Was ist ein Politiker?
Politiker haben zum Ziel, Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen und so Probleme in der Gesellschaft zu lösen. Das tun sie, indem sie ein politisches Amt haben, zum Beispiel Abgeordneter oder Minister sind, oder eine Funktion in einer Partei, etwa Parteivorsitzender. Als Mitglied eines Parlaments sind sie die für eine bestimmte Zeit gewählten Volksvertreter. Politiker gibt es auf allen Ebenen: Ganz lokal in der Lokalpolitik, für ganz Deutschland in der Bundespolitik oder für die Europäische Union im EU-Parlament. In der Regel gehören Abgeordnete einer Partei an, deren Interessen sie vertreten.
Was macht ein Politiker?
Das kommt darauf an, wo genau Du als Politiker arbeitest. Doch egal, ob Bürgermeister einer Kleinstadt oder Abgeordneter im Europa-Parlament: Du versuchst dafür zu sorgen, dass es den Menschen besser geht. Deshalb ist ein großer Teil der politischen Arbeit mit dem Kontakt zum Volk verbunden. Nur so findest Du heraus, welche Sorgen die Bürger haben, und was sie bewegt. Daneben besteht die Arbeit in der Politik aus vielen Sitzungen und Beratungen, um zu politischen Entscheidungen zu gelangen. Da Du häufig in fachliche Diskussionen eingebunden bist, musst Du ständig auf dem aktuellen Stand sein. Doch auch Repräsentation gehört zur politischen Aufgabe: Du besuchst Verbände, Vereine oder Unternehmen und zeigst, dass Du Dich für deren Belange interessierst. Das gilt ganz besonders im Wahlkampf, denn nur wenn Du bei den Leuten bekannt bist, hast Du eine Chance, gewählt zu werden.
Wie wird man Politiker?
Es gibt nicht den einen Weg, den Du gehst, wenn Du Politiker werden möchtest. Um Mitglied des Deutschen Bundestages zu werden, gibt es nur zwei Voraussetzungen: Du musst mindestens 18 Jahre alt sein und die deutsche Staatsbürgerschaft haben. Für das Amt des Bürgermeisters regelt jedes Bundesland die Voraussetzungen selbst. In Nordrhein-Westfalen gilt beispielsweise die Altersgrenze von 23 Jahren, außerdem musst Du die deutsche oder eine andere EU-Staatsbürgerschaft besitzen. Dein Schulabschluss ist egal, zumindest theoretisch. Denn nur rund 15 Prozent der Mitglieder des Bundestages haben keinen Hochschulabschluss.
Bezogen auf die Abgeordneten des Deutschen Bundestags haben rund 15 % keinen Hochschulabschluss und gelten als Quereinsteiger. 31 % der Abgeordneten haben eine abgeschlossene Berufsausbildung, wobei knapp die Hälfte davon (rund 16 %) zusätzlich ein Studium absolviert hat. Diese Zahlen beziehen sich auf die 630 Abgeordneten der 21. Wahlperiode des Deutschen Bundestages.
Unter den Quereinsteigern ohne Hochschulabschluss verfügen 28 % über eine kaufmännische und 15 % über eine handwerkliche Ausbildung; jeweils rund zehn Prozent haben eine Ausbildung im Gesundheitswesen oder als Elektrofachkraft absolviert. Eine BILD-Recherche aus dem Jahr 2025 zum neu gewählten Bundestag ergab zudem, dass 40 der 630 Abgeordneten keinen Berufsabschluss angeben.
Mit großem Abstand haben die meisten Abgeordneten Jura studiert. Das ist sinnvoll, da sie sich täglich mit Gesetzen auseinandersetzen müssen. Andererseits wird immer wieder kritisiert, dass das Parlament so die Bevölkerung nicht widerspiegelt.
Auch bei den Studienfächern zeigt sich ein klares Bild: Unter den Bundestagsabgeordneten mit Studienabschluss haben 27 % Rechtswissenschaften studiert, gefolgt von Wirtschaftswissenschaften (21 %) und Politikwissenschaften (17 %). Fächer wie Ingenieur- oder Sozialwissenschaften machen jeweils rund sechs Prozent aus. Einen festen Bildungsweg in die Politik gibt es aber nicht: Ganz unterschiedliche Studiengänge oder Ausbildungen können zu einer politischen Karriere führen.
Welche Voraussetzungen Du erfüllen musst, hängt davon ab, auf welcher Ebene Du Dich wählen lassen willst. Das passive Wahlrecht für Kommunalwahlen steht in Deutschland sowohl deutschen Staatsangehörigen als auch EU-Bürgern zu: Seit 1992 dürfen Menschen mit der Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaates auf kommunaler Ebene wählen und gewählt werden. Auf staatlicher Ebene, also bei Landtags- und Bundestagswahlen, gilt das nicht. Hier bleibt das aktive und passive Wahlrecht deutschen Staatsangehörigen vorbehalten.
Viele politische Karrieren beginnen bereits in jungen Jahren. Du kannst Dich in einer Partei-Jugendorganisation engagieren und dort sogar Ämter übernehmen. Viele Abgeordnete bieten Praktika in ihren Büros an. So knüpfst Du wertvolle Kontakte und merkst, ob und welche politische Arbeit Dir liegt: Willst Du lieber auf lokaler Ebene in der Kommunalpolitik dafür sorgen, dass es mehr Spielplätze gibt oder neue Fahrradwege gebaut werden, oder möchtest Du Dich lieber im EU-Parlament dem großen Ganzen widmen?
Manche in der Politik sind auch Quereinsteiger, die durch Zufall in die Politik gerutscht sind oder sich erst engagiert haben, weil sie etwas Konkretes gestört hat. Je lokaler, desto einfacher ist es meist, ohne lange Parteimitgliedschaft an ein Amt zu kommen.
Fernlehrgangsempfehlung
Studiengangsempfehlungen
Betriebswirtschaftslehre, Spezialisierung Politik und Wirtschaft (B.Sc.)
Standorte:
- online
Wo arbeitet ein Politiker?
Als Berufspolitiker hast Du in der Regel zwei Felder, in denen Du arbeitest. Entweder Du hast eine Position in einer Partei, zum Beispiel als Schatzmeister oder Generalsekretär, oder Du bist Abgeordneter in einem Parlament. In der Regel sind auch die Minister Abgeordnete. Auf der kommunalen Ebene gibt es Wahlbeamte, dazu zählen Landräte und Bürgermeister. Die sind in der Regel weniger parteipolitisch gebunden und werden ebenso gewählt.
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Parlamentarier haben viele feststehende Sitzungen, die von anderen Terminen ergänzt werden. Keine Woche gleicht der anderen, und vor allem zwischen Abgeordneten und Parteifunktionären gibt es große Unterschiede. Doch in der Regel wirst Du mit Folgendem beschäftigt sein:
Wie sieht der Arbeitsplatz aus?
Alle kennen die Glaskuppel vom Bundestag, doch Dein Arbeitsplatz kann auch ein Zug zurück in den Wahlkreis sein, wo Du Dich auf einen Termin vorbereitest. In der Politik bist Du üblicherweise viel unterwegs. Du hast zwar ein Büro, in dem Du viel Zeit verbringst, doch Ausschuss- und Parteisitzungen oder Außentermine gehören genauso dazu. Als Parlamentsmitglied hast Du sogenannte Sitzungs- und sitzungsfreie Wochen. In den Sitzungswochen bist Du, je nach Parlament, in Brüssel, Berlin oder der Landeshauptstadt, die anderen Wochen verbringst Du in Deinem Wahlkreis. Du hast also nicht nur einen, sondern viele Arbeitsplätze.
Was verdient ein Politiker?
Wenn Du Politiker werden möchtest, hängt Dein Gehalt davon ab, wo Du tätig bist. Gemeinderäte sind in der Regel ehrenamtlich und bekommen nur eine Aufwandsentschädigung. Als Bürgermeister einer Stadt bis 10.000 Einwohner in Nordrhein-Westfalen verdienst Du etwa 7.957 bis 8.180 €, Bundestagsabgeordnete erhalten eine Abgeordnetenentschädigung von 11.833,47 € pro Monat.
Wie sind die Berufsaussichten für Politiker?
Es gibt natürlich keinen echten Arbeitsmarkt für Politiker mit ausgeschriebenen Stellen, außer wenn es um bestimmte Posten in der Partei geht. Abgeordnete und Bürgermeister werden immer gebraucht, aber der Weg zum Mandatsträger ist oft steinig und hart. Der Beruf hängt maßgeblich ab von der Gunst innerhalb der Partei und natürlich der Wähler. Wer schwere Fehler begeht, ist sein Mandat oft schnell los.
Welche Spezialisierungen gibt es?
Viele in der Politik spezialisieren sich auf ein bestimmtes Fachgebiet, das sie besonders interessiert oder in dem sie sich aufgrund ihrer Ausbildung oder des Studiums bereits gut auskennen. Das sind zum Beispiel:
- Außen- und Sicherheitspolitik
- Arbeitsmarktpolitik
- Umweltschutz
- Bildungspolitik
- Familienpolitik
- Finanzen
- Gesundheitspolitik
- Kultur und Medien
- Verbraucherschutz
- Verkehrspolitik
Passt der Beruf Politiker zu mir?
Du willst unbedingt Politiker werden? Dann solltest Du unbedingt diese Eigenschaften mitbringen:
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