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Inhalt8 Abschnitte
Ein Historiker ist ein Wissenschaftler, der die Geschichte der Menschen erforscht: Er wertet Quellen wie Urkunden, Briefe, Zeitungen, Fotos oder Bodenfunde aus und macht die Vergangenheit verständlich.
Wie wird man Historiker?
Historiker wirst Du über ein Geschichtsstudium an einer Universität: erst der Bachelor, für Forschung und leitende Stellen danach der Master. Unis, Latein, NC und den Ablauf des Studiums findest Du im Artikel Geschichte studieren. Je nach Ziel geht es danach unterschiedlich weiter:
So läuft der Weg über das Studium ab
- vorherAbiturDu brauchst die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife. Je nach Uni musst Du Latein- und Englischkenntnisse nachweisen.
- 6 SemesterBachelor of ArtsDu lernst die vier Epochen kennen: Alte Geschichte, Mittelalter, Frühe Neuzeit und Neueste Geschichte. Praktika, etwa im Museum, bereiten Dich auf den Beruf vor. Im Schnitt brauchen Studierende 9 Semester bis zum Abschluss.
- 4 SemesterMasterMeist spezialisierst Du Dich auf eine Epoche oder ein Thema, etwa Public History oder Wirtschafts- und Sozialgeschichte.
- danachPraxis oder PromotionVolontariat im Museum, Referendariat im Archiv oder die Doktorarbeit an der Uni.
Forschung und Hochschule: die Promotion
Wer an der Uni forschen will, muss in der Regel promovieren. Die Promotion besteht aus einer Doktorarbeit, auch Dissertation genannt, und einer mündlichen Prüfung. Stellen zur Qualifizierung darf eine Hochschule befristen: bis zu sechs Jahre vor und sechs Jahre nach der Promotion, je Kind zwei Jahre länger. Den Weg zur Professur öffnet die Habilitation, eine zweite große Forschungsarbeit mit Prüfung.
Museum und Archiv: zwei Jahre Praxis nach dem Studium
Museen und Archive bilden nach dem Studium selbst aus:
| Volontariat im Museum | Referendariat im Archiv | |
|---|---|---|
| Voraussetzung | wissenschaftlicher Hochschulabschluss in einem passenden Fach | Master in Geschichte oder einem ähnlichen Fach, dazu Englisch, Latein und Französisch oder eine andere moderne Sprache |
| Dauer | 2 Jahre in Vollzeit (Empfehlung) | 2 Jahre, beim Bundesarchiv davon 1 Jahr an der Archivschule Marburg |
| Bezahlung | empfohlen: die Hälfte von TVöD E 13, im 2. Jahr etwas mehr | Anwärterbezüge, beim Bund 2.778 € Grundbetrag im Monat |
| Was Du lernst | alle Bereiche eines Museums, von der Sammlung bis zur Vermittlung | Akten bewerten, erschließen und zugänglich machen, Behörden beraten |
| Danach | zum Beispiel Kurator oder Museumspädagoge | Archivar im höheren Dienst, Einstieg in Besoldungsgruppe A 13 |
Die Regeln für das Volontariat sind Empfehlungen des Deutschen Museumsbunds und nicht verbindlich. Quellen: Deutscher Museumsbund (Leitfaden 2018, Arbeitskreis Volontariat 2020 und 2025), Bundesarchiv, BERUFENET, Bundesbesoldungsgesetz § 23; Stand September 2026.
Geschichtslehrer werden
Ein Bachelor oder Master in Geschichte macht Dich nicht zum Lehrer. Dafür studierst Du Lehramt mit Geschichte und einem zweiten Fach und gehst danach ins Referendariat an einer Schule. Mehr dazu im Artikel Lehrer werden. Die Chancen für Geschichte sind eingeschränkt, siehe Berufsaussichten.
Ohne Studium: Ausbildung im Archiv
Ohne Studium wirst Du kein Historiker, im Archiv kannst Du aber eine Ausbildung machen. Als Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste, Fachrichtung Archiv, erschließt Du Akten, recherchierst im Archivgut und beantwortest Anfragen.
Rechtlich ist kein Schulabschluss vorgeschrieben. Mit Fachhochschulreife oder Abitur gibt es außerdem den gehobenen Archivdienst: ein dreijähriges Diplomstudium mit Anwärterbezügen, beim Bund 1.847 € Grundbetrag im Monat. Danach steigst Du in Besoldungsgruppe A 9 ein.
Der Weg zum Historiker führt über das Studium
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Was ist ein Historiker?
Ein anderes Wort für Historiker ist Geschichtswissenschaftler. Wer als Historiker arbeiten will, braucht ein abgeschlossenes Geschichtsstudium, auch wenn der Titel nicht geschützt ist.
Was macht ein Historiker?
Als Historiker suchst Du Quellen, prüfst sie und ordnest sie ein, bis ein Bild der Vergangenheit entsteht. So läuft ein Forschungsprojekt meist ab:
- zuerstQuellen findenDu suchst in Archiven, Bibliotheken und Datenbanken nach Material zu Deiner Frage. Manche Quellen gibt es nur vor Ort, dann reist Du hin.
- dannLesen und entziffernFür alte Handschriften brauchst Du Handschriftenkunde, das Fachwort dafür ist Paläografie. Bei vielen Quellen helfen Latein und andere Fremdsprachen.
- danachErfassenDu schreibst ab, übersetzt und katalogisierst. Objekte und alte Tonaufnahmen werden immer öfter digital erfasst, etwa per 3-D-Laserscan.
- anschließendPrüfen und einordnenWer hat die Quelle wann und warum verfasst? Du vergleichst sie mit anderen Quellen und mit der Fachliteratur.
- am EndeVeröffentlichenDeine Ergebnisse erscheinen als Aufsatz in einer Fachzeitschrift oder als Buch. Dazu kommen Vorträge, Seminare oder eine Ausstellung.
Wie sieht der Arbeitsplatz aus?
Meist sitzt Du im Büro, im Lesesaal eines Archivs oder in der Bibliothek. Wer lehrt, steht im Seminarraum oder Hörsaal, im Museum auch in der Ausstellung. Unterwegs bist Du bei Recherchen und Exkursionen, manchmal auch im Ausland. Vieles geht inzwischen im Homeoffice.
Wo arbeiten Historiker?
Historiker arbeiten in Museen, Archiven, Bibliotheken, an Hochschulen, in Verlagen und Medien, in der Erwachsenenbildung und in der Öffentlichkeitsarbeit. Oft steht "Historiker" dabei nicht im Titel: Viele arbeiten als Redakteur, Lektor, Kurator oder Museumspädagoge.
| Arbeitgeber | Was Du dort machst |
|---|---|
| Museen, Gedenkstätten, Denkmalpflege | Ausstellungen planen, Objekte für die Sammlung ankaufen, Führungen entwickeln |
| Archive, Bibliotheken, Dokumentation | Bestände erschließen und bewerten, Anfragen von Forschern und Behörden beantworten |
| Hochschulen, Forschungsinstitute | forschen, veröffentlichen, Seminare geben, Prüfungen abnehmen |
| Verlage | Manuskripte bearbeiten und Autoren betreuen, etwa bei Fach- und Schulbüchern |
| Zeitung, Rundfunk, Online | recherchieren und als Redakteur Berichte, Reportagen und Kommentare schreiben |
| Erwachsenenbildung | Vorträge halten, Seminare leiten, Studienreisen begleiten |
| Agenturen, Unternehmen, Kommunen | Pressearbeit oder Forschung im Auftrag, etwa zur Geschichte einer Firma oder Stadt |
| Parteien, Stiftungen, Verbände | politische Bildung, Beratung und Öffentlichkeitsarbeit |
Quellen: Bundesagentur für Arbeit (BERUFENET Historiker/in), Universität Passau (Berufsperspektiven).

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Welche Spezialisierungen gibt es?
Historiker spezialisieren sich auf eine Epoche und oft zusätzlich auf ein Thema oder eine Region. Im Bachelor lernst Du alle Epochen kennen, im Master wählst Du meist einen Schwerpunkt.
| Epoche | Worum es geht |
|---|---|
| Alte Geschichte | die Antike, vor allem Griechen und Römer, mit Quellen auf Griechisch und Latein |
| Mittelalter | Europa zwischen Antike und Neuzeit, mit Urkunden und Chroniken oft auf Latein |
| Frühe Neuzeit | die Zeit nach dem Mittelalter, etwa von 1500 bis 1800 |
| Neueste Geschichte | vom 19. Jahrhundert bis heute, dazu gehört die Zeitgeschichte, etwa zum Nationalsozialismus |
| Ur- und Frühgeschichte | die Zeit vor den ersten Schriftquellen, ein eigenes Fach nah an der Archäologie |
Was verdient ein Historiker?
Im Mittel verdienen Historiker 3.388 € brutto im Monat. Mehr Zahlen, etwa nach Abschluss und Größe des Arbeitgebers, findest Du im Artikel Historiker-Gehalt.
Wie sind die Berufsaussichten?
Stellen direkt in der Geschichtswissenschaft gibt es nur wenige. Ende 2025 arbeiteten in der Geschichtswissenschaft 672 Menschen in Vollzeit mit Sozialversicherung auf Expertenniveau. Beamte, etwa im Archiv, sind darin nicht enthalten.
Quellen: Bundesagentur für Arbeit (Entgeltatlas, Stichtag 31.12.2025; Berufsdossier Geisteswissenschaften), Wissenschaftszeitvertragsgesetz § 2, Schulministerium NRW (Lehrkräftebedarfsprognose, Stand März 2023), Bundesarchiv.
Passt der Beruf zu Dir?
Was solltest Du mitbringen?
- gern und viel liest, auch alte und schwierige Texte
- sorgfältig arbeitest, weil schon ein Übersetzungsfehler eine Quelle verfälscht
- Geduld hast, wenn eine Recherche lange dauert
- Dich in Menschen früherer Zeiten hineinversetzen kannst
- gut und verständlich schreibst
- gern Fremdsprachen lernst, auch Latein
- nach dem Studium sofort eine feste Stelle erwartest
- lieber mit den Händen als am Schreibtisch arbeitest
- ungern Texte schreibst und überarbeitest
- befristete Verträge und Umzüge für den Job ausschließt
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