Historiker: Ausbildung & Beruf

nicht geschützt Berufsbezeichnung6 + 4 Semester Studium2 Jahre Volontariat3.388 € mittleres Gehalt
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Inhalt8 Abschnitte
  1. Wie wird man Historiker?
  2. Was ist ein Historiker?
  3. Wo arbeiten Historiker?
  4. Welche Spezialisierungen gibt es?
  5. Was verdient ein Historiker?
  6. Wie sind die Berufsaussichten?
  7. Passt der Beruf zu Dir?
  8. Weiter zu Geschichte und Beruf

Ein Historiker ist ein Wissenschaftler, der die Geschichte der Menschen erforscht: Er wertet Quellen wie Urkunden, Briefe, Zeitungen, Fotos oder Bodenfunde aus und macht die Vergangenheit verständlich.

Wie wird man Historiker?

Historiker wirst Du über ein Geschichtsstudium an einer Universität: erst der Bachelor, für Forschung und leitende Stellen danach der Master. Unis, Latein, NC und den Ablauf des Studiums findest Du im Artikel Geschichte studieren. Je nach Ziel geht es danach unterschiedlich weiter:

So läuft der Weg über das Studium ab

  1. vorherAbiturDu brauchst die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife. Je nach Uni musst Du Latein- und Englischkenntnisse nachweisen.
  2. 6 SemesterBachelor of ArtsDu lernst die vier Epochen kennen: Alte Geschichte, Mittelalter, Frühe Neuzeit und Neueste Geschichte. Praktika, etwa im Museum, bereiten Dich auf den Beruf vor. Im Schnitt brauchen Studierende 9 Semester bis zum Abschluss.
  3. 4 SemesterMasterMeist spezialisierst Du Dich auf eine Epoche oder ein Thema, etwa Public History oder Wirtschafts- und Sozialgeschichte.
  4. danachPraxis oder PromotionVolontariat im Museum, Referendariat im Archiv oder die Doktorarbeit an der Uni.

Forschung und Hochschule: die Promotion

Wer an der Uni forschen will, muss in der Regel promovieren. Die Promotion besteht aus einer Doktorarbeit, auch Dissertation genannt, und einer mündlichen Prüfung. Stellen zur Qualifizierung darf eine Hochschule befristen: bis zu sechs Jahre vor und sechs Jahre nach der Promotion, je Kind zwei Jahre länger. Den Weg zur Professur öffnet die Habilitation, eine zweite große Forschungsarbeit mit Prüfung.

Museum und Archiv: zwei Jahre Praxis nach dem Studium

Museen und Archive bilden nach dem Studium selbst aus:

Volontariat im MuseumReferendariat im Archiv
Voraussetzungwissen­schaftlicher Hochschul­abschluss in einem passenden FachMaster in Geschichte oder einem ähnlichen Fach, dazu Englisch, Latein und Franzö­sisch oder eine andere moderne Sprache
Dauer2 Jahre in Vollzeit (Empfehlung)2 Jahre, beim Bundesarchiv davon 1 Jahr an der Archiv­schule Marburg
Bezahlungempfohlen: die Hälfte von TVöD E 13, im 2. Jahr etwas mehrAnwärter­bezüge, beim Bund 2.778 € Grund­betrag im Monat
Was Du lernstalle Bereiche eines Museums, von der Sammlung bis zur VermittlungAkten bewerten, erschließen und zugäng­lich machen, Behörden beraten
Danachzum Beispiel Kurator oder Museums­pädagogeArchivar im höheren Dienst, Einstieg in Besoldungs­gruppe A 13

Die Regeln für das Volontariat sind Empfehlungen des Deutschen Museumsbunds und nicht verbindlich. Quellen: Deutscher Museumsbund (Leitfaden 2018, Arbeitskreis Volontariat 2020 und 2025), Bundesarchiv, BERUFENET, Bundesbesoldungsgesetz § 23; Stand September 2026.

Geschichtslehrer werden

Ein Bachelor oder Master in Geschichte macht Dich nicht zum Lehrer. Dafür studierst Du Lehramt mit Geschichte und einem zweiten Fach und gehst danach ins Referendariat an einer Schule. Mehr dazu im Artikel Lehrer werden. Die Chancen für Geschichte sind eingeschränkt, siehe Berufsaussichten.

Ohne Studium: Ausbildung im Archiv

Ohne Studium wirst Du kein Historiker, im Archiv kannst Du aber eine Ausbildung machen. Als Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste, Fachrichtung Archiv, erschließt Du Akten, recherchierst im Archivgut und beantwortest Anfragen.

3 Jahre
duale Ausbildung
im Archiv und in der Berufsschule
1.297 €
im 1. Ausbildungsjahr
brutto, im öffentlichen Dienst der Länder
71 %
haben Abitur
von allen, die 2024 angefangen haben
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, BERUFENET (Tarif TVA-L BBiG, Stand April 2026)

Rechtlich ist kein Schulabschluss vorgeschrieben. Mit Fachhochschulreife oder Abitur gibt es außerdem den gehobenen Archivdienst: ein dreijähriges Diplomstudium mit Anwärterbezügen, beim Bund 1.847 € Grundbetrag im Monat. Danach steigst Du in Besoldungsgruppe A 9 ein.

Der Weg zum Historiker führt über das Studium

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Was ist ein Historiker?

Ein anderes Wort für Historiker ist Geschichtswissenschaftler. Wer als Historiker arbeiten will, braucht ein abgeschlossenes Geschichtsstudium, auch wenn der Titel nicht geschützt ist.

Kurz beantwortet
Wer darf sich Historiker nennen?Jeder, der Titel ist nicht geschützt.Auch Hobby-Historiker, die zur Geschichte ihres Ortes forschen, dürfen sich so nennen. Für eine Stelle zählt der Abschluss.
Ab wann ist man Historiker?Beruflich mit dem abgeschlossenen Geschichtsstudium.Für die Forschung an der Uni brauchst Du meist zusätzlich die Promotion, also den Doktortitel.
Gibt es eine Ausbildung zum Historiker?Nein, es gibt keine Lehre, nur das Studium.Unter den Ausbildungsberufen liegt die Lehrstelle im Archiv am nächsten an der Geschichte, mehr dazu weiter unten.
Was unterscheidet Historiker und Archäologen?Die Quellen, mit denen sie arbeiten.Archäologen graben Überreste früherer Kulturen aus und werten die Funde aus. Historiker arbeiten vor allem mit Urkunden, Akten, Zeitungen, Bildern und Tonaufnahmen. Für beides gibt es ein eigenes Studium.

Was macht ein Historiker?

Als Historiker suchst Du Quellen, prüfst sie und ordnest sie ein, bis ein Bild der Vergangenheit entsteht. So läuft ein Forschungsprojekt meist ab:

  1. zuerstQuellen findenDu suchst in Archiven, Bibliotheken und Datenbanken nach Material zu Deiner Frage. Manche Quellen gibt es nur vor Ort, dann reist Du hin.
  2. dannLesen und entziffernFür alte Handschriften brauchst Du Handschriftenkunde, das Fachwort dafür ist Paläografie. Bei vielen Quellen helfen Latein und andere Fremdsprachen.
  3. danachErfassenDu schreibst ab, übersetzt und katalogisierst. Objekte und alte Tonaufnahmen werden immer öfter digital erfasst, etwa per 3-D-Laserscan.
  4. anschließendPrüfen und einordnenWer hat die Quelle wann und warum verfasst? Du vergleichst sie mit anderen Quellen und mit der Fachliteratur.
  5. am EndeVeröffentlichenDeine Ergebnisse erscheinen als Aufsatz in einer Fachzeitschrift oder als Buch. Dazu kommen Vorträge, Seminare oder eine Ausstellung.

Wie sieht der Arbeitsplatz aus?

Meist sitzt Du im Büro, im Lesesaal eines Archivs oder in der Bibliothek. Wer lehrt, steht im Seminarraum oder Hörsaal, im Museum auch in der Ausstellung. Unterwegs bist Du bei Recherchen und Exkursionen, manchmal auch im Ausland. Vieles geht inzwischen im Homeoffice.

Wo arbeiten Historiker?

Historiker arbeiten in Museen, Archiven, Bibliotheken, an Hochschulen, in Verlagen und Medien, in der Erwachsenenbildung und in der Öffentlichkeitsarbeit. Oft steht "Historiker" dabei nicht im Titel: Viele arbeiten als Redakteur, Lektor, Kurator oder Museumspädagoge.

ArbeitgeberWas Du dort machst
Museen, Gedenkstätten, DenkmalpflegeAusstellungen planen, Objekte für die Sammlung ankaufen, Führungen entwickeln
Archive, Bibliotheken, DokumentationBestände erschließen und bewerten, Anfragen von Forschern und Behörden beantworten
Hochschulen, Forschungsinstituteforschen, veröffentlichen, Seminare geben, Prüfungen abnehmen
VerlageManuskripte bearbeiten und Autoren betreuen, etwa bei Fach- und Schulbüchern
Zeitung, Rundfunk, Onlinerecherchieren und als Redakteur Berichte, Reportagen und Kommentare schreiben
ErwachsenenbildungVorträge halten, Seminare leiten, Studienreisen begleiten
Agenturen, Unternehmen, KommunenPressearbeit oder Forschung im Auftrag, etwa zur Geschichte einer Firma oder Stadt
Parteien, Stiftungen, Verbändepolitische Bildung, Beratung und Öffentlichkeitsarbeit

Quellen: Bundesagentur für Arbeit (BERUFENET Historiker/in), Universität Passau (Berufsperspektiven).

Kurz beantwortet
Welche Jobs gibt es für Historiker?Viele außerhalb der ForschungVon der Pressestelle bis zum Verlag: Überall zählen Recherche, Schreiben und Sprachen.
Kann ich mich als Historiker selbstständig machen?Ja, etwa als freier Journalist.Freiberuflich geht es auch im Lektorat, in der Öffentlichkeitsarbeit und in der Erwachsenenbildung.
Wo finde ich Stellenangebote für Historiker?Auf Fachportalen der Geisteswissenschaften.Die Bundesagentur für Arbeit nennt H-Soz-Kult, academics.de, KULTweet und das Stellenportal des Deutschen Museumsbunds.
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Welche Spezialisierungen gibt es?

Historiker spezialisieren sich auf eine Epoche und oft zusätzlich auf ein Thema oder eine Region. Im Bachelor lernst Du alle Epochen kennen, im Master wählst Du meist einen Schwerpunkt.

EpocheWorum es geht
Alte Geschichtedie Antike, vor allem Griechen und Römer, mit Quellen auf Griechisch und Latein
MittelalterEuropa zwischen Antike und Neuzeit, mit Urkunden und Chroniken oft auf Latein
Frühe Neuzeitdie Zeit nach dem Mittelalter, etwa von 1500 bis 1800
Neueste Geschichtevom 19. Jahrhundert bis heute, dazu gehört die Zeitgeschichte, etwa zum Nationalsozialismus
Ur- und Frühgeschichtedie Zeit vor den ersten Schriftquellen, ein eigenes Fach nah an der Archäologie
Themen, auf die Du Dich spezialisieren kannst
Sozial- und Wirtschafts­geschichteWie Menschen lebten, arbeiteten und wirtschafteten
Kultur- und Religions­geschichteGlaube, Bräuche und Denken früherer Zeiten
Rechts- und Verfassungs­geschichteWie Gesetze und Staaten entstanden
LandesgeschichteDie Geschichte einer Regionetwa Bayerns oder Westfalens
Osteuropäische und außer­europäische GeschichteRegionen jenseits Westeuropas
Technik-, Medizin- und MilitärgeschichteErfindungen, Heilkunde und Kriege
Public HistoryGeschichte für die Öffentlichkeitin Museen, Gedenkstätten und Medien
Digitale Geschichts­wissenschaftQuellen digitalisieren und mit Datenanalyse auswertenals eigener Master: Digitale Geisteswissenschaften

Was verdient ein Historiker?

Im Mittel verdienen Historiker 3.388 € brutto im Monat. Mehr Zahlen, etwa nach Abschluss und Größe des Arbeitgebers, findest Du im Artikel Historiker-Gehalt.

Wie sind die Berufsaussichten?

Stellen direkt in der Geschichtswissenschaft gibt es nur wenige. Ende 2025 arbeiteten in der Geschichtswissenschaft 672 Menschen in Vollzeit mit Sozialversicherung auf Expertenniveau. Beamte, etwa im Archiv, sind darin nicht enthalten.

Aussichten nach Bereich
Geistes­wissenschaften insgesamtbis 2040 mehr Erwerbstätigeerwartet die Bundesagentur für Arbeit. Offene Stellen waren 2023 schneller besetzt als im Schnitt aller Berufe.
Wohin Absolventen gehenam häufigsten ins Büro und SekretariatEs folgen Hochschulen, Werbung und Marketing sowie Redaktionen und Journalismus.
Hochschulebis zu 12 Jahre befristetsechs Jahre vor und sechs nach der Promotion, je Kind zwei Jahre länger
Schuleeingeschränkt, zumindest in NRWFür Geschichte gibt es dort viele junge Lehrkräfte und mehr ausgebildete, als rechnerisch gebraucht werden.
ArchivAusbildung nach BedarfDas Bundesarchiv bildet zum Beispiel nur für den eigenen Bedarf aus.

Quellen: Bundesagentur für Arbeit (Entgeltatlas, Stichtag 31.12.2025; Berufsdossier Geisteswissenschaften), Wissenschaftszeitvertragsgesetz § 2, Schulministerium NRW (Lehrkräftebedarfsprognose, Stand März 2023), Bundesarchiv.

Passt der Beruf zu Dir?

Was solltest Du mitbringen?

Das passt zu Dir, wenn Du ...
  • gern und viel liest, auch alte und schwierige Texte
  • sorgfältig arbeitest, weil schon ein Übersetzungsfehler eine Quelle verfälscht
  • Geduld hast, wenn eine Recherche lange dauert
  • Dich in Menschen früherer Zeiten hineinversetzen kannst
  • gut und verständlich schreibst
  • gern Fremdsprachen lernst, auch Latein
Eher nicht, wenn Du ...
  • nach dem Studium sofort eine feste Stelle erwartest
  • lieber mit den Händen als am Schreibtisch arbeitest
  • ungern Texte schreibst und überarbeitest
  • befristete Verträge und Umzüge für den Job ausschließt

Weiter zu Geschichte und Beruf

Quellen dieses Artikels Beruf, Aufgaben, Arbeitsorte, Zugang: Bundesagentur für Arbeit, BERUFENET Historiker/in und Archäologe/Archäologin · Studium: BERUFENET Geschichte (grundständig und weiterführend), Statistisches Bundesamt (Prüfungsstatistik 2024) · Museum: Deutscher Museumsbund, Leitfaden für das wissenschaftliche Volontariat (2018), Arbeitskreis Volontariat (2020, 2025) · Archiv: Bundesarchiv, BERUFENET Archivdienst (höherer und gehobener Dienst) und Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste - Archiv, Bundesbesoldungsgesetz § 23 · Hochschule: Wissenschaftszeitvertragsgesetz § 2 · Schule: Schulministerium NRW, Lehrkräftebedarfsprognose (Stand März 2023) · Beschäftigte und Aussichten: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas (Stichtag 31.12.2025), Berufsdossier Geisteswissenschaften · Gehalt: Statistisches Bundesamt, Verdiensterhebung · Berufsfelder: Universität Passau, Historische Wissenschaften

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