maßzahlen des Fachs, dazu die Studientypen: Wann nimmt man eine Querschnittsstudie, wann verfolgt man eine Gruppe über Jahre, wann vergleicht man Erkrankte mit Nicht-Erkrankten? Hier lernst Du auch, welche Fehler eine Studie unbrauchbar machen.
Biostatistik
Das Pflichtprogramm und für viele die härteste Hürde. Wahrscheinlichkeitsrechnung, Regressionsmodelle, Umgang mit fehlenden Werten – und die Arbeit mit einer Statistiksoftware, die Du meistens im Studium zum ersten Mal siehst.
Datenmanagement und wissenschaftliches Arbeiten
Datensätze aufbauen, dokumentieren und sauber halten, Datenschutz beachten, Literatur systematisch auswerten und Ergebnisse so schreiben, dass sie ein Fachjournal annimmt.
Public Health, Prävention und Versorgung
Der Rahmen, in dem die Zahlen gelesen werden: Gesundheitssystem und Versorgungsstrukturen, Gesundheitsökonomie, Prävention und Gesundheitsförderung, Global Public Health.
Qualitative Methoden
Nicht alles lässt sich zählen. Interviews, Befragungen und ihre Auswertung stehen deshalb neben der Statistik – vor allem in den stärker sozialwissenschaftlich geprägten Programmen.
Praktikum und Masterarbeit
Ein Forschungspraktikum in einer Arbeitsgruppe, einem Institut oder einer Behörde – und daraus wird oft gleich das Thema der Masterarbeit.
Im Lauf des Studiums spezialisierst Du Dich. Welche Vertiefungen Du wählen kannst, hängt stark von der Hochschule und ihren Arbeitsgruppen ab, aber diese Richtungen begegnen Dir im Fach besonders oft:
Klinische EpidemiologieStudien an Patientengruppen: Wie gut wirkt eine Behandlung im Vergleich zu einer anderen, und woran misst man das sauber?KlinikForschung
InfektionsepidemiologieAusbreitung übertragbarer Krankheiten in Bevölkerungen: Erfassung, Überwachung, Modellierung. Der Teil des Fachs, der am ehesten in Behörden gebraucht wird.Öffentlicher DienstModellierung
Umwelt- und ArbeitsepidemiologieZusammenhänge zwischen Umwelt- oder Arbeitsbedingungen und Gesundheit – Lärm, Schadstoffe, Schichtarbeit. Viel Messtechnik, viel Langzeitbeobachtung.InstituteBehörden
Genetische EpidemiologieDie rechenintensivste Richtung: sehr große Datensätze, enge Nachbarschaft zur Bioinformatik und zur Biostatistik.rechenintensivForschung
Wie stark eine Hochschule rechnet und wie stark sie sozialwissenschaftlich arbeitet, erkennst Du oft schon am Abschluss. Acht der neun Programme sind Master of Science, nur die Uni Bremen vergibt einen Master of Arts. Das gibt Dir allerdings nur einen ersten Hinweis, denn verbindlich ist allein der Modulplan. Es lohnt sich deshalb, dass Du ihn Dir vor der Bewerbung genau ansiehst.
Der Aufbau ähnelt sich an allen sechs Hochschulen.
Zuerst - Basismodule
Hier werden alle auf denselben Stand gebracht – das ist nötig, weil die Leute aus sehr unterschiedlichen Erststudien zusammenkommen.
Danach - Vertiefung und Forschungspraktikum
Du vertiefst und sammelst in einem Forschungspraktikum Praxis.
Zum Abschluss - Masterarbeit
Meist mit einer mündlichen Prüfung dazu.
Wenn Du forschen willst - Promotion
Wer in der Forschung bleiben will, hängt eine Promotion an.
Eine Zahl zur Studiendauer nennen wir Dir hier bewusst nicht. Die Regelstudienzeiten sind in unserer Datenbank nicht verlässlich hinterlegt, und eine geschätzte Semesterzahl wäre schlimmer als gar keine. Die Dauer unterscheidet sich nämlich zwischen Vollzeit-, Teilzeit- und berufsbegleitenden Varianten erheblich. Verbindlich nachlesen kannst Du sie in der Studienordnung Deiner Hochschule.
Gerade in diesem Fach sind diese Varianten wichtiger als in vielen anderen. Deshalb haben wir in die Tabelle oben auch Teilzeit- und berufsbegleitende Programme aufgenommen, damit Du sie neben den Vollzeitvarianten findest.
Viele beginnen den Master erst, wenn sie schon arbeiten
in der Klinik
im Gesundheitsamt
an einem Institut
Ein berufsbegleitender Master
ist anders getaktet
hat oft Präsenzblöcke
kann eigene Gebühren haben
Sieh Dir deshalb die jeweilige Studiengangsseite an, bevor Du Dich bewirbst.
Damit Du die Tabelle richtig liest, möchten wir Dich auf eine Besonderheit hinweisen. Zwei Zeilen tragen denselben Namen an derselben Hochschule, nämlich „Applied Epidemiology“ an der Charité. Dieses Angebot steht in unserer Datenbank doppelt, deshalb solltest Du die beiden Zeilen nicht als zwei getrennte Studienangebote lesen.
Welche Voraussetzungen brauchst Du?
Für ein Epidemiologie-Studium brauchst Du ein abgeschlossenes Erststudium. Einen Bachelor in diesem Fach gibt es in Deutschland nicht, und alle neun Studiengänge, die wir gefunden haben, sind Master. Ohne einen ersten Hochschulabschluss kommst Du deshalb in keinen davon hinein.
9
Master-Studiengänge
andere Abschlüsse gibt es im Fach nicht
0
Bachelor-Studiengänge
der Einstieg direkt nach dem Abitur entfällt
0
Fernstudiengänge
ein duales Studium gibt es ebenfalls nicht
Eigene Auswertung der myStipendium-Datenbank, Stand 23.09.2026
3 ohne NC6 mit NC
3 Master ohne Zulassungsbeschränkung - wer die formalen Bedingungen erfüllt, bekommt den Platz
6 Master mit Zulassungsbeschränkung - ein Auswahlverfahren der Hochschule entscheidet
Die zwei Wege zum Studienplatz
Reihenfolge nach Erfolgswahrscheinlichkeit, nicht nach Prestige
1. Ohne Zulassungsbeschränkung in den Master
Bei 3 der 9 Master bekommst Du den Platz, wenn Du die formalen Bedingungen erfüllst. Welche das sind, steht auf der Zulassungsseite Deiner Wunschhochschule für das kommende Semester - verbindlich ist allein diese Seite.
2. Über das Auswahlverfahren der Hochschule
6 der 9 Master sind zulassungsbeschränkt, also zwei Drittel. Beim Master gehen viele Hochschulen gar nicht nach der Note allein, sondern nach Vorkenntnissen, Motivationsschreiben oder einem Gespräch. Eine Grenznote nennen wir mit Absicht nicht: Ein NC ist kein festgeschriebener Schwellenwert, er entsteht jedes Semester neu aus der Zahl der Bewerber und der Plätze. Werte aus dem Vorjahr taugen deshalb nicht zum Planen.
Was solltest Du für den Master mitbringen?
Welches Erststudium passt
Medizin, Public Health, Gesundheitswissenschaften, Biologie, Statistik und Psychologie sind die üblichen Wege - mehr dazu unter Wie wird man Epidemiologe?
Entscheidend ist selten der Name Deines Bachelors: Die Hochschulen rechnen Leistungspunkte in Statistik, Methodenlehre und Gesundheitswissenschaften nach
Fehlen Dir Module, kannst Du sie an manchen Hochschulen im ersten Jahr nachholen - frag vor der Bewerbung nach, ob das geht
Was Du faktisch mitbringen solltest
Statistik - Du arbeitest mit ihr und nicht an ihr vorbei, siehst genau hin und hältst störrische Daten aus. Mathematik lässt sich nicht umgehen
Englisch mit Sprachnachweis - vier der neun Studiengänge werden auf Englisch geführt. Welches Niveau und welcher Test gelten, legt jede Hochschule selbst fest
Blick auf ganze Bevölkerungen - Gesundheit als Frage an viele, nicht am Einzelfall. Willst Du am Menschen arbeiten, sieh Dir die Medizin an
Bereitschaft umzuziehen - es gibt nur 4 Studienorte, meist geht es nach Berlin. Ein Fernstudium gibt es im Fach nicht
Falls die Epidemiologie nicht ganz das ist, was Du suchst, schau Dir diese Nachbarfächer an, zu denen wir jeweils einen eigenen Artikel mit eigenen Zahlen geschrieben haben.
Wie wird man Epidemiologe? Der Weg über das Erststudium
Eine Ausbildung zum Epidemiologen gibt es nicht, und das solltest Du als Erstes wissen. Wenn Du nach einer Epidemiologe-Ausbildung oder nach Epidemiologe-Lehrstellen suchst, wirst Du leider nichts finden, weil es kein anerkannter Ausbildungsberuf ist und es dafür auch keine Lehrstellen gibt. Dein Weg führt immer über die Hochschule, und weil es auch keinen Bachelor gibt, führt er über zwei Studien nacheinander.
1. Erststudium in einem anderen Fach
Hier fällt die Vorentscheidung. Üblich sind Medizin, Public Health, Gesundheitswissenschaften, Biologie, Statistik und Psychologie. Nutze dieses Studium, um Statistik und Methodenlehre mitzunehmen – daran wird Deine Bewerbung später gemessen.
2. Master Epidemiologie
Jetzt erst heißt das Fach Epidemiologie. Neun Studiengänge stehen zur Wahl, sechs davon in Berlin. Drei sind ohne Zulassungsbeschränkung, sechs mit.
3. Erste Stelle – oder Promotion
Viele gehen danach an eine Hochschule, ein Forschungsinstitut, eine Behörde wie das Robert Koch-Institut oder ein Gesundheitsamt, in die klinische Forschung oder in die Pharmaindustrie. In der Forschung ist eine Promotion der übliche nächste Schritt.
Das mag nach einem Umweg klingen, doch darin liegt ein echter Vorteil des Fachs, weil Du Fachwissen aus Deinem Erststudium mitbringst und die Methode obendrauf legst. Eine Medizinerin, die epidemiologisch rechnen kann, bringt etwas anderes mit als eine Statistikerin, die Medizin gelernt hat. Beide sind gefragt, nur an unterschiedlichen Stellen. Welches Erststudium für Dich das richtige ist, hängt deshalb davon ab, worauf Du am Ende hinauswillst.
Du kommst aus der MedizinDu kennst Krankheitsbilder, Diagnosen und den Klinikbetrieb. Der Master gibt Dir die Methode dazu. Typisch ist danach die klinische Forschung, der öffentliche Gesundheitsdienst oder eine Hochschule.MedizinZahnmedizin
Du kommst aus Public Health oder den GesundheitswissenschaftenDer direkteste Anschluss: Epidemiologie war dort schon ein Modul. Im Master vertiefst Du genau den Teil, der Dir im Bachelor zu kurz kam.häufigster WegBachelor reicht
Du kommst aus Statistik oder MathematikDie Rechenseite bringst Du mit, das Gesundheitswissen holst Du Dir. Dieser Weg führt oft in die Biostatistik, in Forschungsinstitute und in die Pharmaindustrie.StatistikMathematik
Du kommst aus Biologie oder PsychologieBeide Fächer liefern Methodenkenntnis und Versuchsplanung. Prüfe vor der Bewerbung, wie viele Statistik-Leistungspunkte Du vorweisen kannst – danach wird gefragt.BiologiePsychologie
Weil die Entscheidung erst nach dem Erststudium fällt, musst Du Dich direkt nach dem Abitur noch nicht festlegen. Wir raten Dir aber, spätestens im zweiten Studienjahr Statistikmodule zu sammeln und Dir die Zulassungsseiten der sechs Hochschulen anzusehen. Was dort verlangt wird, unterscheidet sich von Ort zu Ort, und kurz vor der Bewerbung lässt sich das nicht mehr nachholen.
Was kannst Du mit Epidemiologie werden?
Als Epidemiologe oder Epidemiologin arbeitest Du fast immer dort, wo Gesundheitsdaten entstehen oder ausgewertet werden. Allerdings heißen die Stellen selten so, und ausgeschrieben wird stattdessen eine „wissenschaftliche Mitarbeiterin“, ein „Biostatistiker“, ein „Clinical Data Manager“, eine „Referentin im Gesundheitsamt“ oder ein „Versorgungsforscher“. Wenn Du nur nach dem Wort Epidemiologe suchst, übersiehst Du deshalb die meisten Angebote.
Forschung an Hochschule und InstitutStudien planen, durchführen und veröffentlichen, in Arbeitsgruppen an Universitäten und Forschungsinstituten. Der klassische Weg des Fachs – er führt in der Regel über eine Promotion, und bezahlt wird nach Tarif.HochschulePromotion üblich
Öffentlicher Gesundheitsdienst und BehördenGesundheitsämter, Landesbehörden, das Robert Koch-Institut: Daten erfassen, auswerten und für Entscheidungen aufbereiten. Hier landen viele, die aus der Medizin oder aus Public Health kommen.BehördeTarif
Klinische Forschung und PharmaindustrieStudien in Unternehmen und Auftragsinstituten begleiten: Design, Auswertung, Dokumentation. Der Zweig mit den meisten Stellen außerhalb des öffentlichen Sektors.IndustrieAuftragsforschung
Krankenkassen und VersorgungsforschungAbrechnungs- und Routinedaten auswerten: Wer wird wie versorgt, wo klemmt es, was kostet was. Kassen, Verbände und Institute des Gesundheitswesens.KassenVerbände
Internationale OrganisationenGesundheitsprogramme in internationalen Organisationen und Nichtregierungsorganisationen begleiten und auswerten. Hier zahlt sich aus, dass vier der neun Studiengänge auf Englisch laufen.internationalEnglisch
Beratung und GesundheitsökonomieBeratungshäuser und Institute, die für Kliniken, Kassen oder Ministerien rechnen. Der Weg für alle, die Zahlen und Präsentation gleichermaßen mögen.BeratungÖkonomie
Den Epidemiologen gibt es nicht als Ausbildungsberuf. Eine Epidemiologe-Ausbildung findest Du deshalb ebenso wenig wie Epidemiologe-Lehrstellen, weil es beides in Deutschland nicht gibt.
Wie wird man Epidemiologe?
Nur über ein StudiumDein Zugang führt ausschließlich über ein Studium, genauer über zwei nacheinander: erst das Erststudium und dann den Master.
Mit Ausbildung vorwegFalls Du zunächst lieber eine Ausbildung im Gesundheitsbereich machen und später in diese Richtung gehen möchtest, liegt ein Pflegeberuf oder eine Ausbildung in der medizinischen Dokumentation am nächsten.
Danach trotzdem studierenAuch nach der Ausbildung führt der Weg zum Epidemiologen über ein Studium.
Eine Prognose zu Deinen Jobaussichten geben wir Dir bewusst nicht. Wie viele Absolventen in die Forschung gehen und wie viele in die Industrie, erhebt für dieses kleine Fach niemand belastbar, und wer Dir dazu eine Prozentzahl nennt, hat sie geraten. Belegen lässt sich dagegen, wie groß die Berufsgruppen sind, in denen Epidemiologinnen tatsächlich landen, und darum geht es im nächsten Abschnitt.
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Im Durchschnitt verdienst Du mit Epidemiologie rund 6.527 € brutto im Monat, gemessen an der Berufsgruppe Mathematik und Statistik. Wie viel es bei Dir wird, hängt vor allem von Deinem Erststudium und Deinem Arbeitgeber ab.
6.527 €
Durchschnittsgehalt
brutto im Monat
Gehalt je nach Richtung
Bruttogehalt im Monat in der jeweiligen Berufsgruppe
Medizinwenn Du ärztlich tätig bleibst
7.846 €
Statistik und Datenauswertungz. B. Biostatistik, Forschungsinstitut
6.527 €
Versorgung und Gesundheitsdienstz. B. Gesundheitsamt, Pflege
5.536 €
Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Berufsgruppen 411, 814 und 813, Stand 2025.
Epidemiologie und KI: Wie zukunftssicher ist das Fach?
Kurze Antwort: Im Kern sehr, denn beim Epidemiologen gilt keine Kerntätigkeit als automatisierbar, während Software in Studienbetreuung und Datenprogrammierung schon einiges übernehmen könnte. Wir haben dafür beim Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nachgesehen, das für jeden Beruf berechnet, welcher Anteil der Kerntätigkeiten mit heutiger Technik von Maschinen erledigt werden könnte. Beim Epidemiologen sind es 0 von 9.
Wie viel Software in diesen Berufen schon übernehmen könnte
Jedes Kästchen steht für eine Kerntätigkeit des Berufs. Orange heißt: Das könnte Software nach heutigem Stand erledigen. Wie viele Stellen wegfallen, sagt das nicht.
Referent klinische Studien
4 von 7
Kerntätigkeiten automatisierbar
Arzneimittelprüfung, Standards und Recht
Biometriker
2 von 7
Kerntätigkeiten automatisierbar
Bis 2019 war es noch keine
Epidemiologe
0 von 9
Kerntätigkeiten automatisierbar
Seit 2013 gilt keine als ersetzbar
Quelle: IAB Job-Futuromat, Berufe „Referent/in - klinische Studien (CRA)“, „Biometriker/in“ und „Epidemiologe/Epidemiologin“; Stand der Technik 2022, abgerufen am 24.09.2026.
Studien zu planen und Ursachen zu suchen, bleibt Kopfarbeit. Welche Daten eine Studie braucht und ob ein Zusammenhang auch eine Ursache ist, entscheiden weiterhin Menschen wie Du. In den Nachbarberufen sieht es anders aus. Wenn Du in die Industrie möchtest, raten wir Dir deshalb, auf Studiendesign und Auswertung zu setzen und weniger auf Aufgaben, die sich nach festen Regeln abarbeiten lassen.
Das kann Software übernehmen
Biometriker: Modellbildung, Simulation und Programmieren. Bis 2019 lag der Wert bei 0 %, jetzt steht er bei 29 %.
Referent für klinische Studien: 4 von 7 Tätigkeiten, darunter Arzneimittelprüfung, internationale Standards und Arzneimittelrecht
Das bleibt bei Dir
Epidemiologe: Projektmanagement, empirische Forschung, Statistik, Biometrie, Versuchsdurchführung und -auswertung sowie die wissenschaftliche Dokumentation. Keine davon gilt seit 2013 als ersetzbar.
Biometriker: Datenanalyse und Statistik, etwa wenn er Daten aus klinischen Studien auswertet
Referent für klinische Studien: klinische Forschung, Pharmakologie und Pharmakovigilanz
Auch ein Wert von 0 % heißt nicht, dass alles bleibt, wie es ist. Das IAB misst nur, was technisch möglich wäre. Ein niedriger Wert bedeutet also nicht, dass sich Deine Arbeit nicht verändert, und ein hoher Wert bedeutet nicht, dass ein Beruf verschwindet. Werkzeuge für Auswertung und Programmierung verändern auch die Epidemiologie, und wenn Du sie beherrschst, bist Du im Vorteil. Was Du verdienst und wo Du landest, hängt aber weiter vor allem von Deinem Erststudium und Deinem Arbeitgeber ab, wie Du im Gehaltsabschnitt weiter oben gesehen hast.
Das Epidemiologie-Studium in Zahlen
43.645
Studierende
im ganzen Fach Gesundheitswissenschaften, Wintersemester 2025/26
73,5 %
davon Frauen
in Gesundheitswissenschaften
7,6 %
arbeitslos
Beruf Mathematik und Statistik, 2025
Uni oder Fachhochschule?
So verteilen sich die 43.645 Studierenden in Gesundheitswissenschaften:
19 %81 %
8.284 an Universitäten35.361 an Fachhochschulen
Und wie viele fangen neu an?9.110 studieren im Wintersemester 2025/26 im ersten Fachsemester.
Was verdienst Du damit?
Brutto im Monat, Vollzeit, Berufsgruppe „Mathematik und Statistik“ (7.329 Beschäftigte). Der Strich zeigt die Mitte: die eine Hälfte verdient mehr, die andere weniger.
Anders gesagt: die mittleren 50 % verdienen zwischen 5.191 und 7.955 € im Monat.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Studierende im Wintersemester 2025/26 · Bundesagentur für Arbeit, berufsspezifische Arbeitslosenquoten 2025 · Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas, Stand 2025
Angebote fürs Studium per E-Mail
Du willst Epidemiologie studieren? Wir schicken Dir ab und zu Angebote von Hochschulen, Stiftungen und Partnern.
Einladungen zu Karriere-Events bekannter Arbeitgeber
Stipendien und Förderprogramme
Praktika und Trainee-Programme
Gratis-Aktionen und Geld-Angebote
Kostenlos. Du bekommst zuerst eine E-Mail zum Bestätigen, abmelden kannst Du Dich jederzeit mit einem Klick.
Häufige Fragen zum Epidemiologie-Studium
Wie wird man Epidemiologe?
Dein Weg führt über zwei Schritte. Zuerst machst Du ein Erststudium in einem anderen Fach, üblich sind etwa Medizin, Public Health, Gesundheitswissenschaften, Biologie, Statistik oder Psychologie. Danach folgt ein Master in Epidemiologie, und davon haben wir in Deutschland 9 an 6 Hochschulen gefunden. Weil es keinen Bachelor in Epidemiologie gibt, kannst Du auch nicht direkt nach dem Abitur einsteigen. Wenn Du in der Forschung arbeiten möchtest, wirst Du danach meist noch promovieren.
Kann ich Epidemiologie im Bachelor studieren?
Nein, alle 9 Studiengänge, die wir gefunden haben, sind Master, und einen Bachelor gibt es nicht. Im Bachelor begegnet Dir Epidemiologie nur als Modul, zum Beispiel in einem Public-Health-Studium oder in den Gesundheitswissenschaften. Wenn Du schon früh in diese Richtung gehen möchtest, sind das die beiden naheliegenden Erststudien.
Gibt es eine Ausbildung zum Epidemiologen?
Nein, eine Epidemiologe-Ausbildung gibt es nicht, und auch nach Epidemiologe-Lehrstellen suchst Du vergeblich, weil es kein anerkannter Ausbildungsberuf ist. Dein Weg führt immer über die Hochschule, zuerst über ein Erststudium und danach über den Epidemiologie-Master. Eine Ausbildung im Gesundheitsbereich kann ein guter Anfang sein, das Studium ersetzt sie aber nicht.
Was verdient ein Epidemiologe?
Ein eigenes Epidemiologe-Gehalt weist die Bundesagentur für Arbeit nicht aus, weil es in ihrer Statistik keine Berufsgruppe „Epidemiologie“ gibt. Deshalb zeigen wir Dir drei Vergleichsgruppen aus dem Entgeltatlas, Stand 2025. In Mathematik und Statistik sind es 6.527 € brutto im Monat (7.329 Beschäftigte), in der Human- und Zahnmedizin 7.846 € (213.904 Beschäftigte). In Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe sind es 5.536 € (20.989 Beschäftigte auf der obersten Stufe). Bitte lies diese Werte nicht als Einstiegsgehälter. Mehr dazu erfährst Du im Abschnitt Epidemiologe-Gehalt.
Wo kann ich Epidemiologie studieren?
Wir haben insgesamt 9 Studiengänge an 6 Hochschulen in 4 Studienorten gefunden, und sechs davon liegen in Berlin. Die vollständige Liste findest Du in der Tabelle unter Wo kann ich Epidemiologie studieren? Österreich und die Schweiz haben wir in unserer Datenbank nicht erfasst. Hochschulzertifikate zählen wir ebenfalls nicht mit, weil ein Zertifikat kein Studienabschluss ist.
Gibt es ein Epidemiologie-Fernstudium?
Leider nicht, denn keiner der 9 Studiengänge, die wir gefunden haben, ist ein Fernstudium, und ein duales Studium gibt es ebenfalls nicht. Wenn Du neben dem Beruf studieren möchtest, findest Du stattdessen Teilzeit- und berufsbegleitende Varianten, die wir mit in die Tabelle aufgenommen haben. Wie sie getaktet sind und ob Präsenzblöcke anfallen, erfährst Du auf der jeweiligen Studiengangsseite.
Welches Erststudium passt am besten?
Das hängt davon ab, wo Du am Ende landen möchtest. Wenn Du aus der Medizin kommst, führt Dein Weg meist in die klinische Forschung oder in den öffentlichen Gesundheitsdienst. Aus Public Health und den Gesundheitswissenschaften ist der Anschluss am direktesten, weil Epidemiologie dort schon ein Modul war. Mit Statistik oder Mathematik im Erststudium geht es oft in die Biostatistik und in die Industrie. Auch mit Biologie und Psychologie klappt der Einstieg, dann solltest Du aber besonders prüfen, wie viele Statistikmodule Du vorweisen kannst.
Brauche ich einen guten Notenschnitt?
Meistens ja, denn von den 9 Masterstudiengängen in unserer Liste sind 6 zulassungsbeschränkt und 3 nicht. Eine feste Grenznote gibt es trotzdem nicht, weil sie jedes Semester neu aus der Zahl der Bewerber und der Zahl der Plätze entsteht. Beim Master zählen außerdem oft Vorkenntnisse, ein Motivationsschreiben oder ein Gespräch mit. Was für Dich gilt, erfährst Du verbindlich nur auf der Zulassungsseite Deiner Wunschhochschule.
Ist Epidemiologie dasselbe wie Public Health?
Nein, Public Health umfasst das ganze Feld der öffentlichen Gesundheit, und die Epidemiologie ist darin die Methodenlehre. Public Health fragt, was getan werden sollte, während die Epidemiologie die Messungen liefert, auf denen diese Frage beruht. Für Dich bedeutet das, dass Public Health breiter ist und auch Bachelor-Studiengänge hat. Die Epidemiologie ist enger gefasst, rechnet mehr und wird nur im Master angeboten.
Muss ich gut in Mathe sein?
Du musst bereit sein, mit Statistik zu arbeiten, aber ein Mathematikstudium wird nicht verlangt. Alle Studiengänge holen Dich zunächst auf einen gemeinsamen Stand, weil die Studierenden aus sehr unterschiedlichen Erststudien kommen. Biostatistik ist im Epidemiologie-Studium allerdings das zentrale Handwerk. Wenn Du ihr lieber aus dem Weg gehen möchtest, passt dieses Fach nicht zu Dir.
Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Deutschland, alle Altersgruppen, beide Geschlechter, alle Branchen, Stand 2025 – Berufsgruppe 411 „Mathematik und Statistik“ sowie zum Vergleich Berufsgruppe 814 „Human- und Zahnmedizin“ und Berufsgruppe 813 „Gesundheits- und Krankenpflege, Rettungsdienst und Geburtshilfe“ nach der Klassifikation der Berufe 2010. Eine eigene Berufsgruppe für Epidemiologie gibt es dort nicht; in der Gruppe Mathematik und Statistik ist nur die oberste Stufe veröffentlicht.
Eigene Auswertung der myStipendium-Studiengangsdatenbank, Stand 23.09.2026: 9 Studiengänge an 6 Hochschulen in 4 Studienorten, davon 9 Master und 0 Bachelor, 3 ohne und 6 mit Zulassungsbeschränkung. Gezählt werden aktive, veröffentlichte Studiengänge, die „Epidemiolog“ im Namen tragen – unabhängig davon, unter welchem Fach sie bei uns einsortiert sind. Zertifikatskurse und Weiterbildungen ohne Studienabschluss zählen nicht mit. Eine Dublette (zweimal „Applied Epidemiology“ an der Charité) ist als eigener Datensatz mitgezählt.
Zulassung, Bewerbungsfristen, Sprachnachweise, Regelstudienzeit, Semesterbeiträge und Studiengebühren: Angaben der jeweiligen Hochschule. Prüfe sie vor der Bewerbung dort nach, sie ändern sich jedes Semester.
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