Einstiegsgehalt 
2.100
Durchschnittsgehalt 
3.806
Ausbildung 
Ausbildung

Was ist ein Geomatiker?

Ein Geomatiker erhebt Geodaten. Das sind digitale Informationen, die einer konkreten räumlichen Lage auf der Erde zugewiesen werden können. Darüber hinaus verarbeitet ein Geomatiker diese Daten und berät Kunden, wie diese die geografischen Daten am sinnvollsten nutzen können.

Was macht ein Geomatiker?

Als Geomatiker bist Du für die Erhebung und Bearbeitung von Geodaten zuständig. Dafür gewinnst Du Informationen über einen bestimmten Bereich der Erdoberfläche mit Hilfe von Messung und Interpretation von elektromagnetischen Wellen sowie von Schallwellen. In dem Beruf verwendest Du vermessungstechnische Methoden für die Lagevermessung, Höhenvermessung oder auch für die satellitengestützte Vermessung GPS. Darüber hinaus checkst Du, ob bereits vorhandene Geodaten noch richtig und gültig sind.

Zu Deinen Aufgaben gehört es außerdem, dass Du anhand von Geodaten Berechnungen anstellst. Beispielsweise für das Volumen oder die Höhe von bestimmten Punkten. Erhobene Daten pflegst Du so in Tabellen oder Karten ein, dass sie von anderen weiterverarbeitet werden können.

Wie wird man Geomatiker?

Die Geomatiker-Ausbildung ist eine duale, dreijährige Ausbildung. Das bedeutet, dass Du sowohl in einem Betrieb die Praxis vermittelt bekommst als auch in der Schule den theoretischen Teil erlernst. Bestandteil der Ausbildung ist die Vermittlung von erweiterten naturwissenschaftlichen und mathematischen Kenntnissen sowie das Erlernen von Rechts- und Verwaltungsvorschriften. Wichtigster Bestandteil ist aber das Erheben, Bereitstellen, Bearbeiten und Dokumentieren von Geodaten.

Voraussetzungen

Um für die duale Ausbildung zugelassen zu werden, musst Du Dir zunächst einen Betrieb suchen, der Dich ausbilden will. Empfohlen wird für die Ausbildung mindestens der Realschulabschluss (Mittlere Reife); viele Betriebe akzeptieren oder bevorzugen ihn. Einige Unternehmen wünschen sich von Bewerbern zusätzlich das (Fach-)Abitur. Hast Du Deinen Betrieb gefunden, musst Du Dich noch an einer Berufsschule einschreiben.

Prüfung

Zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres musst Du bereits die erste Prüfung bestehen. Diese Zwischenprüfung besteht aus einer schriftlichen Klausur. Wenn Du diese bestanden hast und bis zum Ende der drei Ausbildungsjahre gekommen bist, steht die eigentliche Abschlussprüfung an.

Die Abschlussprüfung umfasst insgesamt fünf Prüfungsbereiche: Geodatenprozesse, Geodatenpräsentation, Geoinformationstechnik, Geodatenmanagement sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Die Bereiche Geoinformationstechnik, Geodatenmanagement sowie Wirtschafts- und Sozialkunde werden schriftlich als Klausuren geprüft. Für die schriftlichen Prüfungsbereiche besteht die Möglichkeit einer mündlichen Ergänzungsprüfung.

Im Prüfungsbereich Geodatenprozesse musst Du einen betrieblichen Auftrag innerhalb von 20 Stunden erfolgreich durchführen. Anschließend musst Du in einem auftragsbezogenen Fachgespräch Deine Vorgehensweisen darlegen und erklären.

Auch die Geodatenpräsentation stellt einen eigenen Prüfungsbereich dar. Hierfür erstellst Du ein Prüfungsstück und stellst es anschließend in einer Präsentation vor; hinzu kommt ein auftragsbezogenes Fachgespräch. Im Bereich Wirtschafts- und Sozialkunde musst Du allgemeine wirtschaftliche sowie gesellschaftliche Zusammenhänge innerhalb der Arbeitswelt darstellen und beurteilen. Wenn Du all diese Prüfungen bestanden hast, kannst Du Dich Geomatiker nennen und in das Berufsleben starten!

Wo arbeitet ein Geomatiker?

Nach Deiner Ausbildung zum Geomatiker kannst Du bei diesen Arbeitgebern eine Anstellung finden:

  • Im Bundesamt für Kartographie und Geodäsie
  • In dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
  • Im Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie
  • In Landesvermessungsämtern
  • In Landesbetrieben für Straßenbau
  • In Unternehmen, die im Bereich der Geoinformationswirtschaft tätig sind, beispielsweise in Ingenieur-, Architektur- oder Planungsbüros
  • In Verlagen für Sachbücher, für Wanderkarten oder für Auto- oder Schifffahrtkarten

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Hier findest Du ein paar typische Aufgaben aus dem Arbeitsalltag:

Wie sieht der Arbeitsplatz aus?

In dem Beruf arbeitest Du sehr viel an Deinem Schreibtisch vor dem Computer. Aber Du kommst in dem Beruf auch in die Natur! Für die Vermessung musst Du schließlich oft vor Ort sein. Dabei kann es natürlich sein, dass Du auch bei schlechtem Wetter draußen arbeiten musst. Falls Du Messarbeiten am Berg durchführst, musst Du entsprechende Schutzkleidung gegen abfallende Steine tragen. Wenn Du bei Straßenvermessungen mithilfst, trägst Du eine Warnweste.

Alles in allem beinhaltet der Beruf also eine abwechslungsreiche Mischung aus Tätigkeiten im Freien sowie Büroarbeit.

Was verdient ein Geomatiker?

Während der Geomatiker-Ausbildung verdienst Du, falls Du als Ausbildungsbetrieb einen öffentlich-staatlichen gewählt hast, zwischen 1.368 und 1.464 € im Monat. Wenn Du Deine Ausbildung zum Geomatiker in einem privaten Betrieb absolvierst, kannst Du, je nach Lehrjahr, mit etwa 857 bis 1.510 € monatlich rechnen.

Im späteren Berufsleben liegt das mittlere Bruttomonatsgehalt (Median) bei rund 3.806 €. Mit mehr Berufserfahrung und Betriebszugehörigkeit sind auch über 4.600 € monatlich möglich.

Wo finde ich einen Job als Geomatiker?

Wie sind die Berufsaussichten für Geomatiker?

Deine Berufsaussichten sind sehr gut! Laut dem Deutschen Dachverband für Geoinformation gibt es in der Branche einen Mangel an qualifizierten Fachkräften. Aktuelle Geoinformationen werden außerdem immer öfter benötigt: Beispielsweise für Routenplaner-Apps oder für Navigationsgeräte.

Welche Spezialisierungen gibt es?

Während der Ausbildung kannst Du Dich noch nicht auf einen bestimmten Aspekt des Berufes spezialisieren. Du erlernst alle Bestandteile der Arbeit. Später wirst Du, je nachdem, in was für einem Betrieb Du arbeitest, Dich meist um einen bestimmten Aufgabenbereich kümmern. Diese hier stehen Dir dabei zur Auswahl:

  • Geodatenprozesse
  • Präsentation von Geodaten
  • Geoinformationstechnik
  • Erhebung von Geodaten

Oft wirst Du Dich aber trotzdem nicht ausschließlich um eine der Aufgaben kümmern, sondern zumindest gelegentlich jede dieser Aufgaben ausüben.

Passt der Beruf Geomatiker zu mir?

Bevor Du die Geomatiker-Ausbildung beginnst, solltest Du Dir noch einmal genau überlegen, ob Du die für den Beruf wichtigen Eigenschaften mitbringst. Diese findest Du hier aufgelistet:

Gute mathematische und naturwissenschaftliche Kenntnisse
In dem Beruf musst Du viel rechnen und logisch denken können. Zwar erledigt ein Großteil bereits der Computer, aber trotzdem solltest Du gute Grundkenntnisse in Mathematik und Physik mitbringen.
Verantwortungsbewusstsein
Wenn Du nicht exakt ausgemessen hast oder die Werte in einer Grafik falsch darstellst, kann das mitunter gefährliche oder teure Konsequenzen nach sich ziehen! Stell Dir nur mal vor, Du sollst Geodaten für den Bau einer Brücke bereitstellen und diese stellen sich als falsch heraus.
Komplexe Sachverhalte verständlich erläutern
Du solltest ein gutes Ausdrucksvermögen mitbringen, um Deinen Kunden die Geodaten erklären zu können.

Aber auch eine gute Handfertigkeit ist in dem Beruf gefragt, schließlich musst Du mit sehr sensiblen Messgeräten umgehen können. Aber keine Sorge: Das lernst Du auch alles in Deiner Ausbildung!