Inhalt Durchschnittsgehalt Einstiegsgehalt Einflussfaktoren
Was verdient ein Rechtspfleger?
In Deutschland liegt das durchschnittliche Gehalt eines Rechtspflegers laut Statistischem Bundesamt bei 3.769 € brutto im Monat.
Allerdings solltest Du hierbei einige Punkte beachten. Zu Deinem Rechtspfleger-Gehalt kommen noch Zuschläge wie z. B. die Familienzulage. Weiterhin hast Du einen krisensicheren Job als Beamter im gehobenen Dienst. Außerdem solltest Du auch berücksichtigen, dass ein Beamter erheblich weniger Abzüge von seinem Bruttogehalt hat als ein Angestellter. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft muss ein durchschnittlicher alleinstehender Angestellter rund 42 % seines Gehalts an den Staat abgeben. Ein durchschnittlicher alleinstehender Beamter muss hingegen nur 29 % seines Gehalts an den Staat zahlen.
Interessant ist auch ein Vergleich mit anderen Berufen im Rechtswesen: Laut Entgeltatlas verdient ein Rechtsanwalt in Deutschland im Durchschnitt über 7.100 € brutto im Monat. Bei einem Notar liegt das durchschnittliche Gehalt bei 7.026 € brutto im Monat. Ein Justizfachangestellter kommt hingegen auf ein monatliches Durchschnittsgehalt von 3.769 € brutto.
Wie hoch ist das Einstiegsgehalt eines Rechtspflegers?
Bereits während Deines dualen Studiums erhältst Du als Rechtspfleger ein Gehalt. Im Gegensatz zu Ausbildungen in der freien Wirtschaft verändert sich dieses Ausbildungsgehalt nicht. Die Höhe Deines Ausbildungslohns ist vom Bundesland abhängig, in dem Du Dein duales Studium machst. Im Durchschnitt liegt das Rechtspfleger-Gehalt während der Ausbildung bei rund 1.500 € brutto im Monat. Zum Vergleich: Nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) lag die durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung in Deutschland bei 1.066 € brutto im Monat. Wenn wir von einem Rechtspfleger-Gehalt in Höhe von 1.500 € brutto im Monat ausgehen, dann liegt es 434 € beziehungsweise knapp 29 % über der durchschnittlichen Ausbildungsvergütung in Deutschland. Außerdem gilt auch beim Rechtspfleger-Gehalt während der Ausbildung, dass Du weniger Abzüge vom Brutto als andere Arbeitnehmer hast.
Als Rechtspfleger bist Du im öffentlichen Dienst beschäftigt. Hier wirst Du nach Besoldungsstufen bezahlt. Rechtspfleger sind Beamte des gehobenen Dienstes. Hier gelten die Besoldungsstufen A9 bis A13. Nach dem Abschluss Deines dualen Studiums beginnst Du in aller Regel mit A9. Wie viel Du hier bekommst, richtet sich nach dem Bundesland, in dem Du im öffentlichen Dienst beschäftigt bist. So beträgt zum Beispiel das erste Gehalt als Rechtspfleger in Sachsen 3.310 € brutto im Monat. In Mecklenburg-Vorpommern liegt Dein erstes Rechtspfleger-Gehalt bei 3.215 € brutto im Monat und in Baden-Württemberg beginnst Du mit 3.384 € brutto im Monat. Allgemein kannst Du also zum Einstieg mit einem Rechtspfleger-Gehalt von rund 3.054 € brutto rechnen.
Welche Faktoren beeinflussen das Rechtspfleger-Gehalt?
Gehalt nach Bundesland
Die Höhe Deines Rechtspfleger-Gehalts hängt vom Bundesland ab, in dem Du arbeitest. Anders als in der freien Wirtschaft sind die Unterschiede im öffentlichen Dienst allerdings nicht so groß. Das wird an folgenden Beispielen deutlich. In Baden-Württemberg liegt Dein Gehalt mit Besoldungsgruppe A9, Stufe 7 bei 4.059 € brutto im Monat. In Schleswig-Holstein liegt es mit A9, Stufe 7 bei 3.769 € brutto im Monat und in Brandenburg bei 3.750 € brutto im Monat. In Nordrhein-Westfalen ist das Rechtspfleger-Gehalt mit A9, Stufe 7 ähnlich hoch. Hier gibt es 3.817 € brutto im Monat.
Vergleichen wir noch eine höhere Besoldungsgruppe in verschiedenen Bundesländern. In Baden-Württemberg beträgt mit A11, Stufe 7 Dein Rechtspfleger-Gehalt 4.880 € brutto im Monat. In Schleswig-Holstein beträgt mit A11, Stufe 7 Dein Gehalt hingegen 4.510 € brutto im Monat, in Brandenburg 4.538 € brutto im Monat und in Nordrhein-Westfalen 4.546 € brutto im Monat. Der Unterschied beim Rechtspfleger-Gehalt ist also zwischen den Bundesländern relativ gering und bleibt auch beim Aufstieg in höhere Besoldungsgruppen nahezu gleich. So beträgt der Unterschied beim Rechtspfleger-Gehalt in unseren Beispielen anfangs zwischen Baden-Württemberg und Brandenburg 7,6 % und später 7 %.
Gehalt nach Berufserfahrung
Mit zunehmender Berufserfahrung steigt das Rechtspfleger-Gehalt. Regelmäßig steigst Du in eine neue Besoldungsgruppe und Stufe auf. So beträgt das Rechtspfleger-Gehalt beispielsweise in der Besoldungsgruppe A12, Stufe 4 in Baden-Württemberg 4.859 € brutto im Monat. Mit A12, Stufe 7 kommst Du in Baden-Württemberg auf ein Rechtspfleger-Gehalt in Höhe von 5.333 € brutto im Monat und mit A13, Stufe 7 auf 5.916 € brutto im Monat. Insgesamt reicht die Gehaltsspanne in Baden-Württemberg für das Rechtspfleger-Gehalt von Besoldungsgruppe A9, Stufe 1 mit 3.384 € brutto im Monat bis Besoldungsgruppe A13, Stufe 10 mit 6.355 € brutto im Monat. In Einzelfällen ist mit entsprechender Berufserfahrung auch ein Aufstieg in den höheren Dienst und die Besoldungsgruppe A14 möglich.
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