Wie bekomme ich eine Selbstauskunft im PDF-Format?
Es gibt verschiedene Wege, an eine Selbst- oder Bonitätsauskunft zu kommen. Außerdem gibt es nicht die eine Selbstauskunft, sondern diverse Varianten. Die größte und bekannteste Wirtschaftsauskunft Deutschlands ist die Schufa. Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung – so der volle Name – ist aufgrund der Datenschutzgrundverordnung verpflichtet, Dir kostenlos eine Übersicht über die von Dir gespeicherten Daten zu übermitteln.
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- Schufa-Bonitätsauskunft: sofort, online und tagesaktuell. Alle gespeicherten Daten, tagesaktuelle Berechnung des Schufa-Scores, offizieller Nachweis der Bonität und des Scores zur sicheren Weitergabe an Dritte.
- kostenlose Datenkopie: Versand per Post ca. 14 Tage. Enthält keine tagesaktuelle Berechnung des Bonitätsscores. Nur eine Kopie der bei der Schufa gespeicherten Daten nach nach Art. 15 DS-GVO.
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- Ident-Protect: Permanente Überwachung der Daten
Du kannst diese Datenkopie auf der Internetseite der Schufa kostenlos anfordern. Sie wird Dir allerdings nicht sofort, sondern nach etwa ein bis zwei Wochen postalisch zugesendet. Eine Selbstauskunft als PDF ohne Wartezeit bekommst Du von der Schufa nur kostenpflichtig, genauso wie die Bonitätsauskunft.
Doch die Schufa ist nicht die einzige Wirtschaftsauskunft. Über den Anbieter bonify – eine Schufa-Tochter – kannst Du nach Registrierung kostenlos Deinen Schufa-Bonitätsscore und gespeicherte Zahlungsausfälle einsehen. Der Score wird einmal pro Quartal aktualisiert. Beachte: Diese Einsicht ist keine offizielle Datenkopie nach Art. 15 DSGVO und ersetzt diese nicht.
bonify kann Dir diese Einsicht kostenlos bieten, weil Dir dafür auf Dich persönlich zugeschnittene Werbung angezeigt wird. Über die Vermittlung dieser Angebote verdient bonify. Für Vermieter bietet bonify eine kostenpflichtige Mieterauskunft inkl. Schufa-BonitätsCheck für 29,99 € an, die als PDF verfügbar ist.
Die kostenlose Schufa-Selbstauskunft ist auf der Schufa-Seite etwas versteckt. Statt nach „Bonitätsauskunft” musst Du nach „Datenkopie” suchen, um zum Bestellformular zu gelangen.
Was ist eine Selbstauskunft?
In einer Selbst- oder Bonitätsauskunft sind Daten zu Deiner Person und Verträgen gespeichert. Dazu zählen Handyverträge, Kredite oder Bankkonten. Außerdem steht in dem Dokument, wenn Du Kredite oder Deinen Einkauf in einem Online-Shop nicht rechtzeitig bezahlt hast. Aus all diesen Daten wird Deine Kreditwürdigkeit – auch Bonität genannt – errechnet. Ist der Wert beziehungsweise Score hoch, ist wahrscheinlich, dass Du zahlungsfähig bist. Je niedriger der Wert, desto schlechter.
Da Unternehmen oder Vermieter Dich nicht kennen, wollen sie durch die Selbst- oder Bonitätsauskunft sichergehen, dass sie Geschäfte mit jemandem machen, von dem sie das Geld auch bekommen. Die Daten in der Schufa-Selbstauskunft sind sehr sensibel und persönlich. Deshalb solltest Du sie nicht einfach so weitergeben. Beispielsweise für den Abschluss eines Mietvertrags gibt es eigene Bonitätsauskünfte, die genug Daten für den Vermieter beinhalten.
Wer fordert eine Selbstauskunft?
Theoretisch kann jeder eine Selbst- oder Bonitätsauskunft fordern, der mit Dir Geschäfte machen will und sichergehen möchte, dass Du ein zuverlässiger und zahlungswilliger Partner bist. In der Praxis beschränken sich die Forderungen nach einer Schufa-Eigenauskunft auf bestimmte Geschäftsfelder.
Kredite
Bevor Du einen Kredit von einer Bank aufnehmen kannst, muss die Bank natürlich wissen, ob Du auch in der Lage bist, das Geld zurückzuzahlen. Deshalb musst Du oft Gehaltsnachweise vorweisen – und eine Selbstauskunft für die Bank. Diese gibt über Deine Zahlungsbereitschaft in der Vergangenheit Auskunft. Deine Bank prüft Deine Kreditwürdigkeit hin und wieder. Falls ein negativer Score auffallen sollte, kann sie Dir raten, eine Selbst- oder Bonitätsauskunft einzuholen, um sie auf Fehler zu überprüfen.
Versicherungen
Dasselbe gilt auch für Versicherungen, zum Beispiel eine Auto-Haftpflichtversicherung. Es ist auch möglich, eine Versicherung trotz eines negativen Schufa-Eintrags zu bekommen.
Leasingunternehmen
Bevor Du ein Auto oder eine andere größere Investition durch Leasing finanzieren kannst, wird das Unternehmen ebenfalls eine Selbst- oder Bonitätsauskunft verlangen.
Vermieter
Insbesondere Vermieter wollen sicherstellen, dass ihre Mieter in der Vergangenheit regelmäßig bezahlt haben und nicht insolvent waren. Deshalb verlangen Vermieter eine Selbstauskunft der Schufa. Gerade auf dem hart umkämpften Wohnungsmarkt kann eine positive Selbst- oder Bonitätsauskunft sehr viel wert sein. Der einfachste und schnellste Weg, sie zu bekommen, ist eine Mieterselbstauskunft als PDF. Die ist bei der Schufa kostenpflichtig (29,95 €), bei anderen Anbietern gibt es sie kostenlos.
Wofür brauche ich selbst eine Schufa-Selbstauskunft?
Auch wenn Du keine neue Wohnung mieten willst oder aktuell keine Bonitätsauskunft für die Bank brauchst, solltest Du regelmäßig eine Selbstauskunft der Schufa einholen. Denn die Daten darin können Fehler haben. Du kannst die kostenpflichtige Selbstauskunft als PDF oder eine kostenfreie Datenkopie anfordern.
Kontrolle
Was in Deiner Selbstauskunft der Schufa steht, sind sehr sensible Daten. Sie können darüber entscheiden, ob Du einen Kredit aufnehmen kannst oder nicht. Deshalb solltest Du wissen, was in der Schufa-Selbstauskunft steht. Einmal im Jahr kannst Du bei der Schufa eine kostenlose Datenkopie nach Art. 15 Datenschutzgrundverordnung anfordern. Dazu ist die Schufa verpflichtet. Solltest Du fehlerhafte Daten entdecken, hast Du nach Art. 16 DSGVO das Recht auf kostenlose und sofortige Korrektur. Über bonify kannst Du Deinen Schufa-Score zudem quartalsweise kostenlos einsehen.
Korrektur
Es kann vorkommen, dass die Daten in der Selbstauskunft der Schufa fehlerhaft sind. Dafür kannst Du als Kunde oft gar nichts. Es kann z. B. Fehler geben, wenn Du bei verschiedenen Banken Kreditangebote vergleichen wolltest. Dann stellen mehrere Bankberater eine Schufa-Anfrage, ohne dass es am Ende dazu kommt, dass Du den Kredit annimmst. Die Schufa bewertet solch eine Anfrage dann negativ. Das kann dazu führen, dass Dein Schufa-Score herabgestuft wird.
Außerdem kann es bei der Vielzahl an Daten, die die Schufa speichert, auch ganz einfach zu Verwechslungen oder Übertragungsfehlern kommen.
Was steht in einer Schufa-Selbstauskunft?
Die Schufa sammelt eine Menge Daten. Laut eigenen Angaben verfügt sie über gespeicherte Informationen von Privatpersonen und Unternehmen. Insgesamt sind Daten von über 68 Millionen Personen gespeichert, täglich werden mehr als 340.000 Anfragen verarbeitet. Nicht alle möglichen Daten stehen in der Selbst- oder Bonitätsauskunft.
Personenbezogene Daten
In der Schufa-Selbstauskunft stehen Deine persönlichen Daten: Name, auch ältere Namen, Adresse, auch ältere Adressen, Geburtsdatum und Geburtsort.
Daten zur Bonität
Außerdem enthält eine Schufa-Selbstauskunft Informationen zu Deiner Bonität. Die Schufa hat Informationen darüber, wenn Du einen Handyvertrag abgeschlossen hast, wie viele Bankkonten oder Kreditkarten Du hast und ob Du gerade einen Kredit aufgenommen hast. Außerdem steht in der Selbstauskunft der Schufa, wenn Du fälligen Forderungen nicht nachgekommen bist oder Identitäts- oder Bonitätstäuschungen begangen hast.
Bonitätsscore
Aus all diesen Daten errechnet die Schufa Deinen Bonitätsscore. Seit März 2026 verwendet die Schufa ein überarbeitetes Bewertungssystem: Die neue Skala reicht von 100 bis 999 Punkten – je höher der Wert, desto besser Deine Bonität. Ein neues Erklär-Tool zeigt erstmals transparent, welche Faktoren den Score beeinflussen. Die Berechnung basiert auf 12 Kriterien wie Zahlungshistorie und Adressstabilität. Die Schufa betont, dass Dein Wohnort nicht in den Bonitätsscore fließt. Ob Du in einer guten oder weniger guten Gegend lebst, spielt also keine Rolle.
Der Bonitätsscore gibt an, wie kreditwürdig Du bist. Je höher, desto besser – und desto eher würde eine Bank Dir einen Kredit geben. Die Schufa gibt keine Empfehlung ab. Die letzte Entscheidung hat immer die Bank, Versicherung oder Dein zukünftiger Vermieter.
Was steht nicht in einer Schufa-Selbstauskunft?
In der Selbst- oder Bonitätsauskunft stehen keine Daten zu Deinem Einkommen, Kontostand, Beruf, Deinen Vermögensverhältnissen, Deiner Religion, politischen Einstellungen, Nationalität, Deinem Familienstand oder individuellem Konsumverhalten. Die Schufa verarbeitet auch keine Daten aus sozialen Netzwerken.
Wie lange speichert die Schufa?
Die Schufa darf Deine Daten nicht unbegrenzt speichern. Wenn Du ein Konto oder ein Basiskonto gekündigt hast, wird das sofort aus Deiner Schufa-Selbstauskunft gelöscht. Dasselbe gilt für ein Pfändungsschutzkonto. Wenn Du einen Kredit vollständig zurückgezahlt hast, bleibt der Eintrag noch drei Jahre bestehen.
Falls Du eine Rechnung nicht gezahlt hast und ein Schufa-Eintrag erfolgt ist, bleibt dieser ebenso drei Jahre bestehen. Die Frist beginnt erst, wenn Du die Rechnung vollständig gezahlt hast. Seit dem 1. Januar 2025 gilt die 100-Tage-Regelung: Bezahlst Du eine Forderung innerhalb von 100 Tagen nach der Schufa-Meldung und liegen keine weiteren Zahlungsausfälle vor, verkürzt sich die Löschfrist von 36 auf 18 Monate. Handelt es sich um eine Forderung von unter 2.000 €, die innerhalb von 6 Wochen bezahlt wurde, wird der Eintrag sofort gelöscht.
Kreditanfragen speichert die Schufa für 12 Monate, sie sind für Banken nur 10 Monate sichtbar. Schufa-neutrale Konditionsanfragen werden dagegen nur 10 Tage gespeichert und sind für Kreditgeber nicht sichtbar.
Wie kann ich meine Bonität verbessern?
Mit ein paar Tricks kannst Du Deine Bonität – also Deinen Score – verbessern. Das ist leichter, als Du vielleicht denkst.
Fehler korrigieren lassen
Wie bereits erwähnt, können die bei der Schufa oder anderen Auskunfteien gespeicherten Daten fehlerhaft sein. Um solche Fehler zu korrigieren, musst Du Dich – am besten mit entsprechenden Belegen – an die Schufa wenden. Die wird den möglichen Fehler überprüfen und löschen, solltest Du recht haben. Die Prüfung dauert in der Regel ein bis vier Wochen, die Löschung anschließend vier bis acht Wochen.
Es kann auch sein, dass Daten bei der Schufa nicht vorliegen. Falls Du aktuell einen Kredit hast und diesen regelmäßig zahlst, kann es für Deinen Score gut sein, ihn auch anzugeben. So wie Du fehlerhafte Daten löschen kannst, kannst Du auch fehlende Daten eintragen lassen.
Negativmerkmale verbessern
Der einfachste Tipp, Negativmerkmale zu verbessern, ist es, sie gar nicht erst entstehen zu lassen. Bezahle also Deine Rechnungen immer pünktlich und behalte einen Überblick über die Forderungen. Falls Du doch einmal nicht zahlen kannst, solltest Du über einen kurzfristigen Kredit nachdenken. So vermeidest Du einen negativen Schufa-Eintrag. Das gilt nur, wenn Du Dir sicher sein kannst, den Kredit auch bezahlen zu können.
Außerdem solltest Du mehrere Girokonten oder Kreditkarten vermeiden. Überlege Dir, welche Konten und Kreditkarten Du wirklich brauchst und nutzt. Überflüssige Konten solltest Du kündigen. Das wird den Score verbessern – und Du sparst Dir womöglich Kontoführungsgebühren.
Wenn Du einen Kredit nehmen möchtest, ist es wichtig, viele Anbieter zu vergleichen. Du solltest von der Bank verlangen, dass sie eine sogenannte Schufa-neutrale Konditionsanfrage statt einer Kreditanfrage stellt. So verschlechtert sich Dein Score nicht.
Da es einige Zeit dauern kann, bis die Schufa fehlerhafte Daten löscht oder ausbessert, solltest Du die Datenkopie der Schufa nicht erst anfordern, wenn Du unmittelbar vor einem Vertragsabschluss stehst.
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