Einstiegsgehalt 
2.107
Durchschnittsgehalt 
2.489
Ø Stundenlohn
14
Ø Jahresgehalt
29.868
369
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Erzieher
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Was verdient eine Erzieherin?

Das Erzieher-Gehalt in Deutschland ist zu einem großen Teil tariflich geregelt. Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung waren im Jahr 2014 rund 75 Prozent aller Erzieher in Einrichtungen mit Tarifbindung angestellt. Sie erhielten dabei im Schnitt 2.562 Euro brutto monatlich. Das durchschnittliche Gehalt als Erzieher bezifferte die Studie der Hans-Böckler-Stiftung für das Jahr 2014 auf 2.490 Euro brutto monatlich bei einer 38 Stunden Woche. Dieser Wert galt also für das durchschnittliche Gehalt als Erzieherin oder Erzieher unabhängig davon, ob die Beschäftigung mit oder ohne Tarifvertrag erfolgte. Im Gegensatz dazu kam die Bundesagentur für Arbeit in ihrem Entgeltatlas für das Jahr 2017 auf einen durchschnittlichen Erzieher-Verdienst von 3.224 Euro brutto monatlich.

Für Singles in der Steuerklasse eins liegt das Erzieher-Gehalt netto damit zwischen 1.634 und 2.010 Euro monatlich. Umgerechnet entsprechen diese Werte einem Stundenlohn als Erzieherin oder Erzieher zwischen 16 und 21 Euro brutto und 10 und 13 Euro netto, sofern man von einer 38 Stunden Woche ausgeht. Das genau Netto-Gehalt als Erzieher variiert aber natürlich je nachdem welcher Steuerklasse man zugeordnet wird.

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Gehalt nach Tarifvertrag

Das Erzieher-Gehalt laut Tarif wird durch die Entgelttabelle des öffentlichen Diensts für Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst festgelegt. Die genaue Höhe des Verdienst als Erzieherin oder Erzieher wird dabei von zwei Faktoren bestimmt. Zum einen gibt es insgesamt sechs verschiedene Gehaltsstufen als Erzieher, die das Einkommen entsprechend der Berufserfahrung regeln. Außerdem gibt es sechzehn Entgeltgruppen für Erzieher, die je nach Art der ausgeführten Tätigkeiten und des Grads an Verantwortung das Erzieher-Gehalt weiter bestimmen. So wird beispielsweise eine Erzieherin in ihrem ersten Berufsjahr, die keine besonderen Tätigkeiten zusätzlich zu der normalen Erzieher-Arbeit übernimmt, in die erste Stufe und die Entgeltgruppe 8a eingeordnet, was einem monatlichen Einstiegsgehalt als Erzieher von gut 2.685 Euro brutto entspricht. Ein Leiter einer Kita mit mehr als 180 Plätzen und einer Berufserfahrung von 20 Jahren verdient dagegen über 5.615 Euro brutto im Monat und wird in die höchste Entgeltgruppe für Erzieher eingeordnet.

Insgesamt betrug der durchschnittliche Erzieherin-Verdienst mit Tarifvertrag laut der Studie der Hans-Böckler-Stiftung 2.562 Euro monatlich. Erzieherinnen die in Einrichtungen ohne Tarifvertrag angestellt waren verdienten dagegen durchschnittlich nur 2.342 Euro und somit rund neun Prozent weniger als ihre Kolleginnen mit Tarifvertrag. Ein zusätzlicher Vorteil beim tariflich geregelten Erzieher-Gehalt ist dank der regelmäßigen Tarifverhandlungen der Gewerkschaften außerdem, dass das Einkommen meistens jährlich etwas ansteigt. So gab es im Februar 2017 eine Gehaltssteigerung für alle Erzieher um 2,35 Prozent, und im März 2018 eine weitere Erhöhung des Erzieher-Verdiensts um 3,19 Prozent.

Kein Tarifvertrag
€2.342
Mit Tarifvertrag
€2.562

Wie hoch ist das Einstiegsgehalt vom Erzieher?

Sofern Du Dich noch in der Ausbildung befindest, ist Dein Verdienst als Erzieher nicht einheitlich geregelt, denn die Rahmenbedingung für die Ausbildung und damit auch die Ausbildungsvergütung als Erzieher legen die einzelnen Bundesländer fest. Ob und wie viel Du während Deiner Ausbildung verdienst, hängt von der genauen Form, also ob Du die sie rein schulisch oder praxisbegleitend absolvierst, ab. Einheitlich geregelt ist allerdings die Ausbildungsvergütung als Erzieher während des Berufspraktikums, das zur staatlichen Anerkennung des Erzieher-Titels notwendig ist. Während dieser Zeit beträgt Dein Erzieher-Gehalt laut Tarifvertrag 1.552 Euro brutto.

Wenn Du dann ins Berufsleben startest, wird Dein Einstiegsgehalt als Erzieher mit Tarifvertrag 2.685 Euro brutto betragen, sofern Du der üblichen Einstiegs-Entgeltgruppe S 8a zugeordnet wirst. Solltest Du zu diesem Zeitpunkt noch unverheiratet sein und in die Steuerklasse eins fallen, beträgt Dein Erzieher-Gehalt netto damit etwa 1.738 Euro. Das entspricht also einem Stundenlohn als Erzieher von über 17 Euro brutto und gut 11 Euro netto bei einer 38 Stunden Woche.

Allerdings steigt das Erzieher-Einstiegsgehalt sehr schnell an: Mit Tarifvertrag wirst Du bereits nach einem Jahr Berufserfahrung der zweiten Stufe zugeordnet und verdienst dann in der gleichen Entgeltgruppe 2.917 Euro brutto. Das heißt, Dein Erzieher-Stundenlohn erhöht sich nach nur einem Jahr schon auf 19 Euro brutto und damit um zehn Prozent.

Welche Faktoren beeinflussen das Erzieherin-Gehalt?

Neben der Bezahlung mit oder ohne Tarif gibt es noch einige weitere Faktoren, die auf Dein Erzieherin-Gehalt Einfluss nehmen. Diese Faktoren wirken sich unterschiedlich stark aus: Während die Unternehmensgröße in der freien Wirtschaft oft eine sehr große Rolle im Bezug auf Angestelltengehälter spielt, ist sie ein vergleichsweise wenig schwerwiegender Faktor beim Erzieher-Gehalt. Größeren Einfluss auf das Gehalt als Erzieher nehmen dagegen der Beschäftigungsort und die Berufserfahrung.

Gehalt nach Bundesland

Auch beim Einkommen als Erzieher gilt wie für fast alle Berufe, dass Beschäftigte im Westen grundsätzlich mehr verdienen als im Osten. Allerdings fällt der Gehaltsunterschied nicht ganz so hoch aus wie bei anderen Berufen: Laut der Studie der Hans-Böckler-Stiftung lag das Erzieher-Gehalt im Jahr 2014 im Westen bei durchschnittlich 2.540 Euro brutto, im Osten dagegen bei 2.340 Euro. Damit war der Verdienst als Erzieherin im Osten um etwa acht Prozent niedriger als im Westen.

Gemäß dem Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit war 2017 das Erzieher-Gehalt in Rheinland-Pfalz mit monatlich 3.383 Euro brutto am höchsten. Am schlechtesten schnitt dagegen Mecklenburg-Vorpommern ab, wo die Vergütung als Erzieher bei nur 2.591 Euro brutto lag. Damit betrug bei einer 38 Stunden Woche der Stundenlohn als Erzieherin in Rheinland-Pfalz über 22 Euro, in Mecklenburg-Vorpommern jedoch nur 17 Euro.

Außerdem werden im Westen mehr Erzieher nach Tarif bezahlt. Gemäß der Studie der Hans-Böckler-Stiftung wurden im Jahr 2014 80 Prozent der Erzieher im Westen nach dem Tarif des öffentlichen Diensts bezahlt, während es im Osten nur 62 Prozent waren.

Gehalt nach Unternehmensgröße

Entsprechend der Studie der Hans-Böckler-Stiftung waren 2014 gut 72 Prozent und damit die Mehrheit aller Erzieher in Deutschland in Betrieben angestellt die weniger als 100 Mitarbeiter hatten. In Einrichtungen dieser Größe betrug das Erzieherin-Gehalt durchschnittlich 2.418 Euro. Am niedrigsten war das Erzieher-Gehalt mit 2.369 Euro in Betrieben die weniger als 20 Angestellte hatten. An diesen Zahlen wird deutlich, dass die Unternehmensgröße relativ wenig Einfluss auf das Gehalt als Erzieherin nimmt. Denn der Lohn als Erzieher betrug für die erste Gruppe von Angestellten nur rund zwei Prozent mehr als die der zweiten Gruppe in den kleineren Einrichtungen.

Kleine Unternehmen
€2.369
Mittlere Unternehmen
€2.517
Große Unternehmen
€2.750

Gehalt nach Geschlecht

Wie in vielen Pflege- und Sozialberufen ist Erzieherin einer der Berufe, in denen der Anteil an Frauen eindeutig höher ist. 2014 waren nur 21 Prozent aller Erzieher Männer; in Kindergärten und Schulen war ihr Anteil mit nur 6,5 Prozent besonders niedrig. Doch obwohl Frauen den Beruf so dominieren verdienen sie trotzdem weniger als ihre männlichen Kollegen: 2014 lag das durchschnittliche Gehalt als Erzieherin bei 2.451 Euro brutto, wohingegen das Gehalt als Erzieher bei 2.631 Euro lag. Damit verdienten Frauen fast sieben Prozent weniger als Männer. Das ist im Vergleich zu anderen Branchen zwar relativ wenig, deutet aber trotzdem auf eine andauernde Gehaltsschere zwischen Männern und Frauen hin.

Im Schnitt verdienen Frauen 2.451 € pro Monat und Männer 2.631 € pro Monat. Damit verdienen Männer durchschnittlich 7% mehr als Frauen

Gehalt nach Berufserfahrung

Mit der Gehaltstabelle des öffentlichen Diensts ist das tarifliche Gehalt für Erzieher klar entsprechend der Berufserfahrung geregelt. Insgesamt gibt es dabei sechs Stufen. Stufe eins ist für Berufseinsteiger in ihrem ersten Beschäftigungsjahr. Nach einem Jahr in Stufe eins steigen Angestellte in Gruppe zwei auf. Dort bleiben sie für mindestens drei Jahre, bevor sie dann in Stufe drei wechseln können. Nach vier Jahren in Stufe drei können Beschäftigte in Stufe vier aufsteigen. Der höchsten Stufe sechs können Angestellte schließlich zugeordnet werden wenn sie vorher fünf Jahre in Stufe fünf beschäftigt waren.

Wenn Du als Erzieher in der Entgeltgruppe S 8a tätig bist, ergibt sich so beispielsweise in der ersten Stufe eine Bezahlung von 2.685 Euro brutto, in der dritten Stufe 3.123 Euro, und in der sechsten und höchsten Stufe 3.703 Euro. Damit kann Dein Verdienst als Erzieher mit entsprechender Berufserfahrung um fast 38 Prozent steigen! Grundsätzlich sind dies allerdings nur Richtlinien für den tariflichen Verdienst als Erzieher, von denen sich in bestimmten Fällen Abweichungen ergeben können.

Sonderzahlungen

Wie in den meisten Berufen wird Dein Gehalt als Erzieher oftmals durch Sonderzahlungen erhöht. Ob Du solche Sonderzahlungen erhältst, hängt auch wieder stark davon ab ob Du mit oder ohne Tarif beschäftigt bist. Während 2014 von Erziehern in Einrichtungen mit Arbeitsverträgen ohne tariflicher Bindung nur etwa 56 Prozent Weihnachtsgeld erhielten, lag der Anteil für Erzieher die mit Tarifvertrag angestellt waren und diese Sonderzahlung erhielten bei 72 Prozent. Insgesamt lag der Anteil der Erzieher die Weihnachtsgeld erhielten bei rund 67 Prozent. Urlaubsgeld erhielten durchschnittlich 48 Prozent der Angestellten als Zuschuss zu ihrem Erzieher-Gehalt.

Gehälter in ähnlichen Berufen

Angestellte in Pflege- und Sozialberufen gelten schon länger als chronisch unterbezahlt. Innerhalb der Branche ist das Erzieher-Gehalt jedoch mit am höchsten, wie die Studie der Hans-Böckler-Stiftung belegt. So verdienten im Jahr 2014 nur Kindergartenleiter, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen mehr als Erzieher. Am höchsten war dabei das Gehalt für Kindergartenleiter, die durchschnittlich 3.075 Euro brutto im Monat verdienten. Damit war ihr Einkommen rund 23 Prozent höher als das durchschnittliche Gehalt als Erzieher. Da Du als gelernte Erzieherin das Potential besitzt um später einmal als Kindergartenleiterin tätig zu sein ist das ein Gehaltsanstieg der auch auf Dich warten könnte.

Niedriger als das Erzieherin-Gehalt waren hingegen die Einkommen aller anderen Pflegeberufe, wie etwa das von Physiotherapeuten, Logopäden, Krankenschwestern und Altenpflegern. Am wenigsten verdienten Physiotherapeuten mit rund 2.167 Euro monatlich. Das sind fast 15 Prozent weniger als das Erzieher-Gehalt. Interessant ist außerdem, dass in der Studie der Hans-Böckler-Stiftung die große Mehrheit der Erzieher angab, mit ihrem Job zufrieden zu sein: Auf einer Skala von 1 (sehr unzufrieden) bis 5 (sehr zufrieden) bewerteten Erzieher ihre Arbeit durchschnittlich mit 3,5 Punkten. Du siehst also, dass obwohl beim Erzieher-Lohn noch Luft nach oben besteht, das Einkommen im Vergleich zu ähnlichen Berufen trotzdem relativ gut ist, und dass es sich generell um eine sehr erfüllende Arbeit handelt.