Chauffeur: Ausbildung & Beruf

ab 21 Jahren mit P-Schein2 Jahre Autoführerschein vorher45,10 € Gebühr für den P-Schein2.520 € mittleres Gehalt
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Inhalt11 Abschnitte
  1. Wie wird man Chauffeur?
  2. Gibt es eine Ausbildung zum Chauffeur?
  3. Was braucht man, um Chauffeur zu werden?
  4. Brauchst Du als Chauffeur einen P-Schein?
  5. Wie wirst Du Chauffeur für Politiker?
  6. Kannst Du Dich als Chauffeur selbstständig machen?
  7. Was macht ein Chauffeur?
  8. Was verdient ein Chauffeur?
  9. Wie sind die Berufsaussichten?
  10. Passt der Beruf zu Dir?
  11. Weiter zu Berufen am Steuer

Chauffeure, eingedeutscht auch Schofför geschrieben, fahren beruflich andere Menschen im Auto, etwa Vorstände, Politiker oder die Gäste eines Limousinenservice, und kümmern sich um Fahrgäste und Wagen.

Wie wird man Chauffeur?

Chauffeur wirst Du ohne vorgeschriebene Ausbildung: Du brauchst den Autoführerschein und für Limousinen- und Mietwagendienste den Personenbeförderungsschein, kurz P-Schein. Den bekommst Du ab 21, wenn Du seit 2 Jahren Klasse B hast. Eine Ausbildung im Personen- oder Güterverkehr kann laut Arbeitsagentur hilfreich sein, Pflicht ist sie nicht. Drei Wege führen ans Steuer:

So kommst Du an Deinen ersten Job als Chauffeur

  1. Schritt 1Fahrpraxis sammelnDen Autoführerschein machst Du ab 18, mit Begleitung schon ab 17. Für den P-Schein brauchst Du ihn 2 Jahre, der Fahrdienst des Bundestages verlangt 4 Jahre.
  2. Schritt 2P-Schein beantragenBei der Fahrerlaubnisbehörde, mit Arztbescheinigung, Sehtest und Führungszeugnis. Die Gebühr liegt bei 45,10 €.
  3. Schritt 3Training, wenn Du willstEin Fahrsicherheitstraining oder ein Chauffeur-Kurs ist freiwillig. Für Vorstandsfahrer gibt es ein Zertifikat mit Prüfung bei der DEKRA.
  4. Schritt 4BewerbenBei Chauffeur- und Limousinendiensten, Unternehmen, Sicherheitsdiensten und im öffentlichen Dienst. Stellen bei Bund und Ländern stehen auf service.bund.de.
  5. danachErste FahrtenJe nach Arbeitgeber im Anzug oder in Uniform. Du holst Deine Fahrgäste ab, oft früh am Morgen oder spät am Abend.
Kurz beantwortet
Gibt es eine Ausbildung zum Chauffeur?Keine staatlich anerkannte. Private Schulen bieten Chauffeur-Kurse an.Einen staatlichen Abschluss bekommst Du mit der Ausbildung zum Berufskraftfahrer. Die Arbeitsagentur nennt sie als hilfreichen Zugang.
Brauche ich als Chauffeur einen P-Schein?Für Limousinen- und Mietwagendienste ja.Fährst Du nur für Deinen Arbeitgeber und die Fahrgäste zahlen nichts, verlangt das Gesetz ihn nicht.
Kann man als Quereinsteiger Chauffeur werden?Ja, ein bestimmter Bildungsweg ist nicht vorgeschrieben.Der Fahrdienst des Bundestages sucht zum Beispiel ausdrücklich Quereinsteiger als Minijobber.
Wie lange dauert es, Chauffeur zu werden?Von sofort bis rund 14 WochenSo lange braucht die Behörde für den P-Schein: in Hamburg meist sofort, in München etwa 14 Wochen. Ein Chauffeur-Kurs dauert zum Beispiel bei Bruseco 5 Tage.
Wo finde ich Jobs als Chauffeur?Bei Chauffeur- und Limousinendiensten, Unternehmen und Sicherheitsdiensten.Fahrerstellen bei Ministerien und Behörden stehen auf service.bund.de, oft als Kraftfahrer ausgeschrieben.

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Gibt es eine Ausbildung zum Chauffeur?

Eine staatlich anerkannte Chauffeurausbildung gibt es nicht. Private Schulen bieten aber Kurse an, die Dich auf Fahrten mit Vorständen, Politikern und VIPs vorbereiten. Den staatlichen Abschluss am Steuer bietet die Ausbildung zum Berufskraftfahrer. Beide Wege im Vergleich:

Chauffeur-KursAusbildung Berufskraftfahrer
Dauer5 Tage, über 40 Stunden Praxis (Beispiel Bruseco)3 Jahre, im Betrieb und in der Berufs­schule
AbschlussZerti­fikat der Schule, mit DEKRA-Prüfung das DEKRA-D1-Zerti­fikatstaatlich anerkannter Berufs­abschluss
Inhaltdefensiv fahren, sanft bremsen und präzise einparken, Fahrsicherheit, Auftreten vor FahrgästenLkw oder Bus sicher fahren, Prüfungsfahrt mit Sattelzug oder Bus ab 11,80 m
GeldDu zahlst, den Preis nennt die Schule auf AnfrageDu verdienst, im Schnitt 973 € im ersten Jahr
Zugangfür die DEKRA-Prüfung: ab 24, 5 Jahre Führer­schein, abgeschlossene Aus­bildung oder Studiumkein bestimmter Schul­abschluss vorgeschrieben

Quellen: Bruseco (eigene Angaben, Oktober 2026), Verordnung über die Berufsausbildung zum Berufskraftfahrer §§ 2 und 8, BIBB Datensystem Auszubildende 2024.

Was lernst Du im Chauffeur-Kurs?

Chauffeur-Kurs mit DEKRA-Prüfung
FahrtechnikDu übst defensives Fahren, sanftes Anfahren und Bremsen.Im Straßenverkehr und auf abgesperrter Strecke, auch Gefahrenbremsungen und Ausweichmanöver.
AuftretenDu lernst, mit VIP-Gästen umzugehen.Kommunikation und Umgangsformen gehören dazu.
PlanungDu bereitest Strecke und Fahrt vor.Auch das wird in der Prüfung bewertet.
PrüfungAm letzten Tag prüft die DEKRA Theorie und Praxis.In über 40 Punkten. Wer besteht, kommt ins DEKRA-Register für Executive Chauffeure.
GültigkeitDas Zertifikat gilt 3 Jahre.Jedes Jahr nimmst Du an einem Auffrischungstag teil. Darauf baut eine zweite Stufe für Vorstandsfahrer auf (D2).

Erfüllst Du die Bedingungen für die DEKRA-Prüfung noch nicht, schließt Du denselben Kurs mit der Prüfung der Schule ab. Vorgeschrieben ist keiner dieser Kurse. Kürzer ist ein Fahrsicherheitstraining, etwa beim ADAC: 8 Stunden auf dem Übungsplatz. Die Berufsgenossenschaften können es bezuschussen.

Wie läuft die Ausbildung zum Berufskraftfahrer?

Die Ausbildung dauert 3 Jahre und endet mit einer Prüfungsfahrt im Sattelzug oder in einem großen Bus. Danach darfst Du auch Lkw oder Bus fahren und bist nicht auf den Pkw festgelegt. Mehr dazu im Artikel Berufskraftfahrer werden.

3 Jahre
Ausbildung
staatlich anerkannt, im Betrieb und in der Schule
973 €
im ersten Jahr
durchschnittliche Vergütung 2024, im dritten 1.152 €
44 %
mit Hauptschulabschluss
der neuen Azubis 2024, 35 % mit mittlerem Abschluss
Quelle: BIBB, Datensystem Auszubildende, Berichtsjahr 2024

Was braucht man, um Chauffeur zu werden?

Du brauchst einen Führerschein für Deinen Wagen, meist Klasse B, und für Limousinen- und Mietwagendienste den P-Schein. Dazu kommen ein gepflegtes Auftreten, Diskretion und Ortskenntnis. Was Arbeitgeber und Behörden von Dir erwarten:

VoraussetzungWas das heißt
Führer­scheinKlasse B für Autos bis 3.500 kg und höchstens 8 Fahrgäste, ab 18 Jahren
P-Scheinfür Limousinen- und Mietwagendienste, ab 21 und mit 2 Jahren Klasse B
Fahr­praxisder Fahrdienst des Bundestages verlangt 4 Jahre Klasse B, die DEKRA-Prüfung 5 Jahre
Zuver­lässigkeitbeim P-Schein prüft die Behörde Führungszeugnis und Punkte in Flensburg; Ministerien verlangen meist die Bereitschaft zu einer Sicherheitsüberprüfung
Auftretengepflegtes Äußeres, gute Umgangsformen und Diskretion; je nach Arbeitgeber Anzug oder Uniform
Orts­kenntnisauch mit Navi wichtig, um Routen zu planen
Sprachensicheres Deutsch; Fremdsprachen helfen bei Gästen aus dem Ausland

Quellen: Fahrerlaubnis-Verordnung §§ 6, 10 und 48, BERUFENET Dienstwagenfahrer/in, BwFuhrparkService, Bruseco, Stellenausschreibungen des Bundes.

Kurz beantwortet
Brauche ich einen Schulabschluss?Nein, vorgeschrieben ist keiner.Für die DEKRA-Prüfung zum Vorstandsfahrer brauchst Du aber eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium.
Reicht der Autoführerschein für eine Stretchlimousine?Nur bis 8 Fahrgastplätze und 3.500 kg.Für mehr Plätze brauchst Du einen Busführerschein, Klasse D1 oder D.
Darf ich im Dienst Alkohol trinken?Nein, im Limousinen- und Mietwagendienst ist das verboten.Das Verbot gilt auch, solange Du in Bereitschaft bist.
Gibt es ein Höchstalter?NeinAb 60 wiederholst Du für den P-Schein bei jeder Verlängerung einen Leistungstest.

Brauchst Du als Chauffeur einen P-Schein?

Ja, wenn Du für einen Chauffeur-, Limousinen- oder Mietwagendienst fährst. Fährst Du nur für Deinen Arbeitgeber und Deine Fahrgäste zahlen nichts für die Fahrt, verlangt das Gesetz keinen P-Schein. Den P-Schein braucht, wer Fahrgäste in einem Verkehr befördert, für den das Personenbeförderungsgesetz eine Genehmigung verlangt. Fahrten im Pkw, für die niemand zahlt, gehören nicht dazu. Die Arbeitsagentur nennt den P-Schein trotzdem als Voraussetzung für den Beruf. Mit ihm stehen Dir alle Stellen offen:

Du fährst ...P-Schein nötig?
für einen Chauffeur- oder Limousinen­serviceja, das ist Mietwagenverkehr
für ein Mietwagen­unternehmen mit Aufträgen per Appja
den Vorstand im Firmenwagennach dem Gesetz nein, solange niemand für die Fahrt zahlt
eine Familie in ihrem Privatwagennach dem Gesetz nein, solange niemand für die Fahrt zahlt
mit Busführerschein Klasse D oder D1nein, seit 18. August 2026
Autos ohne Fahrgäste, etwa bei Überführungennein

Bist Du unsicher, frag Deine Fahrerlaubnisbehörde. Quellen: Fahrerlaubnis-Verordnung § 48, Personenbeförderungsgesetz §§ 1 und 49, LABO Berlin, BERUFENET; Stand Oktober 2026.

So kommst Du zum P-Schein

  1. Schritt 1Zum ArztEr bescheinigt, dass Du körperlich und geistig geeignet bist. Dazu kommen ein Sehtest, auch beim Augenoptiker, und ein Leistungstest.
  2. Schritt 2Antrag stellenBei der Fahrerlaubnisbehörde Deiner Stadt oder Deines Landkreises. Du bringst Ausweis, Führerschein und die Bescheinigungen mit.
  3. Schritt 3Prüfung der UnterlagenDie Behörde liest Dein Führungszeugnis und fragt Deine Punkte in Flensburg ab. Eine Prüfung legst Du nicht ab.
  4. danachAlle 5 Jahre verlängernMit neuer Arztbescheinigung, Sehtest und Führungszeugnis. Ab 60 kommt der Leistungstest dazu.
45,10 €
Gebühr für den P-Schein
in Berlin und München, Hamburg 45,40 €
13 €
Führungszeugnis
zur Vorlage bei einer Behörde
38 €
Verlängerung
spätestens nach 5 Jahren
Quellen: Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr, Bundesamt für Justiz, Fahrerlaubnisbehörden; Kosten für Arzt und Tests kommen dazu.
Gut zu wissen
Wie lange wartest Du auf den P-Schein?Von sofort bis rund 14 WochenHamburg stellt ihn meist sofort aus, der Landkreis München braucht mindestens 8 Wochen, die Stadt München etwa 14.
Muss ich eine Ortskundeprüfung machen?Nein, sie ist am 2. August 2021 weggefallen.Vorgesehen ist seitdem ein Fachkunde-Nachweis. Was er prüfen soll, ist bis heute nicht festgelegt, deshalb verlangen ihn die Behörden derzeit nicht.
Entscheiden jetzt die Länder über die Fachkunde?Noch nicht.Die Verkehrsminister der Länder haben das im Oktober 2025 vorgeschlagen, umgesetzt ist es bisher nicht.
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Wie wirst Du Chauffeur für Politiker?

Abgeordnete des Bundestages dürfen dessen Dienstwagen nutzen. Gefahren werden sie von der BwFuhrparkService GmbH, die dafür Chauffeure einstellt. Minister und Staatssekretäre haben persönliche Fahrer, die beim Bund oder bei ihrem Land angestellt sind.

Wo Du Politiker fährst
BundestagDie BwFuhrparkService fährt die Abgeordneten in Berlin.Sie stellt auch Quereinsteiger als Minijobber ein: in Sitzungswochen 3 bis 4 Stunden am Morgen oder am Abend, bezahlt nach dem Tarif des Bundes.
Ministerien und BehördenBund und Länder suchen Fahrer, meist als Kraftfahrer ausgeschrieben.Oft musst Du bereit sein, Dich einer Sicherheitsüberprüfung zu unterziehen. Die Stellen stehen etwa auf service.bund.de.
Persönlicher FahrerGanz oben stehen die persönlichen Fahrer von Ministern und Staatssekretären.Im Tarifvertrag der Länder heißen sie ständige persönliche Fahrer. Auch die Präsidenten der Landtage haben welche.

Wie lange arbeiten Fahrer im öffentlichen Dienst?

Länger als andere Angestellte: Weil viel Wartezeit anfällt, erlauben die Tarifverträge für Fahrer von Bund und Ländern bis zu 15 Stunden am Tag.

15 Stunden
am Tag
höchstens, nur mit Deiner schriftlichen Zustimmung
268 Stunden
im Monat
höchstens ohne Freizeitausgleich
288 Stunden
für persönliche Fahrer
von Ministern und Staatssekretären
Quellen: Pkw-Fahrer-Tarifvertrag der Länder § 2 mit Protokollerklärung, Kraftfahrer-Tarifvertrag des Bundes; Tarifgebiet West

Wartezeiten zählen dabei voll als Arbeitszeit, ebenso Wagenpflege und Reparaturen. Bezahlt wirst Du mit einer festen Pauschale im Monat, die sich nach Deinen durchschnittlichen Stunden richtet.

Kannst Du Dich als Chauffeur selbstständig machen?

Ja, mit einem eigenen Chauffeur- oder Limousinenservice. Dafür brauchst Du eine Genehmigung für den Mietwagenverkehr, oft Konzession genannt. Für Taxis gelten eigene Regeln, siehe Taxifahrer werden.

  1. Schritt 1Fachkunde nachweisenMit der Prüfung bei der IHK: zwei schriftliche Teile von mindestens je einer Stunde, eventuell ein mündlicher. Du brauchst 60 % der Punkte, die Gebühr liegt bei 270 bis 280 €. Ohne Prüfung reichen 3 Jahre leitende Arbeit in einem Taxi- oder Mietwagenunternehmen.
  2. Schritt 2Eigenkapital nachweisenMindestens 2.250 € für den ersten Wagen und 1.250 € für jeden weiteren.
  3. Schritt 3Genehmigung beantragenDie Behörde prüft, ob Du zuverlässig und fachlich geeignet bist und ob Dein Betrieb sicher geführt wird. Die Genehmigung gilt höchstens 5 Jahre.
  4. danachAufträge annehmenFahrten dürfen nur an Deinem Betriebssitz eingehen, auch per App. Nach jeder Fahrt kehrst Du dorthin zurück, außer es wartet schon der nächste Auftrag.

Quellen: Personenbeförderungsgesetz §§ 13, 16 und 49, Berufszugangsverordnung PBZugV §§ 2, 4 und 7, IHK Berlin, IHK München.

Was macht ein Chauffeur?

Chauffeure bringen Menschen aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Gesellschaft pünktlich und sicher ans Ziel und halten ihren Wagen in Schuss. Die meiste Zeit sitzt Du am Steuer, für Pflege und kleine Reparaturen bist Du in Garage oder Werkstatt. Bei der Arbeitsagentur heißt der Beruf Dienstwagenfahrer, Chauffeur ist die übliche Bezeichnung.

So sieht Dein Arbeitstag aus
VorbereitenDu prüfst, ob der Wagen verkehrs- und betriebssicher ist, und planst die Route.Ortskenntnis hilft auch mit Navi: Du weißt, wann welche Straße voll ist.
AbholenFrüh am Morgen wartest Du im Anzug vor dem Hotel, etwa für die Fahrt zum Flughafen.Du begrüßt Deinen Gast, öffnest ihm die Tür und lädst das Gepäck ein.
FahrenDu fährst ruhig und vorausschauend die vereinbarte Strecke.Bei Fahrten über die Grenze erledigst Du die Formalitäten.
WartenZwischen den Terminen Deines Fahrgasts hast Du oft Leerlauf.Die Zeit nutzt Du etwa für das Fahrtenbuch: Zeiten und Kilometer jeder Fahrt.
ErledigenDu übernimmst Botengänge und kleine Besorgungen.Auch das gehört laut Arbeitsagentur dazu.
PflegenDu tankst, reinigst und pflegst den Wagen.Für den Ölwechsel fährst Du in die Werkstatt, kleine Reparaturen machst Du oft selbst.

Wo arbeiten Chauffeure?

Du arbeitest angestellt, im Minijob oder mit eigenem Betrieb. Diese Arbeitgeber suchen Fahrer:

ArbeitgeberWen Du fährst
Chauffeur- und Limousinen­diensteGeschäftsleute und Privatkunden, die Wagen und Fahrer buchen; mit P-Schein
Unter­nehmenVorstand und Geschäftsführung, als Dienstwagenfahrer
Bund, Länder, BundestagAbgeordnete, Minister und Staatssekretäre
Sicher­heits­diensteMenschen, die geschützt werden müssen, als Fahrer im Personenschutz
Privat­haushaltewohlhabende Familien, als Privatchauffeur
HotelsHotelgäste, etwa vom und zum Flughafen
Fahrdienst-Platt­formenFahrgäste, die per App buchen

Welche Rechte hast Du bei der Arbeitszeit?

Als Angestellter gilt für Dich das Arbeitszeitgesetz: höchstens 10 Stunden am Tag, im Schnitt 8. Warten auf den Fahrgast ist keine Pause. Pause ist nach dem Bundesarbeitsgericht nur Zeit, in der Du Dich nicht bereithalten musst und frei über sie bestimmst. Wer im Auto auf den Chef wartet, muss jederzeit losfahren können.

10 Stunden
am Tag
höchstens, im Schnitt über 6 Monate 8
11 Stunden
Ruhe
mindestens zwischen zwei Arbeitstagen
30 Minuten
Pause
ab 6 Stunden Arbeit, ab 9 Stunden 45
Quelle: Arbeitszeitgesetz §§ 3 bis 5

Längere Tage erlaubt nur ein Tarifvertrag, wenn regelmäßig viel Arbeitsbereitschaft anfällt. Mehr als 48 Stunden pro Woche im Jahresschnitt gehen nur mit Deiner schriftlichen Zustimmung, die Du mit 6 Monaten Frist widerrufen kannst. Abends, nachts und am Wochenende zu fahren, gehört laut Arbeitsagentur zum Beruf.

Welche Weiterbildungen und Spezialisierungen gibt es?

Wohin Du Dich entwickeln kannst
VorstandsfahrerMit DEKRA-Zertifikat fährst Du Vorstände und Regierungsvertreter.Auf die erste Stufe (D1) baut eine zweite für Vorstandsfahrer auf (D2).
PersonenschutzBei Sicherheitsdiensten fährst Du als Fahrer im Personenschutz.Diese Dienste bieten laut Arbeitsagentur auch Mietwagen mit Fahrer an.
Limousinen und ShuttlesDu fährst Stretchlimousinen oder Kleinbusse, etwa für Stadtrundfahrten.Ab 9 Fahrgastplätzen brauchst Du den Busführerschein D1 oder D.
Bus oder LkwMit der Ausbildung zum Berufskraftfahrer wechselst Du auf große Fahrzeuge.Danach ist der Meister im Kraftverkehr möglich.
ÜberführungenDu bringst Autos ohne Fahrgäste an ihr Ziel.Dafür brauchst Du keinen P-Schein, nur den passenden Führerschein.

Hilfreich ist technisches Wissen, etwa aus einer Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker: Kleine Reparaturen erledigst Du als Chauffeur oft selbst.

Wie schreibt man Chauffeur?

Gut zu wissen
Ist Schofför auch richtig?Ja, der Duden kennt Chauffeur und eingedeutscht Schofför.Üblich ist Chauffeur. Gesprochen wird es scho-FÖR, betont auf der zweiten Silbe.
Wie heißt die weibliche Form?Chauffeurin, in der Mehrzahl Chauffeurinnen.Die Mehrzahl von Chauffeur lautet Chauffeure.
Was heißt Chauffeur auf Deutsch?Fahrer. Wörtlich bedeutet das französische Wort Heizer.Es kommt von chauffer, heizen. Im 19. Jahrhundert hießen so die Heizer auf Lokomotiven, am Ende des Jahrhunderts dann die Fahrer der ersten Autos.
Wie heißt Chauffeur auf Englisch?Ebenfalls chauffeur, gesprochen etwa schou-fer.Gemeint ist jemand, der beruflich eine reiche oder wichtige Person fährt.
Wie heißt der Beruf bei der Arbeitsagentur?Dienstwagenfahrer/inChauffeur/in ist die übliche Bezeichnung dafür.

Was verdient ein Chauffeur?

Als Chauffeur verdienst Du im Mittel 2.520 € brutto im Monat. Einstieg, Gehalt nach Bundesland und mit Berufserfahrung findest Du im Artikel Chauffeur-Gehalt.

Wie sind die Berufsaussichten?

Die Zahl der angestellten Pkw-Berufsfahrer, zu denen Chauffeure zählen, wächst: Ende 2025 waren es rund 95.500, 20 % mehr als Ende 2022. Gezählt werden alle, die beruflich Pkw mit Fahrgästen fahren, also auch Taxi- und Mietwagenfahrer. Eigene Zahlen nur für Chauffeure gibt es nicht.

95.459
Pkw-Berufsfahrer
sozialversicherungspflichtig, Ende 2025
51 %
arbeiten in Teilzeit
48.274 Beschäftigte
44 %
sind 55 oder älter
41.599 Beschäftigte
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Beschäftigungsstatistik nach Berufen (KldB 5211), Stand 31.12.2025
Was die Zahlen für Dich heißen
Geht es ohne Abschluss?Ja: Fast jeder vierte Pkw-Berufsfahrer hat keinen Berufsabschluss.22.200 von 95.459 Beschäftigten.
Geht es auch nebenbei?Rund 48.400 fahren im Minijob.Mehr als die Hälfte von ihnen ist 65 oder älter.
Wie viele Frauen fahren?Nur 13 % der Pkw-Berufsfahrer sind Frauen.12.739 Beschäftigte, die weibliche Bezeichnung ist Chauffeurin.

Passt der Beruf zu Dir?

Was solltest Du mitbringen?

Das passt zu Dir, wenn Du ...
  • gern und sicher Auto fährst, auch im dichten Stadtverkehr
  • gern Anzug oder Uniform trägst und auf Dein Äußeres achtest
  • verschwiegen bist: Was im Auto gesagt wird, bleibt dort
  • pünktlich und zuverlässig bist
  • ruhig bleibst, wenn es eng wird
  • Englisch oder eine andere Fremdsprache sprichst
Eher nicht, wenn Du ...
  • feste Arbeitszeiten und freie Wochenenden brauchst
  • Warten schlecht aushältst
  • ungern viele Stunden sitzt und keinen Ausgleich durch Sport hast
  • lieber selbst im Mittelpunkt stehst

Weiter zu Berufen am Steuer

Quellen dieses Artikels Berufsbild: BERUFENET Dienstwagenfahrer/in (Synonym Chauffeur/in), Bundesagentur für Arbeit; Klassifikation der Berufe 2010 · Führerschein und P-Schein: Fahrerlaubnis-Verordnung §§ 6, 10, 11, 12, 48 und 48a mit Anlage 5 (Fassung vom 18.08.2026), Personenbeförderungsgesetz §§ 1 und 49, BOKraft § 8, Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz § 1, LABO Berlin, Fahrerlaubnisbehörden Berlin, Hamburg, München, Landkreis München und Karlsruhe, Verkehrsministerkonferenz Oktober 2025 · Kosten: Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr, Bundesamt für Justiz · Kurse und Ausbildung: Bruseco (eigene Angaben), ADAC, Verordnung über die Berufsausbildung zum Berufskraftfahrer, BIBB Datensystem Auszubildende 2024 · Öffentlicher Dienst: Abgeordnetengesetz § 12, BwFuhrparkService GmbH, Pkw-Fahrer-TV-L (TdL), KraftfahrerTV Bund (BMI), Stellenausschreibungen auf service.bund.de · Selbstständig: Personenbeförderungsgesetz §§ 13 und 16, Berufszugangsverordnung PBZugV, IHK Berlin, IHK München · Arbeitszeit: Arbeitszeitgesetz §§ 3 bis 7, Bundesarbeitsgericht 5 AZR 536/13 · Gehalt: Statistisches Bundesamt, Verdiensterhebung · Beschäftigte: Bundesagentur für Arbeit, Beschäftigungsstatistik nach Berufen · Wort und Schreibung: Duden, DWDS, Cambridge Dictionary

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