
- Bezahlte Online-Umfragen: Du bestimmst selbst, wann Du mitmachst
- Für die Anmeldung brauchst Du nur Deine E-Mail-Adresse
- Neben Schule, Ausbildung oder Job möglich
Jetzt anmelden ›Kostenlos und unverbindlich
Inhalt15 Abschnitte
- Wie wird man Psychotherapeut?
- Was musst Du studieren?
- Welche Voraussetzungen brauchst Du?
- Wie lange dauert es?
- Was kostet der Weg?
- Was macht ein Psychotherapeut?
- Psychologe, Psychotherapeut, Psychiater
- Wo arbeitet ein Psychotherapeut?
- Welche Spezialisierungen gibt es?
- Was verdient ein Psychotherapeut?
- Wie geht es nach der Approbation weiter?
- Geht es ohne Psychologiestudium?
- Wie sind die Berufsaussichten?
- Passt der Beruf zu Dir?
- Weiter zu Psychologie und Therapie
Psychotherapeuten erkennen und behandeln psychische Erkrankungen wie Depressionen, Ängste oder Süchte, vor allem im Gespräch und mit wissenschaftlich geprüften Verfahren.
Wie wird man Psychotherapeut?
Psychotherapeut wirst Du mit einem 5-jährigen Studium an einer Universität: 3 Jahre Bachelor in Psychologie, 2 Jahre Master in Psychotherapie, danach die staatliche Prüfung. Mit der Approbation, der staatlichen Erlaubnis, darfst Du Dich Psychotherapeut nennen und Patienten behandeln. Mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen kannst Du erst nach einer bezahlten Weiterbildung von mindestens 5 Jahren zum Fachpsychotherapeuten. Es gibt drei Wege, aber nur zwei führen zum geschützten Titel:

Mit kurzen Umfragen verdienst Du nebenbei etwas dazu. Kostenlos, nur mit Deiner E-Mail-Adresse.
Was musst Du studieren?
Dein Studium muss approbationskonform sein, nicht jeder Psychologie-Bachelor erfüllt das. Diese Hochschulen schicken Dir kostenlos Infomaterial:

Approbationskonform heißt: Bachelor und Master erfüllen zusammen die Vorgaben der Approbationsordnung. Das Gesetz erlaubt das Studium nur an Universitäten und Hochschulen, die ihnen gleichgestellt sind. Fachhochschulen fallen damit heraus, und nicht jede private Hochschule hat Universitätsstatus. Mehr über Inhalte und Studienorte liest Du im Artikel Psychotherapie-Studium. So unterscheiden sich die beiden Abschnitte:
| Bachelor | Master | |
|---|---|---|
| Name | meist Psychologie, polyvalent oder approbationskonform | Klinische Psychologie und Psychotherapie |
| Dauer | 3 Jahre | 2 Jahre |
| Praxis | 570 Stunden, zum Beispiel Orientierungs- und Forschungspraktikum | 750 Stunden, davon 600 in Klinik und ambulanter Versorgung |
| Inhalte | Psychologie, Diagnostik, Grundlagen der Medizin und Pharmakologie | Störungen erkennen und behandeln, Therapieverfahren, Fallarbeit |
| Am Ende | Bachelor of Science | Master of Science, danach die staatliche Prüfung |
Quellen: Psychotherapeutengesetz § 9, Approbationsordnung für Psychotherapeuten §§ 2, 13 bis 18, BERUFENET Psychotherapie (grundständig und weiterführend).
Der Engpass liegt beim Master. Die Hochschulen bieten etwa doppelt so viele approbationstaugliche Bachelorplätze an wie Plätze im Approbationsmaster:
Geht es im Fernstudium?
Noch nicht. Die Approbationsordnung verlangt Präsenzzeit, im Master allein 450 Stunden in Klinik oder Tagesklinik. Die FernUniversität in Hagen plant den ersten approbationskonformen Fernstudiengang zum Wintersemester 2028/29, sofern er akkreditiert wird. Ein Fernstudium in Psychologie öffnet Dir heute Berufe in Beratung, Wirtschaft und Forschung, mehr dazu unter Fernstudium Psychologie.
Welche Voraussetzungen brauchst Du?
Für den Bachelor brauchst Du in der Regel Abitur und einen sehr guten Schnitt. An staatlichen Universitäten ist Psychologie zulassungsbeschränkt. Manche Unis vergeben die Plätze über hochschulstart.de, andere nehmen Deine Bewerbung direkt an. Oft zählt neben der Note der Studieneignungstest BaPsy-DGPs:
| Universität | Auswahl zum Wintersemester 2025/26 |
|---|---|
| FU Berlin | 126 Plätze bei 4.148 Bewerbungen, Grenze Abiturnote 1,0 |
| LMU München | Grenze 1,54 nach Note und Test, in der reinen Notenquote 1,0 |
| Uni Hamburg | Punktwert 8,0 aus Abiturnote und Test BaPsy-DGPs |
Quellen: Auswahlgrenzen der FU Berlin, der LMU München und der Universität Hamburg; Deutsche Gesellschaft für Psychologie. Grenzwerte gelten nur für das jeweilige Semester.
Alle Werte im Überblick findest Du unter Psychologie NC. Private Hochschulen vergeben ihre Plätze selbst und werben teils mit einem Studium ohne NC, verlangen aber Studiengebühren. Für den Master wählen auch sie aus, die Charlotte Fresenius Hochschule etwa mit Bachelornote 2,5 oder besser und einer Aufnahmeprüfung.
Was Du für die Approbation brauchst
Quelle: Psychotherapeutengesetz § 2.
Ohne Abitur studieren
Das geht in allen Bundesländern. Mit Meister oder einer gleichwertigen Fortbildung darfst Du studieren wie mit Abitur. Nach einer zweijährigen Ausbildung und drei Jahren Berufspraxis bekommst Du meist eine fachgebundene Zulassung, oft nach einer Eignungsprüfung. Für Psychologie musst Du Dich dann aber genauso um einen der knappen Plätze bewerben.
Wie lange dauert es, Psychotherapeut zu werden?
Bis zur Approbation dauert es 5 Jahre, mit der Weiterbildung zum Fachpsychotherapeuten noch einmal mindestens 5 Jahre. Wer eine eigene Praxis mit Kassenzulassung möchte, plant mindestens 10 Jahre ein, in Teilzeit länger.
- Jahr 1 bis 3BachelorGrundlagen der Psychologie, Diagnostik, Medizin und Forschung, dazu 570 Stunden Praktika.
- Jahr 4 und 5MasterKlinische Psychologie und Psychotherapie, 750 Stunden Praxis in Klinik, Tagesklinik und Praxis.
- am EndePsychotherapeutische PrüfungEine mündlich-praktische Fallprüfung und ein Parcours mit Stationen, etwa zu Diagnostik und Patientensicherheit.
- danachApprobationDu bist Psychotherapeut und darfst behandeln, angestellt oder privat.
- Jahr 6 bis 10WeiterbildungMindestens 5 Jahre in Vollzeit, angestellt und bezahlt, in Praxis und Klinik. Am Ende bist Du Fachpsychotherapeut.
- dannKassenzulassungEintrag ins Arztregister und Antrag beim Zulassungsausschuss.
Quellen: Psychotherapeutengesetz §§ 9 und 10, Approbationsordnung § 48, Muster-Weiterbildungsordnung der Bundespsychotherapeutenkammer.
Was kostet der Weg, und wer bezahlt ihn?
Teuer kann vor allem das Studium an einer privaten Hochschule werden, die Weiterbildung danach wird bezahlt. Wie viel Du selbst trägst, hängt vor allem vom Studium ab:
| Abschnitt | Was es kostet | Wie Du es finanzierst |
|---|---|---|
| Studium an einer staatlichen Uni | Semesterbeitrag, Miete und Leben | BAföG, Nebenjob, Stipendien |
| Studium an einer privaten Hochschule | dazu Studiengebühren | Stipendien, Nebenjob |
| Weiterbildung nach der Approbation | Du wirst angestellt | Gehalt vom Arbeitgeber |
| Ausbildung nach altem Recht | Kosten am Institut | mindestens 1.000 € im Monat in der praktischen Tätigkeit |
Quellen: BAföG § 2, Psychotherapeutengesetz § 27, Muster-Weiterbildungsordnung der Bundespsychotherapeutenkammer.
Für Dein Studium kommen viele Stipendien in Frage, etwa nach Fach, Note oder Engagement. Welche zu Dir passen, zeigt Dir unsere kostenlose Stipendiensuche.
Was macht ein Psychotherapeut?
Als Psychotherapeut diagnostizierst und behandelst Du psychische und psychosomatische Störungen. Deine Patienten haben zum Beispiel Depressionen, Angst- oder Essstörungen, ein Trauma oder eine Sucht. Du klärst, was ihnen fehlt, und behandelst sie in Einzel- oder Gruppensitzungen, auch per Video.
So läuft eine Therapie auf Kassenkosten ab
- zuerstSprechstundeBis zu 6 Termine, zusammen höchstens 150 Minuten.
- bei BedarfAkutbehandlungBis zu 24 Einheiten von 25 Minuten für Menschen in einer Krise.
- vor der TherapieProbatorische Sitzungen2 bis 4 Stunden zum Kennenlernen, bevor die eigentliche Therapie beginnt.
- dannKurzzeittherapieZweimal bis zu 12 Stunden.
- wenn nötigLangzeittherapieJe nach Verfahren bis zu 48 Stunden (Systemische Therapie), 80 (Verhaltenstherapie), 100 (tiefenpsychologisch) oder 300 (analytisch).
Quelle: Psychotherapie-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses, §§ 11 bis 13, 28 bis 30 (Stand Juni 2026).
Welche Therapieverfahren gibt es?
| Verfahren | Worum es geht | Kasse zahlt |
|---|---|---|
| Verhaltenstherapie | Denk- und Verhaltensmuster erkennen und Schritt für Schritt ändern | ja |
| Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie | aktuelle Konflikte mit ihren Wurzeln in der Lebensgeschichte bearbeiten | ja |
| Analytische Psychotherapie | unbewusste Konflikte über einen längeren Zeitraum aufarbeiten | ja |
| Systemische Therapie | Familie und Umfeld in die Behandlung einbeziehen | ja, für Erwachsene seit 2020, für Kinder und Jugendliche seit 2024 |
Die Gesprächspsychotherapie zahlen die gesetzlichen Kassen nicht. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat sie 2008 abgelehnt.
Quellen: Psychotherapie-Richtlinie §§ 15 bis 18; Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses vom 22.11.2019, 18.01.2024 und 24.04.2008.
Psychologe, Psychotherapeut, Psychiater: Was ist der Unterschied?
Psychotherapeut darf sich nur nennen, wer approbiert ist, also Psychologische Psychotherapeuten, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten und Ärzte. Die drei Berufe klingen ähnlich, dürfen aber Unterschiedliches:
| Beruf | Ausbildung | Was er darf |
|---|---|---|
| Psychologe | Studium der Psychologie | beraten, testen, forschen, aber keine Psychotherapie als Heilbehandlung |
| Psychotherapeut | Studium und Approbation | psychische Erkrankungen diagnostizieren und behandeln |
| Psychiater | Medizin und Facharzt | zusätzlich körperlich untersuchen und Medikamente verschreiben |
| Heilpraktiker für Psychotherapie | Prüfung beim Gesundheitsamt | therapeutisch arbeiten, ohne Titel und ohne Kasse |
Quellen: gesund.bund.de (Bundesgesundheitsministerium), Psychotherapeutengesetz § 1, Deutsche Gesellschaft für Psychologie.
Das Wort Psychotherapie darf dagegen jeder benutzen. Achte bei der Suche nach einem Therapeuten also auf den Titel.
Wo arbeitet ein Psychotherapeut?
Psychotherapeuten arbeiten in Praxen, Kliniken, Reha-Einrichtungen und Beratungsstellen. Mehr als die Hälfte der nichtärztlichen Psychotherapeuten ist selbstständig.
| Arbeitgeber | Was Du dort machst |
|---|---|
| Eigene oder fremde Praxis | Einzel- und Gruppentherapien, Sprechstunden, oft in Teilzeit |
| Kliniken für Psychiatrie und Psychosomatik | Patienten auf Station und in der Tagesklinik behandeln, im Team mit Ärzten und Pflege |
| Reha-Kliniken | Patienten nach Krankheit oder Sucht wieder fit für Alltag und Beruf machen |
| Beratungsstellen und Jugendhilfe | Familien, Jugendliche und Menschen in Krisen begleiten |
| Justizvollzug | Gefangene psychotherapeutisch behandeln |
| Öffentlicher Gesundheitsdienst und Krankenkassen | beraten und Gutachten schreiben |
Quellen: BERUFENET Psychotherapeut/in und Fachpsychotherapeut/in; Bundesagentur für Arbeit, Engpassanalyse 2025 (Selbstständigenanteil 57,6 %).
Arbeitszeiten und Arbeitsplatz
Du arbeitest in Therapie- und Sprechzimmern und am Schreibtisch. In der Praxis legst Du Termine oft dorthin, wo Deine Patienten Zeit haben, also auch auf den Abend. In der Klinik kann Bereitschaftsdienst dazukommen, auch nachts oder am Wochenende. Viele arbeiten in Teilzeit:
Welche Spezialisierungen gibt es?
Die erste Spezialisierung ist Dein Gebiet: Erwachsene, Kinder und Jugendliche oder Neuropsychologie. Nach der Weiterbildung kannst Du Dich in Bereichsweiterbildungen weiter spezialisieren:
| Spezialisierung | Worum es geht |
|---|---|
| Neuropsychologische Psychotherapie | Menschen mit Hirnschäden, etwa nach einem Schlaganfall oder Unfall |
| Spezielle Schmerzpsychotherapie | Patienten mit chronischen Schmerzen |
| Spezielle Psychotherapie bei Diabetes | Menschen, die mit Diabetes und seinen Folgen ringen |
| Sozialmedizin | Gutachten zu Arbeitsfähigkeit, Reha und Rente |
| Klinische Hypnose/Hypnotherapie | Hypnose als Teil der Behandlung |
| Ein zweites Verfahren | zum Beispiel Systemische Therapie zusätzlich zur Verhaltenstherapie |
Quelle: Muster-Weiterbildungsordnung der Bundespsychotherapeutenkammer, Abschnitte B und D.
In der Praxis setzen viele einen Schwerpunkt, zum Beispiel auf Sucht, Trauma, Gewalt- oder Missbrauchserfahrungen. Für Traumatherapie mit EMDR bei Erwachsenen brauchst Du nachweislich eine passende Fortbildung. Mit Erfahrung kannst Du auch als Supervisor oder Coach arbeiten und andere Therapeuten oder Teams beraten.
Was verdient ein Psychotherapeut?
Als Psychotherapeut verdienst Du im Mittel 5.221 € brutto im Monat. Was Du in Klinik, Praxis und Weiterbildung bekommst und wie sich das Gehalt mit der Erfahrung entwickelt, steht im Artikel Psychotherapeut-Gehalt.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Verdiensterhebung.
Wie geht es nach der Approbation weiter?
Nach der Approbation folgt die Weiterbildung zum Fachpsychotherapeuten. Du arbeitest dabei als approbierter Psychotherapeut in einer Klinik oder Praxis, wirst angeleitet und bezahlt. So ist sie laut Muster-Weiterbildungsordnung aufgebaut:
| Abschnitt | Wie lange |
|---|---|
| Ambulante Versorgung, zum Beispiel Praxis oder Ambulanz | mindestens 24 Monate |
| Klinik: Psychiatrie, Psychosomatik, Suchtreha | mindestens 24 Monate |
| Institutionen wie Beratungsstelle, Jugendhilfe oder Justizvollzug | bis zu 12 Monate |
| ein anderes Gebiet | bis zu 12 Monate |
| Teilzeit | möglich, dann entsprechend länger |
Quelle: Muster-Weiterbildungsordnung der Bundespsychotherapeutenkammer (Stand Mai 2026). Die Landeskammern setzen sie in eigenes Recht um.
Du wählst ein Gebiet: Psychotherapie für Erwachsene, für Kinder und Jugendliche oder Neuropsychologische Psychotherapie. Dazu kommt Dein Verfahren: Wählst Du Verhaltenstherapie, wirst Du Verhaltenstherapeut. Die Bezahlung in der Weiterbildung ist ein offenes Thema: Die Bundespsychotherapeutenkammer warnte im Mai 2026, die Finanzierung sei noch immer nicht ausreichend gesichert.
Kassenzulassung und eigene Praxis
- Schritt 1ArztregisterMit Approbation und abgeschlossener Weiterbildung trägt Dich die Kassenärztliche Vereinigung ins Register ein.
- Schritt 2Freier SitzDie Bedarfsplanung legt fest, wie viele Psychotherapeuten in einer Region zugelassen werden. Ist sie voll, brauchst Du einen frei werdenden Sitz.
- Schritt 3ZulassungsausschussÜber Deinen Antrag entscheidet ein Ausschuss aus Vertretern der Ärzte und Krankenkassen, nicht die Kassenärztliche Vereinigung allein.
Eine Privatpraxis darfst Du schon mit der Approbation eröffnen. Gesetzlich Versicherte können sich die Kosten bei Dir aber nur erstatten lassen, wenn Du auch die Weiterbildung hast. Mit voller Zulassung musst Du mindestens 25 Stunden pro Woche Sprechstunden für gesetzlich Versicherte anbieten.
Quellen: SGB V §§ 13, 95, 95c, 95d, 96, 103; Zulassungsverordnung §§ 19, 19a.
Kann man ohne Psychologiestudium Psychotherapeut werden?
Ohne Psychologiestudium nur über Medizin, ganz ohne Studium gar nicht. Wer nicht Psychologie studieren will, hat zwei andere Wege. Was sie Dir erlauben:
| Weg | Dauer | Was Du damit darfst |
|---|---|---|
| Psychologie und Psychotherapie | 5 + 5 Jahre | Titel Psychotherapeut, Kasse nach der Weiterbildung |
| Medizin und Facharzt | 6 + 5 Jahre | Titel ärztlicher Psychotherapeut, Kasse, Medikamente |
| Heilpraktiker für Psychotherapie | Prüfung beim Gesundheitsamt | therapeutisch arbeiten, ohne Titel und ohne Kasse |
| Soziale Arbeit oder Pädagogik | nur nach altem Recht | Kinder und Jugendliche behandeln, Weg läuft bis 2032 aus |
Quellen: Psychotherapeutengesetz §§ 1, 27; Approbationsordnung für Ärzte § 1; Muster-Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer; Heilpraktikergesetz und Durchführungsverordnung § 2.
Über Medizin: ärztlicher Psychotherapeut
Das Medizinstudium dauert 6 Jahre, das letzte ist das Praktische Jahr. Danach machst Du eine Facharztweiterbildung von 5 Jahren in Psychiatrie und Psychotherapie, in Psychosomatischer Medizin und Psychotherapie oder in Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie. Ärzte anderer Fächer können die Zusatz-Weiterbildung Psychotherapie machen. Als Arzt darfst Du anders als Psychologische Psychotherapeuten auch Medikamente verschreiben. Wie Du an einen Studienplatz kommst, steht im Artikel Medizinstudium.
Heilpraktiker für Psychotherapie
Wer ohne Studium therapeutisch arbeiten will, kann die eingeschränkte Heilpraktiker-Erlaubnis für Psychotherapie beantragen. Alles zu diesem Weg liest Du im Artikel Heilpraktiker für Psychotherapie. Das Wichtigste:
Quellen: Heilpraktikergesetz § 1, Erste Durchführungsverordnung § 2, Service-Portal Berlin, BERUFENET, Bundespsychotherapeutenkammer.
Gibt es die Ausbildung zum Psychotherapeuten noch?
Nur als Übergang. Wer vor dem 1. September 2020 Psychologie, Pädagogik oder Sozialpädagogik zu studieren begonnen hat, kann die alte Ausbildung an einem Institut noch machen. Sie muss bis 1. September 2032 beendet sein, in Härtefällen bis 31. August 2035. In der praktischen Tätigkeit stehen Dir seit 2020 mindestens 1.000 € im Monat zu, wenn Du Vollzeit arbeitest. Die Länder dürfen außerdem für Studienanfänger bis August 2026 eine Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten an Fachhochschulen erlauben. Mit Sozialer Arbeit oder Pädagogik führt heute sonst kein Weg mehr zur Approbation.
Wie sind die Berufsaussichten?
Die Aussichten sind gut, Psychotherapie wird gebraucht. Patienten warten nach dem Erstgespräch im Schnitt rund 20 Wochen auf den Therapiebeginn. Und fast ein Drittel der Psychotherapeuten mit Kassensitz ist 60 oder älter:
Ein Engpassberuf ist Psychotherapie laut Bundesagentur für Arbeit trotzdem nicht. Sie führt den Beruf im Beobachtungsbereich. Arbeitgeber brauchen aber überdurchschnittlich lange, um eine Stelle zu besetzen, und die Zahl der Beschäftigten soll bis 2040 wachsen. Wie viele Kassensitze es in einer Region gibt, legt die Bedarfsplanung fest.
Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Engpassanalyse 2025 und BERUFENET; SGB V § 103.
Passt der Beruf zu Dir?
Psychotherapeut ist ein Beruf mit langem Atem: 5 Jahre Studium, 5 Jahre Weiterbildung, und auch danach lernst Du weiter. Dafür hilfst Du Menschen in schweren Zeiten und siehst, wie es ihnen besser geht. Diese Liste hilft Dir bei der Entscheidung:
Was solltest Du mitbringen?
- Dich gut in andere hineinversetzen kannst
- aufmerksam beobachtest und auch Zwischentöne wahrnimmst
- in schwierigen Gesprächen die richtigen Worte findest
- Dich gern mit Theorien, Studien und Modellen beschäftigst
- belastbar bist und Abstand halten kannst, ohne abzustumpfen
- verschwiegen bist
- Geduld hast, auch wenn Fortschritte lange dauern
- schnelle Erfolge brauchst
- schwere Schicksale schlecht loslassen kannst
- ungern dokumentierst und Anträge schreibst
- keine 10 Jahre Ausbildung bis zur eigenen Kassenpraxis einplanen willst
Unsicher, ob es Therapie sein soll? Dann lies auch, wie Du Psychologe oder Ergotherapeut wirst.
Weiter zu Psychologie und Therapie
Ähnliche Berufe
Passende Studiengänge
* Individuelle Ergebnisse können je Portal und je nach Deinem Profil variieren. Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn Du auf einen Affiliate-Link klickst, bekommt myStipendium.de von dem betreffenden Anbieter eine Provision. Für Dich verändert sich der Preis bzw. das Angebot nicht. Dein Klick hilft bei der Finanzierung unserer kostenfreien Seite.





