Du hast den Berufswunsch, Soldat zu werden? Dann hast Du bestimmt schon einmal über eine Ausbildung bei der Bundeswehr nachgedacht. Dort kannst Du in allen militärischen Organisationsbereichen, darunter Heer, Marine, Luftwaffe, der Cyber- und Informationsraum (CIR) sowie der Unterstützungsbereich mit dem Sanitätsdienst, auf Posten tätig werden, für die eine vorab absolvierte zivilberufliche Ausbildung nicht erforderlich ist. Klingt gut? Dann lies weiter und erfahre, welche Ausbildungsberufe es bei der Bundeswehr gibt, wie die Bundeswehr-Grundausbildung abläuft und natürlich, wie viel Geld Du während der Bundeswehr-Ausbildung verdienst.

Wo kann ich eine Bundeswehr-Ausbildung machen?

Strebst Du eine Ausbildung bei der Bundeswehr an, kommen die folgenden Einrichtungen und Organisationen für Dich infrage:

  • Teilstreitkräfte Heer, Marine oder Luftwaffe
  • Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum (CIR)
  • Unterstützungsbereich mit dem Sanitätsdienst

Der Beruf, den Du mit einer Bundeswehr-Ausbildung ergreifst, nennt sich „Soldat auf Zeit”, kurz SaZ.

Seit dem 1. April 2025 ist der Cyber- und Informationsraum (CIR) neben Heer, Luftwaffe und Marine als vierte Teilstreitkraft in die Bundeswehr eingegliedert. Der CIR ist für die Dimension Cyber- und Informationsraum verantwortlich, während Heer, Luftwaffe und Marine für die Dimensionen Land, Luft/Weltraum und See zuständig sind. Im Kommando CIR werden die Aufgaben Cyber, IT-Technik, Strategische Aufklärung, Geoinformationswesen und Operative Kommunikation aus einer Hand geführt. Die Teilstreitkraft CIR soll bis 2029 einsatzbereit werden, mit den Zielen einer stärkeren Digitalisierung, einer höheren personellen Einsatzbereitschaft und einer Ausrichtung auf Multi Domain Operations.

Grundsätzlich kämpft jede Teilstreitkraft in ihrer Dimension: das Heer an Land, die Marine zur See, die Luftwaffe in der Luft und im Weltraum sowie die Teilstreitkraft CIR im Cyber- und Informationsraum. Der Unterstützungsbereich ist dagegen keine Teilstreitkraft, sondern unterstützt die vier Teilstreitkräfte mit logistischen und sanitätsdienstlichen Fähigkeiten.

Bist Du auf der Suche nach einem freien Platz für eine Ausbildung bei der Bundeswehr, hilft Dir eventuell ein Blick in unsere Online-Jobbörse weiter. Dort findest Du neben Ausbildungsplätzen auch Stellenangebote für die Zeit nach Deiner Bundeswehr-Ausbildung sowie Jobangebote für zivile Berufe bei der Bundeswehr.

Welche Voraussetzungen brauche ich für eine Bundeswehr-Ausbildung?

  • Beendigung der Vollzeitschulpflicht
  • Mindestgröße von 155 cm
  • Uneingeschränkte Bereitschaft zur Teilnahme an Auslandseinsätzen der Bundeswehr gemäß Verpflichtungserklärung
  • Verpflichtung zu einer bestimmten Dienstzeit

Möchtest Du eine Bundeswehr-Ausbildung in der Laufbahngruppe der Mannschaften absolvieren, musst Du dafür selbstverständlich einige Voraussetzungen erfüllen. So können an der Grundausbildung bei der Bundeswehr keine Personen teilnehmen, die kleiner als 1,55 Meter sind. Daneben musst Du die Vollzeitschulpflicht beendet haben, wobei es bei der Bundeswehr-Ausbildung nicht darauf ankommt, dass Du einen bestimmten Schulabschluss vorweisen kannst. Die Vollzeitschulpflicht beträgt in Deutschland üblicherweise zehn Jahre, beim Besuch eines Gymnasiums sogar nur neun Jahre.

Hast Du die Vollzeitschulpflicht erfüllt und bist groß genug für eine Ausbildung bei der Bundeswehr, musst Du bereit sein, Dich für eine Mindestdauer an Dienstzeit beim Bund zu verpflichten. Üblicherweise beträgt die Verpflichtungszeit mindestens zwei Jahre, maximal jedoch 25 Jahre. Ein kürzeres Engagement von sechs bis 23 Monaten Dauer ist nur im Freiwilligen Wehrdienst als besonderes staatsbürgerliches Engagement möglich. Auch die uneingeschränkte Bereitschaft zur Teilnahme an Auslandseinsätzen der Bundeswehr gemäß Verpflichtungserklärung muss gegeben sein, wenn Du eine Bundeswehr-Ausbildung als Soldat auf Zeit anstrebst.

Der Freiwillige Wehrdienst ist seit dem 1. Januar 2026 neu geregelt und bleibt freiwillig. Die Dauer ist von sechs bis 23 Monaten frei wählbar, wobei die ersten sechs Monate als Probezeit gelten, in der Du jederzeit aussteigen kannst. Das Mindestalter beträgt 17 Jahre. In den ersten sechs bis elf Monaten dienst Du als Freiwillig Wehrdienstleistender, ab dem zwölften Monat wechselt Dein Status zum Soldat auf Zeit. Deine Dienstzeit zählt als Wartesemester, und ein vor dem Dienst zugesagter Studienplatz bleibt Dir erhalten.

Wie lange dauert die Bundeswehr-Ausbildung?

  • Bundeswehr-Grundausbildung: 3 Monate
  • Verpflichtungszeit in der Laufbahngruppe Mannschaften: 4 Jahre
  • Probezeit in der Laufbahngruppe Mannschaften: 6 Monate

Die Grundausbildung bei der Bundeswehr ist für alle Soldaten auf Zeit gleich. Sie beträgt insgesamt drei volle Monate, in denen Du die Grundlagen erlernst, die für Deine weitere Zeit beim Bund wichtig sind. Je nach dem von Dir angestrebten Dienstposten kommt entsprechend weitere Ausbildungszeit dazu, wovon die ersten sechs Monate auf die Probezeit entfallen. In der Laufbahngruppe Mannschaften beträgt die Verpflichtungszeit für Soldaten auf Zeit mindestens zwei Jahre. Strebst Du eine höhere Dienstgradgruppe an, kann sich der Ausbildungszeitraum entsprechend verlängern.

Wie lange Du Dich verpflichtest, hängt von der angestrebten Laufbahn ab:

  • Mannschaften: ab 2 Jahre
  • Fachunteroffiziere: 3 bis 12 Jahre (mindestens 4 Jahre, mit Berufsausbildung bei der Bundeswehr 9 Jahre)
  • Feldwebel: in der Regel 12 Jahre (8 bis 13 Jahre; mit Berufsausbildung bei der Bundeswehr 13 Jahre)
  • Offiziere: mindestens 13 Jahre (Piloten 16 Jahre, Angehörige des Sanitätsdienstes 17 Jahre)

Wie hoch ist das Gehalt in der Bundeswehr-Ausbildung?

  • ab 2.600 € brutto pro Monat
  • Stufenweise Vergütung

Soldaten auf Zeit erhalten Bruttogrundgehaltssätze nach dem Bundesbesoldungsgesetz, die ihrem Dienstgrad entsprechen. Neben dem Bruttogrundgehalt selbst umfassen die finanziellen Bezüge in den meisten Fällen zusätzlich einen Familienzuschlag sowie weitere Zulagen, Vergütungen und andere Zuschläge. Im niedrigsten Dienstgrad beträgt das monatliche Bruttogehalt seit 2026 rund 2.600 €, ab dem zwölften Monat als Soldat auf Zeit rund 2.700 € brutto. Hinzu kommen freie Unterkunft, Verpflegung und Versorgung.

Verpflichtest Du Dich für mindestens zwölf Monate und wirst damit Soldat auf Zeit, kannst Du zusätzlich einen Zuschuss zum erstmaligen Erwerb Deiner Fahrerlaubnis erhalten. Für den Pkw-Führerschein (Klasse B) zahlt die Bundeswehr maximal 3.500 €, für den Lkw-Führerschein (Klasse C/C1) bis zu 5.000 €. Der Zuschuss deckt dabei auch Kosten für den Erste-Hilfe-Kurs, den Sehtest sowie weitere verpflichtende Leistungen ab. Diese Leistung gilt für den Dienst in der deutschen Bundeswehr.

Wie läuft die Bundeswehr-Ausbildung ab?

  • Grundausbildung: 3 Monate
  • militärfachliche Ausbildung (und Verwendung auf dem vorgesehenen Dienstposten): ab dem 4. Monat

Zunächst absolvierst Du während Deiner Bundeswehr-Ausbildung die sogenannte Grundausbildung. Diese hat eine gesamte Dauer von drei Monaten und ist für alle Soldaten auf Zeit verpflichtend. Seit Mai 2026 trägt sie offiziell die Bezeichnung Heimatschutzausbildung, wird umgangssprachlich aber weiterhin Grundausbildung genannt. Sie umfasst rund 500 Ausbildungsstunden.

Erst im Anschluss daran beginnt Deine militärfachliche Ausbildung in dem von Dir gewählten Bereich, also beim Heer, bei der Luftwaffe oder bei der Marine, im Cyber- und Informationsraum (CIR) oder im Unterstützungsbereich mit dem Sanitätsdienst. Die ersten sechs Monate dort gelten als Probezeit. Das bedeutet, dass Du während dieser Zeit versetzt werden kannst, wenn Du nicht die entsprechenden Leistungen bringst.

Ganz aus der Bundeswehr ausgeschlossen werden kannst Du im Normalfall nur, wenn Du Dir ein schweres Vergehen leistest, sodass eine Karriere bei der Bundeswehr auch dann noch möglich ist, wenn Du in einen anderen militärfachlichen Bereich beim Bund versetzt wurdest. Daneben gibt es allerdings auch noch die Möglichkeit, eine zivile Ausbildung bei der Bundeswehr zu absolvieren.

In der Regel bleibst Du mindestens zwei Jahre in der von Dir gewählten Laufbahngruppe der Mannschaften, wobei Du nach erfolgreich abgeschlossener Grund- und Fachausbildung auf dem für Dich vorhergesehenen Dienstposten eingesetzt wirst.

Welche Inhalte hat die Bundeswehr-Ausbildung?

Während Deiner Grundausbildung werden Dir unter anderem die folgenden Kenntnisse und Fertigkeiten von Deinen Ausbildern vermittelt:

  • Rechte und Pflichten von Soldaten und Soldatinnen
  • Politische Bildung
  • Gefechtsdienst
  • Waffen- und Schießausbildung
  • Sport
  • Wachausbildung
  • Sanitätsausbildung

Im Anschluss daran erfolgen unterschiedliche militärfachliche Ausbildungsinhalte, die sich nach dem für Dich vorhergesehenen Dienstposten richten.

Als Assistent für Waffenmechanik der Marine erwarten Dich zum Beispiel diese Ausbildungsinhalte:

  • Instandhaltung und Instandsetzung von Torpedowaffenanlagen und Täuschkörperanlagen
  • Pflege und Wartung von Waffenanlagen
  • Bedienung von Waffenanlagen von Schiffen und Booten zum Zwecke der Be- und Entladung
  • Umgang mit Munition und entsprechende Sicherheitsbestimmungen
  • Unfallverhütungsvorschriften, Sicherheits- und Umweltschutzbestimmungen
  • „Seeklar machen” (Schiff zur Fahrt auf das Meer bereitmachen) und „Seeklar zurück” (Schiff zum Anlegen im Hafen bereitmachen)
  • Pflege von Handwaffen und Lagerung von Munition
  • Grundkenntnisse über elektrische Schalt-, Sicherheits- und Schutzeinrichtungen
  • technische Daten, Einsatzparameter, Aufbau und Funktion sowie Verwendungszweck von Handwaffen, Rohrwaffensystemen sowie der Torpedowaffen- und Täuschkörperwurfanlagen
  • Gefahren bei der Mitarbeit an elektrischen Anlagen
  • technische Dokumentation zu ausgewählten Waffensystemen für die Durchführung der festgelegten Instandhaltungsmaßnahmen

Schlägst Du stattdessen eine Karriere als Fallschirmjäger ein, dann sehen die Ausbildungsinhalte für Dich so aus:

  • Fallschirmspringen
  • Handgriffe und Tätigkeiten, um mit dem Fallschirm auch unter schwierigen Bedingungen von Einsatzregionen, bei Wind und Wetter oder auch bei Tag und Nacht sicher zu springen und zu landen
  • Einsatzgrundsätze des Gefechtsdienstes der Fallschirmjägertruppe
  • Grundlagen der Gesprächsaufklärung
  • Training, um Waffen, Kampfmittel und Geräte der Gruppe oder des Zuges auch unter schwierigen Einsatzbedingungen zu beherrschen
  • Wissen über geltende Einsatzregeln und Anwendung auf konkrete Aufträge
  • Selbstständige Erfüllung von Aufgaben während einer Operation
  • Bedienen von Waffen, Kraftfahrzeugen und Geräten in der Teileinheit

Wie Du siehst, sind die Ausbildungsmöglichkeiten bei der Bundeswehr sehr vielfältig. So steht Dir zum Beispiel auch eine zivile Karriere bei der Bundeswehr offen, zum Beispiel als Koch für die zu verpflegenden Mannschaften.

Wie sieht der Karrierepfad nach der Bundeswehr-Ausbildung aus?

Nach Deiner Bundeswehr-Ausbildung stehen Dir sogenannte Anpassungsweiterbildungen und Aufstiegsweiterbildungen offen. Während es bei der Anpassungsweiterbildung darum geht, Dein berufliches Wissen in dem von Dir gewählten Fachbereich aktuell zu halten und an neue Entwicklungen innerhalb der Bundeswehr anzupassen, bietet eine Aufstiegsweiterbildung Dir die Möglichkeit, Dich auf persönlicher Ebene weiterzuentwickeln und beruflich bei der Bundeswehr aufzusteigen.

Die folgenden Anpassungsweiterbildungen stehen Dir bei der Bundeswehr als Soldat auf Zeit in der Laufbahngruppe Mannschaften offen:

  • EDV
  • Elektrotechnik
  • Fremdsprachen
  • Betriebswirtschaft

Daneben kannst Du Dich während Deiner Anpassungsausbildung auch auf den Einstieg in den zivilen Arbeitsmarkt vorbereiten lassen, in etwa, wenn Du eine zivile Karriere bei der Bundeswehr anstrebst.

Zusätzlich dazu hast Du die Möglichkeit, nach Deiner Ausbildung bei der Bundeswehr eine Aufstiegsweiterbildung zu machen. Zu diesem Zwecke stehen Dir unter anderem verschiedene Studiengänge offen, bei denen Du vom Bund unterstützt wirst. Mehr dazu erfährst Du in unserem Ratgeber zum Bundeswehr-Studium.

Passt eine Bundeswehr-Ausbildung zu mir?

Du kannst Dir vorstellen, eine Ausbildung bei der Bundeswehr zu beginnen, weißt aber noch immer nicht so genau, ob Du die dafür nötigen Anforderungen und Fähigkeiten mitbringst? Wir verraten Dir, welche persönlichen Voraussetzungen Du in jedem Fall mitbringen solltest, wenn Du eine Bundeswehr-Ausbildung anstrebst und Karriere beim Bund machen möchtest.

Körperliche Gesundheit
Wenn Du eine Bundeswehr-Ausbildung machen möchtest, musst Du körperlich gesund und fit sein. In der Grundausbildung erwartet Dich ein straffes Sportprogramm, das Du nicht unterschätzen solltest. Bringst Du eine grundlegende Fitness mit und bist auch sonst nicht körperlich in Deiner Bewegungsfähigkeit eingeschränkt, kannst Du eine Bundeswehr-Ausbildung beginnen.
Geistige Gesundheit
Auch geistig solltest Du gesund und fit sein. Eine Bundeswehr-Ausbildung ist nämlich nicht nur körperlich anstrengend, sondern auch emotional. Dafür ist es essenziell, dass Du psychisch stabil und belastbar bist und auch Druck standhalten kannst. Beim Bund kann der Umgangston schon mal etwas rauer werden. Damit solltest Du also in jedem Fall gut umgehen können.
Einsatzbereitschaft
Willst Du bei der Bundeswehr Karriere machen, solltest Du vor allem durch Deine Einsatzbereitschaft hervorstechen. Faulpelze kommen hier nicht weit!
Teamfähigkeit
Während Deiner Zeit beim Bund wirst Du nur wenig Zeit für Dich alleine haben. Die meisten Aktivitäten wie auch das Zusammenleben finden in der Gruppe statt. Du bist eher ein Einzelgänger? Dann solltest Du Dich vielleicht lieber nach einem anderen Beruf umsehen.
Zuverlässigkeit
Beim Bund musst Du vor allem eines sein, nämlich zuverlässig. Nicht nur solltest Du immer pünktlich sein und Dich durch Ehrlichkeit hervortun, auch was Deine Einsätze und Aufgaben angeht, ist Zuverlässigkeit und eine sorgfältige Arbeitsweise hier absolute Pflicht. Dein Team muss sich in jeder Situation auf Dich verlassen können, genau wie Du Dich jederzeit auf sie verlassen können möchtest.