Politologe: Ausbildung & Beruf

6 Semester Bachelor4 Semester Masterrund 170 Studienangebote5.834 € mittleres Gehalt
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Inhalt15 Abschnitte
  1. Wie wird man Politologe?
  2. Was muss man studieren, um Politologe zu werden?
  3. Welche Voraussetzungen brauchst Du?
  4. Kann man ohne Studium Politologe werden?
  5. Kann man ohne Abitur Politikwissenschaft studieren?
  6. Wie geht es nach dem Studium weiter?
  7. Wie finanzierst Du Studium und Promotion?
  8. Welche Fachrichtungen gibt es?
  9. Was macht ein Politologe?
  10. Wo arbeiten Politologen?
  11. Politologe, Politikwissenschaftler, Politiker: Was ist der Unterschied?
  12. Was verdient ein Politologe?
  13. Wie sind die Berufsaussichten?
  14. Passt der Beruf zu Dir?
  15. Weiter zu Politik und Gesellschaft

Politologen und Politologinnen, auch Politikwissenschaftler genannt, untersuchen, wie Staat, Politik und Gesellschaft funktionieren: Sie erforschen politische Systeme, Parteien, Wahlen und internationale Beziehungen und beraten Parlamente, Ministerien, Parteien und Verbände.

Wie wird man Politologe?

Politologe wirst Du über ein Studium der Politikwissenschaft: erst 6 Semester Bachelor, für die meisten Fachstellen dann 4 Semester Master. Für Forschung und Lehre an der Uni kommt die Promotion dazu. Eine Ausbildung zum Politologen gibt es nicht, und die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Arbeitgeber erwarten aber den Abschluss in Politikwissenschaft.

So geht es nach dem Abitur weiter

  1. vor dem StudiumAbiturOder eine fachgebundene Hochschulreife. Wie es ohne Abitur geht, liest Du weiter unten.
  2. 6 SemesterBachelorPolitische Theorie, Vergleich politischer Systeme, Internationale Beziehungen, Methoden und Statistik. An vielen Unis gehört ein Praktikum dazu. Im Mittel dauert der Bachelor tatsächlich 8 Semester.
  3. 4 SemesterMasterFür Fach- und Führungsstellen und den höheren Dienst. Viele Master haben einen Schwerpunkt wie Public Policy, Europa oder Internationale Beziehungen.
  4. einige JahrePromotionFür eine Laufbahn an Uni und Forschungsinstitut. 2024 haben in Deutschland 200 Menschen in Politikwissenschaft promoviert.
  5. danachEinstiegZum Beispiel als Referent im Bundestag, in einem Ministerium, bei einer Partei, einem Verband oder einem Meinungsforschungsinstitut
Kurz beantwortet
Was braucht man, um Politologe zu werden?Ein Studium der Politikwissenschaft, für Fachstellen meist mit MasterDazu gutes Englisch und keine Scheu vor Zahlen: Methoden und Statistik sind an allen Unis Pflicht.
Wie lange dauert es?5 Jahre bis zum Master3 Jahre Bachelor, 2 Jahre Master. In der Praxis brauchen Studierende für den Bachelor im Mittel 8 statt 6 Semester.
Gibt es eine Ausbildung oder Lehrstellen?NeinPolitologe ist kein Ausbildungsberuf. Wer eine Lehrstelle sucht, findet im Abschnitt "Ohne Studium" Alternativen.
Wer darf sich Politologe nennen?Im Prinzip jeder, der Beruf ist nicht reglementiert.Arbeitgeber erwarten aber einen Abschluss in Politikwissenschaft. Geschützt ist nur der akademische Grad, etwa "Diplom-Politologe".
Was heißt Politologe auf Englisch?political scientistSo nennen die Bundesagentur für Arbeit und die EU-Berufsliste ESCO den Beruf.

Was muss man studieren, um Politologe zu werden?

Du studierst Politikwissenschaft, an einer Uni oder im Fernstudium. Wer schon arbeitet, kann auch aus der Ferne studieren:

Der Master setzt ein erstes Studium und Berufserfahrung voraus und vertieft Politik und Management. Der Bachelor ist ein BWL-Studium mit Politik als Schwerpunkt, kein reines Politik-Studium.
1
Euro-FH
Politikwissenschaft und Management
Euro-FH* · Fernstudium
Master
2
Euro-FH
Betriebswirtschaftslehre, Spezialisierung Politik und Wirtschaft
Euro-FH* · Fernstudium
Bachelor

Unis, Inhalte und Zulassung im Detail stehen im Artikel Politikwissenschaft-Studium. Hier der Überblick: Der Bachelor heißt meist Bachelor of Arts, manchmal Bachelor of Science. Neben Politik lernst Du Grundlagen aus Geschichte, Soziologie, Recht und Volkswirtschaft.

rund 170
Studienangebote
grundständig, mit Kombi- und Lehramtsstudiengängen
32.880
Studierende
im Hauptfach Politikwissenschaft im Wintersemester 2025/26
8 Semester
im Mittel
so lange dauert der Bachelor tatsächlich
Quellen: Hochschulkompass (Suche Oktober 2026); Statistisches Bundesamt; Bundesagentur für Arbeit (BERUFENET)

So unterscheiden sich die Unis

Ein Pflichtpraktikum haben nicht alle Unis, und mal studierst Du nur Politik, mal mit einem zweiten Fach:

UniStudiumPraktikum
FU BerlinMono- oder Kombi-Bachelor am Otto-Suhr-InstitutPflicht, 120 bis 360 Stunden
Uni HamburgMono-Bachelor, ohne Nebenfach9 Wochen, wahlweise
Uni KasselKombi-Bachelor8 Wochen im In- oder Ausland, Pflicht
Uni KonstanzPolitik - Verwaltung - Management6 Monate im 4. Semester, Pflicht
Uni MannheimBachelor, Lehre auf Deutsch und Englisch12 Wochen, Pflicht
LMU MünchenHauptfach plus NebenfachPraxismodul, wahlweise

Quellen: Studiengangsseiten der FU Berlin, Uni Hamburg, Uni Kassel, Uni Konstanz, Uni Mannheim und LMU München; Stand Oktober 2026.

Der Master

Der Master dauert meist 4 Semester und endet als Master of Arts, Master of Science oder Master of Public Policy. Viele Master haben einen Schwerpunkt: An der LMU wählst Du zwischen Demokratieforschung, Internationalen Beziehungen und Europaforschung sowie Public Policy, an der FU Berlin geht es unter anderem um Friedens- und Konfliktforschung. Die LMU und Mannheim unterrichten den Master auf Englisch.

Politikwissenschaft im Fernstudium

Fernstudium kurz beantwortet
Wo geht das?An der FernUniversität in Hagen, einer staatlichen UniDer Bachelor heißt Politikwissenschaft, Verwaltungswissenschaft, Soziologie und dauert in Vollzeit 6 Semester. In Teilzeit bestimmst Du das Tempo selbst.
Gibt es einen NC?NeinDie FernUni nimmt alle auf, die die Voraussetzungen erfüllen.
Was kostet es?rund 2.200 € für den ganzen BachelorDas gilt für ein Vollzeitstudium in der Regelstudienzeit. Der Master Politikwissenschaft kostet rund 1.400 €.
Und an privaten Fernhochschulen?Monatliche Gebühren, dafür Start jederzeitDie Euro-FH bietet den Master in 24 oder 32 Monaten an, den BWL-Bachelor mit Politik in 36 oder 48 Monaten.

Quellen: FernUniversität in Hagen, Euro-FH; Stand Oktober 2026.

Welche Voraussetzungen brauchst Du?

Du brauchst das Abitur oder eine fachgebundene Hochschulreife, dazu gutes Englisch und Interesse an Zahlen. Welchen Abi-Durchschnitt Du brauchst, hängt stark von der Uni ab:

UniSo wird zugelassenZuletzt nötig
Uni Kasselkein NCEnglisch auf Niveau B1
LMU Münchenkein NC, aber Studien­orientierungs­verfahrenTeilnahme am Verfahren
Uni HamburgZulassungs­beschränktAbi 1,8 (Winter 2025/26)
FU Berlin, Kombi-BachelorZulassungs­beschränktAbi 2,1 (Winter 2025/26)
FU Berlin, Mono-BachelorZulassungs­beschränkt, 1.874 Bewerbungen auf 163 PlätzeAbi 1,1 (Winter 2025/26)
Uni MannheimAuswahl nach Abi-Schnitt, Mathe- und Englischnotekeine Grenznote veröffentlicht
Uni KonstanzRangliste, die ersten 180 bekommen einen Platzkeine Grenznote veröffentlicht

Quellen: Uni Kassel, LMU München, Uni Hamburg (NC-Werte und Wartesemester), FU Berlin (NC-Tabellen Wintersemester 2025/26), Uni Mannheim, Uni Konstanz; Stand Oktober 2026.

Ist das Studium der Politikwissenschaft schwer?

Viel Lesen, viel Englisch und Statistik: Wer nur über Politik diskutieren will, wird überrascht. Abgebrochen wird aber seltener als im Schnitt aller Fächer.

32 %
Studienabbruch
im Uni-Bachelor der Sozialwissenschaften, Abschlussjahrgang 2020
39 %
über alle Fächer
im Uni-Bachelor, zum Vergleich
B1
Englisch
musst Du zum Beispiel in Kassel schon bei der Bewerbung nachweisen
Quellen: DZHW Brief 05/2022 mit Anhang, Tabelle A1; Uni Kassel

Mannheim erwartet sehr gute Englischkenntnisse und Interesse an Zahlen und Logik, die LMU gute Englisch- und Mathematikkenntnisse. In Konstanz sind viele Vorlesungen schon im ersten Semester auf Englisch.

Kann man ohne Studium Politologe werden?

Nein, Politologe wirst Du nur über ein Studium, eine Ausbildung oder Lehrstellen gibt es nicht. Zum Ausprobieren, ob Dich politische Themen tragen, gibt es Fernkurse ohne Vorkenntnisse:

Der Fernkurs dauert 12 Monate bei etwa 4 Stunden pro Woche und endet mit einem Zeugnis des Anbieters. Er vermittelt Geschichte und Politik als Wissen, ein Abschluss in Politikwissenschaft ist er nicht.
1
ILS
Geschichte/Politik: Deutschland damals und heute
ILS* · Fernkurs
Fernkurs

Im Kurs geht es um deutsche Geschichte vom Wiener Kongress bis zur Wiedervereinigung und um die Gesellschaft der Bundesrepublik. Für eine Stelle als Politologe brauchst Du trotzdem das Studium. Ohne Studium bleiben diese Wege in die Politik:

Ohne Studium in die Politik
Als PolitikerKein Abschluss nötig, mehr im Artikel PolitikerIn den Bundestag gewählt werden kannst Du ab 18 mit deutscher Staatsangehörigkeit. Mitglied einer Partei musst Du nicht sein.
Im Büro eines AbgeordnetenStudienfach nicht entscheidendDer Bundestag schrieb über die Mitarbeiter der Abgeordneten: Politologen und Juristen sind stark vertreten, das Studienfach sei aber nicht das Entscheidende. Für wissenschaftliche Mitarbeiter ist ein Studium die Regel.
Erst arbeiten, dann studierenOhne Abitur an die UniMit Ausbildung und Berufserfahrung kannst Du Politikwissenschaft später noch studieren, wie im nächsten Abschnitt beschrieben.

Kann man ohne Abitur Politikwissenschaft studieren?

Ja, über Deinen Beruf: Mit Meister oder Techniker darfst Du jedes Fach studieren, mit Ausbildung und Berufserfahrung ein passendes. Die Regeln dafür hat die Kultusministerkonferenz 2009 für alle Länder festgelegt. So sieht das in der Praxis aus:

So kommst Du ohne Abitur an die Uni
Mit Meister oder TechnikerDu darfst jedes Fach studieren.Der Abschluss zählt wie eine allgemeine Hochschulreife.
Mit Ausbildung und BerufserfahrungMit Prüfung oder ProbestudiumDu brauchst mindestens 2 Jahre Ausbildung und 3 Jahre Berufspraxis. An der FernUni Hagen schreibst Du für Politikwissenschaft dann eine Klausur in Deutsch und eine in Englisch.
An der Uni KasselStudieren ohne Abitur ist vorgesehenDie Uni nennt die berufliche Qualifikation ausdrücklich als Zugang zum Bachelor Politikwissenschaft.
An der Euro-FHBachelor auch ohne AbiturMit abgeschlossener Ausbildung und danach mindestens 3 Jahren Berufserfahrung, zum Beispiel für den BWL-Bachelor mit Politik.

Quellen: Kultusministerkonferenz (Beschluss vom 06.03.2009); FernUniversität in Hagen; Uni Kassel; Euro-FH; Stand Oktober 2026.

Wie geht es nach dem Studium weiter?

Für viele Stellen im öffentlichen Dienst brauchst Du den Master. Für die Forschung promovierst Du danach. An vielen Unis gehört ein Praktikum zum Studium, laut Bundesagentur für Arbeit zum Beispiel bei Verbänden. Diese Wege sind typisch:

Kurz beantwortet
Reicht der Bachelor?Für den Einstieg oft, für Fachstellen meist nichtLaut Bundesagentur für Arbeit erfordern Führungspositionen und spezialisierte Aufgaben meist einen Master. Für den höheren Dienst beim Bund schreibt das Bundesbeamtengesetz einen Master vor.
Wie werde ich Referent im Bundestag?Mit wissenschaftlichem HochschulstudiumDas ist laut Bundestagsverwaltung die Regel für den höheren Dienst. Die Wissenschaftlichen Dienste beantworten bis zu 2.000 Anfragen der Abgeordneten im Jahr, einer ihrer Fachbereiche ist Geschichte, Politik und Kultur.
Kann ich Diplomat werden?Ja, mit Master, mehr im Artikel DiplomatDas Auswärtige Amt nimmt Bewerber aus den unterschiedlichsten Fächern. Im Test gibt es einen Fachteil Geschichte und Politik, danach folgen 14 Monate Ausbildung an der Akademie Auswärtiger Dienst.
Wie lange darf mich die Uni befristen?6 Jahre vor und 6 Jahre nach der PromotionSo steht es im Wissenschaftszeitvertragsgesetz. Eine Reform mit Mindestlaufzeiten für Verträge liegt im Bundestag, in Kraft ist sie noch nicht.

Quellen: Bundesagentur für Arbeit (BERUFENET); Bundesbeamtengesetz § 17; Deutscher Bundestag; Auswärtiges Amt; Wissenschaftszeitvertragsgesetz § 2, Bundestagsdrucksache 21/8281; Stand Oktober 2026.

Wie finanzierst Du Studium und Promotion?

Im Studium helfen BAföG und Stipendien, in der Promotion eine Stelle an der Uni oder ein Stipendium. Für Politologen interessant: 6 der 13 staatlich geförderten Begabtenförderungswerke stehen einer Partei nahe, von der Konrad-Adenauer- bis zur Rosa-Luxemburg-Stiftung.

HilfeSo viel gibt es
BAföGbis zu 992 € im Monat
Die Hälfte ist geschenkt, zurück zahlst Du höchstens 10.010 €.
Deutschland­stipendium300 € im Monat
unabhängig vom Einkommen, zusätzlich zum BAföG
Begabten­förderungs­werke300 € plus bis zu 855 € im Monat
Der zweite Betrag hängt wie beim BAföG vom Einkommen ab.
Parteinahe Stiftungengleiche Beträge
Friedrich-Ebert-, Friedrich-Naumann-, Hanns-Seidel-, Heinrich-Böll-, Konrad-Adenauer- und Rosa-Luxemburg-Stiftung
Promotions­stipendium1.650 € im Monat plus 100 € für Forschungskosten
bei allen 13 Werken

Quellen: BAföG §§ 13, 13a, 18; deutschlandstipendium.de; stipendiumplus.de (Begabtenförderungswerke des BMFTR); Stand Oktober 2026.

Welche Fachrichtungen gibt es?

Die Politikwissenschaft hat einige große Teilgebiete. Im Bachelor lernst Du alle kennen, im Master spezialisierst Du Dich. Vertiefen kannst Du ein Teilgebiet über Wahlmodule, die Abschlussarbeit und vor allem den Master.

TeilgebietWorum es geht
Politische Theorie und IdeengeschichteBegriffe wie Demokratie, Macht und Gerechtigkeit und wie sich das Denken darüber entwickelt hat
Regierungssystem der BundesrepublikBundestag, Bundesrat, Parteien, Wahlen und Föderalismus in Deutschland
Vergleichende Politik­wissenschaftpolitische Systeme verschiedener Länder im Vergleich
Internationale BeziehungenAußenpolitik, Konflikte, Frieden und internationale Organisationen
Europadie Europäische Union und wie sie Politik macht
Policy-Analyse und Verwaltungwie Gesetze und Programme entstehen und wirken, etwa in der Sozial- oder Umweltpolitik
Politische Ökonomiewie Politik und Wirtschaft zusammenhängen
Politische SoziologieWählerverhalten, Einstellungen und Beteiligung
MethodenUmfragen, Statistik und andere Verfahren der empirischen Forschung
Politische BildungPolitik verständlich vermitteln, in Schule und Erwachsenenbildung

Quellen: Sektionen der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW, mehr als 2.100 Mitglieder); Studiengangsseiten der Unis Mannheim, LMU München und FU Berlin; Bundesagentur für Arbeit (BERUFENET).

Was macht ein Politologe?

Ein Politologe analysiert das politische, rechtliche, soziale und wirtschaftliche System Deutschlands und anderer Länder und macht daraus Forschung, Beratung oder Bildung. Wie Dein Alltag aussieht, hängt stark vom Arbeitgeber ab: Im Institut forschst Du, im Abgeordnetenbüro schreibst Du Vorlagen, in der Stiftung planst Du Seminare.

So sieht Dein Alltag aus
ForschenDu untersuchst, wie Politik entsteht und wirkt.Etwa in politischer Theorie, im Vergleich politischer Systeme oder zu internationalen Beziehungen. Ergebnisse schreibst Du auf und veröffentlichst sie.
BeratenDu bereitest Wissen für Entscheider auf.Für Abgeordnete, Ministerien, Parteien oder Verbände prüfst Du, was ein Gesetz oder eine Maßnahme bewirken würde.
Wahlen und Meinungen messenIn der Meinungsforschung entwickelst Du Fragen und wertest Umfragen aus.Zum Beispiel zum Wählerverhalten oder zur politischen Stimmung im Land.
ÖffentlichkeitsarbeitDu schreibst Pressemitteilungen und bereitest Pressetermine vor.Bei Parteien, Verbänden und Organisationen erklärst Du Positionen nach außen.
Politische BildungDu planst Seminare, Tagungen und Bildungsangebote.In Stiftungen, in der Erwachsenenbildung oder bei der Bundeszentrale für politische Bildung, die das demokratische Bewusstsein festigen soll.
Lehren und Geld einwerbenAn der Uni hältst Du Seminare und leitest Projekte.Dazu gehört, Forschungsgelder zu beantragen.

Wo arbeitest Du?

Meist im Büro und am Bildschirm. Für Recherchen sitzt Du in Bibliotheken und Archiven, für Vorträge und Seminare in Hörsälen und Seminarräumen. Je nach Arbeitgeber geht auch Homeoffice.

Wo arbeiten Politologen?

Politologen arbeiten in Parlamenten und Ministerien, bei Parteien, Stiftungen und Verbänden, in Instituten und Medien. Eine feste Laufbahn gibt es nicht. Selbstständig arbeiten Politologen zum Beispiel als PR-Berater, Trainer oder Redenschreiber.

ArbeitgeberWas Du dort machst
Bundestag und LandtageRecherchieren und zuarbeiten
in den Wissen­schaftlichen Diensten, bei den Fraktionen oder im Büro eines Abge­ordneten. 2022 hatten die Abge­ordneten des Bundestags 2.137 wissenschaftliche Mitarbeiter. Deren Verträge enden mit dem Mandat.
Minis­terien und VerwaltungReferent im höheren Dienst
mit Master, etwa im Auswärtigen Amt
Parteien, Stiftungen, Gewerkschaften, VerbändeProgramme, Kampagnen, Interessenvertretung
auch politische Bildung in parteinahen Stiftungen
ForschungsinstituteForschen und beraten
Die Stiftung Wissenschaft und Politik berät Bundestag und Bundesregierung, das WZB in Berlin forscht mit mehr als 175 Wissenschaftlern, das PRIF in Frankfurt zu Konflikten.
Meinungs­forschungWahl- und Politikforschung
Institute wie infratest dimap und die Forschungsgruppe Wahlen liefern die Zahlen für die Wahlabende von ARD und ZDF.
UnisForschung und Lehre
meist befristet, für eine Laufbahn mit Promotion
PR-Agenturen und MedienKommunikation
Pressearbeit, Texte, politische Einordnung
Entwicklungs­zusammen­arbeitProjekte im Ausland
bei Organisationen der Entwicklungs­zusammen­arbeit

Quellen: Bundesagentur für Arbeit (BERUFENET); Deutscher Bundestag (Datenhandbuch Kapitel 17.4, Stand 31.03.2022); Auswärtiges Amt; SWP; WZB; PRIF; infratest dimap; Forschungsgruppe Wahlen; Stand Oktober 2026.

Politologe, Politikwissenschaftler, Politiker: Was ist der Unterschied?

Politologe und Politikwissenschaftler meinen denselben Beruf. Politiker dagegen ist kein Beruf mit Abschluss, sondern ein Amt, in das man gewählt wird. Wer "Diplom-Politologe" heißt, hat noch den alten Diplom-Abschluss gemacht, etwa an der FU Berlin. Dort endete der Studiengang 2020, heute gibt es Bachelor und Master. Den akademischen Grad darf nur führen, wer ihn erworben hat.

PolitologePolitiker
Was macht er?erforscht, erklärt und berät Politikmacht Politik und entscheidet mit
Wie wird man das?Studium der Politik­wissenschaftWahl, etwa in den Bundestag, ab 18 Jahren
Andere NamenPolitik­wissenschaftler, Diplom-Politologe (alter Abschluss)Abgeordneter, Mandatsträger
Auf Englischpolitical scientistpolitician
Kurz beantwortet
Was bedeutet Politologe?Wissenschaftler für PolitikSo erklärt es der Duden: ein Wissenschaftler auf dem Gebiet der Politologie. Eine Politologin oder ein Politologe hat in aller Regel Politikwissenschaft studiert.
Was ist Politologie?Ein anderes Wort für PolitikwissenschaftSie befasst sich mit den Institutionen von Staat und Gesellschaft, mit politischen Systemen und ihren Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft.

Quellen: Bundesagentur für Arbeit (BERUFENET, studienwahl.de); Duden; Deutscher Bundestag; Grundgesetz Art. 38; FU Berlin; Strafgesetzbuch § 132a.

Was verdient ein Politologe?

Als Politologe verdienst Du im Mittel 5.834 € brutto im Monat. Einstieg, Entwicklung und Unterschiede nach Abschluss und Bundesland findest Du im Artikel Politologe-Gehalt.

Wie sind die Berufsaussichten?

Es gibt viele Politologen und wenige Stellen, die genau für sie ausgeschrieben sind. Wer offen für andere Aufgaben ist, hat es leichter. Viele finden Arbeit außerhalb der Politik, etwa in der Unternehmensorganisation, in der Öffentlichkeitsarbeit, im Journalismus, in der Unternehmensberatung oder in der Projektleitung.

108.000
studierte Politologen
arbeiteten 2025, nur 19.000 davon in politikwissenschaftlichen Aufgaben
4,1 %
arbeitslos
Arbeitslosenquote mit Politikabschluss 2025
rund 50
passende Stellen
waren 2025 im Schnitt bei der Arbeitsagentur gemeldet
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Blickpunkt Arbeitsmarkt Akademikerinnen und Akademiker, Kapitel 2.9 (2025)

Die Zahl der studierten Politologen hat sich seit 2015 fast verdoppelt. Die Bundesagentur für Arbeit erwartet bis 2040 mehr Erwerbstätige in den Gesellschaftswissenschaften.

Kurz beantwortet
Was kann man mit Politikwissenschaft beruflich machen?Mehr als PolitikNeben Parlament, Ministerium und Partei auch Pressearbeit, Journalismus, Beratung, Projektleitung und politische Bildung.
Welche Berufe sind ähnlich?Soziologe, Sozialwissenschaftler, MeinungsforscherDazu nennt die Bundesagentur für Arbeit den Public-Affairs-Manager, der Interessen von Firmen und Verbänden in der Politik vertritt.

Passt der Beruf zu Dir?

Was solltest Du mitbringen?

Das passt zu Dir, wenn Du ...
  • Nachrichten und politische Debatten spannend findest
  • viel liest und gern schreibst, auch auf Englisch
  • mit Zahlen und Statistik umgehen kannst
  • schwierige Themen einfach erklären kannst
  • genau zuhörst und Dich in andere hineinversetzt
Eher nicht, wenn Du ...
  • vor allem selbst Politik machen willst
  • nach dem Studium eine sichere, feste Stelle brauchst
  • ungern lange am Schreibtisch sitzt
  • Statistik und Methoden lieber meiden möchtest
  • Dich auf genau einen Job festlegen willst

Weiter zu Politik und Gesellschaft

Quellen dieses Artikels Beruf, Aufgaben, Arbeitgeber, Zugang, Prognose: Bundesagentur für Arbeit, BERUFENET (Politologe/in, Politikwissenschaft grundständig und weiterführend); ESCO · Studium: Hochschulkompass (Suche Oktober 2026); Statistisches Bundesamt (Studierende, Prüfungen 2024); FU Berlin, Uni Hamburg, Uni Kassel, Uni Konstanz, Uni Mannheim, LMU München; DZHW Brief 05/2022 · Fernstudium und Kurse: FernUniversität in Hagen, Euro-FH, ILS · Ohne Abitur: Kultusministerkonferenz (Beschluss vom 06.03.2009), FernUniversität in Hagen, Uni Kassel, Euro-FH · Nach dem Studium und Arbeitgeber: Bundesbeamtengesetz § 17, Deutscher Bundestag (Karriere, Wissenschaftliche Dienste, Datenhandbuch), Auswärtiges Amt, SWP, WZB, PRIF, Bundeszentrale für politische Bildung, infratest dimap, Forschungsgruppe Wahlen, Wissenschaftszeitvertragsgesetz · Fachrichtungen: Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft (Sektionen) · Unterschied: Grundgesetz Art. 38, Deutscher Bundestag, FU Berlin, Strafgesetzbuch § 132a · Finanzierung: BAföG, deutschlandstipendium.de, stipendiumplus.de · Gehalt: Statistisches Bundesamt; Arbeitsmarkt: Bundesagentur für Arbeit (Blickpunkt Akademikerinnen und Akademiker 2025, Beschäftigungsstatistik) · Stand Oktober 2026

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