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Inhalt15 Abschnitte
- Wie wird man Politologe?
- Was muss man studieren, um Politologe zu werden?
- Welche Voraussetzungen brauchst Du?
- Kann man ohne Studium Politologe werden?
- Kann man ohne Abitur Politikwissenschaft studieren?
- Wie geht es nach dem Studium weiter?
- Wie finanzierst Du Studium und Promotion?
- Welche Fachrichtungen gibt es?
- Was macht ein Politologe?
- Wo arbeiten Politologen?
- Politologe, Politikwissenschaftler, Politiker: Was ist der Unterschied?
- Was verdient ein Politologe?
- Wie sind die Berufsaussichten?
- Passt der Beruf zu Dir?
- Weiter zu Politik und Gesellschaft
Politologen und Politologinnen, auch Politikwissenschaftler genannt, untersuchen, wie Staat, Politik und Gesellschaft funktionieren: Sie erforschen politische Systeme, Parteien, Wahlen und internationale Beziehungen und beraten Parlamente, Ministerien, Parteien und Verbände.
Wie wird man Politologe?
Politologe wirst Du über ein Studium der Politikwissenschaft: erst 6 Semester Bachelor, für die meisten Fachstellen dann 4 Semester Master. Für Forschung und Lehre an der Uni kommt die Promotion dazu. Eine Ausbildung zum Politologen gibt es nicht, und die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Arbeitgeber erwarten aber den Abschluss in Politikwissenschaft.
So geht es nach dem Abitur weiter
- vor dem StudiumAbiturOder eine fachgebundene Hochschulreife. Wie es ohne Abitur geht, liest Du weiter unten.
- 6 SemesterBachelorPolitische Theorie, Vergleich politischer Systeme, Internationale Beziehungen, Methoden und Statistik. An vielen Unis gehört ein Praktikum dazu. Im Mittel dauert der Bachelor tatsächlich 8 Semester.
- 4 SemesterMasterFür Fach- und Führungsstellen und den höheren Dienst. Viele Master haben einen Schwerpunkt wie Public Policy, Europa oder Internationale Beziehungen.
- einige JahrePromotionFür eine Laufbahn an Uni und Forschungsinstitut. 2024 haben in Deutschland 200 Menschen in Politikwissenschaft promoviert.
- danachEinstiegZum Beispiel als Referent im Bundestag, in einem Ministerium, bei einer Partei, einem Verband oder einem Meinungsforschungsinstitut
Was muss man studieren, um Politologe zu werden?
Du studierst Politikwissenschaft, an einer Uni oder im Fernstudium. Wer schon arbeitet, kann auch aus der Ferne studieren:

Unis, Inhalte und Zulassung im Detail stehen im Artikel Politikwissenschaft-Studium. Hier der Überblick: Der Bachelor heißt meist Bachelor of Arts, manchmal Bachelor of Science. Neben Politik lernst Du Grundlagen aus Geschichte, Soziologie, Recht und Volkswirtschaft.
So unterscheiden sich die Unis
Ein Pflichtpraktikum haben nicht alle Unis, und mal studierst Du nur Politik, mal mit einem zweiten Fach:
| Uni | Studium | Praktikum |
|---|---|---|
| FU Berlin | Mono- oder Kombi-Bachelor am Otto-Suhr-Institut | Pflicht, 120 bis 360 Stunden |
| Uni Hamburg | Mono-Bachelor, ohne Nebenfach | 9 Wochen, wahlweise |
| Uni Kassel | Kombi-Bachelor | 8 Wochen im In- oder Ausland, Pflicht |
| Uni Konstanz | Politik - Verwaltung - Management | 6 Monate im 4. Semester, Pflicht |
| Uni Mannheim | Bachelor, Lehre auf Deutsch und Englisch | 12 Wochen, Pflicht |
| LMU München | Hauptfach plus Nebenfach | Praxismodul, wahlweise |
Quellen: Studiengangsseiten der FU Berlin, Uni Hamburg, Uni Kassel, Uni Konstanz, Uni Mannheim und LMU München; Stand Oktober 2026.
Der Master
Der Master dauert meist 4 Semester und endet als Master of Arts, Master of Science oder Master of Public Policy. Viele Master haben einen Schwerpunkt: An der LMU wählst Du zwischen Demokratieforschung, Internationalen Beziehungen und Europaforschung sowie Public Policy, an der FU Berlin geht es unter anderem um Friedens- und Konfliktforschung. Die LMU und Mannheim unterrichten den Master auf Englisch.
Politikwissenschaft im Fernstudium
Quellen: FernUniversität in Hagen, Euro-FH; Stand Oktober 2026.
Welche Voraussetzungen brauchst Du?
Du brauchst das Abitur oder eine fachgebundene Hochschulreife, dazu gutes Englisch und Interesse an Zahlen. Welchen Abi-Durchschnitt Du brauchst, hängt stark von der Uni ab:
| Uni | So wird zugelassen | Zuletzt nötig |
|---|---|---|
| Uni Kassel | kein NC | Englisch auf Niveau B1 |
| LMU München | kein NC, aber Studienorientierungsverfahren | Teilnahme am Verfahren |
| Uni Hamburg | Zulassungsbeschränkt | Abi 1,8 (Winter 2025/26) |
| FU Berlin, Kombi-Bachelor | Zulassungsbeschränkt | Abi 2,1 (Winter 2025/26) |
| FU Berlin, Mono-Bachelor | Zulassungsbeschränkt, 1.874 Bewerbungen auf 163 Plätze | Abi 1,1 (Winter 2025/26) |
| Uni Mannheim | Auswahl nach Abi-Schnitt, Mathe- und Englischnote | keine Grenznote veröffentlicht |
| Uni Konstanz | Rangliste, die ersten 180 bekommen einen Platz | keine Grenznote veröffentlicht |
Quellen: Uni Kassel, LMU München, Uni Hamburg (NC-Werte und Wartesemester), FU Berlin (NC-Tabellen Wintersemester 2025/26), Uni Mannheim, Uni Konstanz; Stand Oktober 2026.
Ist das Studium der Politikwissenschaft schwer?
Viel Lesen, viel Englisch und Statistik: Wer nur über Politik diskutieren will, wird überrascht. Abgebrochen wird aber seltener als im Schnitt aller Fächer.
Mannheim erwartet sehr gute Englischkenntnisse und Interesse an Zahlen und Logik, die LMU gute Englisch- und Mathematikkenntnisse. In Konstanz sind viele Vorlesungen schon im ersten Semester auf Englisch.
Kann man ohne Studium Politologe werden?
Nein, Politologe wirst Du nur über ein Studium, eine Ausbildung oder Lehrstellen gibt es nicht. Zum Ausprobieren, ob Dich politische Themen tragen, gibt es Fernkurse ohne Vorkenntnisse:
Im Kurs geht es um deutsche Geschichte vom Wiener Kongress bis zur Wiedervereinigung und um die Gesellschaft der Bundesrepublik. Für eine Stelle als Politologe brauchst Du trotzdem das Studium. Ohne Studium bleiben diese Wege in die Politik:
Kann man ohne Abitur Politikwissenschaft studieren?
Ja, über Deinen Beruf: Mit Meister oder Techniker darfst Du jedes Fach studieren, mit Ausbildung und Berufserfahrung ein passendes. Die Regeln dafür hat die Kultusministerkonferenz 2009 für alle Länder festgelegt. So sieht das in der Praxis aus:
Quellen: Kultusministerkonferenz (Beschluss vom 06.03.2009); FernUniversität in Hagen; Uni Kassel; Euro-FH; Stand Oktober 2026.
Wie geht es nach dem Studium weiter?
Für viele Stellen im öffentlichen Dienst brauchst Du den Master. Für die Forschung promovierst Du danach. An vielen Unis gehört ein Praktikum zum Studium, laut Bundesagentur für Arbeit zum Beispiel bei Verbänden. Diese Wege sind typisch:
Quellen: Bundesagentur für Arbeit (BERUFENET); Bundesbeamtengesetz § 17; Deutscher Bundestag; Auswärtiges Amt; Wissenschaftszeitvertragsgesetz § 2, Bundestagsdrucksache 21/8281; Stand Oktober 2026.
Wie finanzierst Du Studium und Promotion?
Im Studium helfen BAföG und Stipendien, in der Promotion eine Stelle an der Uni oder ein Stipendium. Für Politologen interessant: 6 der 13 staatlich geförderten Begabtenförderungswerke stehen einer Partei nahe, von der Konrad-Adenauer- bis zur Rosa-Luxemburg-Stiftung.
| Hilfe | So viel gibt es |
|---|---|
| BAföG | bis zu 992 € im Monat Die Hälfte ist geschenkt, zurück zahlst Du höchstens 10.010 €. |
| Deutschlandstipendium | 300 € im Monat unabhängig vom Einkommen, zusätzlich zum BAföG |
| Begabtenförderungswerke | 300 € plus bis zu 855 € im Monat Der zweite Betrag hängt wie beim BAföG vom Einkommen ab. |
| Parteinahe Stiftungen | gleiche Beträge Friedrich-Ebert-, Friedrich-Naumann-, Hanns-Seidel-, Heinrich-Böll-, Konrad-Adenauer- und Rosa-Luxemburg-Stiftung |
| Promotionsstipendium | 1.650 € im Monat plus 100 € für Forschungskosten bei allen 13 Werken |
Quellen: BAföG §§ 13, 13a, 18; deutschlandstipendium.de; stipendiumplus.de (Begabtenförderungswerke des BMFTR); Stand Oktober 2026.
Welche Fachrichtungen gibt es?
Die Politikwissenschaft hat einige große Teilgebiete. Im Bachelor lernst Du alle kennen, im Master spezialisierst Du Dich. Vertiefen kannst Du ein Teilgebiet über Wahlmodule, die Abschlussarbeit und vor allem den Master.
| Teilgebiet | Worum es geht |
|---|---|
| Politische Theorie und Ideengeschichte | Begriffe wie Demokratie, Macht und Gerechtigkeit und wie sich das Denken darüber entwickelt hat |
| Regierungssystem der Bundesrepublik | Bundestag, Bundesrat, Parteien, Wahlen und Föderalismus in Deutschland |
| Vergleichende Politikwissenschaft | politische Systeme verschiedener Länder im Vergleich |
| Internationale Beziehungen | Außenpolitik, Konflikte, Frieden und internationale Organisationen |
| Europa | die Europäische Union und wie sie Politik macht |
| Policy-Analyse und Verwaltung | wie Gesetze und Programme entstehen und wirken, etwa in der Sozial- oder Umweltpolitik |
| Politische Ökonomie | wie Politik und Wirtschaft zusammenhängen |
| Politische Soziologie | Wählerverhalten, Einstellungen und Beteiligung |
| Methoden | Umfragen, Statistik und andere Verfahren der empirischen Forschung |
| Politische Bildung | Politik verständlich vermitteln, in Schule und Erwachsenenbildung |
Quellen: Sektionen der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW, mehr als 2.100 Mitglieder); Studiengangsseiten der Unis Mannheim, LMU München und FU Berlin; Bundesagentur für Arbeit (BERUFENET).
Was macht ein Politologe?
Ein Politologe analysiert das politische, rechtliche, soziale und wirtschaftliche System Deutschlands und anderer Länder und macht daraus Forschung, Beratung oder Bildung. Wie Dein Alltag aussieht, hängt stark vom Arbeitgeber ab: Im Institut forschst Du, im Abgeordnetenbüro schreibst Du Vorlagen, in der Stiftung planst Du Seminare.
Wo arbeitest Du?
Meist im Büro und am Bildschirm. Für Recherchen sitzt Du in Bibliotheken und Archiven, für Vorträge und Seminare in Hörsälen und Seminarräumen. Je nach Arbeitgeber geht auch Homeoffice.
Wo arbeiten Politologen?
Politologen arbeiten in Parlamenten und Ministerien, bei Parteien, Stiftungen und Verbänden, in Instituten und Medien. Eine feste Laufbahn gibt es nicht. Selbstständig arbeiten Politologen zum Beispiel als PR-Berater, Trainer oder Redenschreiber.
| Arbeitgeber | Was Du dort machst |
|---|---|
| Bundestag und Landtage | Recherchieren und zuarbeiten in den Wissenschaftlichen Diensten, bei den Fraktionen oder im Büro eines Abgeordneten. 2022 hatten die Abgeordneten des Bundestags 2.137 wissenschaftliche Mitarbeiter. Deren Verträge enden mit dem Mandat. |
| Ministerien und Verwaltung | Referent im höheren Dienst mit Master, etwa im Auswärtigen Amt |
| Parteien, Stiftungen, Gewerkschaften, Verbände | Programme, Kampagnen, Interessenvertretung auch politische Bildung in parteinahen Stiftungen |
| Forschungsinstitute | Forschen und beraten Die Stiftung Wissenschaft und Politik berät Bundestag und Bundesregierung, das WZB in Berlin forscht mit mehr als 175 Wissenschaftlern, das PRIF in Frankfurt zu Konflikten. |
| Meinungsforschung | Wahl- und Politikforschung Institute wie infratest dimap und die Forschungsgruppe Wahlen liefern die Zahlen für die Wahlabende von ARD und ZDF. |
| Unis | Forschung und Lehre meist befristet, für eine Laufbahn mit Promotion |
| PR-Agenturen und Medien | Kommunikation Pressearbeit, Texte, politische Einordnung |
| Entwicklungszusammenarbeit | Projekte im Ausland bei Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit |
Quellen: Bundesagentur für Arbeit (BERUFENET); Deutscher Bundestag (Datenhandbuch Kapitel 17.4, Stand 31.03.2022); Auswärtiges Amt; SWP; WZB; PRIF; infratest dimap; Forschungsgruppe Wahlen; Stand Oktober 2026.
Politologe, Politikwissenschaftler, Politiker: Was ist der Unterschied?
Politologe und Politikwissenschaftler meinen denselben Beruf. Politiker dagegen ist kein Beruf mit Abschluss, sondern ein Amt, in das man gewählt wird. Wer "Diplom-Politologe" heißt, hat noch den alten Diplom-Abschluss gemacht, etwa an der FU Berlin. Dort endete der Studiengang 2020, heute gibt es Bachelor und Master. Den akademischen Grad darf nur führen, wer ihn erworben hat.
| Politologe | Politiker | |
|---|---|---|
| Was macht er? | erforscht, erklärt und berät Politik | macht Politik und entscheidet mit |
| Wie wird man das? | Studium der Politikwissenschaft | Wahl, etwa in den Bundestag, ab 18 Jahren |
| Andere Namen | Politikwissenschaftler, Diplom-Politologe (alter Abschluss) | Abgeordneter, Mandatsträger |
| Auf Englisch | political scientist | politician |
Quellen: Bundesagentur für Arbeit (BERUFENET, studienwahl.de); Duden; Deutscher Bundestag; Grundgesetz Art. 38; FU Berlin; Strafgesetzbuch § 132a.
Was verdient ein Politologe?
Als Politologe verdienst Du im Mittel 5.834 € brutto im Monat. Einstieg, Entwicklung und Unterschiede nach Abschluss und Bundesland findest Du im Artikel Politologe-Gehalt.
Wie sind die Berufsaussichten?
Es gibt viele Politologen und wenige Stellen, die genau für sie ausgeschrieben sind. Wer offen für andere Aufgaben ist, hat es leichter. Viele finden Arbeit außerhalb der Politik, etwa in der Unternehmensorganisation, in der Öffentlichkeitsarbeit, im Journalismus, in der Unternehmensberatung oder in der Projektleitung.
Die Zahl der studierten Politologen hat sich seit 2015 fast verdoppelt. Die Bundesagentur für Arbeit erwartet bis 2040 mehr Erwerbstätige in den Gesellschaftswissenschaften.
Passt der Beruf zu Dir?
Was solltest Du mitbringen?
- Nachrichten und politische Debatten spannend findest
- viel liest und gern schreibst, auch auf Englisch
- mit Zahlen und Statistik umgehen kannst
- schwierige Themen einfach erklären kannst
- genau zuhörst und Dich in andere hineinversetzt
- vor allem selbst Politik machen willst
- nach dem Studium eine sichere, feste Stelle brauchst
- ungern lange am Schreibtisch sitzt
- Statistik und Methoden lieber meiden möchtest
- Dich auf genau einen Job festlegen willst
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