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Kinderzuschlag 2019: Höhe, Dauer & Anspruch

Der Kinderzuschlag ist eine staatliche, finanzielle Unterstützung für Eltern, deren Einkommen nicht ausreicht, um ihre Kinder angemessen zu versorgen. Er wird zusätzlich zu dem Kindergeld gezahlt, und soll Eltern, die Arbeiten, aber nur so viel wie das Existenzminimum verdienen, für ihre Arbeit belohnen.

Was ist der Kinderzuschlag?

Wenn Du mit Deiner Arbeit zwar Deinen eigenen Lebensunterhalt bezahlen kannst, aber trotzdem zu wenig Geld verdienst, um den finanziellen Bedarf von Deinem Kind oder von Deinen Kindern zu decken, kannst Du den Kinderzuschlag beantragen.

Dabei ist es egal, ob Du Alleinerziehend bist, oder ob Du mit Deinem Partner zusammenwohnst, und ihr euch gemeinsam um Eure Kinder kümmert. Der Kinderzuschlag soll zusammen mit dem Kindergeld, und mit eventuell vorhandenen Anspruch auf Wohngeld ausreichen, den finanziellen Bedarf von Deinem Kind vollkommen zu decken.

Wie hoch ist der Kinderzuschlag?

Seit dem Jahr 2017 beträgt der höchstmögliche Kinderzuschuss 170 Euro im Monat. Falls Du mehrere Kinder hast, gilt dieser Betrag für jedes Kind, und nicht einmal zusammen für alle Kinder.

Wenn Dein Kind selber Geld verdient, beispielsweise durch einen Minijob, wird der Verdienst von Deinem Kind von dem höchstmöglichen Kinderzuschlag abgezogen:

  • Deine Tochter verdient 100 Euro im Monat durch das Austragen von Zeitungen. Ihr höchstmöglicher Kindergeldzuschlag minimiert sich also auf 70 Euro im Monat.
  • Dein Sohn verdient hingegen kein eigenes Geld. Für ihn bleibt der höchstmögliche Zuschlag bei 170 Euro.

Falls Deine Kinder Unterhalt beziehen, oder Waisenrente bekommen, wird dieser Betrag ebenfalls von dem höchstmöglichen Kindergeldzuschlag abgezogen.

Wenn Du den Kindergeld Zuschlag erhältst, profitierst Du darüber hinaus von diesen zusätzlichen Leistungen:

  • Vollständige Kostenerstattung für Tagesausflüge von Kindergärten und Schulen.
  • Vollständige Kostenerstattung von mehrtägigen Klassenfahrten oder Kindergartenfahrten.
  • Kosten für den persönlichen Schulbedarf von 100 Euro pro Jahr.
  • Die gesamten Kosten für die Fahrt in die Schule, beispielsweise das Monatsticket.
  • Kosten für Lernfördermaßnahmen.
  • Einen Zuschuss für das Mittagessen in der Schule sowie in der Kindertageseinrichtung.
  • Einen Zuschuss von zehn Euro im Monat für soziale oder kulturelle Aktivitäten von Deinem Kind, zum Beispiel für die Mitgliedschaft eines Sportvereins oder einer Musikschule.

Diese sogenannten Leistungen für Bildung und Teilhabe musst Du je nach Bundesland in dem Du wohnst, bei kommunalen Trägern, bei der Gemeinde, dem Landkreis, oder bei der Stadtverwaltung extra beantragen.

Was ändert sich durch das Starke-Familien-Gesetz?

Es soll allerdings bald schrittweise eine Erneuerung für den Kindergeldzuschlag geben. Ab Juli 2019 soll das sogenannte Starke-Familien-Gesetz in Kraft treten. Der höchstmögliche Kindergeldzuschlag steigt dann auf 185 Euro im Monat an.

Außerdem sollen durch das neue Gesetz alle Eltern die einen Zuschlag für Ihr Kind erhalten, Wohngeld beziehen, oder Leistungen aus dem Zweiten Sozialgesetzbuch bekommen, statt 100 Euro jährlich für Schulbedarf, 150 Euro im Jahr erhalten. Ebenso fällt der Eigenanteil für das Mittagessen in Schule oder Kindergarten weg.

Die Lernförderung darf auch dann in Anspruch genommen werden, wenn das Kind nicht unmittelbar in der Versetzung gefährdet ist. Bisher müssen Eltern das Geld für dir Mittagsverpflegung, oder Geld für Schulausflüge extra beantragen, auch diese bürokratische Hürde fällt durch das Starke-Familien-Gesetz weg!

Darüber hinaus sollen Eltern die den Kinderzuschlag erhalten, durch das neue Starke-Familien-Gesetz, in Verbindung mit dem neuen Gute-KiTa-Gesetz komplett von den Kosten für die Kindertagesstätte befreit werden!

Wie wird die Höhe von dem Kinderzuschlag berechnet?

Wie hoch Dein Kindergeldzuschlag konkret ausfällt, hängt von diesen Faktoren ab:

  • Deinem Einkommen und Deinem Vermögen.
  • Dem Einkommen und das Vermögen von dem zweiten Elternteil.
  • Von dem Einkommen und dem Vermögen von Deinem Kind.

Was sind die Einkommensgrenzen für den Bezug von dem Kinderzuschlag?

Für den Bezug von dem Kindergeldzuschlag gibt es sowohl eine Mindesteinkommensgrenze, wie auch eine Höchsteinkommensgrenze.

Mindesteinkommensgrenze

Das gesamte monatliche Einkommen darf für Elternpaare nicht weniger als 900 Euro im Monat betragen, und für Alleinerziehende nicht weniger als 600 Euro im Monat. Zu dem Gesamteinkommen zählen Gelder aus diesen Bereichen:

  • Bruttoeinkommen aus selbstständiger, sowie aus nichtselbstständiger Erwerbstätigkeit.
  • Arbeitslosengeld I.
  • Krankengeld.
  • Kapitalerträge und Zinserträge.
  • Renten aus der Sozialversicherung.
  • Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung.
  • Elterngeld.

Wohngeld, Kindergeld, Leistungen aus der Pflegeversicherung, sowie Grundrenten nach dem Bundesversorgungsgesetz zählen nicht zu diesem Gesamteinkommen!

Höchsteinkommensgrenze

Für den Bezug von dem Kinderzuschlag wird die Höchsteinkommensgrenze individuell für jede Familie berechnet. Diese setzt sich folgendermaßen zusammen:

  • Aus dem aktuell gesetzlich gültigen Regelbedarf der Eltern (nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch).
  • Aus den anteiligen Wohnkosten inklusive Heizkosten der Eltern.
  • Aus dem jeweils höchstmöglichen Kindergeldzuschuss.

Als Eltern gelten nach der Anrechnungsvorschrift gehören:

  • Mütter und Väter, die alleinerziehend sind oder zusammenleben.
  • Nicht dauerhaft getrennt lebende neue Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner.
  • Partner, die in einer eheähnlichen Gemeinschaft zusammen leben.

Der Wohnanteil der Eltern ist für Alleinerziehende folgendermaßen festgelegt:

Alleinstehende Elternteile mit Wohnanteil des Elternteils
Einem Kind 77,10 Prozent
Zwei Kindern 62,73 Prozent
Drei Kindern 52,88 Prozent
Vier Kindern 45,70 Prozent
Fünf Kindern 40,24 Prozent

Für zusammenwohnende Elternpaare gelten diese Wohnanteile:

Elternpaare mit Wohnanteil der Eltern
Einem Kind 83,60 Prozent
Zwei Kindern 71,83 Prozent
Drei Kindern 62,96 Prozent
Vier Kindern 56,04 Prozent
Fünf Kindern 50,49 Prozent

Hier findest Du ein Beispiel für die Berechnung der Höchsteinkommensgrenze einer Familie:

Familie Heinrich wohnt mit zwei Kindern in einer Wohnung zur Miete von 700 Euro im Monat. Der Regelbedarf der Eltern nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch beträgt 424 Euro pro Elternteil, also für Beide 848 Euro im Monat. 83,60 Prozent von ihrer Miete ergibt einen Wohnanteil von 585,20 Euro für die Eltern.

  • 848 Euro Regelbedarf + 585,20 Euro Wohnanteil = 1.433,20 Euro Gesamtbedarf der Eltern.
  • Keines ihrer Kinder hat ein eigenes Einkommen, sodass für Beide der höchstmögliche Kindergeldzuschlag von 170 Euro gilt. Der Gesamtzuschuss für beide Kinder liegt also bei 340 Euro.
  • 1.433,20 Euro + 340 Euro = 1.773,20 Euro.

Die Höchsteinkommensgrenze für Familie Heinrich liegt also bei 1.773,20 Euro im Monat. Damit die Familie einen Zuschlag für ihr Kind erhält, dürfen beide Elternteile gemeinsam nicht weniger als 900 Euro, und nicht mehr als 1.773,20 Euro verdienen.

Wie ändert sich die Höhe von dem Kinderzuschlag durch eigene Einnahmen?

Wenn Du und Dein Partner ein Einkommen oder ein Vermögen habt, das Eurem Mindestbedarf entspricht, steht Euch der höchstmögliche Kinderzuschlag zu.

Wenn Ihr ein höheres Einkommen bekommt, vermindert sich der Zuschlag für Euer Kind. Bei der Berechnung wird Einkommen durch Erwerbsarbeit besonders angerechnet, nämlich nur zu 50 Prozent. Das bedeutet, dass wenn Ihr Einkommen von zum Beispiel 250 Euro über dem Mindestbedarf erhaltet, dass nur 125 Euro für die Senkung des Kinderzuschlages verwendet werden.

Wenn Ihr Geld vom Staat erhaltet, oder Kapitaleinkünfte erhaltet, werden diese hingegen vollständig angerechnet. Dazu gehört zum Beispiel der Bezug von Krankengeld, Arbeitslosengeld I, und jede Art von Vermögen.

Wenn das Starke-Familien-Gesetz in Kraft tritt, dann soll ab dem 1. Januar 2020 das über dem Mindestbedarf liegende Einkommen durch Erwerbsarbeit nur noch zu 45 Prozent den Zuschlag für das Kind mindern.

Wer hat Anspruch auf den Kinderzuschlag?

Die Voraussetzung für den Zuschlag für das Kind oder die Kinder ist zunächst einmal, dass diese unter 25 Jahre alt sind. Dazu kommen noch diese Bedingungen:

  • Deine Kinder wohnen bei Dir mit im Haushalt.
  • Deine Kinder sind nicht verheiratet und nicht verpartnert.
  • In der Regel erhält der erziehungsberechtigte Elternpart den Zuschlag für das Kind, der auch das Kindergeld überwiesen bekommt.
  • Die Grenze des Mindesteinkommens wird erreicht, und die Grenze der individuellen Höchsteinnahmen wird nicht überschritten.
  • Durch das eigene Einkommen oder das Vermögen wird zusammen mit dem Kinderzuschlag, sowie eventuell mit dem Bezug von Wohnungeld, ein Bezug von Arbeitslosengeld verhindert.

Der letzte Punkt ist besonders wichtig, weil der Zuschlag für die Kinder eingeführt wurde, um Eltern einen Anreiz zu bieten, zur Arbeit zu gehen, selbst dann, wenn diese dadurch finanziell nur ein Einkommen in der Höhe oder etwas höher als den aktuelle gültigen Regelbedarf erhalten. Der Kinderzuschlag ist für Geringverdiener eingeführt worden.

Der Kindergeldzuschlag soll also dazu beitragen, den Gesamtbedarf einer Familie nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch zu decken. Kinderzuschlag und Wohngeld sind zwei Leistungen, die einen Bezug von Arbeitslosengeld verhindern sollen.

Zu dem Gesamtbedarf gehören diese Geldbedarfe:

  • Regelbedarf der Eltern.
  • Mehrbedarf.
  • Wohnkosten.

Zu den Mehrbedarf können diese Posten gehören:

  • Mehrbedarf wegen Schwangerschaft.
  • Mehrbedarf wegen Alleinerziehung.
  • Kostenaufwändige Ernährung aus medizinischen Gründen.
  • Dezentrale Warmwasserversorgung.
  • Mehrbedarf wegen einer körperlichen oder geistigen Behinderung.

Bei der Prüfung, ob Dir der Kindergeldzuschlag zusteht, darfst Du selber entscheiden, ob Deine Mehrbedarfe in die Berechnung mit einbezogen werden sollen. Du kannst Dich hierfür kostenlos bei der Familienkasse beraten lassen. Welche Familienkasse für Dich zuständig ist, kannst Du hier herausfinden.

Nicht zu den Mehrbedarf zählen einmalige Kosten, wie beispielsweise dies hier:

  • Erstausstattung für die Wohnung oder das Kinderzimmer.
  • Mehrbedarf für Bekleidung, zum Beispiel in der Schwangerschaft.
  • Reparatur von therapeutischen Geräten.
  • Reparaturen innerhalb der Wohnung, der elektrischen Geräte, oder der Heizung.

All diese Mehrbedarfe kannst Du allerdings, wenn Du den Kindergeldzuschlag beziehst, bei Deinem Jobcenter extra beantragen!

Falls Du nach dem Berufsausbildungsfördergesetz förderungsfähig bist, also BAföG beziehen kannst, ist es Für Dich nur unter besonderen Voraussetzungen möglich, den Zuschlag für Dein Kind zu erhalten. Das gilt auch, wenn Du bereits in Rente bist.

Wie kann ich einen Antrag auf Kinderzuschlag stellen?

Du musst den Kinderzuschlag selbstständig beantragen. Die Familienkasse ist für den Kinderzuschlag verantwortlich. Du musst den Antrag auf den Kinderzuschlag deshalb schriftlich bei Deiner zuständigen Familienkasse stellen. Das Antragsformular erhältst Du entweder bei Deiner Familienkasse vor Ort, oder hier auf der Internetseite der Familienkassen. Wenn Du von dem anderen Elternteil Deines Kindes getrennt lebst, solltet ihr vor dem Antrag besprechen, wer den Zuschlag für Euer Kind erhalten soll.

In dem Antrag gibst Du Deine Kontodaten angeben, Deine allgemeinen persönlichen Daten sowie die von Deinem Partner, Angaben zu dem im Haushalt ebenden Personen, und Deine laufenden Kosten, sowie Deine Einnahmen angeben.

Es bietet sich an, dass der Elternteil von Euch, der auch das Kindergeld bezieht, den Kindergeldzuschlag beantragt. Dieser wird dann nämlich einmal im Monat zusammen mit dem Kindergeld überwiesen.

Du bekommst den Zuschlag für Dein Kind ab dem Monat, an dem Du den Antrag auf den Kinderzuschlag gestellt hast. Natürlich nur dann, wenn Du alle Bedingungen erfüllst. Den Kinderzuschlag rückwirkend zu beantragen, geht nicht. In der Regel erhältst Du bei Bewilligung von dem Kindergeldzuschlag einen Bescheid für sechs Monate. Danach musst Du den Zuschlag für Dein Kind noch einmal neu beantragen.

Wenn sich etwas an Deinen finanziellen Verhältnissen verändert, Du also mehr Einnahmen bekommst, oder aber sich an Deinem Vermögen etwas ändert, dann musst Du dies der Familienkasse mitteilen! Falls sich nach dem Bewilligungszeitraum von sechs Monate herausstellt, dass Du einen zu hohen Zuschlag für Dein Kind erhalten hast, musst Du das Geld wieder zurückzahlen.