Barkeeper und Barkeeperinnen, auch Bartender, Barmixer oder Barmann genannt, mixen hinter dem Tresen Cocktails und andere Getränke mit und ohne Alkohol, beraten die Gäste und rechnen die Einnahmen ab.
Wie wird man Barkeeper?
Barkeeper wirst Du ohne vorgeschriebene Ausbildung: Kein Gesetz regelt den Zugang. Viele lernen das Handwerk im Job, in einem Kurs an einer Barschule oder in einer Ausbildung in der Gastronomie. Ablauf, Inhalte und Prüfung im Detail findest Du im Artikel Barkeeper-Ausbildung. Diese vier Wege führen an die Bar:
Ist Barkeeper ein Ausbildungsberuf?Nein, in Deutschland gibt es keine duale Ausbildung zum Barkeeper.Die Arbeitsagentur führt den Beruf als Weiterbildung. Ihre Prüfung regeln die Industrie- und Handelskammern (IHK) oder die Bildungsanbieter selbst.
Brauchst Du einen Barkeeper-Schein?Nein, einen Pflichtschein gibt es nicht.Wer danach fragt, meint meist das Zertifikat einer Barschule oder die IHK-Prüfung. Vorgeschrieben ist nur die Belehrung beim Gesundheitsamt.
Muss ich einen Kurs machen?Nein, auch nicht für die IHK-Prüfung.Zur Prüfung zählen Ausbildung und Praxis, nicht der Lehrgang. Ein Kurs hilft beim Lernen und bei der Bewerbung.
Wie lange dauert ein Barkeeper-Kurs und was kostet er?
Ein Kurs an einer Barschule dauert in Vollzeit wenige Tage bis 4 Wochen. Ein 5-Tage-Kurs kostet zum Beispiel 1.049 €. Dauer und Preis legt jede Schule selbst fest. So sehen typische Angebote aus:
Anbieter und Kurs
Dauer und Kosten
Abschluss
German Bartender School bei München, Grundkurs
5 Tage, 1.049 €
Zertifikat der Schule, ohne Vorkenntnisse
European Bartender School, internationaler Kurs, auch in Berlin
4 Wochen mit 6 Stunden am Tag, Preis auf Anfrage
Zertifikat der Schule, ab 18 Jahren
German Bartender School, Vorbereitung auf die IHK-Prüfung
3 Tage, 2.499 € plus IHK-Gebühr
nur der Kurs, die Prüfung legst Du bei der IHK ab
IHK-Akademie Ostwestfalen, Barkeeper (IHK)
Termine und Preis auf Anfrage
IHK-Zertifikat, auch für Quereinsteiger
Quellen: Kursseiten der Anbieter, Stand Oktober 2026.
Wer bezahlt den Kurs?
Meistens Du selbstDer Kurs ist nicht vergütet.Neben der Kursgebühr zahlst Du Material und Fahrt, dazu die Unterkunft, wenn die Barschule nicht an Deinem Wohnort liegt.
BildungsgutscheinDie Arbeitsagentur kann die Kosten übernehmen,wenn Du arbeitslos bist oder Dir Arbeitslosigkeit droht, sie Dich vorher beraten hat und Kurs und Anbieter zugelassen sind.
Aufstiegs-BAföGfür kurze Barkurse nicht.Gefördert werden nur Lehrgänge mit mindestens 400 Unterrichtsstunden, etwa der Fachwirt im Gastgewerbe.
StipendiumWeiterbildungsstipendium bis 9.135 €für junge Fachkräfte mit Berufsabschluss von 87 Punkten oder besser, Aufnahme bis 24 Jahre. Du bekommst es über Deine Kammer.
Welche Voraussetzungen braucht man als Barkeeper?
Einen Schulabschluss oder eine Ausbildung brauchst Du nicht. Vorgeschrieben ist nur eine Bescheinigung des Gesundheitsamts, weil Du mit Lebensmitteln wie Milch, Sahne oder Speiseeis arbeitest. Mehr verlangt das Gesetz nicht. Was ein Betrieb sonst erwartet, steht in seiner Stellenanzeige.
Kurz beantwortet
Geht es ohne Ausbildung?Ja. Viele fangen als Aushilfe an der Bar oder im Service an.Nach 4 Jahren Praxis kannst Du auch ohne Ausbildung zur IHK-Prüfung Geprüfter Barmixer gehen.
Geht es als Nebenjob im Studium?Ja, zum Beispiel als Minijob bis 603 € monatlich.Dir steht mindestens der Mindestlohn zu: 13,90 € pro Stunde, ab 1. Januar 2027 14,60 €. Mehr dazu im Abschnitt Gehalt.
Was macht das Gesundheitsamt?Es belehrt Dich über Hygiene und stellt eine Bescheinigung aus.Sie darf an Deinem ersten Arbeitstag höchstens 3 Monate alt sein. Danach belehrt Dich Dein Arbeitgeber alle 2 Jahre.
Ab welchem Alter?Ab 16 darfst Du in der Gastronomie bis 22 Uhr arbeiten, jünger nur bis 20 Uhr.Bis 18 ist die Nachtschicht an der Bar also tabu. Manche Barschulen nehmen Dich erst ab 18 Jahren.
Worauf musst Du beim Ausschank achten?Auf den Jugendschutz.Bier, Wein und Sekt nur an Gäste ab 16, Spirituosen und Cocktails damit nur an Gäste ab 18 Jahren.
Was bringt die IHK-Prüfung zum Geprüften Barmixer?
Mit der Prüfung weist Du nach, dass Du eine Bar führen, Gäste beraten und Mixgetränke fachgerecht zubereiten kannst. Es ist ein Weiterbildungsabschluss der IHK, kein Ausbildungsberuf. Die Regeln legt jede IHK selbst fest, sie ähneln sich aber. Ein Beispiel ist die IHK Südwestsachsen:
Die Prüfung im Überblick
Wer wird zugelassen?3-jährige Ausbildung plus 1 Jahr Praxisoder 2-jährige Ausbildung plus 2 Jahre Praxis oder 4 Jahre Praxis ohne Ausbildung. Die Praxis soll an der Bar oder nah daran liegen.
Teil 1: FachtheorieSchriftlich, höchstens 120 Minutenzu Bartypen, Hygiene und Jugendschutz, Getränkekunde und Abläufen wie Lager, Bestellung und Abrechnung.
Teil 2: FachpraxisRezepturen schriftlich, 5 Arbeitsproben, ein FachgesprächDu mixt Cocktails, Sours, Flips, Longdrinks, alkoholfreie und heiße Drinks. Im Fachgespräch berätst Du wie einen Gast, 15 bis 20 Minuten lang.
Wann hast Du bestanden?Wenn alle Leistungen mindestens "ausreichend" sind.Fällst Du durch, darfst Du die Prüfung zweimal wiederholen.
Was kostet sie?Je nach IHK.Die Gebühr zahlst Du direkt an die Kammer, auch wenn Du einen Kurs gebucht hast.
Quelle: Besondere Rechtsvorschriften Geprüfter Barmixer der IHK Südwestsachsen (2008); BERUFENET.
Welche Ausbildung passt, wenn Du Barkeeper werden willst?
Am nächsten an der Bar bist Du in der Ausbildung im Restaurant oder im Hotel. Eine Ausbildung schreibt niemand vor. Sie gibt Dir aber einen anerkannten Abschluss und verkürzt den Weg zur IHK-Prüfung auf 1 Jahr Praxis. Diese Berufe liegen nah an der Bar:
Ausbildung
Bezug zur Bar
Fachmann/-frau für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie, 3 Jahre
Aufgaben an der Bar und am Getränkebuffet gehören zum Lehrplan, dazu die Zusatzqualifikation Bar und Wein. Bis 2022 hieß der Beruf Restaurantfachmann.
Hotelfachmann/-frau, 3 Jahre
Arbeit in allen Bereichen des Hotels, auch hier ist die Zusatzqualifikation Bar und Wein möglich
Fachkraft für Gastronomie, 2 Jahre
Schwerpunkt Restaurantservice oder Systemgastronomie; danach brauchst Du 2 Jahre Praxis für die IHK-Prüfung
Gut zu wissen
Was ist die Zusatzqualifikation Bar und Wein?Ein Extra-Teil Deiner Ausbildung, den Du mit dem Betrieb vereinbarst.In der Prüfung mixt Du drei Cocktails, geschüttelt, gerührt und gebaut, und verkostest zwei Weine oder Spirituosen. Sie dauert 60 Minuten und findet zusammen mit der Abschlussprüfung statt.
Was verdienst Du in der Ausbildung?Mindestens 724 € im 1. Jahr, 854 € im 2. und 977 € im 3. Jahr,wenn Du 2026 beginnst. Das ist die gesetzliche Untergrenze; gilt für Deinen Betrieb ein Tarifvertrag, zählt dieser.
Und als Erwachsener?Umschulung, gefördert von der Arbeitsagentur.Bist Du arbeitslos, bekommst Du während einer Umschulung zu einem Ausbildungsberuf 150 € Weiterbildungsgeld im Monat. Für einen Barkurs gilt das nicht.
Quellen: Gastronomieberufeausbildungsverordnung (2022), Hotelausbildungsverordnung (2022), § 17 Berufsbildungsgesetz, §§ 81 und 87a SGB III.
Was macht ein Barkeeper?
Als Barkeeper mixt Du Cocktails nach Rezept und nach eigenen Ideen, schenkst Bier, Wein und Longdrinks aus und sorgst dafür, dass Deine Gäste sich wohlfühlen. Du arbeitest meist abends und nachts hinter dem Tresen, dazu im Lager und manchmal im Büro.
Deine Aufgaben
MixenCocktails, Longdrinks und alkoholfreie Drinksauch nach Wunsch des Gastes; dazu Kaffee und Tee
AnrichtenDas passende Glas, Garnitur und Dekoetwa Zuckerrand, Zesten oder frische Früchte
BeratenGetränke empfehlen und erklärenHerkunft, Geschmack und Zutaten, bei internationalen Gästen auch auf Englisch
ServierenSnacks und kleine Gerichtezum Beispiel Nüsse, Oliven oder einen Imbiss
OrganisierenLager prüfen, Ware bestellen und annehmendamit alle Zutaten bereitstehen
AbrechnenKasse, Tagesabrechnung und Inventuraußerdem achtest Du auf die Hygieneregeln
So läuft eine Schicht ab
NachmittagBestand prüfenDu kommst als Erster und gehst mit der Checkliste durch Bar und Lager. Was knapp wird, bestellst Du beim Getränkelieferanten nach.
Vor dem ÖffnenDie Bar vorbereitenGläser, Eis, Säfte und Garnituren an ihren Platz, Getränkekarten auslegen, die Tagesangebote an die Tafel schreiben.
AbendsBarbetriebIn der Stoßzeit kommen viele Bestellungen auf einmal. Du mixt im Akkord und bist zugleich Gastgeber, Unterhalter und Zuhörer.
Nach SchlussAbrechnen und aufräumenWenn die letzten Gäste gegangen sind, machst Du Kasse, räumst die Bar auf und schließt ab.
Wo arbeitet ein Barkeeper?
Arbeitgeber
Was Dich dort erwartet
Bars und Kneipen
von der Cocktailbar bis zur Eckkneipe, die meisten Stellen
Hotels
die Hotelbar, oft mit internationalen Gästen
Clubs und Diskotheken
Ausschank im Nachtleben, oft unter Zeitdruck und laut
Kreuzfahrtschiffe und Fähren
Bars an Bord, auch auf Flusskreuzfahrten
Catering und Events
mobile Bars auf Messen, Kongressen und Feiern, auch als Showbarkeeper
Wie sind die Arbeitszeiten?
Kurz beantwortet
Wann arbeitest Du?Vor allem spätabends und nachtsdazu am Wochenende und an Feiertagen, wenn andere frei haben
Wie anstrengend ist es?Du stehst und läufst die ganze Schichtbei Musik, Gesprächen und künstlichem Licht, immer unter den Augen der Gäste
Musst Du Trinkgeld versteuern?Nein, freiwilliges Trinkgeld von Gästen ist steuerfrei.Das gilt für Angestellte; wie viel üblich ist, steht im Artikel zum Gehalt.
Quellen: BERUFENET (Barkeeper/in und Bar-Chef/in), § 3 Nr. 51 Einkommensteuergesetz.
Welche Spezialisierungen gibt es?
Spezialisierungen
FlairbartenderCocktails mit ShowDu wirfst Flaschen und Shaker. Manche Barschulen bieten dafür ein eigenes Zertifikat an.
BaristaKaffeespezialitäten statt Cocktailsvon Espresso bis Latte Art, mit eigenen Kursen
SommelierWein beraten und auswählenals Weiterbildung zum Geprüften Berufsspezialisten Sommelier
BarchefDie Bar leitenals Bar-Chef oder Bar Manager Personal einteilen, die Getränkekarte gestalten, Ware disponieren
Was verdient ein Barkeeper?
Als Barkeeper verdienst Du im Mittel 2.857 € brutto im Monat. Stundenlohn, Trinkgeld und Gehalt nach Bundesland findest Du im Artikel Barkeeper-Gehalt.
In der Gastronomie arbeiten bis 2040 weniger Menschen, freie Stellen werden aber schneller besetzt als in anderen Berufen. Betriebe finden also vergleichsweise leicht Personal, Du hast Konkurrenz. So sieht die Arbeitsagentur die ganze Berufsgruppe Gastronomie:
Gastronomie bis 2040
Wie schnell werden Stellen besetzt?Schneller als im Schnitt aller BerufeDas war 2023 so, und bis 2040 bleibt die Suchdauer etwa gleich.
Gibt es mehr oder weniger Jobs?Eher wenigerDie Zahl der Erwerbstätigen in der Gastronomie sinkt bis 2040.
Wie viel Nachwuchs kommt?Mehr, als in Rente gehenDie Beschäftigten sind jünger als im Durchschnitt, und es kommen mehr Arbeitskräfte nach, als ausscheiden.
Was erwarten Arbeitgeber für leitende Stellen?Häufig eine Weiterbildung in der Gastronomiedazu Fremdsprachen für internationale Gäste, etwa als Bar-Chef in einem Hotel.
Quelle: BERUFENET, Berufsgruppe Gastronomie (Projektion bis 2040).
Wie kommst Du als Barkeeper weiter?
Mit Erfahrung kannst Du eine Bar oder einen Betrieb leiten. Die passenden Abschlüsse gibt es auch als Fernkurs neben dem Job:
Der Fachwirt ist ein Weiterbildungsabschluss der IHK für Führungsaufgaben im Gastgewerbe, die Prüfung legst Du bei der IHK ab. Der Wein- und Genussexperte ist ein IHK-Zertifikat für Beratung zu Wein und Getränken, kein Berufsabschluss.
Fachwirt/in im Gastgewerbe (IHK)Führung im Restaurant, Hotel oder Catering: Kalkulation, Personal, Marketing, Recht.Zugang zur Prüfung zum Beispiel mit 2-jähriger Ausbildung und 3 Jahren Praxis im Gastgewerbe oder mit 5 Jahren Praxis. Als Fernkurs 18 Monate bei etwa 8 Stunden pro Woche, mit Aufstiegs-BAföG.
Wein- und Genussexperte (IHK)Wein, Bier, Spirituosen und Food PairingMit mittlerem Schulabschluss, Erfahrung ist nicht nötig. Als Fernkurs 12 Monate bei etwa 9,5 Stunden pro Woche, mit zwei Seminaren an der Wein- und Sommelierschule in Koblenz.
Geprüfter Barmeister (IHK)Der nächste Schritt nach dem BarmixerDu planst Abläufe, führst das Team und bildest Azubis aus. Zugang meist mit der Barmixer-Prüfung und Praxis; der Kurs kann mit Aufstiegs-BAföG gefördert werden.
Restaurant- oder HotelmeisterFührung im ganzen Gastbetriebgeregelte Meisterprüfungen vor der IHK
StudiumZum Beispiel Hotelmanagementmit Hochschulreife, als Meister auch ohne Abitur
Eigene BarSelbstständig machenmit eigenem Konzept oder als mobile Bar für Events
Quellen: Kursseiten von ILS und Fernakademie, Stand Oktober 2026; BERUFENET (Barmeister/in); Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz.
Passt der Beruf zu Dir?
Was solltest Du mitbringen?
Das passt zu Dir, wenn Du ...
gern Gastgeber bist und mit jedem Gast ins Gespräch kommst
freundlich, aber bestimmt Grenzen ziehst, wenn ein Gast zu weit geht
Dir viele Rezepte merkst und sie auf Zuruf mixt
auch bei fünf Bestellungen gleichzeitig den Überblick behältst
Quellen dieses Artikels Beruf: Bundesagentur für Arbeit, BERUFENET (Barmixer/in, Barkeeper/in; Barmeister/in; Bar-Chef/in), mit Projektion Berufsgruppe Gastronomie bis 2040 · IHK-Prüfung: Besondere Rechtsvorschriften Geprüfter Barmixer/Geprüfte Barmixerin der IHK Südwestsachsen (2007/2008) · Ausbildung: Gastronomieberufeausbildungsverordnung und Hotelausbildungsverordnung (2022), § 17 Berufsbildungsgesetz · Förderung: §§ 81 und 87a SGB III, § 2 Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz, Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung · Recht: §§ 42 und 43 Infektionsschutzgesetz, § 14 Jugendarbeitsschutzgesetz, § 9 Jugendschutzgesetz, § 3 Nr. 51 Einkommensteuergesetz, Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung, § 8 SGB IV · Kurse: Kursseiten von German Bartender School, European Bartender School, IHK-Akademie Ostwestfalen, ILS und Fernakademie für Erwachsenenbildung, Stand Oktober 2026 · Gehalt: Statistisches Bundesamt, Verdiensterhebung
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