Einstiegsgehalt 
2.300
Durchschnittsgehalt 
3.157
Ausbildung 
Ausbildung

Was ist ein Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen?

Eine Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen arbeitet im Servicebereich der Agentur für Arbeit oder beim Jobcenter. Dort ist sie erster Anlaufpunkt für die Kunden, berät diese zu staatlichen Sozialleistungen und übernimmt Verwaltungstätigkeiten. Die Berufsbezeichnung Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen ist rechtlich geschützt. Um sie tragen zu dürfen, muss man die dreijährige Ausbildung bei der Agentur für Arbeit absolvieren.

Was macht ein Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen?

Eine Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen steht den Kunden in der Arbeitsagentur oder im Jobcenter beratend zur Seite. Sie nimmt Kunden in Empfang, nimmt zum Beispiel Arbeitslosmeldungen entgegen und macht Termine für die Berufsberatung. Außerdem leistet sie Hilfestellung, wenn es Schwierigkeiten beim Ausfüllen von Anträgen oder Formularen gibt und klärt Menschen über Sozialleistungen und Anspruchsberechtigungen auf. Auch andere Serviceleistungen wie die Beantwortung telefonischer Anfragen oder Verwaltungstätigkeiten zählen zu ihren Aufgaben.

Wie wird man Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen?

Voraussetzungen

Wer eine Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen-Ausbildung beginnen möchte, sollte mindestens einen mittleren Schulabschluss vorweisen können. Das geht aus den Daten des Bundesinstituts für Berufsbildung hervor, die über die Vorbildung der Auszubildenden in der Ausbildung beim Arbeitsamt erhoben wurden. Demnach hatte im Jahr 2016 mehr als die Hälfte der Azubis in der Bundesagentur für Arbeit-Ausbildung sogar die allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife, die Übrigen hatten einen mittleren Schulabschluss. Weniger als ein Prozent der jungen Menschen in der Arbeitsagentur-Ausbildung hatte höchstens einen Hauptschulabschluss. Wichtige Schulfächer sind neben Deutsch und Mathematik auch Politik und Sozialkunde.

Ablauf

Die Ausbildung beim Arbeitsamt dauert insgesamt drei Jahre. In der Berufsschule lernst Du die theoretischen Grundlagen für Deine Arbeit in der Regel in Blöcken über mehrere Wochen, im Anschluss daran lernst Du in Deinem Ausbildungsbetrieb die Praxis kennen.

Im Laufe der dreijährigen Bundesagentur für Arbeit-Ausbildung erhalten Auszubildende von ihren Ausbildern regelmäßig ein Feedback, das eine umfassende Bewertung der Leistungen in der Arbeitsamt-Ausbildung beinhaltet.

Das Feedback wird erstmals nach der Probezeit sowie nach dem 1. und dem 2. Lehrjahr erteilt. Die vierte und letzte Zwischenbeurteilung erfolgt ein halbes Jahr vor dem Ende der Arbeitsagentur-Ausbildung.

Prüfungen

In der rechtlichen Verordnung über die Agentur für Arbeit-Ausbildung ist eine Zwischenprüfung vorgeschrieben, die zum Anfang des zweiten Lehrjahres absolviert werden muss und den Ausbildungsstand ermitteln soll. Die Abschlussprüfung nach Ende des dritten Lehrjahres der Ausbildung bei der Agentur für Arbeit ist wesentlich umfangreicher und umfasst vier Prüfungsbereiche: Arbeitsmarktbezogene Geschäftsprozesse, Prozesse der Leistungsgewährung, Kundenkommunikation sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Die Bereiche werden unterschiedlich gewichtet. Die Prüfung am Ende der Arbeitsamt-Ausbildung umfasst einen schriftlichen und einen praktischen Anteil.

Wo arbeitet ein Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen?

Eine abgeschlossene Ausbildung bei der Agentur für Arbeit bietet die Möglichkeit, in den folgenden Einrichtungen zu arbeiten:

  • Agentur für Arbeit
  • Jobcenter
  • Familienkassen

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Als Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen bist Du in vielen Feldern innerhalb der Agenturen oder Jobcenter einsetzbar. In der Agentur für Arbeit-Ausbildung lernst Du bereits viele verschiedene Tätigkeiten kennen, die im Beruf zu Deinen täglichen Aufgaben gehören:

Wie sieht der Arbeitsplatz aus?

Ob beim Eingeben von Kundendaten in die Computersysteme, beim Prüfen von Anträgen oder beim Beratungsgespräch – als Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen ist Dein Arbeitsplatz fast immer das Büro. Du solltest dementsprechend keine Probleme mit dem klassischen Büroalltag und viel Bildschirmarbeit haben. Einzige Ausnahme: die Arbeit im Empfangsbereich.

Was verdient ein Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen?

Ausbildung

Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen werden nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst bezahlt. Schon im ersten Jahr der Agentur für Arbeit-Ausbildung verdienst Du ungefähr 1.000 Euro pro Monat. Im dritten Jahr der Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen-Ausbildung sind es sogar gut 1.100 Euro monatlich. Damit zählt die Arbeitsagentur-Ausbildung zu den lukrativeren Ausbildungen.

Beruf

Zum Berufseinstieg erhältst Du als Fachangestellter für Arbeitsmarktdienstleistungen gemäß Tarifvertrag ungefähr 2.300 Euro, später liegt das Durchschnittsgehalt bei 2.500 bis 3.000 Euro monatlich.

Wo finde ich einen Job als Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen?

Wie sind die Berufsaussichten für Fachangestellte für Arbeitsmarktdienstleistungen?

Jedes Jahr stellt die Agentur für Arbeit rund 600 Auszubildende ein, die Fachangestellter für Arbeitsmarktdienstleistungen werden wollen. In einem Beschluss aus dem Jahr 2017 verpflichtete sich die Agentur, „im Rahmen einer außertariflichen Selbstverpflichtung die selbst ausgebildeten Nachwuchskräfte“, die die Agentur für Arbeit-Ausbildung absolviert haben, „auf Dauer in ein Arbeitsverhältnis“ zu übernehmen. Die Bundesagentur für Arbeit-Ausbildung bietet somit zurzeit eine sichere Zukunftsperspektive. Der Beschluss ist vorerst gültig bis zum Jahr 2022.

Welche Spezialisierungen gibt es?

Die Agentur für Arbeit-Ausbildung ist die erste Stufe auf der Karriereleiter beim Arbeitsamt. Hast Du die Ausbildung bei der Bundesagentur für Arbeit abgeschlossen, dann stehen Dir in den darauffolgenden Jahren Möglichkeiten zur Entwicklung und Spezialisierung offen. Dazu zählen Fortbildungen zur:

  • Arbeitsvermittlerin
  • Sachbearbeiterin

Für die Übernahme von Führungsaufgaben bietet sich außerdem das duale Studium Arbeitsmarktmanagement an.

Passt der Beruf Arbeitsmarktdienstleistungen zu mir?

Wer zu Leistungen berät und über Anträge entscheidet, der muss selbstverständlich umfangreiche Kenntnisse zum aktuellen Sozialrecht haben und sich vor allem mit den Sozialgesetzbüchern II und III auskennen. Diese Kenntnisse erwirbst Du während der Ausbildung bei der Bundesagentur für Arbeit. Nur mit diesem Wissen bist Du allerdings noch lange kein guter Fachangestellter für Arbeitsmarktdienstleistungen. Prüfe deshalb, ob Du die folgenden Voraussetzungen erfüllst.

Kommunikationsstärke
Du hast jeden Tag persönlich und telefonisch Kontakt mit zahlreichen Kunden. In der Agentur für Arbeit-Ausbildung wirst Du deshalb zum Kommunikationsspezialisten ausgebildet.
Serviceorientierung
Wie die Berufsbezeichnung schon verrät, bist Du Dienstleister. Du arbeitest also im Dienst des Kunden. Ein freundlicher und serviceorientierter Auftritt ist daher von großer Bedeutung.
Verlässlichkeit
In den Computersystemen lagern jede Menge persönliche Daten. Auch in den persönlichen Gesprächen erhältst Du sensible Informationen. Ein verantwortungsvoller Umgang mit diesen Daten und Verschwiegenheit sind hier von Dir gefordert.
Soziale Ader
Die Anlässe, aus denen Kunden Dich aufsuchen, sind oft keine freudigen. Du hast regelmäßig mit Menschen zu tun, die sich in schwierigen sozialen Lagen befinden und möglicherweise frustriert und verzweifelt sind. Diesen Menschen dabei zu helfen, ihre Lage zu verbessern, sollte ein Antrieb für Dich sein.