Du hast den Berufswunsch Soldat zu werden? Dann hast Du bestimmt schon einmal über eine Ausbildung bei der Bundeswehr nachgedacht. Dort kannst Du in allen militärischen Organisationsbereichen, darunter Heer, Marine, Luftwaffe, Zentraler Sanitätsdienst und Streitkräftebasis auf Posten tätig werden, für die eine vorab absolvierte zivilberufliche Ausbildung nicht erforderlich ist. Klingt gut? Dann lies weiter und erfahre, welche Ausbildungsberufe es bei der Bundeswehr gibt, wie die Bundeswehr-Grundausbildung abläuft und natürlich, wie viel Geld Du während der Bundeswehr-Ausbildung verdienst.

Wo kann ich eine Bundeswehr-Ausbildung machen?

Strebst Du eine Ausbildung bei der Bundeswehr an, kommen die folgenden Einrichtungen und Organisationen für Dich infrage:

  • Teilstreitkräfte Heer, Marine oder Luftwaffe
  • Organisationsbereich Zentraler Sanitätsdienst
  • Streitkräftebasis der Bundeswehr

Der Beruf, den Du mit einer Bundeswehr-Ausbildung ergreifst, nennt sich „Soldat auf Zeit“ – kurz SaZ.

Bist Du auf der Suche nach einem freien Platz für eine Ausbildung bei der Bundeswehr, hilft Dir eventuell ein Blick in unsere Online-Jobbörse weiter. Dort findest Du neben Ausbildungsplätzen auch Stellenangebote für die Zeit nach Deiner Bundeswehr-Ausbildung sowie Jobangebote für zivile Berufe bei der Bundeswehr.

Welche Voraussetzungen brauche ich für eine Bundeswehr-Ausbildung?

  • Beendigung der Vollzeitschulpflicht
  • Mindestgröße von 155 cm
  • Uneingeschränkte Bereitschaft zur Teilnahme an Auslandseinsätzen der Bundeswehr gemäß Verpflichtungserklärung
  • Verpflichtung zu einer bestimmten Dienstzeit

Möchtest Du eine Bundeswehr-Ausbildung in der Laufbahngruppe der Mannschaften absolvieren, musst Du dafür selbstverständlich einige Voraussetzungen erfüllen. So können an der Grundausbildung bei der Bundeswehr keine Personen teilnehmen, die kleiner als 1,55 Meter sind. Daneben musst Du die Vollzeitschulpflicht beendet haben, wobei es bei der Bundeswehr-Ausbildung nicht darauf ankommt, dass Du einen bestimmten Schulabschluss vorweisen kannst. Die Vollzeitschulpflicht beträgt in Deutschland üblicherweise zehn Jahre, beim Besuch eines Gymnasiums sogar nur neun Jahre.

Hast Du die Vollzeitschulpflicht erreicht und bist groß genug für eine Ausbildung bei der Bundeswehr, musst daneben außerdem Du bereit sein, Dich für eine Mindestdauer zu verpflichten, was Deine Dienstzeit beim Bund betrifft. Üblicherweise beträgt die Verpflichtungszeit mindestens zwei Jahre, maximal jedoch 25 Jahre. Ein kürzeres Engagement von sechs bis 23 Monaten Dauer ist nur im Freiwilligen Wehrdienst als besonderes staatsbürgerschaftliches Engagement möglich. Auch die uneingeschränkte Bereitschaft zur Teilnahme an Auslandseinsätzen der Bundeswehr gemäß Verpflichtungserklärung muss gegeben sein, wenn Du eine Bundeswehr-Ausbildung als Soldat auf Zeit anstrebst.

Wie lange dauert die Bundeswehr-Ausbildung?

  • Bundeswehr-Grundausbildung: 3 Monate
  • Verpflichtungszeit in der Laufbahngruppe Mannschaften: 4 Jahre
  • Probezeit in der Laufbahngruppe Mannschaften: 6 Monate

Die Grundausbildung bei der Bundeswehr ist für alle Soldaten auf Zeit gleich. Sie beträgt insgesamt drei volle Monate, in denen Du die Grundlagen erlernst, die für Deine weitere Zeit beim Bund wichtig sind. Je nach dem von Dir angestrebten Dienstposten kommt entsprechend weitere Ausbildungszeit dazu, wovon die ersten sechs Monate auf die Probezeit entfallen. In der Laufbahngruppe Mannschaften beträgt die Verpflichtungszeit für Soldaten auf Zeit mindestens vier Jahre. Strebst Du eine höhere Dienstgradgruppe an, kann sich der Ausbildungszeitraum entsprechend verlängern.

Wie hoch ist das Gehalt in der Bundeswehr-Ausbildung?

  • 1700 Euro brutto pro Monat
  • Stufenweise Vergütung

Soldaten auf Zeit erhalten Bruttogrundgehaltssätze nach dem Bundesbesoldungsgesetz, die ihrem Dienstgrad entsprechen. Neben dem Bruttogrundgehalt selbst umfassen die finanziellen Bezüge in den meisten Fällen zusätzlich einen Familienzuschlag sowie weitere Zulagen, Vergütungen und andere Zuschläge. In der ersten Stufe der Laufbahngruppe Mannschaften beträgt das monatliche Bruttogehalt in etwa 1700 Euro, in Stufe acht sogar 2200 Euro brutto Monatsgehalt.

Wie läuft die Bundeswehr-Ausbildung ab?

  • Grundausbildung: 3 Monate
  • militärfachliche Ausbildung (und Verwendung auf dem vorgesehenen Dienstposten): ab dem 4. Monat

Zunächst absolvierst Du während Deiner Bundeswehr-Ausbildung die sogenannte Grundausbildung. Diese hat eine gesamte Dauer von drei Monaten und ist für alle Soldaten auf Zeit verpflichtend.

Erst im Anschluss daran beginnt Deine militärfachliche Ausbildung in dem von Dir gewählten Bereich – also beim Heer, bei der Luftwaffe oder bei der Marine, im Organisationsbereich Zentraler Sanitätsdienst oder aber an der Streitkräftebasis der Bundeswehr. Die ersten sechs Monate dort gelten aus Probezeit. Das bedeutet, dass Du während dieser Zeit versetzt werden kannst, wenn Du nicht die entsprechenden Leistungen bringst.

Ganz aus der Bundeswehr ausgeschlossen werden kannst Du im Normalfall aber nur, wenn Du Dir ein schweres Vergehen leistest, sodass eine Karriere bei der Bundeswehr auch dann noch möglich ist, wenn Du in einen anderen militärfachlichen Bereich beim Bund versetzt wurdest. Daneben gibt es allerdings auch noch die Möglichkeit, eine zivile Ausbildung bei der Bundeswehr zu absolvieren.

In der Regel bleibst Du mindestens vier Jahre in der von Dir gewählten Laufbahngruppe der Mannschaften, wobei Du nach erfolgreich abgeschlossener Grund- und Fachausbildung auf dem für Dich vorhergesehenen Dienstposten eingesetzt wirst.

Welche Inhalte hat die Bundeswehr-Ausbildung?

Während Deiner Grundausbildung werden Dir unter anderem die folgenden Kenntnisse und Fertigkeiten von Deinen Ausbildern vermittelt:

  • Rechte und Pflichten von Soldaten und Soldatinnen
  • Politische Bildung
  • Gefechtsdienst
  • Waffen- und Schießausbildung
  • Sport
  • Wachausbildung
  • Sanitätsausbildung

Im Anschluss daran erfolgen unterschiedliche militärfachliche Ausbildungsinhalte, die sich nach dem für Dich vorhergesehenen Dienstposten richten.

Als Assistent für Waffenmechanik der Marine erwarten Dich zum Beispiel diese Ausbildungsinhalte:

  • Instandhaltung und Instandsetzung von Torpedowaffenanlagen und Täuschkörperanlagen
  • Pflege und Wartung von Waffenanlagen
  • Bedienung von Waffenanlagen von Schiffen und Booten zum Zwecke der Be- und Entladung
  • Umgang mit Munition und entsprechende Sicherheitsbestimmungen
  • Unfallverhütungsvorschriften, Sicherheits- und Umweltschutzbestimmungen
  • „Seeklar machen“ (Schiff zur Fahrt auf das Meer bereitmachen) und „Seeklar zurück“ (Schiff zum Anlegen im Hafen bereitmachen)
  • Pflege von Handwaffen und Lagerung von Munition
  • Grundkenntnisse über elektrische Schalt-, Sicherheits- und Schutzeinrichtungen
  • technischen Daten, Einsatzparameter, Aufbau und Funktion sowie Verwendungszweck von Handwaffen, Rohrwaffensystemen sowie der Torpedowaffen- und Täuschkörperwurfanlagen
  • Gefahren bei der Mitarbeit an elektrischen Anlagen
  • technische Dokumentation zu ausgewählten Waffensystemen für die Durchführung der festgelegten Instandhaltungsmaßnahmen

Schlägst Du stattdessen eine Karriere als Fallschirmjäger ein, dann sehen die Ausbildungsinhalte für Dich so aus:

  • Fallschirmspringen
  • Handgriffe und Tätigkeiten, um mit dem Fallschirm auch unter schwierigen Bedingungen von Einsatzregionen, bei Wind und Wetter oder auch bei Tag und Nacht sicher zu springen und zu landen
  • Einsatzgrundsätze des Gefechtsdienstes der Fallschirmjägertruppe
  • Grundlagen der Gesprächsaufklärung
  • Training um Waffen, Kampfmittel und Geräte der Gruppe oder des Zuges auch unter schwierigen Einsatzbedingungen zu beherrschen
  • Wissen über geltende Einsatzregeln und Anwendung es auf konkrete Aufträge
  • Selbstständige Erfüllung von Aufgaben während einer Operation
  • Bedienen von Waffen, Kraftfahrzeugen und Geräten in der Teileinheit

Wie Du siehst, sind die Ausbildungsmöglichkeiten bei der Bundeswehr sehr vielfältig. So steht Dir zum Beispiel auch eine zivile Karriere bei der Bundeswehr offen – zum Beispiel als Koch für die zu verpflegenden Mannschaften.

Wie sieht der Karrierepfad nach der Bundeswehr-Ausbildung aus?

Nach Deiner Bundeswehr-Ausbildung stehen Dir sogenannte Anpassungsweiterbildungen und Aufstiegsweiterbildungen offen. Während es bei der Anpassungsweiterbildung darum geht, Dein berufliches Wissen in dem von Dir gewählten Fachbereich aktuell zu halten und an neue Entwicklungen innerhalb der Bundeswehr anzupassen, bietet eine Aufstiegsweiterbildung Dir die Möglichkeit, Dich auf persönlicher Ebene weiterzuentwickeln und beruflich bei der Bundeswehr aufzusteigen.

Die folgenden Anpassungsweiterbildungen stehen Dir bei der Bundeswehr als Soldat auf Zeit in der Laufbahngruppe Mannschaften offen:

  • EDV
  • Elektrotechnik
  • Fremdsprechen
  • Betriebswirtschaft

Daneben kannst Du Dich während Deiner Anpassungsausbildung auch auf den Einstieg in den zivilen Arbeitsmarkt vorbereiten lassen, in etwa, wenn Du eine zivile Karriere bei der Bundeswehr anstrebst.

Zusätzlich dazu hast Du die Möglichkeit nach Deiner Ausbildung bei der Bundeswehr eine Aufstiegsweiterbildung zu machen. Zu diesem Zwecke stehen Dir unter anderem verschiedene Studiengänge offen, bei denen Du vom Bund unterstützt wirst.

Passt eine Bundeswehr-Ausbildung zu mir?

Du kannst Dir vorstellen, eine Ausbildung bei der Bundeswehr zu beginnen, weißt aber noch immer nicht so genau, ob Du die dafür nötigen Anforderungen und Fähigkeiten mitbringst? Wir verraten Dir, welche persönlichen Voraussetzungen Du in jedem Fall mitbringen solltest, wenn Du eine Bundeswehr-Ausbildung anstrebst und Karriere beim Bund machen möchtest.

Körperliche Gesundheit
Wenn Du eine Bundeswehr-Ausbildung machen möchtest, musst Du körperlich gesund und fit sein. In der Grundausbildung erwartet Dich ein straffes Sportprogramm, das Du nicht unterschätzen solltest. Bringst Du eine grundlegende Fitness mit und bist auch sonst nicht körperlich in Deiner Bewegungsfähigkeit eingeschränkt, kannst Du eine Bundeswehr-Ausbildung beginnen.
Geistige Gesundheit
Auch geistig solltest Du gesund und fit sein. Eine Bundeswehr-Ausbildung ist nämlich nicht nur körperlich anstrengend, sondern auch emotional. Dafür ist es essenziell, dass Du psychisch stabil und belastbar bist und auch Druck aushalten kannst. Beim Bund kann der Umgangston schon mal etwas rauer werden. Damit solltest Du also in jedem Fall gut umgehen können.
Einsatzbereitschaft
Willst Du bei der Bundeswehr Karriere machen, solltest Du vor allem durch Deine Einsatzbereitschaft hervorstechen. Faulpelze kommen hier garantiert nicht weit!
Teamfähigkeit
Während Deiner Zeit beim Bund wirst Du nur wenig Zeit für Dich alleine haben. Die meisten Aktivitäten wie auch das Zusammenleben finden in der Gruppe statt. Du bist eher ein Einzelgänger? Dann solltest Du Dich vielleicht lieber nach einem anderen Beruf umsehen.
Zuverlässigkeit
Beim Bund musst Du vor allem eines sein, nämlich zuverlässig. Nicht nur solltest Du immer pünktlich sein und Dich durch Ehrlichkeit hervortun, auch was Deine Einsätze und Aufgaben angeht ist Zuverlässigkeit und eine sorgfältige Arbeitsweise hier absolute Pflicht. Dein Team muss sich in jeder Situation auf Dich verlassen können – genau, wie Du Dich jederzeit auf sie verlassen können möchtest.