Einstiegsgehalt 
5.198
Durchschnittsgehalt 
6.828
Ausbildung 
Master

Was ist ein Diplomat?

Ein Diplomat ist ein Beamter im höheren Dienst, der vom Auswärtigen Amt als Repräsentant der Bundesrepublik Deutschland im Sinne der Völkerverständigung in andere Länder entsandt wird. Zu seinen wichtigsten Aufgaben zählen die Interessenvertretung der Bundesrepublik Deutschland und Verhandlungen zur Beilegung von zwischenstaatlichen Konflikten.

Was macht ein Diplomat?

Als Diplomat oder Diplomatin bist Du sehr viel unterwegs. Deutschland hat in fast alle Staaten der Welt diplomatische Vertreter entsandt. Dort sind sie dafür zuständig, Kontakte zu knüpfen und Gesprächskanäle zur jeweiligen Regierung des Landes zu schaffen und offen zu halten, um einen ständigen Dialog sicherzustellen. In Gesprächen ist es die Aufgabe von Diplomaten, gegenüber anderen Staaten die Interessen und Standpunkte der Bundesregierung zu vertreten und dafür einzustehen, auch wenn sie vielleicht nicht immer der eigenen persönlichen Meinung entsprechen. Darüber hinaus beschäftigt sich ein Diplomat ausführlich mit dem Land, in dem er eingesetzt wird und beobachtet ständig die dortigen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Dafür trifft er Vertreter der jeweiligen Landesregierung, nimmt an Veranstaltungen teil und verfolgt intensiv die mediale Berichterstattung. Er ist dafür zuständig, die Bundesrepublik Deutschland über die entsprechenden Entwicklungen zu unterrichten, aufkeimende Konflikte aufzudecken und die Politik auf der Basis seines länderspezifischen Wissens zu beraten. Zur gleichen Zeit ist ein Diplomat als Repräsentant seines Heimatlandes tätig und versucht in dieser Funktion, den Menschen an seinem Einsatzort die eigene Kultur näherzubringen.

Wie wird man Diplomat?

Willst Du Diplomat werden und hast vor, beim Auswärtigen Amt Karriere zu machen, dann musst Du neben der deutschen Staatsangehörigkeit ein abgeschlossenes Hochschulstudium vorweisen können, und zwar einen Master oder einen gleichwertigen Abschluss. Ohne diesen wirst Du nicht ins Bewerbungsverfahren für die Ausbildung aufgenommen, ein Quereinstieg ist nicht möglich. Einen speziellen Studiengang, der Dich direkt für die Ausbildung zum Diplomaten qualifiziert, gibt es nicht, und auch die Noten sind bei der Bewerbung eher nebensächlich. Besonderer Bedarf besteht an Volljuristen (mit Befähigung zum Richteramt) und Wirtschaftswissenschaftlern. Abschlüsse in den Studiengängen Jura, Volkswirtschaftslehre und Politik sowie Auslandserfahrungen können in dem anspruchsvollen und langwierigen Bewerbungsverfahren für einen Ausbildungsplatz beim Auswärtigen Amt inhaltlich von Vorteil sein. Der Weg in den Job gliedert sich in folgende Etappen:

Online-Bewerbung

Die Bewerbung für den höheren Dienst beim Auswärtigen Amt erfolgt online, der erste Test wird als Prescreening bezeichnet, er prüft die numerische und verbale Verarbeitungskompetenz der Bewerber.

Schriftliches Auswahlverfahren

Der schriftliche Online-Test findet ortsunabhängig statt. Im schriftlichen Teil werden Deine Sprachkenntnisse in Englisch (mindestens C1) und einer Zweitsprache geprüft. Statt Französisch (mindestens B2) kannst Du unter anderem Arabisch, Chinesisch, Russisch, Spanisch oder Türkisch wählen – vor der Einstellung muss dann ein Französisch-Grundlagentest bestanden werden. Zudem werden Dein Wissen in Völker-, Europa- und Öffentlichem Recht, Wirtschaft, Politik und Geschichte sowie Deine Allgemeinbildung geprüft. Willst Du Diplomat werden, musst Du in dieser Phase auch den psychologischen Eignungstest bestehen.

Mündliches Auswahlverfahren

Sind Deine Ergebnisse im schriftlichen Teil gut genug, dann erhältst Du eine Einladung für den nächsten Bewerbungsschritt – den mündlichen Teil des Auswahlverfahrens an der Akademie Auswärtiger Dienst in Berlin-Tegel. Hier musst Du unter anderem ein Kurzplädoyer zu einem politischen Thema halten, in einem Rollenspiel eine typische Situation aus dem Berufsleben eines Diplomaten bewältigen sowie in einem strukturierten Interview und einem Einzelgespräch mit einem Psychologen unter Beweis stellen, dass Du den Aufgaben eines Diplomaten tatsächlich gewachsen bist. Wenn Du auch diese letzte Hürde genommen hast, stehen vor der Ausbildung nur noch die Gesundheitsuntersuchung und die Sicherheitsprüfung durch den Verfassungsschutz an.

Diplomatenausbildung

Die Diplomatenausbildung, auch Vorbereitungsdienst genannt, dauert 12 Monate und findet an der Akademie Auswärtiger Dienst in Berlin-Tegel statt. Bis zum Abschluss der Ausbildung trägst Du den Titel „Attaché” und bist Beamter auf Widerruf. Neben den Fächern Volkswirtschaftslehre, Geschichte und Internationale Politik, Völkerrecht sowie Rechts- und Konsularwesen belegst Du im Rahmen der Diplomatenausbildung auch Sprachkurse in Fremdsprachen und Kurse zu Rhetorik, Verhandlungstechniken und Personalführung. Schließt Du die Ausbildung erfolgreich ab, kannst Du schließlich Diplomat werden.

Wo arbeitet ein Diplomat?

Diplomaten arbeiten im Dienst des Auswärtigen Amtes. Für sie kommen zwei verschiedene Einsatzfelder infrage. Das sind…

  • Vertretungen im Ausland und
  • das Auswärtige Amt

Diplomaten, von denen fast jeder schon gehört hat, sind Botschafter. Sie sind die höchsten Vertreter der Bundesrepublik im Ausland, aber längst nicht die einzigen, die in einer Auslandsvertretung tätig sind. Unter ihnen gibt es noch zahlreiche weitere Diplomaten auf unteren Ebenen.

Im Auswärtigen Amt in Berlin wiederum ist der höchste und wohl bekannteste Diplomat der Bundesminister des Auswärtigen, der anders als alle anderen Diplomaten selbst Teil der Bundesregierung ist. Auch im Auswärtigen Amt arbeiten auf unteren Ebenen zahlreiche weitere Diplomaten. Wer im Innendienst tätig ist, ist für diese Zeit kein Diplomat nach dem Völkerrecht, denn dafür muss man an einer der 225 deutschen Auslandsvertretungen akkreditiert sein. Im Auswärtigen Dienst wechseln Beamte in der Regel alle drei bis vier Jahre zwischen der Zentrale in Berlin (bzw. der Nebenstelle in Bonn) und Auslandsvertretungen.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Der Arbeitsalltag als Diplomat oder Diplomatin ist sehr vielseitig und abwechslungsreich, für Dich können täglich interessante Termine auf dem Programm stehen, bei denen Du hochrangige Regierungsvertreter anderer Länder triffst. Außerdem bist Du mit folgenden Tätigkeiten beschäftigt:

Wie sieht der Arbeitsplatz aus?

Diplomaten im Innendienst verbringen viel Zeit im Büro. Für ihre Kollegen im Auslandseinsatz gilt hingegen: Ihre Arbeitsplätze sind so vielseitig wie ihre Aufgaben. Neben ihrer Auslandsvertretung und dem dortigen Büro sind sie regelmäßig in Regierungsgebäuden zu Gesprächen verabredet oder pflegen Kontakte bei unterschiedlichen Veranstaltungen im ganzen Land.

Was verdient ein Diplomat?

Nach dem Abschluss der Ausbildung starten Diplomaten in der Besoldungsgruppe A 13, das entspricht einem Grundgehalt von 5.198 Euro (Stufe 1). Inklusive steuerfreier Auslandszuschläge kann das Gehalt deutlich höher ausfallen – die Zuschläge richten sich nach der Zonenstufe (1–20) des Einsatzortes. Zusätzlich können Mietzuschuss und Kaufkraftausgleich gezahlt werden. Mit steigender Berufserfahrung rutschst Du in eine höhere Besoldungsgruppe, was Dein Gehalt noch weiter steigen lässt. Dein Verdienst hängt nicht nur von der Besoldungsstufe, sondern auch von eventuellen Leitungsfunktionen sowie von Deinem Einsatzort ab. Für den Einsatz in Ländern, in denen die Sicherheitsbedingungen und das Klima besonders schwierig sind, gibt es Zuschläge von mehreren Tausend Euro, sodass für Dich ein Monatsgehalt von bis zu 15.000 Euro möglich ist, wenn Du an weniger beliebte Standorte versetzt wirst.

Wie sind die Berufsaussichten für Diplomaten?

Die Zahl der Diplomaten-Stellen ist knapp und der Konkurrenzkampf ist entsprechend groß. Nur die Besten unter den Bewerbern kommen durch die Auswahlverfahren und gelangen schließlich in den Dienst beim Auswärtigen Amt. Aus den jährlich rund 2.000 Bewerbern werden zwischen 35 und 45 Attachés ausgewählt, die dann als Beamte auf Widerruf den Vorbereitungsdienst für den höheren Auswärtigen Dienst absolvieren dürfen.

Welche Spezialisierungen gibt es?

Spezialisierungen sind bei Diplomaten unüblich – und in der Ausbildung auch nicht gewollt. Stattdessen will das Auswärtige Amt generalistisch ausgebildete Fachleute hervorbringen, die in der Lage sind, an verschiedenen Standorten in der Welt verschiedene Themen zu bearbeiten.

Nichtsdestotrotz kommt es vor, dass sich Diplomaten im Laufe ihrer Karriere und mit zunehmender Erfahrung auf bestimmte Regionen in der Welt spezialisieren, in denen sie dann aufgrund ihrer überragenden Kenntnisse vorzugsweise eingesetzt werden.

Fortbildungen gibt es, damit Du Dich auf Themenfelder spezialisieren kannst, die in Deinem Arbeitsalltag von besonderer Bedeutung sind. Das können zum Beispiel folgende Bereiche sein:

  • Entwicklungszusammenarbeit
  • Kultur
  • Presse

Passt der Beruf Diplomat zu mir?

Der Beruf Diplomat ist hoch angesehen, viele Menschen haben dabei vor allem die Reisen in ferne Länder und glamouröse Treffen mit hochrangigen Regierungsvertretern vor Augen. Wer Diplomat werden will, muss wesentlich mehr mitbringen als nur die Lust am Reisen. Wenn Du darüber nachdenkst, ob der Beruf des Diplomaten für Dich infrage kommt, dann prüfe zuerst, ob Du folgende Voraussetzungen erfüllst:

Fremdsprachenkenntnisse
Du musst Dich theoretisch mit Vertretern aller Staaten der Welt verständigen können. Da reicht Deutsch natürlich nicht aus. Zwischenstaatliche Gespräche finden in der Regel auf Englisch oder Französisch statt. Als Diplomat solltest Du zudem optimalerweise die Sprache des Landes beherrschen, in dem Du Dich aufhältst. Für die Bewerbung werden Englisch auf C1-Niveau und Französisch auf mindestens B2-Niveau vorausgesetzt.
Offenheit
Du wechselst regelmäßig Deinen Einsatzort und kommst im Laufe Deiner Karriere mit verschiedenen Kulturen in Berührung. Du solltest also sowohl neugierig als auch offen für Fremdes sein.
Kommunikationsstärke
Diplomaten sind auch Netzwerker. Es sollte Dir also liegen, auf Fremde zuzugehen und sie im direkten Gespräch für Deine Themen zu begeistern.
Politische Bildung
Zwar bist Du kein Politiker, dennoch musst Du jederzeit bestens über politische Zusammenhänge und aktuelle Entwicklungen Bescheid wissen, um als kompetenter Gesprächs- und Verhandlungspartner auftreten zu können.
Belastbarkeit
Als Diplomat arbeitest Du in aller Regel deutlich mehr als 40 Stunden in der Woche, für Hobbys und Familie bleibt da oft wenig Zeit – das solltest Du bedenken.
Verhandlungsgeschick
Um Konfliktlösungen zu finden, mit denen alle Beteiligten zufrieden sind, musst Du kluge Deals aushandeln können. Dafür musst Du in der Lage sein, mit der richtigen Verhandlungstaktik Deinen Verhandlungspartnern Zugeständnisse abzuringen. Andererseits musst Du auch selbst Kompromissbereitschaft mitbringen und Deinem Gegenüber in manchen Punkten entgegenkommen.
Anpassung
Du musst alle drei bis vier Jahre Deinen Lebensmittelpunkt in ein anderes Land, womöglich sogar auf einen anderen Kontinent, verlegen – das bedarf einer guten Anpassungsfähigkeit.
Entbehrungsbereitschaft
In Deinem Beruf siehst Du viel von der Welt – und lebst andererseits oft weit entfernt von Deiner Heimat und der Familie. Diese Distanz solltest Du verkraften, wenn Du Diplomat werden möchtest.