Bäckereifachverkäufer/in: Ausbildung & Beruf

3 Jahre Ausbildungkein Schulabschluss nötig1.070 € im 1. Lehrjahr2.576 € mittleres Gehalt
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Inhalt11 Abschnitte
  1. Wie wird man Bäckereifachverkäuferin?
  2. Wie läuft die Ausbildung ab?
  3. Wie läuft die Prüfung ab?
  4. Welche Voraussetzungen braucht man?
  5. Geht es auch ohne Ausbildung?
  6. Was macht eine Bäckereifachverkäuferin?
  7. Was verdient eine Bäckereifachverkäuferin?
  8. Wie sind die Berufsaussichten?
  9. Welche Weiterbildungen gibt es?
  10. Passt der Beruf zu Dir?
  11. Weiter zu Bäckerei und Handel

Bäckereifachverkäuferinnen und Bäckereifachverkäufer verkaufen Brot, Brötchen, Kuchen und Snacks, beraten Kunden zu Zutaten und kassieren. Offiziell heißt der Beruf Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk, Schwerpunkt Bäckerei, im Alltag sagt man auch Bäckereiverkäuferin.

Wie wird man Bäckereifachverkäuferin?

Bäckereifachverkäuferin wirst Du mit einer 3-jährigen dualen Ausbildung: Du lernst im Betrieb, meist einer Bäckerei, und in der Berufsschule und bekommst dafür eine Vergütung. Einen bestimmten Schulabschluss schreibt das Gesetz nicht vor, die Betriebe wählen selbst aus. Für Erwachsene gibt es zwei weitere Wege zum selben Abschluss:

Kurz beantwortet
Wie lange dauert die Ausbildung?3 Jahre, verkürzt mindestens 18 Monate.Mit Abitur, Fachabitur oder einer abgeschlossenen Ausbildung kann die Kammer bis zu 12 Monate kürzen, mit mittlerem Abschluss bis zu 6 Monate.
Welchen Schulabschluss brauchst Du?Keinen bestimmten.Fast die Hälfte der neuen Azubis hatte 2024 einen Hauptschulabschluss.
Ist Bäckerei­fach­verkäuferin ein kaufmännischer Beruf?Im weiteren Sinn ja: Die Arbeitsagentur zählt ihn zu den Verkaufsberufen im Bereich kaufmännische Dienstleistungen und Warenhandel.In der Abschlussprüfung schreibst Du auch "Betriebswirtschaftliches Handeln". Der Abschluss heißt aber nicht Kaufmann oder Kauffrau, und Du stellst auch Snacks her.
Wo finde ich eine Lehrstelle?In unserer Jobbörse: Ausbildungsplätze als Bäckereifachverkäuferinfreie Plätze, auch in Deiner Nähe
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Wie läuft die Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin ab?

Du lernst an zwei Orten: im Betrieb und in der Berufsschule, dort an 1 oder 2 Tagen pro Woche oder im Block. Ausbildungsbetriebe sind in der Regel Bäckereien oder Bäckereiabteilungen im Handel. Das lernst Du im Betrieb:

BereichWas Du im Betrieb lernst
VerkaufKunden beraten, Bestellungen annehmen, Waren schneiden, zusammenstellen und verpacken
KasseKasse vorbereiten, bar und mit Karte kassieren, den Kassenbericht schreiben
SnacksBrötchen belegen und garnieren, Snacks aus Teig abbacken, Toasts und kleine Gerichte zubereiten
BackenTeiglinge abbacken, die Gare überwachen, also wie der Teig aufgeht, und erklären, wie Sauer- und Hefeteig entstehen
PräsentierenTheke und Auslage dekorieren, Werbeaktionen planen, ein Brotbuffet gestalten
HygieneHygienepläne anwenden, Lebensmittelrecht beachten, Kunden über Zutaten informieren

Was lernst Du in der Berufsschule?

Der Lehrplan ist in Lernfelder gegliedert, also Themen aus dem Arbeitsalltag. Sie umfassen 880 Stunden in 3 Jahren, dazu kommen allgemeine Fächer wie Deutsch:

JahrLernfelder (Auswahl)
1. Jahreinfache Teige und Massen herstellen, feine Backwaren aus Teig herstellen, gestalten, werben, beraten und verkaufen, neue Mitarbeiter einweisen
2. JahrVerkauf aktiv gestalten, Waren kundenorientiert verkaufen, Speisen herstellen und anrichten, Produkte verkaufsfördernd präsentieren
3. Jahrbesondere Verkaufssituationen meistern, Waren fachlich fundiert verkaufen, Gerichte und Getränke servieren, mit Verkaufsaktionen Umsatz und Stammkunden gewinnen

Quellen: Ausbildungsverordnung Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk (2006), KMK-Rahmenlehrplan vom 08.03.2006, BERUFENET.

Kurz beantwortet
Was verdienst Du im ersten Lehrjahr?Im Bäckerhandwerk 1.070 € im Monat, im 2. Jahr 1.140 € und im 3. Jahr 1.280 €.Der Tarif gilt seit 2025 für alle Bäckereien des Handwerks in Deutschland, auch ohne Tarifbindung. Mehr im Abschnitt Gehalt.
Kostet die Ausbildung etwas?Nein.Der Betrieb stellt die Ausbildungsmittel und zahlt die Prüfungsgebühren.
Geht die Ausbildung in Teilzeit?Ja, wenn Du das mit dem Betrieb im Vertrag vereinbarst.Die Ausbildung dauert dann länger, höchstens 4,5 Jahre.
Muss ich ein Berichtsheft führen?Ja, schriftlich oder elektronisch.Ohne Ausbildungsnachweis lässt Dich die Kammer nicht zur Abschlussprüfung zu.
Kann ich früher fertig werden?Mit guten Noten bis zu 6 Monate früher.Die Kammern erwarten in der Regel einen Notenschnitt besser als 2,49 in Schule und Betrieb. Auch mit Verkürzung dauert die Ausbildung mindestens 18 Monate.

Wie läuft die Prüfung zur Bäckereifachverkäuferin ab?

Du legst zwei Prüfungen ab: die Zwischenprüfung vor dem Ende des 2. Jahres und die Abschlussprüfung am Ende der Ausbildung. Die Prüfungen nimmt die Kammer ab, in der Bäckerei die Handwerkskammer. Zur Abschlussprüfung kommst Du nur, wenn Du an der Zwischenprüfung teilgenommen hast:

  1. vor Ende des 2. JahresZwischenprüfungDrei praktische Aufgaben in höchstens 3 Stunden: ein Verkaufsgespräch, ein Produkt mit passendem Werbemittel herstellen, Waren herrichten und präsentieren. Dazu kommen höchstens 150 Minuten schriftlich. Sie zeigt, wo Du stehst.
  2. Ende des 3. JahresAbschlussprüfung, praktischer TeilVier gleich gewichtete Aufgaben in höchstens 8 Stunden (Tabelle unten).
  3. Ende des 3. JahresAbschlussprüfung, schriftlicher TeilDrei Prüfungsbereiche, zusammen 5 Stunden (Balken unten).
Praktische AufgabeWas Du zeigst
PräsentierenBackwaren dekorieren und verkaufsfördernd präsentieren, dazu ein passendes Werbemittel herstellen
Beratenein Beratungs- und Verkaufsgespräch zu einem Thema führen
VerkaufenWaren nach Kundenwunsch schneiden, zusammenstellen und verpacken
Büffetein Büffet zu einem Anlass herrichten, mit Backwaren und selbst gemachten Snacks
Schriftliche Abschlussprüfung
Anteil an der Note des schriftlichen Teils
Umgang mit Waren, Verkauf und Beratung150 Minuten50 %
Betriebswirtschaftliches Handeln90 Minuten30 %
Wirtschafts- und Sozialkunde60 Minuten20 %

Quelle: Ausbildungsverordnung Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, §§ 9 und 10.

Kurz beantwortet
Wann hast Du bestanden?Wenn Du im praktischen und im schriftlichen Teil jeweils mindestens "ausreichend" hast.In keinem Prüfungsbereich darfst Du "ungenügend" haben. Eine mündliche Ergänzungsprüfung ist möglich.
Wie viele bestehen?88 von 100 Prüflingen im Jahr 2024im Schwerpunkt Bäckerei, laut Bundesinstitut für Berufsbildung
Was, wenn ich durchfalle?Du darfst zweimal wiederholen.Für Azubis ist die Prüfung gebührenfrei.
Muss ich ein Schaufenster gestalten oder einen Tisch eindecken?Im Schwerpunkt Bäckerei nein.Das gehört zur Prüfung im Schwerpunkt Konditorei. Für die Bäckerei schlägt das Bundesinstitut als Beispiel vor: die Verkaufstheke dekorieren und dazu ein Plakat, ein Schild oder eine Schiefertafel gestalten.

Welche Voraussetzungen braucht man für die Ausbildung?

Rechtlich ist kein Schulabschluss vorgeschrieben. Die Betriebe suchen ihre Azubis selbst aus, knapp die Hälfte der neuen Azubis hatte zuletzt einen Hauptschulabschluss. So sah es 2024 bei den neuen Azubis im Schwerpunkt Bäckerei aus:

Neue Azubis 2024 nach Schulabschluss
Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk, Schwerpunkt Bäckerei
HauptschulabschlussErster Schulabschluss46 %
Mittlerer Abschlusszum Beispiel Realschule22 %
Abitur oder Fachabitur9 %
Ohne Schulabschluss8 %
Im Ausland erworbenoder nicht zuzuordnen16 %

Quelle: BIBB, Datensystem Auszubildende (DAZUBI), Berichtsjahr 2024.

Was Du sonst brauchst
GesundheitsamtBelehrung nach dem InfektionsschutzgesetzDie Bescheinigung darf am ersten Arbeitstag höchstens 3 Monate alt sein. Danach belehrt Dich der Betrieb alle 2 Jahre.
Unter 18?Ärztliche ErstuntersuchungDie Bescheinigung legst Du dem Betrieb vor Beginn vor.
SchulfächerMathe und DeutschMathe für Preise und Rabatte, Deutsch für gut lesbare Angebotstafeln.
KörperlichAusdauer im StehenDu stehst lange hinter der Theke und räumst Brotkörbe in teils hohe Regale.

Kann man ohne Ausbildung Bäckereifachverkäuferin werden?

Hinter der Theke arbeiten darfst Du auch ohne Ausbildung, denn der Beruf ist nicht reglementiert. Ohne Abschluss arbeitest Du als Verkäuferin oder Aushilfe. In unserer Jobbörse suchen Bäckereien ausdrücklich auch Quereinsteiger. Den Abschluss kannst Du später nachholen:

WegSo funktioniert es
UmschulungEine verkürzte Ausbildung für Erwachsene mit derselben Abschlussprüfung. Die Agentur für Arbeit kann sie mit einem Bildungsgutschein fördern, dann dauert sie in Vollzeit höchstens 2 Jahre.
Externen­prüfungHast Du mindestens 4,5 Jahre im Beruf gearbeitet, lässt Dich die Kammer zur Abschlussprüfung zu. Kannst Du glaubhaft zeigen, dass Du das Nötige anders gelernt hast, reicht auch weniger.
Berufs­validierungAb 25 Jahren und mit 4,5 Jahren Berufserfahrung bescheinigt Dir die Kammer, dass Dein Können dem Beruf ganz oder überwiegend entspricht. Ein Abschluss ist das nicht.
Kurz beantwortet
Was verdienst Du ohne Ausbildung?Mindestens 13,90 € pro Stunde, den gesetzlichen Mindestlohn.Ab 1. Januar 2027 sind es 14,60 €. Nach dem NRW-Tarif bekommen ungelernte Verkaufskräfte 14,10 bis 14,95 €.
Lohnt sich der Abschluss?Im NRW-Tarif ja: Ausgebildete starten mit 15,32 € pro Stunde.Für die Weiterbildung zur Verkaufsleiterin reicht mit Abschluss 1 Jahr Praxis, ohne Abschluss brauchst Du 5 Jahre.
Ich habe einen Abschluss aus dem Ausland. Brauche ich eine Anerkennung?Nein, sie ist nicht vorgeschrieben.Die Handwerkskammer kann aber die Gleichwertigkeit feststellen. Das hilft bei der Bewerbung.

Was macht eine Bäckereifachverkäuferin?

Als Bäckereifachverkäuferin verkaufst Du Backwaren und kleine Gerichte, berätst Kunden und hältst die Theke in Ordnung. Du arbeitest vor allem im Verkaufsraum hinter der Theke, dazu im Lager und manchmal in der Backstube oder im Büro. So sieht Dein Arbeitstag aus:

Deine Aufgaben
Theke füllenFrische Ware in Regale und Auslagezu Beginn der Schicht, damit Kunden sehen, was es gibt; Kuchen schneidest Du vorab in Stücke
Snacks und KaffeeBrötchen belegen, Teiglinge aufbacken, Kaffee zubereitendafür bedienst Du Backofen, Brotschneidemaschine, Waage und Kaffeemaschine
BeratenZutaten und Allergene erklärenetwa bei Unverträglichkeiten oder für Diabetiker
WerbenTafeln und Aktionen gestaltenfür Sonderangebote, oft passend zur Jahreszeit oder zur Region
BestellungenAufträge annehmenzum Beispiel belegte Platten für eine Feier, auch am Telefon
KassierenBar und mit Kartezum Schluss rechnest Du die Tageseinnahmen ab

Wo arbeitet eine Bäckereifachverkäuferin?

ArbeitgeberWas Dich dort erwartet
Bäckereiendie meisten Stellen, vom kleinen Handwerksbetrieb bis zum Filialbetrieb: 8.659 Bäckereien im Handwerk betreiben rund 35.000 Filialen
Lebensmittel­handelBäckereiabteilungen und Backwarentheken in Einzelhandelsgeschäften
Cafés und GastronomieVerkauf, Service und kleine Gerichte, auch bei Catering-Firmen
Hotelsvor allem in der Verpflegung der Gäste

Wie sind die Arbeitszeiten?

Kurz beantwortet
Wann fängst Du an?Meist früh am MorgenViele Bäckereien öffnen in den frühen Morgenstunden, in Bayern dürfen sie es werktags ab 5.30 Uhr.
Musst Du am Wochenende arbeiten?Ja, das ist üblich.Sonntags dürfen Bäckereien zum Beispiel in Bayern 3 Stunden verkaufen, in NRW 5 Stunden. Mindestens 15 Sonntage im Jahr bleiben frei, für jeden Arbeitssonntag bekommst Du einen Ersatzruhetag.
Und als Azubi unter 18?Frühestens ab 6 Uhr, ab 16 Jahren ab 5 Uhr, ab 17 ab 4 Uhr.Samstags darfst Du im Verkauf arbeiten, sonntags grundsätzlich nicht.
Gibt es Teilzeit?Ja, sehr häufig: 60 % arbeiten in Teilzeit.Gemeint sind alle 148.910 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Verkauf von Back- und Konditoreiwaren, 89 % davon Frauen. Dazu kommen 76.302 Minijobber.

Quellen: Jugendarbeitsschutzgesetz §§ 14 bis 17, Arbeitszeitgesetz § 11, Ladenschlussgesetz Bayern, Ladenöffnungsgesetz NRW, Bundesagentur für Arbeit (Beschäftigte am 31.12.2025).

Gut zu wissen
AllergeneBei loser Ware musst Du über 14 Hauptallergene informieren können.Etwa Gluten, Milch, Ei, Nüsse oder Sesam. Mündlich reicht, wenn eine schriftliche Liste griffbereit ist und ein Schild darauf hinweist.
Wie heißt der Beruf auf Englisch?Salesperson specialising in foodstuffsSo übersetzt die Arbeitsagentur. In der Schweiz heißt der Beruf Detailhandelsfachfrau Bäckerei-Konditorei-Confiserie, in Österreich Einzelhandelskauffrau mit Schwerpunkt Feinkostfachverkauf.

Was verdient eine Bäckereifachverkäuferin?

Als Bäckereifachverkäuferin verdienst Du im Mittel 2.576 € brutto im Monat. Einstieg, Gehalt nach Bundesland und mit Berufserfahrung findest Du im Artikel Bäckereifachverkäuferin-Gehalt.

Quellen: Statistisches Bundesamt, Verdiensterhebung (April 2025); Tarifregister NRW, Entgelttarifvertrag Bäckerhandwerk (ab April 2026); Mindestlohnanpassungsverordnung; Tarifvertrag Ausbildungsvergütung Bäckerhandwerk; Mindestausbildungsvergütung 2026; Manteltarifverträge NRW und Bayern.

Wie sind die Berufsaussichten?

Gut: Die Arbeitsagentur zählt den Verkauf von Backwaren zu den Engpassberufen, Betriebe finden also schwer Personal. Eine freie Stelle bleibt im Mittel 115 Tage unbesetzt. Auch Azubis fehlen:

29 %
Ausbildungsplätze unbesetzt
2025, im Jahr davor 37 %
8.659
Bäckereien im Handwerk
2025, zehn Jahre zuvor 12.155
18,14 Mrd. €
Umsatz des Bäckerhandwerks
2025, 1,3 % mehr als 2024
Quellen: BIBB, Ausbildungsmarkt 2025 (alle Schwerpunkte); Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks

Es gibt weniger Bäckereien, dafür sind sie größer: Zusammen betreiben sie rund 43.500 Verkaufsstellen und beschäftigen 232.000 Menschen, im Schnitt knapp 27 pro Betrieb. Bis 2040 erwartet die Arbeitsagentur im Lebensmittelverkauf insgesamt weniger Beschäftigte, zugleich gehen dort überdurchschnittlich viele in Rente. Die Zahl der neuen Azubis ist nach Jahren des Rückgangs zuletzt wieder gestiegen:

Neue Azubis im Schwerpunkt Bäckerei
neu abgeschlossene Ausbildungsverträge im Handwerk
20126.384
20145.223
20222.565
20232.499
20242.826

Quelle: BIBB, Datensystem Auszubildende (DAZUBI), Stand Oktober 2025.

Welche Weiterbildungen gibt es für Bäckereifachverkäuferinnen?

Mit Berufserfahrung kannst Du eine Filiale oder den Verkauf leiten. Die passenden Abschlüsse gibt es auch als Fernkurs neben dem Job:

Die Fernkurse bereiten auf die Prüfung bei der IHK bzw. der Handwerkskammer vor, die Prüfung legst Du dort ab. Beim Fachwirt nach der Handwerksordnung kommt der Ausbilderschein dazu.
1
ILS
Geprüfte/r Handelsfachwirt/in (IHK)
ILS* · Fernkurs
IHK
2
SGD
Gepr. Handelsfachwirt/in (IHK)
SGD* · Fernkurs
IHK
3
ILS
Geprüfte/r Kaufmännische/r Fachwirt/in (HwO)
ILS* · Fernkurs
Fernkurs
4
Fernakademie für Erwachsenenbildung
Geprüfte/r Handelsfachwirt/in (IHK)
Fernakademie für Erwachsenenbildung* · Fernkurs
IHK
5
ILS
Geprüfte/r Fachmann/frau für kaufmännische Betriebsführung (HwO)
ILS* · Fernkurs
Fernkurs
Welche Weiterbildung passt zu Dir?
Verkaufsleiter/in im Lebensmittel­handwerkDie Weiterbildung für Deinen Beruf: Du planst den Verkauf und führst Verkaufsstellen.Zugang: Abschluss als Fachverkäuferin und 1 Jahr Praxis. Kurse etwa an der Akademie des Bäckerhandwerks in Weinheim, in Vollzeit über mehrere Monate; der Ausbilderschein ist dabei.
Handelsfachwirt/in (IHK)Führung im Handel: Sortiment, Einkauf, Personal und Ausbildung.Zugang: je nach Einordnung Deiner Ausbildung 1 oder 2 Jahre Praxis im Handel, sonst 5 Jahre. Lass die Zulassung vor dem Kurs von der IHK prüfen. Als Fernkurs 18 Monate bei 10 bis 13 Stunden pro Woche.
Fachmann/-frau für kaufmännische Betriebs­führung (HwO)Kaufmännisches Wissen fürs HandwerkZugang: jede abgeschlossene 3-jährige Ausbildung, Praxis ist nicht nötig. Der Abschluss zählt als Teil III der Meisterprüfung. Als Fernkurs 12 Monate bei etwa 15 Stunden pro Woche.
Kaufmännische/r Fachwirt/in (HwO)Fach- und Führungsaufgaben im Büro von HandwerksbetriebenDer Abschluss heißt auch Bachelor Professional für Kaufmännisches Management. Zugang zum Beispiel mit dem Abschluss in kaufmännischer Betriebsführung, dazu der Ausbilderschein. Als Fernkurs 18 Monate bei etwa 8 Stunden pro Woche.

Quellen: Fortbildungsverordnungen Verkaufsleiter im Lebensmittelhandwerk (2015), Handelsfachwirt (2014), kaufmännische Betriebsführung HwO (2014) und Kaufmännischer Fachwirt HwO (2020); Akademie Weinheim; Kursseiten von ILS, SGD und Fernakademie, Stand Oktober 2026.

Gut zu wissen
Wer bezahlt die Weiterbildung?Du kannst Aufstiegs-BAföG beantragen: 50 % der Kurs- und Prüfungskosten sind ein Zuschuss.Bis 15.000 €, auch für zugelassene Fernkurse ab 400 Unterrichtsstunden. Bestehst Du, wird die Hälfte des Restdarlehens erlassen.
Darf ich selbst ausbilden?Mit dem Ausbilderschein nach der AEVO.Die Prüfung hat einen schriftlichen Teil von 3 Stunden und einen praktischen Teil, Voraussetzungen gibt es keine.
Kann ich danach studieren?Ja, auch ohne Abitur.Mit Verkaufsleiter oder Fachwirt darfst Du in der Regel jedes Fach studieren. Mit Ausbildung und 3 Jahren Praxis geht ein passendes Fach wie BWL, nach Eignungsprüfung oder Probestudium.
Kann ich mich selbstständig machen?Ja, etwa mit Café, Imbiss oder Partyservice.Oder Du übernimmst als Franchisenehmer einen Back-Shop oder eine Kaffeebar.
Kann ich Fachlehrerin werden?An Bäckerschulen, zum Beispiel nach der Verkaufsleiter-Prüfung.Für öffentliche Berufsschulen regeln das die Länder, meist mit Meister- oder Technikerprüfung.

Wie die Weiterbildung im Handel abläuft, steht im Artikel Handelsfachwirt.

Passt der Beruf zu Dir?

Was solltest Du mitbringen?

Das passt zu Dir, wenn Du ...
  • gern mit Menschen redest und auch bei einer langen Schlange freundlich bleibst
  • Dich für Lebensmittel und ihre Zutaten interessierst
  • im Kopf schnell rechnest, etwa beim Wechselgeld
  • sehr auf Sauberkeit und Hygiene achtest
  • gern im Team arbeitest, denn allein stehst Du selten hinter der Theke
  • früh aufstehen kannst
Eher nicht, wenn Du ...
  • am Wochenende auf keinen Fall arbeiten willst
  • nicht lange stehen kannst
  • lieber ohne Kundenkontakt am Schreibtisch sitzt
  • mit Zeitdruck schlecht umgehen kannst

Weiter zu Bäckerei und Handel

Quellen dieses Artikels Ausbildung: Verordnung über die Berufsausbildung zum Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk (2006), Berufsbildungsgesetz §§ 7a, 8, 13, 37, 43, 45, 48 und 50b, BIBB-Hauptausschuss-Empfehlung 129, KMK-Rahmenlehrplan (2006), SGB III §§ 81 und 180 · Zahlen zur Ausbildung: BIBB, Datensystem Auszubildende 2024 und Der Ausbildungsmarkt im Jahr 2025 · Beruf: Bundesagentur für Arbeit, BERUFENET und Klassifikation der Berufe 2010 · Recht im Alltag: Infektionsschutzgesetz § 43, Lebensmittelinformationsverordnung und LMIDV § 4, Jugendarbeitsschutzgesetz, Arbeitszeitgesetz, Ladenschlussgesetz Bayern, Ladenöffnungsgesetz NRW · Gehalt: Statistisches Bundesamt, Verdiensterhebung; Tarifvertrag Ausbildungsvergütung Bäckerhandwerk (2025) und BMAS-Verzeichnis allgemeinverbindlicher Tarifverträge; Tarifregister NRW; Mindestlohn- und Mindestausbildungsvergütung 2026 · Arbeitsmarkt: Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2025 und Beschäftigungsstatistik; Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks, Zahlen 2025 · Weiterbildung: Fortbildungsverordnungen Verkaufsleiter im Lebensmittelhandwerk, Handelsfachwirt, kaufmännische Betriebsführung und Kaufmännischer Fachwirt (HwO), AEVO, Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz, KMK-Beschluss Hochschulzugang 2009, Akademie Weinheim, Kursseiten ILS, SGD und Fernakademie

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