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Inhalt14 Abschnitte
- Wie wird man Werkstoffprüfer?
- Was lernst Du in der Ausbildung?
- Welche Voraussetzungen brauchst Du?
- Wie lange dauert die Ausbildung und was verdienst Du?
- Wo bekommst Du einen Ausbildungsplatz?
- Geht es als Quereinsteiger oder per Umschulung?
- Unterschied zum Assistenten für Metallographie
- Was macht ein Werkstoffprüfer?
- Wo arbeiten Werkstoffprüfer?
- Was verdient ein Werkstoffprüfer?
- Welche Weiterbildungen gibt es?
- Wie sind die Berufsaussichten?
- Passt der Beruf zu Dir?
- Weiter zu Gehalt und verwandten Berufen
Werkstoffprüfer untersuchen Metalle, Kunststoffe und Bauteile auf ihre Eigenschaften und auf Fehler: Sie ziehen Proben im Zugversuch auseinander, messen die Härte, beurteilen das Gefüge unter dem Mikroskop und spüren Risse mit Ultraschall oder Röntgenstrahlen auf. Der Beruf ist eine duale Ausbildung von 3,5 Jahren.
Wie wird man Werkstoffprüfer?
Werkstoffprüfer oder Werkstoffprüferin wirst Du mit einer dualen Ausbildung von 3,5 Jahren in Betrieb und Berufsschule. Dabei wählst Du eine von vier Fachrichtungen: Metalltechnik, Kunststofftechnik, Wärmebehandlungstechnik oder Systemtechnik. Gesetzlich ist kein Schulabschluss vorgeschrieben, fast alle neuen Azubis haben die mittlere Reife oder Abitur. Die Abschlussprüfung legst Du vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) ab. Diese Wege führen in den Beruf:
So läuft die Ausbildung zum Werkstoffprüfer ab
- Ein Jahr vorherBewerbenFür den Start im Herbst 2027 suchen viele Betriebe schon jetzt. Bei der Materialprüfungsanstalt NRW endet die Frist am 26.10.2026, die BAM in Berlin nimmt Bewerbungen bis Jahresende an.
- 1. bis 18. MonatGrundlagen für alleWerkstoffkunde, Proben bearbeiten, Zugversuch und Härteprüfung, Schliffe fürs Mikroskop präparieren und erste zerstörungsfreie Prüfungen an Oberflächen.
- Vor Ende des 2. JahresAbschlussprüfung Teil 18 Stunden: Zugversuch, Härte-, Sicht- und Eindringprüfung, ein Mikroschliff und seine Auswertung, davon 90 Minuten schriftlich. Das Ergebnis zählt schon 30 % der Endnote.
- 19. bis 42. MonatDeine FachrichtungIm Betrieb lernst Du rund 69 Wochen lang die Inhalte Deiner Fachrichtung, etwa Metallografie, Wärmebehandlung oder Prüfen mit Röntgenstrahlen. In der Berufsschule trennen sich die Fachrichtungen erst im 4. Jahr.
- Ab dem 5. HalbjahrPrüfen nach NormUltraschall, Sicht-, Eindring- und Magnetpulverprüfung lernst Du nach Stufe 1 der DIN EN ISO 9712, nach der auch Prüfer im Job zertifiziert werden. In der Systemtechnik geht es teils bis Stufe 2.
- Nach 3,5 JahrenAbschlussprüfung Teil 2Ein großer Prüfauftrag von 12 oder 18 Stunden mit Fachgespräch, dazu drei schriftliche Prüfungen. Teil 2 zählt 70 %.
Quellen: Verordnung über die Berufsausbildung zum Werkstoffprüfer und zur Werkstoffprüferin (WerkstPrAusbV) §§ 2, 3, 7 bis 9 und Anlagen 1 und 2; KMK-Rahmenlehrplan Werkstoffprüfer/in; BIBB DAZUBI 2024; HA-Empfehlung 129; DGZfP-Zertifizierungsprogramm (Anhang I); MPA NRW und BAM (Ausbildungsangebote 2027).

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Was lernst Du in der Ausbildung zum Werkstoffprüfer?
Du lernst, Werkstoffe mit und ohne Zerstörung zu prüfen, die Ergebnisse zu bewerten und alles genau zu dokumentieren. Die ersten 18 Monate sind für alle gleich, danach geht es im Betrieb in Deine Fachrichtung. Fast acht von zehn Azubis lernen in der Metalltechnik. Was die vier Fachrichtungen unterscheidet:
| Fachrichtung | Was Du dort lernst |
|---|---|
| Metalltechnik | 576 Azubis Gefüge unter dem Lichtmikroskop untersuchen (mit 24 Wochen der größte Block), Bauteile mit Ultraschall, Magnetpulver und Eindringmittel prüfen, Ursachen von Schäden finden |
| Wärmebehandlungstechnik | 105 Azubis Wärmebehandlungsanlagen vorbereiten und bedienen, das passende Verfahren auswählen, behandelte Teile nachbehandeln und freigeben |
| Kunststofftechnik | 57 Azubis Aufbau und Struktur von Kunststoffen einordnen, Verarbeitungsverfahren kennen, thermische und physikalisch-chemische Eigenschaften messen |
| Systemtechnik | 24 Azubis Bauteile und Anlagen zerstörungsfrei prüfen, auch per Durchstrahlung mit Röntgenstrahlen, und Röntgenfilme bewerten |
Azubis aller Ausbildungsjahre am 31.12.2024. Quellen: WerkstPrAusbV § 4 und Anlage 1; BIBB, DAZUBI-Datenblätter je Fachrichtung.
Was lernst Du in der Berufsschule?
Alle Fachrichtungen lernen drei Jahre gemeinsam in einer Klasse, erst im 4. Jahr wird getrennt. Insgesamt sind es 1.020 Stunden in 17 Lernfeldern, Fachenglisch ist mit 40 Stunden eingebaut.
| Jahr | Lernfelder (Auswahl) |
|---|---|
| 1. Jahr 320 Stunden | Festigkeit, Verformung und Härte ermitteln; Schliffe präparieren; Bauteile zerstörungsfrei auf Oberflächenfehler prüfen |
| 2. Jahr 280 Stunden | Wärmebehandlungen durchführen; Gefüge beurteilen; Schweiß- und Klebeverbindungen beurteilen; Ultraschall-, Wirbelstrom- und mobile Härteprüfung |
| 3. Jahr 280 Stunden | Festigkeit über Wärmebehandlung einstellen; Langzeitversuche; Qualitätsmanagement; Prüfen mit Strahlung; Schadensanalysen |
| 4. Jahr 140 Stunden | nach Fachrichtung: Bruchflächen analysieren oder mobile Röntgengeräte einsetzen, dazu systematische Untersuchungen von Werkstoffen und Bauteilen |
Unterrichtet wird oft im Block, also mehrere Wochen am Stück, etwa in Selb oder Freiberg. Wo Du hingehst, steht im Abschnitt Ausbildungsplatz.
Wie läuft die Abschlussprüfung ab?
| Prüfungsbereich (Metalltechnik) | Was Du machst |
|---|---|
| Prüfverfahren Teil 1, 30 % | 6 Prüfaufgaben in 8 Stunden, davon 90 Minuten schriftlich und bis zu 20 Minuten Fachgespräch |
| Werkstoff- und Produktprüfung Teil 2, 30 % | ein betrieblicher Auftrag von 18 Stunden oder ein Prüfungsprodukt von 12 Stunden, jeweils mit Fachgespräch bis 30 Minuten |
| Eigenschaften metallischer Werkstoffe Teil 2, 20 % | schriftlich, 150 Minuten |
| Schadensanalyse Teil 2, 10 % | schriftlich, 90 Minuten |
| Wirtschafts- und Sozialkunde Teil 2, 10 % | schriftlich, 60 Minuten |
In der Systemtechnik heißen die beiden großen schriftlichen Bereiche Prüfanweisungen und Beanspruchungen technischer Systeme, je 15 %. Bestanden hast Du, wenn Gesamtnote, Teil 2 und die 150-Minuten-Prüfung mindestens ausreichend sind und kein Bereich aus Teil 2 ungenügend ist. Wackelt eine schriftliche Note in Teil 2, kannst Du sie mit etwa 15 Minuten mündlich retten.
Ist die Ausbildung zum Werkstoffprüfer schwer?
Physik, Chemie und Mathe spielen eine große Rolle. Die Zahlen sprechen trotzdem für die Azubis:
Quellen: WerkstPrAusbV §§ 7 bis 9, 20, 21; KMK-Rahmenlehrplan Werkstoffprüfer/in (Beschluss 25.04.2013); KMK, Länderübergreifende Fachklassen (38. Fortschreibung); BSZ Selb; TU Bergakademie Freiberg; BIBB DAZUBI 2024.
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Welche Voraussetzungen brauchst Du als Werkstoffprüfer?
Rechtlich ist kein Schulabschluss vorgeschrieben. Die meisten Betriebe verlangen mindestens die mittlere Reife, einige nehmen auch einen guten Hauptschulabschluss. Unter den neuen Azubis 2024 hatte kaum jemand nur einen Hauptschulabschluss:
Quelle: BIBB, DAZUBI-Datenblatt Werkstoffprüfer/-in, Berichtsjahr 2024. Absolutwerte auf ein Vielfaches von 3 gerundet, 3 Abschlüsse aus dem Ausland ohne Zuordnung.
Quellen: BERUFENET Werkstoffprüfer/in (alle 4 Fachrichtungen); BIBB DAZUBI 2024; Ausbildungsangebote 2027 von Bundeswehr, DEKRA Incos, ZF, BMW, BASF, BAM, Volkswagen und Feralpi (Jobbörse der Arbeitsagentur, Arbeitgeberseiten); KMK-Rahmenlehrplan; DGZfP-Zertifizierungsprogramm; Jugendarbeitsschutzgesetz § 32; Strahlenschutzgesetz § 78.
Wie lange dauert die Ausbildung und was verdienst Du?
Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre. Im Tarifschnitt verdienst Du im 1. Jahr 1.179 € brutto im Monat, im 4. Jahr 1.413 €. Was Du nach der Ausbildung verdienst, steht im Artikel Werkstoffprüfer-Gehalt. In der Ausbildung hängt das Geld vom Tarif Deines Betriebs ab:
| Tarif oder Arbeitgeber | Euro im 1. / 2. / 3. / 4. Jahr |
|---|---|
| Metall und Elektro Baden-Württemberg | 1.304 / 1.378 / 1.489 / 1.563 |
| Metall und Elektro Bayern | 1.303 / 1.365 / 1.444 / 1.497 |
| Metall und Elektro Nordrhein-Westfalen | 1.243 / 1.298 / 1.379 / 1.486 |
| Metall und Elektro Berlin und Brandenburg | 1.272 / 1.335 / 1.402 / 1.461 |
| Eisen und Stahl Nordrhein-Westfalen | 1.176 / 1.231 / 1.314 / 1.420 |
| Chemie Nordrhein | 1.204 / 1.315 / 1.389 / 1.484 |
| Bund und Kommunen, auch Bundeswehr | 1.368 / 1.418 / 1.464 / 1.528 |
| Länder, etwa Materialprüfungsanstalt NRW | 1.297 / 1.351 / 1.401 / 1.470 |
Quellen: WerkstPrAusbV § 2; BIBB, Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2025 (Stand 1.10.2025); Tarifregister NRW (Metall und Elektro, Eisen und Stahl, Chemie Nordrhein); IHK Würzburg-Schweinfurt (Bayern); IHK Heilbronn-Franken (Baden-Württemberg); Tarifregister Berlin (Stand August 2026); BAVC; TVAöD-BBiG ab 1.5.2026; TVA-L BBiG ab 1.4.2026; bundeswehrkarriere.de; BBiG §§ 7a, 8, 14, 37, 45; HA-Empfehlung 129; SGB III §§ 56, 60.
Wo bekommst Du einen Ausbildungsplatz als Werkstoffprüfer?
Bei Stahlwerken, Autoherstellern und Zulieferern, Prüfdienstleistern, Chemie- und Energiefirmen und Materialprüfanstalten. Am 6. Oktober 2026 standen in der Jobbörse der Arbeitsagentur 155 Ausbildungsangebote, 117 davon für 2027. Die meisten Azubis lernen in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen:
Quelle: BIBB, DAZUBI-Datenblatt Werkstoffprüfer/-in, Berichtsjahr 2024, Industrie und Handel.
| Region | Betriebe und Berufsschule (Beispiele) |
|---|---|
| Berlin | Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), BORSIG in Tegel, Siemens Energy Berufsschule: Lise-Meitner-Schule; auch Azubis aus dem Berliner Umland lernen hier |
| Nordrhein-Westfalen | thyssenkrupp Steel in Duisburg, thyssenkrupp in Hagen-Hohenlimburg, Materialprüfungsanstalt NRW in Dortmund Berufsschule: etwa Cuno-Berufskolleg in Hagen, ein bis zwei Tage pro Woche |
| Bayern | BMW in Dingolfing (2 Plätze), Diehl in Nürnberg, ZF in Schweinfurt, DEKRA Incos in Großmehring Berufsschule: Berufsschule Selb im Block, auch für Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen |
| Sachsen | IMA in Dresden, BGH Edelstahl in Freital, Feralpi in Riesa Berufsschule: Berufsschulzentrum Freiberg im Block |
| Weitere | BASF in Lemförde, Volkswagen in Baunatal, Materialprüfungsanstalt der Uni Stuttgart, Daimler Truck in Gaggenau, Schaeffler in Bühl Berufsschule: für Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein: Berufliche Schule Stahl- und Maschinenbau in Hamburg |
Quellen: BIBB DAZUBI 2024; Arbeitsagentur, Jobbörse (155 Ausbildungsangebote, Abruf 06.10.2026); Ausbildungsseiten und -anzeigen von BAM, BORSIG, Siemens Energy, thyssenkrupp, MPA NRW, BMW, Diehl, ZF, DEKRA Incos, IMA Dresden, BGH Edelstahl, Feralpi, BASF, Volkswagen, Uni Stuttgart, Daimler Truck, Schaeffler; KMK, Länderübergreifende Fachklassen (38. Fortschreibung); IHK Berlin; BSZ Selb; TU Bergakademie Freiberg; MPA NRW.
Kann man als Quereinsteiger Werkstoffprüfer werden?
Ja, mit einer Umschulung zum IHK-Abschluss, über die Externenprüfung oder mit Zertifikaten in der zerstörungsfreien Prüfung. Die Umschulung bezahlen oft Arbeitsagentur oder Jobcenter. Die Wege für Erwachsene im Überblick:
Weiterbildung zum ZfP-Prüfer nach DIN EN ISO 9712
In der zerstörungsfreien Prüfung zählt im Job das Zertifikat nach DIN EN ISO 9712. Du erwirbst es für jedes Verfahren einzeln, auch als Quereinsteiger. Mit Stufe 1 prüfst Du nach Anweisung und unter Aufsicht. Mit Stufe 2 wählst Du das Verfahren selbst und bewertest die Ergebnisse, Stufe 3 leitet das ZfP-Personal an. Kurse und Praxis für Stufe 1:
| Verfahren | Kurs Stufe 1 / Stufe 2 und Praxis für Stufe 1 |
|---|---|
| Ultraschall (UT) | 8 / 10 Tage Kurs, 45 Tage Praxis |
| Durchstrahlung (RT) | 8 / 10 Tage Kurs, 45 Tage Praxis, dazu die Fachkunde im Strahlenschutz |
| Wirbelstrom (ET) | 5 / 6 Tage Kurs, 45 Tage Praxis |
| Magnetpulver (MT), Eindring (PT), Sicht (VT) | je 3 / 2 Tage Kurs, 15 Tage Praxis |
Quellen: W.S. Werkstoff Service (Umschulung Werkstoffprüfer/in); mein NOW, Weiterbildungssuche der Arbeitsagentur (BFW Dortmund); SGB III §§ 81, 180; BBiG §§ 45, 50b; DGZfP, Zertifizierungsprogramm nach DIN EN ISO 9712 (Rev. 04.0, 2024) und Ausbildungsseite; GSI SLV, ZfP-Kurse 2026; Strahlenschutzverordnung § 48; WerkstPrAusbV Anlage 2.
Was ist der Unterschied zum Technischen Assistenten für Metallographie?
Beide arbeiten in Werkstofflaboren. Werkstoffprüfer machen aber eine duale Ausbildung im Betrieb und bekommen Ausbildungsgeld. Technische Assistenten für Metallographie und Werkstoffanalyse lernen an einer Berufsfachschule. Den schulischen Weg gibt es nur an wenigen Schulen, etwa am Lette Verein in Berlin und an einem Berufskolleg in Solingen.
| Werkstoffprüfer/in und Technische Assistenz im Vergleich | |
|---|---|
| Ausbildung | Werkstoffprüfer: dual in Betrieb und Berufsschule Assistenz: Vollzeit an einer Berufsfachschule |
| Dauer | Werkstoffprüfer: 3,5 Jahre Assistenz: 2 Jahre mit Abitur oder Fachhochschulreife, 3 Jahre mit mittlerem Abschluss |
| Geld | Werkstoffprüfer: Ausbildungsgeld, im Tarifschnitt 1.179 bis 1.413 € im Monat Assistenz: kein Ausbildungsgeld, am Lette Verein 95 € Schulgeld im Monat |
| Praxis | Werkstoffprüfer: von Anfang an im Betrieb Assistenz: 5 Wochen Praktikum, meist ohne Vergütung |
| Abschluss | Werkstoffprüfer: IHK-Prüfung im staatlich anerkannten Ausbildungsberuf Assistenz: staatlich geprüfte/r Technische/r Assistent/in; nach 3 Jahren mit Fachhochschulreife |
In Nordrhein-Westfalen heißt der schulische Bildungsgang Physikalisch-technische Assistenz mit Schwerpunkt Metallographie und Werkstoffkunde.
Quellen: Lette Verein Berlin (Metallographie und Werkstoffanalyse); berufsbildung.nrw.de; WerkstPrAusbV § 1; BIBB, Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2025.
Was macht ein Werkstoffprüfer?
Werkstoffprüfer sorgen dafür, dass nur einwandfreie Werkstoffe und Bauteile in Produktion und Betrieb gehen. Sie prüfen Proben im Labor oder Anlagen vor Ort, werten die Messwerte aus und dokumentieren alles. Was Du genau machst, hängt von Betrieb und Fachrichtung ab. Typische Aufgaben:
| Aufgabe | Was Du machst |
|---|---|
| Zerstörende Prüfung | Proben im Zugversuch dehnen, bis sie reißen, Härte bestimmen, Kerbschlagbiegeprüfungen durchführen |
| Metallografie | Proben schleifen, polieren und ätzen, das Gefüge unter dem Lichtmikroskop beurteilen; für Details das Rasterelektronenmikroskop einsetzen lassen und die Ergebnisse bewerten |
| Zerstörungsfreie Prüfung | Bauteile und Schweißnähte mit Ultraschall, Röntgen oder Computertomografie, Wirbelstrom, Magnetpulver oder Eindringmittel auf Risse prüfen |
| Wärmebehandlung | Wärmebehandlungsanlagen bedienen, das passende Verfahren wählen, behandelte Teile prüfen und freigeben |
| Schadensanalyse | herausfinden, warum ein Teil versagt hat, etwa an der Bruchfläche |
| Prüftechnik | Prüfmittel auswählen und überprüfen, Prüfplätze einrichten, Messgeräte warten |
| Dokumentation | Messwerte erfassen, mit Normen und Vorgaben vergleichen, Prüfberichte schreiben |
Wie läuft eine Gefügeuntersuchung ab?
- vorherProbe härtenJe nach Auftrag erhitzt Du die Stahlprobe und kühlst sie schnell ab, damit sie möglichst hart wird.
- PräparationSchliff herstellenMit Schleifpapier und Schleifmaschine bearbeitest Du die Probe, bis sie kratzerfrei spiegelt.
- ÄtzenGefüge sichtbar machenEine Säure lässt die Körner und Bestandteile des Metalls hervortreten.
- MikroskopBilder auswertenUnter dem Lichtmikroskop fotografierst Du das Gefüge, eine Software hilft beim Zählen der Körner.
- danachBewerten und festhaltenDu vergleichst die Werte mit der Norm. Weichen sie deutlich ab, prüfst Du nach, ob der Fehler in Deiner Messung liegt, und schreibst den Prüfbericht.
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Quellen: BERUFENET Werkstoffprüfer/in Metalltechnik, Systemtechnik und Wärmebehandlungstechnik (Tätigkeit, Arbeitsbedingungen, Arbeitsmittel); WerkstPrAusbV § 4 und Anlage 1; Strahlenschutzverordnung § 48.
Wo arbeiten Werkstoffprüfer?
In Stahlwerken und Gießereien, im Maschinen-, Anlagen- und Fahrzeugbau, bei Prüfdienstleistern, in Chemie und Energiewirtschaft und in Materialprüfanstalten. Typische Arbeitgeber und was Du dort machst:
| Arbeitgeber | Beispiele und Aufgaben |
|---|---|
| Stahl und Gießereien | etwa thyssenkrupp Steel, BGH Edelstahl, Feralpi: Proben aus der Produktion prüfen, oft im Schichtdienst |
| Fahrzeug- und Maschinenbau | etwa BMW, Volkswagen, ZF, Schaeffler, Daimler Truck: Werkstoffe und Bauteile für die Serie prüfen |
| Prüfdienstleister | etwa DEKRA, GSI SLV: Schweißnähte und Anlagen in Werken und auf Baustellen zerstörungsfrei prüfen |
| Chemie und Energie | etwa BASF, Siemens Energy: Anlagen, Rohrleitungen und Behälter prüfen |
| Prüfanstalten und Forschung | etwa die BAM in Berlin und die Materialprüfungsanstalten in Dortmund und Stuttgart |
| Luftfahrt, Schiffe, Bahn | Teile für Flugzeuge, Schiffe und Schienenfahrzeuge prüfen |
In den Berufen der Werkstofftechnik insgesamt sind 23 % der Beschäftigten Frauen, 18 % arbeiten in Teilzeit.
Quellen: BERUFENET Werkstoffprüfer/in (Branchen); Arbeitsagentur, Jobbörse; GSI SLV; BAM; Uni Stuttgart; Bundesagentur für Arbeit, Beschäftigungsstatistik 31.12.2025 (Berufsuntergruppe 4142).
Was verdient ein Werkstoffprüfer?
Als Werkstoffprüfer verdienst Du im Mittel 4.177 € brutto im Monat. Was Du beim Einstieg, nach Bundesland und mit Berufserfahrung verdienst, steht im Artikel Werkstoffprüfer-Gehalt.
Welche Weiterbildungen gibt es für Werkstoffprüfer?
Naheliegend sind der Techniker für Werkstofftechnik und der Industriemeister Metall. Du kannst auch höhere ZfP-Stufen erwerben, Technischer Fachwirt werden oder Werkstofftechnik studieren. Wie Du die Förderung beantragst, steht im Artikel Aufstiegs-BAföG.
| Abschluss | Zugang und Dauer |
|---|---|
| Techniker/in Werkstofftechnik | Zugang: Berufsabschluss, Fachschule Dauer und Abschluss: Vollzeit 2 Jahre, Teilzeit 3 bis 4 Jahre; Abschluss Bachelor Professional, in Bayern "Staatlich geprüfter Werkstoff- und Prüftechniker" |
| Industriemeister/in Metall | Zugang: Ausbildung und Berufspraxis oder 5 Jahre Praxis Dauer und Abschluss: Prüfung vor der IHK |
| ZfP Stufe 2 und 3 | Zugang: Zertifikat der Stufe darunter oder mehr Praxis Dauer und Abschluss: Kurse von wenigen Tagen je Verfahren; mit Stufe 3 leitest Du ZfP-Personal an |
| Technische/r Fachwirt/in | Zugang: Berufsabschluss und Berufspraxis Dauer und Abschluss: verbindet Technik mit Betriebswirtschaft |
| Studium Werkstofftechnik oder Materialwissenschaft | Zugang: Abitur, Meister oder Techniker; sonst 3 Jahre Praxis plus Eignungsprüfung oder Probestudium Dauer und Abschluss: Bachelor an Uni oder Fachhochschule |
Studiengänge vergleichen die Artikel Werkstofftechnik-Studium und Materialwissenschaften.
Quellen: BERUFENET (Werkstoffprüfer/in, Techniker/in Werkstofftechnik, Industriemeister/in Metall); DGZfP; KMK-Beschluss vom 06.03.2009; aufstiegs-bafoeg.de; Stiftung Begabtenförderungswerk berufliche Bildung (SBB).
Wie sind die Berufsaussichten für Werkstoffprüfer?
Solide, aber kein Mangelberuf: Laut Engpassanalyse 2025 steht die Werkstofftechnik unter Beobachtung. Eine freie Stelle für Fachkräfte ist im Mittel nach 91 Tagen besetzt. Auf eine gemeldete Stelle kamen 2025 rechnerisch 3,6 Arbeitsuchende.
Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2025 und Beschäftigungsstatistik 31.12.2025 (Berufsuntergruppe 4142, Fachkräfte 41422); BIBB, neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30.09.2025; GSI SLV.
Passt der Beruf zu Dir?
Was solltest Du mitbringen?
- Dich für Physik, Chemie und Technik interessierst
- sehr sorgfältig arbeitest und Messwerte genau festhältst
- auch bei langen Versuchsreihen geduldig bleibst
- handwerklich geschickt bist
- Farben sicher unterscheiden kannst
- feste Arbeitszeiten ohne Schichten brauchst
- Lärm, Hitze und chemische Gerüche schlecht verträgst
- schnelle Erfolgserlebnisse brauchst
- eine Allergie gegen Metalle hast
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