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Inhalt10 Abschnitte
- Wo kann ich Verfahrenstechnik studieren?
- Welche Voraussetzungen brauchst Du?
- Verfahrenstechnik oder Prozesstechnik – ein Fach, zwei Namen
- Inhalte und Ablauf des Studiums
- Was kannst Du mit Verfahrenstechnik werden?
- Was verdienst Du mit Verfahrenstechnik?
- Verfahrenstechnik und KI: Wie zukunftssicher ist das Fach?
- Das Verfahrenstechnik-Studium in Zahlen
- Häufige Fragen
- Weiter zum Verfahrenstechnik-Studium
Wo kann ich Verfahrenstechnik studieren?
Verfahrenstechnik kannst Du in Deutschland an Technischen Universitäten studieren oder, wenn Du es praxisnäher magst, an Fachhochschulen, meist vor Ort und daneben auch dual oder im Fernstudium. Wundere Dich nicht, wenn Du bei der Suche auf andere Namen stößt, denn ein großer Teil der Studiengänge heißt anders, etwa Prozesstechnik, Prozessingenieurwesen oder Chemietechnik.



Eigene Auswertung der myStipendium-Datenbank, Stand 22.09.2026 – gezählt sind Studiengänge mit dem Fach-Tag Verfahrenstechnik, deren Name Verfahrenstechnik, Prozesstechnik, Prozessingenieur, Process Engineering, Chemieingenieur oder Chemietechnik enthält; Hochschulzertifikate sind nicht mitgezählt, weil sie kein Studienabschluss sind. 10 der 69 Einträge sind Doppelungen, meist eine Vollzeit- und eine Teilzeitvariante desselben Studiengangs.
In Deutschland ist das Fach vor allem an den technischen Universitäten zu Hause, an den Fachhochschulen geht es dagegen praxisnäher zu. Wenn Du ortsunabhängig studieren willst, haben wir mit AKAD University, Wilhelm Büchner Hochschule und Euro-FH drei Fernhochschulen für Dich gefunden. Über die DHBW und die Studienakademie Riesa kommst Du außerdem in ein duales Modell. Als wir die Liste zusammengestellt haben, ist uns aufgefallen, dass mit der TU Freiberg, der TU Clausthal und der TH Georg Agricola in Bochum gleich drei alte Bergakademien dabei sind. Das liegt daran, dass das Fach historisch aus der Aufbereitung von Rohstoffen gewachsen ist, und das sieht man den Adressen bis heute an.
Welche Voraussetzungen brauchst Du?
An einer Universität brauchst Du in der Regel die allgemeine Hochschulreife, an einer Fachhochschule reicht Dir die Fachhochschulreife. Die Hürde beim Zugang zum Verfahrenstechnik-Studium ist erfreulich niedrig, denn von den 44 Bachelor in unserer Datenbank kommen 39 ohne Zulassungsbeschränkung aus, also fast neun von zehn.
Welche Fächer im Abitur helfen Dir? Am meisten helfen Dir Mathematik, Physik und Chemie, und zwar in dieser Reihenfolge. Das sagen wir so deutlich, weil viele die Mathematik unterschätzen und die Chemie überschätzen. Einen Leistungskurs musst Du nicht belegt haben. Wenn Du Mathe und Physik in der Oberstufe abgewählt hast, wirst Du im ersten Jahr aber einiges nacharbeiten müssen. Falls Du Chemie ohne Mathematik und Thermodynamik suchst oder vor allem mit Menschen statt mit Prozessen arbeiten möchtest, passt das Fach eher nicht zu Dir.
Was solltest Du mitbringen?
- Ausbildung plus Berufserfahrung im Feld, etwa als Chemikant, Mechatroniker oder Techniker: Damit kannst Du Dich einschreiben
- Fachhochschulreife - reicht an einer Fachhochschule
- Die Bedingungen legen die Bundesländer und die Hochschulen selbst fest
- Mathematik - Du rechnest in diesem Studium ständig: Stoff- und Energiebilanzen, Thermodynamik, Strömungen, Regelungen
- Englisch - Fachliteratur und Anlagendokumentation sind häufig englisch
- Vorpraktikum - viele technische Studiengänge verlangen es zusätzlich im Betrieb. Ob Deine Hochschule dazugehört, steht in ihrer Zulassungsordnung
- Lust auf Anlagen und Labor - wie eine Fabrik von innen funktioniert, reizt Dich mehr als ein einzelnes Bauteil. Lange Labor- und Praxisphasen, Mess-, Regel- und Sicherheitstechnik gehören dazu, Physik und Chemie zusammen
Verfahrenstechnik oder Prozesstechnik – ein Fach, zwei Namen
Im Kern ist Verfahrenstechnik die Ingenieurwissenschaft vom Stoffumwandeln. Wenn aus einem Rohstoff ein Produkt werden soll, beschreibt sie die Grundoperationen, die dazwischen nötig sind, etwa zerkleinern, mischen, erhitzen, verdampfen, destillieren, filtrieren, trocknen und reagieren lassen. Das Wissen dafür liefern Chemie und Physik, und im Studium lernst Du, daraus einen Ablauf zu bauen, der im Tonnenmaßstab funktioniert.
Viele Hochschulen nennen diesen Ablauf Prozesstechnik. Ein Prozesstechnik-Studium ist in aller Regel dasselbe Fach unter einem anderen Namen, und manche Hochschulen schreiben sogar beides nebeneinander und meinen mit einem Verfahrens- und Prozesstechnik-Studium denselben Stoff.
Wenn Du nur unter einem Begriff suchst, übersiehst Du deshalb einen großen Teil der Angebote, und darum raten wir Dir, immer unter beiden zu suchen. Vielleicht hast Du auch schon nach einem »Verfahrenstechniker-Studium« gesucht. Egal, ob Du »Studium Verfahrenstechnik« oder »Verfahrenstechnik studieren« in die Suchmaschine eingibst, gemeint sind immer dieselben 69 Studiengänge.
Oft verwechselt wird das Fach auch mit dem Versorgungstechnik-Studium. Zu diesen verwandten Fächern findest Du bei uns jeweils einen eigenen Artikel mit eigenen Zahlen:
Weil wir in jedem dieser Artikel eigens nachgezählt haben, kann dieselbe Hochschule in mehreren Listen auftauchen. Deshalb solltest Du die Zahlen aus den verschiedenen Artikeln nicht einfach zusammenzählen.
Inhalte und Ablauf des Studiums
Das Studium Verfahrenstechnik ist breit angelegt, und das merkst Du schon am Anfang. Im ersten Jahr wirst Du vor allem rechnen, denn auf dem Plan stehen Mathematik, technische Mechanik, Physik und Chemie. Danach kommen die Fächer, die das Studium ausmachen, also Thermodynamik, Strömungsmechanik, Wärme- und Stoffübertragung, Reaktionstechnik, Trennverfahren, Werkstoff- und Elektrotechnik sowie Mess- und Regeltechnik. Dazwischen stehen Laborpraktika, in vielen Studiengängen auch ein Praxissemester, und am Ende schreibst Du Deine Abschlussarbeit.
Diese Abschlüsse wirst Du treffen:
| Stufe | Abschlüsse |
|---|---|
| Bachelor | Bachelor of Engineering, Bachelor of Science |
| Master | Master of Engineering, Master of Science und vereinzelt Master of Arts |
| Dazu | ein Diplom und ein Staatsexamen für das Lehramt an beruflichen Schulen |
Steht »of Engineering« im Namen, ist das ein Hinweis darauf, dass der Studiengang technischer und anwendungsnäher aufgebaut ist. Für Deinen Berufseinstieg macht die Bezeichnung aber praktisch keinen Unterschied, deshalb musst Du Dich bei der Wahl nicht davon leiten lassen.
Wie lange das Studium dauert, sagen wir Dir hier bewusst nicht in Semestern. Die Angaben zur Regelstudienzeit in unserer Datenbank sind nicht verlässlich, und wir nennen Dir lieber gar keine Zahl als eine falsche. Die verbindliche Angabe findest Du in der Studien- und Prüfungsordnung der Hochschule, die Dich interessiert, und dort lohnt sich vor der Bewerbung ohnehin ein genauer Blick.
Im dualen Studium wechselst Du zwischen Hochschule und Betrieb und verdienst von Anfang an Dein eigenes Geld. Im Fernstudium bleibst Du dagegen ortsunabhängig, musst die Praxisanteile aber selbst anders organisieren. Beide Wege sind in diesem Fach die Ausnahme geblieben, weil sich Labor und Technikum nur schwer ersetzen lassen.

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Was kannst Du mit Verfahrenstechnik werden?
Verfahrensingenieure werden in der Berufsgruppe Technische Produktionsplanung und -steuerung geführt, und dort arbeiten auf jeder der drei Qualifikationsstufen mehr als 130.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Auf diese Zahlen stützen wir uns, wenn wir Deine Berufsaussichten nach einem Verfahrenstechnik-Studium oder einem Prozesstechnik-Studium einschätzen.
Mit dem Fach landest Du also in einem breiten Arbeitsmarkt, der obendrein gut zahlt.
Wie viele Absolventen direkt nach dem Abschluss eine Stelle finden, können wir Dir nicht sagen. Deshalb nennen wir hier bewusst keine Vermittlungsquote, auch keine 100 Prozent. Dafür haben wir keine belastbare Quelle gefunden, und für Einstellungen in der Chemie- oder Pharmaindustrie gilt das ebenso.
Je nach Betrieb heißt Dein Beruf später Verfahrenstechniker, Verfahrensingenieur oder Prozessingenieur. Gemeint ist aber immer dieselbe Aufgabe, denn Du verantwortest den Weg vom Rohstoff zum fertigen Produkt. Das sind die Felder, in denen Du typischerweise arbeitest.
Weil die Anlagen überall gleich funktionieren, bist Du nicht an eine Branche gebunden. Du kannst in der Chemie, in der Pharmaindustrie oder bei Lebensmitteln arbeiten, genauso aber in der Papier- und Zementherstellung, der Wasserwirtschaft, der Energieversorgung, der Kosmetik oder der Halbleiterfertigung. Überall, wo ein Stoff im großen Maßstab behandelt wird, braucht man Verfahrenstechnik. Das erklärt auch, warum die Gehaltsgruppe so breit besetzt ist.
Was verdienst Du mit Verfahrenstechnik?
Mit Verfahrenstechnik verdienst Du im Durchschnitt 7.200 € brutto im Monat. Das gilt für Aufgaben mit Planungs- und Führungsanteil, wer frisch anfängt, liegt meist darunter.
Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Berufsgruppe 273 "Technische Produktionsplanung und -steuerung", Anforderungsniveau Experte, Stand 2024.
Verfahrenstechnik und KI: Wie zukunftssicher ist das Fach?
Kurze Antwort: In Teilen, denn das Auslegen und Planen von Anlagen gilt großteils als automatisierbar, und wenn Du Prozesse entwickelst oder in der Prozessanalytik arbeitest, bist Du deutlich besser aufgestellt. Wir haben dafür beim Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nachgesehen, das für jeden Beruf zählt, welche Kerntätigkeiten Maschinen nach heutigem Stand übernehmen könnten. Beim Ingenieur für Verfahrenstechnik sind es 9 von 15.
Beim Blick auf die früheren Jahre ist uns aufgefallen, dass der Wert beim Ingenieur für Verfahrenstechnik gestiegen ist:
Macht der Abschluss einen Unterschied? Beim staatlich geprüften Techniker für Verfahrenstechnik sind 8 von 10 Kerntätigkeiten ersetzbar. Das sind im Wesentlichen dieselben Planungsaufgaben, dem Techniker fehlen aber die Entwicklung und die Prozessanalytik, die beim Ingenieur dazukommen. Das passt zu dem, was wir Dir im Gehaltsabschnitt oben gezeigt haben, denn auch dort liegt der größte Sprung zwischen Spezialisten- und Hochschulebene.
- Konstruktion, Anlagenbau und Anlagenplanung
- Mess-, Steuer- und Regeltechnik
- thermische Energietechnik, Maschinentechnik und Brennstofftechnik
- Kalkulation
- das Auslegen von Apparaten nach Standard
- die Entwicklung und die Prozessanalytik
- die Bioverfahrenstechnik
- die technische Mechanik und die Arbeitsvorbereitung
- in der Pharmatechnik: Arzneimittelentwicklung, pharmazeutische Technologie und analytische Chemie
Manche Richtungen sind robuster als andere. Wenn Du im Studium auf Verfahrensentwicklung, Prozessanalytik oder Bioverfahrenstechnik setzt, arbeitest Du in dem Teil, den das IAB als menschlich einstuft. In der Pharmatechnik liegt der Wert bei 42 Prozent, das Lehramt an beruflichen Schulen, das wir bei den Berufen ebenfalls genannt haben, bei 15 Prozent.
Dass Verfahrensingenieure wegen der 60 Prozent weniger gebraucht werden, folgt daraus nicht zwangsläufig, denn der Futuromat misst, was technisch ginge, und nicht, was Betriebe tatsächlich umsetzen. Auch in der Pharmatechnik wird sich die Arbeit verändern, obwohl der Wert dort niedriger liegt.

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Häufige Fragen
Wie sind die Berufsaussichten nach einem Verfahrenstechnik-Studium?
Wie viel verdient man mit einem Verfahrenstechnik-Studium?
Ist ein Prozesstechnik-Studium dasselbe wie Verfahrenstechnik?
Brauche ich einen NC, um Verfahrenstechnik zu studieren?
Welche Fächer im Abitur sollte ich für das Studium mitbringen?
Kann ich Verfahrenstechnik ohne Abitur studieren?
Kann ich das Fach dual oder im Fernstudium studieren?
Was ist der Unterschied zum Chemieingenieurwesen?
Ist Verfahrenstechnik dasselbe wie Versorgungstechnik?
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MaschinenbauMaschinen statt ProzessePassende Berufe
- Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Berufsgruppe 273 Technische Produktionsplanung und -steuerung, Deutschland, alle Altersgruppen, beide Geschlechter, alle Branchen, Stand 2024. Daraus stammen alle Gehaltszahlen und alle Beschäftigtenzahlen in diesem Artikel.
- Eigene Auswertung der myStipendium-Studiengangsdatenbank, Stand 22.09.2026: 69 Studiengänge, 33 Hochschulen, 22 Studienorte. Gezählt wurden Studiengänge mit dem Fach-Tag Verfahrenstechnik, deren Name Verfahrenstechnik, Prozesstechnik, Prozessingenieur, Process Engineering, Chemieingenieur oder Chemietechnik enthält. Hochschulzertifikate sind nicht mitgezählt, weil sie kein Studienabschluss sind. 10 der 69 Einträge sind Doppelungen, meist eine Vollzeit- und eine Teilzeitvariante desselben Studiengangs.
- Die Nachbarfächer Chemieingenieurwesen, Energietechnik, Umwelttechnik und Maschinenbau haben eigene Artikel mit eigenen Zählungen. Ihre Zahlen sind nicht mit dieser vergleichbar und nicht addierbar.
- Wo uns eine belastbare Quelle fehlt – bei Studiengebühren, bei der Regelstudienzeit, beim Einstiegsgehalt und bei Vermittlungsquoten –, steht in diesem Artikel bewusst keine Zahl.
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