Einstiegsgehalt 
5.496
Durchschnittsgehalt 
6.768
Ausbildung 
Ausbildung

Was ist ein Fluglotse?

Fluglotsen haben einen sehr verantwortungsvollen Job, denn ihre Aufgabe ist es, Flugzeuge sicher durch den Luftraum zu leiten, damit sie sich nicht gegenseitig gefährden. Dafür lesen sie Gewitterwolken, kommunizieren mit den Piloten und erteilen Start- und Landegenehmigungen.

Was macht ein Fluglotse?

Fluglotse werden ist für viele Menschen ein Traum, denn zusammen mit den Piloten bringst Du Menschen in der Luft von A nach B. Der Pilot steuert also die Maschine und Du sagst ihm über Sprechfunk, wo es langgeht. Dabei arbeitest Du mit hochspezialisierten Radar- und Computersystemen, denn höchste Priorität Deines Jobs ist, dass alle Menschen in Sicherheit sind.

Wie wird man Fluglotse?

Um Dich für eine Ausbildung als Fluglotse oder zur Fluglotsin zu bewerben, benötigst Du als eine von vielen Voraussetzungen zunächst einmal den höchstmöglichen Schulabschluss: das Abitur. Hast Du nur ein Fachabitur, genügt das leider nicht. Die gute Nachricht ist aber: Dein Notendurchschnitt ist relativ egal.

Die Ausbildung als Fluglotse hat es in sich. Schon das Auswahlverfahren des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt dauert mehrere Tage und nur die Besten – nämlich gerade einmal fünf Prozent der rund 5.000 Bewerber – werden überhaupt für eine Ausbildung zum Fluglotsen zugelassen.

Im ersten Schritt musst Du einen Online-Fragebogen mit rund 100 Fragen beantworten. Dann wirst Du nach Hamburg in das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) eingeladen. Hier wird zunächst getestet, ob Du alle notwendigen Voraussetzungen wie Verantwortungsbewusstsein und Belastbarkeit mitbringst. Anschließend werden Deine Lern-, Team- und Entscheidungsfähigkeit sowie Deine Berufsmotivation getestet. Bestehst Du auch die medizinische Eignungsprüfung, die ebenfalls zu den Voraussetzungen gehört, darfst Du den Ausbildungsvertrag unterschreiben. Übrigens: Wer einmal durch den Test fällt, darf kein zweites Mal antreten.

Die Fluglotse-Ausbildung findet an der Akademie für Flugsicherung auf dem Campus der Deutschen Flugsicherung in Langen bei Frankfurt am Main statt. Je nachdem, für welchen Einsatzbereich Du ausgebildet wirst, dauert die Theorie-Ausbildung zwischen 12 und 18 Monaten. Die Einsatzbereiche können der Tower, der untere oder der obere Luftraum sein. Während Deiner Fluglotse-Ausbildung stehen zum Beispiel folgende Fächer auf Deinem Stundenplan:

  • Meteorologie
  • Flugzeugkunde
  • Navigation
  • Luftrecht
  • Flugzeugtypenkunde
  • Luftfahrtenglisch
  • Sprechfunkverfahren

Eine praktische Ausbildung als Fluglotse bekommst Du auch und zwar vor einem Radarschirm oder im 3D-Tower-Simulator. Beim „Training on-the-job“, bei dem Du unter Aufsicht arbeitest, lernst Du, wie Du die technischen Geräte aus dem Effeff bedienst und welche Besonderheiten der Luftraum aufweist, den Du später eigenverantwortlich betreuen wirst. Hast Du diese Grundlagen erlernt, koordinierst Du schon während Deiner Fluglotse-Ausbildung unter Aufsicht eines erfahrenen Kollegen Flugzeuge und gibst per Sprechfunk Anweisungen an die Piloten. Während Deiner Fluglotse-Ausbildung musst Du immer wieder Prüfungen absolvieren, bis Du schließlich Deine Lotsen-Lizenz erhältst.

Übrigens ist die Ausbildung noch einmal so umfangreich, dass zehn Prozent eines Jahrgangs sie nicht bestehen.

Wo arbeitet ein Fluglotse?

Wenn Du Fluglotse werden möchtest, dann hast Du die Wahl zwischen zwei Arbeitsplätzen – dem Tower und der Kontrollzentrale. Genaueres findest Du unter dem Punkt „Welche Spezialisierungen gibt es?“

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Aufgrund der besonderen Bedingungen beträgt die Fluglotsen-Arbeitszeit lediglich 25 Stunden pro Woche. Folgende Punkte sind typisch für Deinen Beruf:

Wie sieht der Arbeitsplatz aus?

An Deinem Arbeitsplatz arbeitest Du mit Radar und Funk und stehst darüber in ständigem Kontakt mit Deinen Kollegen und den Piloten. Im Tower kannst Du von Deinem Platz den gesamten Flughafen überblicken – was in der Praxis jedoch eigentlich gar nicht notwendig ist, weil die eigentliche Steuerung und Überwachung auf dem Bildschirm stattfindet.

Was verdient ein Fluglotse?

Schon Dein Ausbildungsgehalt ist eines der höchsten, das Du in Deutschland überhaupt bekommen kannst. Bereits im ersten Jahr liegt es bei 955 Euro brutto. Während der praktischen Fluglotse-Ausbildung bekommst Du, je nach Ausbildungsfortschritt und Einsatzort, zwischen 3.400 und 5.100 Euro brutto.

Direkt nach Deiner Fluglotse-Ausbildung verdienst Du ebenfalls schon ein sehr gutes Gehalt, das je nach Einsatzort und damit je nach Flugaufkommen zwischen 6.000 und 8.500 Euro brutto liegt. Für die Arbeit an Sonn- und Feiertagen und in der Nacht gibt es dazu noch ordentliche Gehaltszuschläge. Dein Gehalt steigt mit den Jahren Deiner Berufserfahrung noch einmal an.

Wo finde ich einen Job als Fluglotse?

Wie sind die Berufsaussichten für Fluglotsen?

Die Chancen für Fluglotsen, einen guten Job zu bekommen, sind sehr hoch. Schließlich steigt das Verkaufsaufkommen in der Luft stetig an. Selbst kleine Flughäfen haben – auch dank vieler Billigflieger – inzwischen hohe Passagierzahlen. Dementsprechend steigt die Zahl der Beschäftigten seit Jahren kontinuierlich an. Neben der Arbeit bei der DFS Deutschen Flugsicherung GmbH und den Flughafenbetrieben kannst Du auch bei der Bundeswehr arbeiten.

Welche Spezialisierungen gibt es?

Wie Du schon gelesen hast, kannst Du entweder in der Kontrollzentrale oder im Tower arbeiten.

  • Tower: Im Tower kümmerst Du Dich um alles, was auf dem Flughafen und darüber geschieht. Du hast direkten Blick auf das Rollfeld, genehmigst das Anlassen der Triebwerke und versorgst den Piloten mit Informationen rund um den Abflug. Außerdem erteilst Du Roll- und Startfreigaben. Piloten von Maschinen, die landen sollen, führst Du sicher zum Boden.
  • Kontrollzentrale: Sobald die Räder des Flugzeugs in der Luft sind, endet die Zuständigkeit des Towers und die Centerlotsen übernehmen die Arbeit. Ihr Job ist es, jene Lufträume zu beaufsichtigen, die nicht in unmittelbarer Nähe eines Flughafens sind. Hierbei kannst Du entweder als Radar- oder als Koordinationslotse tätig werden. Als Radarlotse gibst Du die Anweisungen an den Piloten weiter, als Koordinationslotse kommunizierst Du permanent mit den Lotsen der Nachbarsektoren. Wenn es Änderungen in der Streckenführung gibt, koordinierst Du diese.

Passt der Beruf Fluglotse zu mir?

Wenn Du Fluglotse werden möchtest, musst Du ein echtes Multitalent sein und viele Fluglotse-Anforderungen erfüllen:

Multitasking
Du wirst ständig mit Informationen gefüttert und musst trotzdem den Überblick behalten und in allen Situationen blitzschnell reagieren. Schließlich hängen hunderte Menschenleben von Deinem Handeln ab.
Faible für Mathematik
Ein gutes Zahlenverständnis ist ebenfalls unabdingbar.
Hohe Konzentration
Natürlich musst Du in der Lage sein, über Deine gesamte Arbeitszeit hinweg hochkonzentriert zu arbeiten und die Flugzeuge stets genau im Blick zu behalten.
Teamfähigkeit
In Deinem Alltag arbeitest Du ständig im Team.
Englischkenntnisse
Weil die Kommunikation im Flugverkehr rein auf Englisch stattfindet, solltest Du bereits vor Beginn Deiner Fluglotse-Ausbildung sehr gute Englischkenntnisse auf C1-Niveau haben.
Verantwortungsbewusstsein
Du bist dafür verantwortlich, dass viele Menschen gesund an ihren Zielort kommen.
Belastbarkeit
Dies ist kein Job für schwache Nerven. Schließlich musst Du auch in brenzligen Situationen stets einen kühlen Kopf behalten, um die richtige Entscheidung zu treffen.
Räumliches Vorstellungsvermögen
Das brauchst Du, um die zweidimensionale Darstellung der Koordinaten auf Deinem Bildschirm dreidimensional zu interpretieren.
Höchstalter
Bei Deiner Bewerbung darfst Du höchstens 24 Jahre alt sein.
Gute Gesundheit
Weder Deiner Hör- noch Sehfähigkeiten dürfen eingeschränkt sein.