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Diplom: Fächer, Voraussetzungen & Alternativen

Früher gab es in den Ingenieur-, Natur- und Wirtschaftswissenschaften ausschließlich Diplom-Studiengänge. Seit das System auf Bachelor- und Master-Abschlüsse geändert wurde, verschwinden sie immer mehr. Doch es gibt noch einige Unis, an denen Du Diplomstudiengänge finden kannst.

Was ist das Diplom?

Das Diplom bezeichnet eigentlich den akademischen Grad, der Dir verliehen wird, nachdem Du einen entsprechenden Studiengang erfolgreich absolviert hast. Hast Du Betriebswirtschaftslehre studiert, bist Du danach Diplom-Kaufmann oder Diplom-Kauffrau, abgekürzt Dipl.-Kaufmann. Nach einem Biologie-Studium bist Du Diplom-Biologe.

Seit der Bologna-Reform, die Studienabschlüsse in Europa besser vergleichbar machen sollte, bieten die meisten Universitäten keine solche Studiengänge mehr an. Stattdessen kannst Du auf Bachelor und Master studieren. An einigen wenigen Universitäten kannst Du immer noch den älteren Abschluss machen.

Welche Studiengänge schließen mit Diplom ab?

Die Studiengänge, die mit einem Diplom abschließen, gibt es vor allem in den Ingenieur-, Natur- und Wirtschaftswissenschaften, aber auch in einigen Fächern der Geistes- und Sozialwissenschaften sowie an Kunsthochschulen.

Studiengangsempfehlungen

Wenn es Dir wichtig ist, auf Diplom zu studieren, hast Du nur eine begrenzte Auswahl an Universitäten und Studiengängen. Die Auswahl an Bachelor-Studiengängen ist deutlich größer. Den älteren Abschluss kannst Du nach der Bologna-Reform auch ausschließlich an staatlichen Hochschulen und als Präsenzstudium absolvieren.

Die Technische Universität Dresden bietet immer noch Studiengänge auf Diplom an, unter anderem in Maschinenbau, Werkstoffwissenschaft und Mechatronik. In Greifswald kannst Du BWL studieren, an der Hochschule Zittau/Görlitz kannst Du zum Beispiel Energie- und Umwelttechnik, Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen oder Elektrische Energiesysteme studieren. Auch evangelische oder katholische Theologie kannst Du an einigen Universitäten, zum Beispiel in Halle-Wittenberg, auf Diplom studieren.

Betriebs­wirtschaftslehre (B.Sc.)

  • Sprache: Deutsch, Englisch
  • Beginn: WS oder SS
  • Präsenzstudium

Standorte:

  • Iserlohn
  • Hamburg
  • Berlin

Informatik (B.Sc.)

  • Sprache: Deutsch
  • Beginn: Jederzeit
  • Fernstudium

Standorte:

  • Online

Psychologie (B.Sc.)

  • Sprache: Deutsch
  • Beginn: WS oder SS
  • Präsenzstudium

Standorte:

  • 7 Standorte

Wirtschafts­informatik (B.Sc.)

  • Sprache: Deutsch
  • Beginn: WS
  • duales Studium

Standorte:

  • Düsseldorf
  • München

Wirtschafts­ingenieur­wesen (B.Sc.)

  • Sprache: Deutsch
  • Beginn: WS oder SS
  • Präsenzstudium

Standorte:

  • Iserlohn

Was ist besser: Diplom oder Bachelor/ Master?

Es lässt sich nicht pauschal sagen, ob ein Diplom oder Master besser ist. Ein Vorteil am Diplom ist, dass Du (an der FH Zittau/Görlitz) nach acht Semestern Regelstudienzeit fertig bist, wohingegen ein Bachelor plus Master zehn Semester dauert. An der TU Dresden dagegen ist die Dauer gleich, Du studierst dort ebenso zehn Semester. Dafür hast Du nur eine Abschlussarbeit am Ende, statt wie bei Bachelor und Master zwei.

Im Vergleich zum Diplom dauert ein Bachelor kürzer, und Du hast damit schon einen ersten berufsqualifizierenden Studienabschluss, Du kannst also schon nach nur sechs Semestern anfangen zu arbeiten. Nur wenn Du möchtest, kannst Du noch einen Master machen, musst aber nicht.

Ein Vorteil am Bachelor und Master ist, dass Du nach dem Bachelor für den Master an eine andere Universität wechseln kannst. So kannst Du Dich im Master auf ein bestimmtes Gebiet spezialisieren oder einfach eine andere Stadt und Universität kennenlernen. Außerdem sind Bachelor- und Masterabschlüsse international bekannter, was ein Vorteil sein kann.

Welche Voraussetzungen brauche ich für das Diplom?

Um ein Studium aufzunehmen, musst Du bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Die unterscheiden sich von Uni zu Uni, weshalb Du Dich immer über die Voraussetzungen vor Ort informieren solltest.

Hochschulzugangsberechtigung

Für ein Studium an einer Universität brauchst Du eine Hochschulzugangsberechtigung, normalerweise ein Abitur. Wenn Du an einer Fachhochschule studieren willst, reicht ein Fach-Abitur. Doch Du kannst auch ohne Abi studieren, wenn Du stattdessen eine Ausbildung absolviert hast und über Berufserfahrung verfügst. Deine Ausbildung muss dann zum Studium passen, zum Beispiel als Einzelhandelskaufmann, wenn Du BWL studieren willst.

Numerus Clausus

Einige Studiengänge haben einen Numerus Clausus, abgekürzt NC. Das heißt, dass nicht alle Bewerber angenommen werden, sondern nur bis zu einer bestimmten Abinote. Der NC ist nie gleich, sondern verändert sich jedes Semester, denn der NC gibt an, welche Note die letzte angenommene Person hat. Bei Fächern mit üblicherweise hohem NC solltest Du Dich auf jeden Fall bei mehreren Universitäten bewerben, um Deine Chancen zu erhöhen.

weitere Voraussetzungen

Manche Studiengänge haben noch besondere Voraussetzungen, zum Beispiel, dass Du vor Studienbeginn ein Praktikum von einer vorgeschriebenen Dauer absolviert hast. Einige Universitäten fordern auch bestimmte Sprachkenntnisse, die Du nachweisen musst.

Wie sind Diplom-Studiengänge aufgebaut?

Ein Diplomstudium besteht aus zwei Teilen: Einem Grundstudium, das normalerweise zwei bis vier Semester dauert, und einem Hauptstudium, das drei bis sechs Semester dauert. Im ersten Teil lernst Du Grundkenntnisse und -fertigkeiten, außerdem dient es dazu, dass Du Dich im Studium und im Fach selbst orientierst. Danach erhältst Du, wenn Du schriftliche und/oder mündliche Prüfungen bestanden hast, das Vordiplom.

Im Hauptstudium kannst Du Dich auf bestimmte Fächer konzentrieren und spezialisieren. Am Ende des Studiums schreibst Du eine Abschlussarbeit, die Diplomarbeit. Dazu kommen teilweise noch mündliche oder schriftliche Abschlussprüfungen. An Fachhochschulen kommt ein Praxissemester dazu, meist im vorletzten Semester.

Während des Studiums hast Du Vorlesungen, praktische Übungen und Seminare, die mit mündlichen oder schriftlichen Prüfungen abgeschlossen werden. Anders als bei Bachelor und Master hat das Diplom keine Module und in der Regel mehr Freiheiten in der Wahl der Kurse.

Was mache ich nach dem Diplom?

Diplom und Master sind gleichgestellt. Das heißt, Du kannst danach eine Promotion beginnen, oder Du suchst nach einem Beruf, der zu Deiner Qualifikation passt. Du hast auch die Möglichkeit, einen zwei- oder viersemestrigen Master als Spezialisierung zu machen oder Du absolvierst Praktika oder ein Traineeship, um Dich beruflich zu orientieren.