Einstiegsgehalt 
2.500
Durchschnittsgehalt 
3.883
Ausbildung 
Ausbildung
28
Freie Jobs als
Zimmerer
in unserer Jobbörse ico-arrowRightSlim

Was ist ein Zimmerer?

Zimmerer stellen Holzbauten aller Art her, bauen vorgefertigte Bauteile, Dämmstoffe und Bauelemente ein, sanieren und restaurieren Dachstühle und andere Gebäudeteile aus Holz. Egal ob es um Neubau, Restaurierung oder um Reparatur geht, sie sind die Fachmänner für Holz.

Was macht ein Zimmerer?

Als Zimmerer baust Du Holzhäuser und Dachstühle oder Du nimmst Innenausbauten vor. Du errichtest Fachwerkkonstruktionen oder ganze Fertighäuser, montierst Fenster, Türen, Treppen, Trennwände und Außenwandverkleidungen, die Du manchmal auch selbst gefertigt hast.

Du modernisierst und sanierst Altbauten und restaurierst historische Holzkonstruktionen. Dabei arbeitest Du in Abstimmung mit der Bauleitung und nach Bauplänen und sonstigen technischen Vorgaben. Außerdem machst Du Dinge, die aus verwandten Berufen kommen: Dachdecken oder das Solaranlagen aufbauen. Aber auch bauphysikalische Themen wie Energieeffizienz und Winddichtigkeit gehören zum Arbeitsalltag.

Wie wird man Zimmerer?

Offiziell ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, meistens suchen Unternehmen aber Bewerber mit gutem Hauptschulabschluss oder mittlerer Reife.

Voraussetzungen

Die Ausbildung als Zimmerer dauert drei Jahre. Du kannst sie entweder im Bereich „Handwerk” oder im Bereich „Industrie und Handel” machen. Wenn Du berufliche Vorkenntnisse oder die Fachhochschul- oder Hochschulreife hast oder in Deiner Zimmerer-Ausbildung besonders gute Noten sammelst, kannst Du sie auch in zweieinhalb oder sogar nur in zwei Jahren abschließen. Die Zimmerer-Ausbildung ist meistens dual. Das heißt, Du lernst die Theorie in der Schule und die Praxis im Betrieb. Es gibt aber auch die Variante, sie ausschließlich an einer Berufsfachschule zu machen.

Ablauf

Bei einer dualen Zimmerer-Ausbildung findet das erste Ausbildungsjahr vor allem in der Berufsschule statt. Hier lernst Du die wichtigsten Grundlagen. Der Berufsschulunterricht findet ein- bis zweimal pro Woche oder in Blöcken von beispielsweise drei oder vier Wochen statt. Wenn der Unterricht in überregionalen Fachklassen durchgeführt wird, sind die Auszubildenden während dieser Zeit oft in einem Internat untergebracht. Im zweiten Ausbildungsjahr arbeitest Du zu einem Großteil Deiner Zimmerer-Ausbildung im Betrieb, also auf der Baustelle oder in der Werkstatt. Im dritten Jahr bist Du dann schon ein vollwertiger Teil des Betriebs. Im Betrieb selbst wirst Du von Ausbildnern bei der Mitarbeit angeleitet. Die Ausbildner bereiten Dich auch auf die Prüfungen vor.

Die Zimmerer-Ausbildung schließt mit einer gestreckten Gesellenprüfung ab, die in zwei Teile aufgeteilt ist. Teil I der Gesellenprüfung wird vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres abgelegt und tritt an die Stelle der früheren Zwischenprüfung. Sein Ergebnis fließt bereits in die Endnote ein. Teil II der Gesellenprüfung findet am Ende der Ausbildung statt. Bei einer verkürzten Lehrzeit können Teil I und Teil II auch gemeinsam am Ende der Ausbildung abgelegt werden. Die konkreten Prüfungstermine legen die regionalen Handwerkskammern fest.

Wo arbeitet ein Zimmerer?

Nach Deiner Zimmerer-Ausbildung findest Du in erster Linie Beschäftigung:

  • in Zimmereien (meist Klein- und mittelständische Unternehmen)
  • in Ingenieurholzbaubetrieben
  • bei Fassadenbauunternehmen
  • in Dienstleistungsbetrieben von Kommunen

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Dein Arbeitswerkzeug sind nicht nur Stechbeitel, Hammer und Axt, sondern auch die Stichsäge und Hobelmaschinen. Du musst wissen, wie Du Deine Werkzeuge bedienst und wartest. Dafür musst Du Sicherheitsvorkehrungen einhalten und Arbeitskleidung tragen. Mithilfe Deiner Werkzeuge und Maschinen setzt Du dann Deine Zimmerer-Tätigkeiten um.

Wie sieht der Arbeitsplatz aus?

Dein Arbeitsplatz ist einerseits in der Werkstatt, wenn Du zum Beispiel Elemente vorfabrizierst. Dort lagern auch die Baumaterialien, die Du brauchst. Wenn Du alle Materialien und Vorbereitungen erledigt hast, geht es auf die Baustelle, wo Du einen Großteil Deiner Zeit verbringst. Dort geht es meist hoch hinaus. Denn Deine Montagen nimmst Du häufig auf Gerüsten, Leitern und Dachkonstruktionen vor.

Was verdient ein Zimmerer?

Schon während Deiner Zimmerer-Ausbildung bekommst Du ein Lehrlingsgehalt. Im ersten Jahr verdienst Du bei Tarifbindung im Baugewerbe 1.122 € brutto monatlich, im zweiten sind es 1.351 € und im dritten verdienst Du 1.610 €.

Nach Deiner Zimmerer-Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt meist zwischen 2.000 und 2.500 €. Im Median verdienen Zimmerer rund 3.883 € brutto im Monat. Je nach Weiterbildung kannst Du Dein Gehalt erhöhen. Ein Vorarbeiter verdient etwa 3.500 € brutto im Monat, ein Zimmererpolier im Durchschnitt 3.900 €. Als angestellter Zimmerermeister kannst Du je nach Quelle mit einem Gehalt von rund 4.000 bis 4.500 € brutto im Monat ausgehen. Leitest Du Deinen eigenen Betrieb, hängt Dein Verdienst von dem Gewinn ab, den Du erwirtschaftest.

Wo finde ich einen Job als Zimmerer?

Auch wenn die Auftragslage saisonabhängig ist, hauptsächlich von Frühjahr bis Herbst, sind die Beschäftigungsaussichten und das Lehrstellenangebot günstig. Vor allem besteht große Nachfrage nach Sanierungsarbeiten im Rahmen der Altstadterneuerung sowie nach Sonderanfertigungen. Auf unserer Jobbörse kannst Du gleich nach einer passenden Stelle suchen.

Seiten

  • Seite
  • of 4
  • >

Wie sind die Berufsaussichten für Zimmerer?

In den vergangenen Jahren gab es einen wahren Bauboom: Vom kleinen Einfamilienhaus bis zu großen Wohnanlagen entstehen auf dem Land und in der Stadt viele Gebäude. Der moderne Holzbau wird dabei immer mehr zu einer Alternative für Bauherren und Planer. Und ohne Zimmerer steht kein Haus. Inzwischen wird fast jedes vierte neue Wohngebäude in Holzbauweise errichtet, die Holzbauquote im Neubau erreichte mit 24,1 % einen Rekordwert, in Bayern liegt sie noch höher. Der Umsatz im Holzbau verteilt sich dabei auf mehrere Felder: Der Bestandsbau macht rund 44 % aus, Neubau inklusive Holzhausbau 38 %, Zweckbau 10 %, Restaurierung 6 % und der Ingenieurholzbau 2 %. Und nach Deiner Zimmerer-Ausbildung bist Du Experte für genau dieses Gebiet.

Die Branche profitiert dabei von der Förderung klimaneutralen Bauens. Die Auftragsbücher der Unternehmer sind gut gefüllt: Im ersten Halbjahr 2026 wurden bundesweit 126.300 Wohnungen genehmigt, ein Plus von 15,1 % gegenüber dem Vorjahr. Die Nachfrage nach Fachkräften ist dementsprechend groß. Das zeigt sich in der Auszubildendenquote, die bei den Zimmerern mit 10,9 % sehr hoch ist. Dabei sind die alten Bundesländer chancenreicher: von den knapp 9.930 Auszubildenden in 2022 (gemäß statista.com) sind nur 900 aus dem ehemaligen Osten. Weil immer mehr Maschinen zum Einsatz kommen und der Beruf körperlich weniger anstrengend wird, wird er auch für Frauen attraktiv. Momentan sind nur 3,1 % der Auszubildenden weiblich, Tendenz steigend. Der Bund Deutscher Zimmermeister empfiehlt der Branche mittlerweile, gezielt Frauen anzusprechen.

Welche Spezialisierungen gibt es?

Du kannst Dich in dem Bereich spezialisieren, in dem Du Dich am wohlsten fühlst: im Treppenbau, bei der Gebäudeenergieberatung oder im ökologischen Holzbau. Du kannst Dich aber auch zum Bautechniker weiterbilden oder ein Studium zum Ingenieur anschließen. Traditionell gibt es diese Richtungen:

  • Zimmerervorarbeiter: Als Vorarbeiter bist Du der Chef Deines Arbeitsteams.
  • Zimmerpolier: Du bist das Bindeglied zwischen den Mitarbeitern auf dem Bau und den Leitern im Unternehmen. Du leitest Dein Team und bist Ansprechpartner für Rückfragen.
  • Zimmermeister: Als Meister besitzt Du großes technisches Knowhow und kennst Dich auch in Betriebswirtschaft, Pädagogik und Recht aus. Du kannst die komplette Projektverantwortung übernehmen, einen eigenen Betrieb leiten und selbst Lehrlinge ausbilden.
  • Restaurator im Zimmerhandwerk: Als Restaurator konservierst, restaurierst, renovierst und rekonstruierst Du die bauliche Originalsubstanz an Baudenkmälern.
  • Geprüfter Restaurator im Zimmererhandwerk: Diese Weiterbildung baut auf der Zimmermeisterprüfung auf, die Voraussetzung für die Zulassung ist. Du erweiterst Deine praktischen und fachtheoretischen Kenntnisse um die Beherrschung historischer Handwerkstechniken und bereitest Dich auf die Bestandsaufnahme der Gebäudesubstanz sowie auf die Restaurierung, Konservierung und Dokumentierung von Kulturgütern vor. Der Abschluss „Geprüfter Restaurator im Handwerk, Master Professional” gilt als höchste Qualifikation in der handwerklichen Denkmalpflege und qualifiziert für den Markt der Denkmalpflege und Altbausanierung.
  • Ingenieurholzbau: Wenn Du Dich für Architektur interessierst, ist das der richtige Bereich für Dich. Hier erstellst Du komplexe Konstruktionen wie beispielsweise Brücken oder tragende Hallendächer. Dafür musst Du ein Studium absolvieren. Mit Abitur oder Fachhochschulreife, Meistertitel oder Gesellenbrief zusammen mit einer dreijährigen Berufstätigkeit bist Du zu einem Hochschulstudium berechtigt.

Passt der Beruf Zimmerer zu mir?

Die wichtigste Voraussetzung, um ein guter Zimmermann zu werden, bleibt die Lust, kreativ mit Holz zu arbeiten. Auf Baustellen geht die Arbeit außerdem schon früh los. Das sollte kein Problem für Dich sein. Neben handwerklichem Geschick und Feingefühl brauchst Du darüber hinaus folgende Eigenschaften:

Räumliches Vorstellungsvermögen
Du musst Pläne und Zeichnungen in die Realität umsetzen können.
Geschick im Umgang mit Maschinen
Deine Arbeitsmaterialien sind neben Deinem wichtigsten Utensil, dem Hammer, grobe Maschinen.
Körperbeherrschung
Du bist in großen Höhen und auf Gerüsten unterwegs und hast es mit schweren Balken und scharfen Werkzeugen zu tun.
Mathematisches Verständnis
Du musst kein Mathegenie sein, aber die Grundrechenarten solltest Du beherrschen. Denn Du berechnest täglich Werkstückmaße, Materialkosten und Materialbedarf.
Gute körperliche Konstitution
Du musst schwere Holzbalken und Bauteile wie Treppen oder Fenster heben und tragen. Die großen Handkreissägen wiegen auch schon mal mehr als 20 Kilogramm. Dazu brauchst Du eine robuste Gesundheit und körperliche Belastbarkeit, Kraft und Beweglichkeit.
Teamfähigkeit
Beim Bau schafft man Hand in Hand: Zimmerer sind auf die Arbeit von Kranführern, Maurern oder Bauleitern angewiesen.
Wetterfestigkeit
Du bist bei Wind und Wetter, Hitze und Regen draußen auf der Baustelle.

Wenn Du einen traditions- und abwechslungsreichen Beruf ausüben möchtest, ist die Zimmerer-Ausbildung das Richtige für Dich!