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Inhalt11 Abschnitte
- Wie wird man Podologe?
- Wie läuft die Ausbildung ab und wie lange dauert sie?
- Was brauchst Du für die Ausbildung?
- Was kostet die Ausbildung?
- Kann man ohne Ausbildung Podologe werden?
- Was macht ein Podologe?
- Was verdient ein Podologe?
- Wie sind die Berufsaussichten?
- Wie kommst Du nach der Ausbildung weiter?
- Passt der Beruf zu Dir?
- Weiter zu Gesundheitsberufen
Podologinnen und Podologen sind Fachkräfte für medizinische Fußbehandlung: Ohne Arzt zu sein, behandeln sie krankhafte Veränderungen an Füßen und Nägeln, vor allem bei Menschen mit Diabetes.
Wie wird man Podologe?
Podologe wirst Du mit einer Ausbildung an einer staatlich anerkannten Berufsfachschule: 2 Jahre in Vollzeit, am Ende steht eine staatliche Prüfung. Für den Start brauchst Du meist den mittleren Schulabschluss. Die Ausbildung ist bundesweit einheitlich im Podologengesetz geregelt. Erst mit der Erlaubnis Deines Bundeslands darfst Du Dich Podologin oder Podologe nennen. Fächer und Prüfung im Detail findest Du im Artikel Podologie-Ausbildung.
Dein Weg in 5 Schritten
- VorherSchule finden und bewerbenDu bewirbst Dich direkt bei einer Berufsfachschule für Podologie, nicht bei einer Praxis. Im Schuljahr 2024/25 begannen bundesweit 526 Schülerinnen und Schüler die Ausbildung.
- Jahr 1 und 2Unterricht und Praxis2.000 Stunden lernst Du an der Schule, 1.000 Stunden in Praxen und Kliniken. Die Praxisplätze organisiert die Schule.
- Ende Jahr 2Staatliche PrüfungSie hat einen schriftlichen, einen mündlichen und einen praktischen Teil. Jeden Teil darfst Du einmal wiederholen.
- DanachErlaubnis beantragenBei der Behörde des Landes, in dem Du die Prüfung bestanden hast, mit Führungszeugnis und ärztlicher Bescheinigung. In Berlin kostet das 85 €.
- SpäterKassenzulassungFür Behandlungen auf Rezept braucht die Praxis eine Zulassung der Krankenkassen. Machst Du Dich selbstständig, beantragst Du sie bei der Arbeitsgemeinschaft der Kassen in Deinem Land.

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Wie läuft die Ausbildung ab und wie lange dauert sie?
In Vollzeit dauert die Ausbildung 2 Jahre, in Teilzeit höchstens 4 Jahre. Zwei Drittel der Zeit lernst Du an der Schule, ein Drittel in Praxen und Kliniken. Alle Fächer und den Ablauf der Prüfung findest Du im Artikel Podologie-Ausbildung.
Quelle: Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Podologinnen und Podologen (PodAPrV), Anlage 1.
Teilzeit und berufsbegleitend
Wenn Du nebenbei arbeitest oder Kinder betreust, lernst Du an manchen Schulen in Teilzeit. Ein paar Beispiele:
| Schule | Modell |
|---|---|
| ulmkolleg, Ulm | 3 Jahre berufsbegleitend, Unterricht freitags und samstags plus Blockwochen |
| Medischulen, Mannheim | 3 Jahre Teilzeit oder 2 Jahre Vollzeit |
| Völker-Schule, Osnabrück | 36 Monate Teilzeit mit Blockunterricht, schulgeldfrei |
| D&B Schulen, Berlin | 3,5 Jahre Teilzeit, schulgeldfrei |
| fswiso, Erfurt | 3 Jahre Teilzeit, kein Schulgeld |
Quellen: Angaben der Schulen, Stand Oktober 2026; § 4 Podologengesetz.
Dein Weg in die Podologie
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Was brauchst Du für die Ausbildung?
Den mittleren Schulabschluss oder einen Hauptschulabschluss mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung von mindestens 2 Jahren. Dazu musst Du gesundheitlich für den Beruf geeignet sein.
Quellen: §§ 2 und 5 Podologengesetz; Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin.
Was kostet die Ausbildung?
In den meisten Ländern zahlst Du kein Schulgeld, weil das Land es auch an privaten Schulen übernimmt. In Baden-Württemberg kosten private Schulen zum Beispiel 259 bis 420 € im Monat.
| Land | Schulgeld für Podologie |
|---|---|
| Bayern | frei: Das Land ersetzt das Schulgeld privater Schulen seit 2019 |
| Berlin | frei seit 2022, an manchen Schulen eine kleine Pauschale |
| Hessen | frei seit August 2020, vorerst bis Ende 2027 |
| Mecklenburg-Vorpommern | frei, das Land ersetzt auch Prüfungsgebühren, bis Ende 2027 |
| Niedersachsen | frei für alle, die seit 2019 angefangen haben |
| Nordrhein-Westfalen | frei, die Förderung läuft bis Ende 2031 |
| Rheinland-Pfalz | frei seit Juni 2022 |
| Saarland | frei seit Januar 2024 |
| Sachsen | frei seit dem Schuljahr 2021/22 |
| Sachsen-Anhalt | frei seit Herbst 2025, per Landesgesetz |
| Schleswig-Holstein | frei, das Land zahlt 450 € je Platz |
| Thüringen | je nach Schule; die staatliche Schule in Eisenach ist kostenlos |
| Baden-Württemberg | Schulgeld, Landeszuschuss bis 140 € im Monat; 3 Beispiele: 259, 295 und 420 € im Monat |
| Brandenburg, Bremen, Hamburg | keine Podologie-Schule im Land |
Quellen: Gesundheits- und Sozialministerien der Länder, Förderdatenbank des Bundes, BIBB; Schulgeld in Baden-Württemberg laut Medischulen Mannheim, ulmkolleg und RUCK Akademie; Schulen in Bremen und Hamburg laut Deutschem Verband für Podologie (2024).
Geld in der Ausbildung und bei der Umschulung
Wie Du den Antrag stellst, steht im Artikel Schüler-BAföG.
Quellen: BERUFENET; §§ 2 und 12 BAföG; §§ 81, 87a und 180 SGB III.
Kann man ohne Ausbildung Podologe werden?
Nein: Ohne Ausbildung und staatliche Prüfung darfst Du Dich weder Podologe noch medizinischer Fußpfleger nennen. Wer es trotzdem tut, riskiert ein Bußgeld bis 2.500 €.
Quellen: §§ 1, 2, 6 und 9 Podologengesetz; gesund.bund.de; § 124 SGB V; Bayerisches Landesamt für Pflege.
Was macht ein Podologe?
Ein Podologe untersucht und behandelt kranke Füße: Er trägt Hornhaut und Schwielen ab, behandelt eingewachsene und verdickte Nägel, setzt Nagelkorrekturspangen und legt Entlastungsverbände an. Viele Patienten haben Diabetes, Rheuma oder Nervenschäden und spüren Verletzungen am Fuß kaum. Du schaust Dir bei jeder Behandlung Schuhe und Einlagen an, erklärst die richtige Fußpflege und erkennst, wann jemand zum Arzt muss. Offene Wunden behandelst Du auf Rezept nicht.
So läuft eine Behandlung ab
- ZuerstFragen und BefundDu fragst nach Vorerkrankungen wie Diabetes und schaust Dir Haut, Nägel und Fußform genau an.
- DannSchuhe und EinlagenBei jeder Behandlung auf Rezept prüfst Du die getragenen Schuhe und Einlagen.
- BehandlungHornhaut und NägelDu trägst Hornhaut ab, kürzt und schleifst verdickte Nägel oder setzt bei einem eingewachsenen Nagel eine Spange.
- Zum SchlussBeratenDu erklärst, wie der Patient seine Füße selbst pflegt und kontrolliert.
- DanachHygieneDu desinfizierst und sterilisierst die Instrumente und hältst die Behandlung in der Patientenakte fest.
Was ist der Unterschied zwischen Podologe und Fußpflege?
| Podologie | Kosmetische Fußpflege | |
|---|---|---|
| Für wen | kranke Füße, etwa bei Diabetes, Rheuma oder eingewachsenen Nägeln | gesunde Füße |
| Ausbildung | 2 Jahre mit staatlicher Prüfung | keine Berufserlaubnis nötig |
| Bezeichnung | geschützt: Podologe, medizinischer Fußpfleger | nicht geschützt |
| Krankenkasse | zahlt auf Rezept bei bestimmten Diagnosen | zahlt nicht |
Wann zahlt die Krankenkasse?
Quellen: Heilmittel-Richtlinie des G-BA (Fassung 2025); §§ 32 und 61 SGB V; GKV-Spitzenverband, Preise Podologie ab 1. Juli 2026; gesundheitsinformation.de (IQWiG); Bayerisches Gesundheitsministerium; Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 29.08.2024.
Wo arbeiten Podologen?
| Arbeitsort | Was Dich dort erwartet |
|---|---|
| Podologische Praxis | angestellt oder in der eigenen Praxis: Wer sich selbstständig macht, eröffnet in der Regel eine Praxis für Podologie |
| Physiotherapiepraxis | Podologie als weiteres Angebot neben der Physiotherapie |
| Diabetische Fußambulanz | Menschen mit diabetischem Fußsyndrom; die Fußbehandlungseinrichtungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft arbeiten fest mit einer Podologie-Praxis zusammen |
| Reha-Klinik, Krankenhaus | in einer podologischen Abteilung |
| Hausbesuche, Seniorenheim | mobile Fußbehandlung, manchmal auch abends oder am Wochenende |
Du arbeitest meist im Behandlungsraum, mit Einweghandschuhen und Mundschutz und in engem Kontakt mit den Patienten. Von den angestellten Podologen arbeiten 69 % in Teilzeit, 9 von 10 sind Frauen.
Quellen: BERUFENET Podologe/in; Deutsche Diabetes Gesellschaft; Bundesagentur für Arbeit, Beschäftigte am 31.12.2025.
Was verdient ein Podologe?
Als Podologe verdienst Du im Mittel 3.435 € brutto im Monat. Einstieg, Gehalt nach Bundesland und weitere Einflüsse findest Du im Artikel Podologe-Gehalt.
Wie sind die Berufsaussichten?
Gut: Podologen gehören laut Bundesagentur für Arbeit zu den Engpassberufen. Eine gemeldete Stelle blieb 2025 im Mittel rund 200 Tage unbesetzt.
Dazu kommt der Bedarf: 10,3 % der Erwachsenen in Deutschland haben einen ärztlich festgestellten Diabetes. Wird ein diabetischer Fuß nicht gut versorgt, droht eine Amputation. 2023 gab es 8.048 diabetesbedingte Amputationen oberhalb des Knöchels. Zugleich schlossen 2024 nur 410 Schülerinnen und Schüler die Ausbildung ab.
Quellen: Robert Koch-Institut, Diabetes-Surveillance; Statistisches Bundesamt, Berufliche Schulen 2024/25.
Wie kommst Du nach der Ausbildung weiter?
Mit Fortbildungen spezialisierst Du Dich, etwa auf Wunden. Wer Verantwortung will, macht den Fachwirt oder eröffnet eine eigene Praxis.
Mehr zum Studium findest Du im Artikel Gesundheitsmanagement studieren.
Quellen: BERUFENET; § 124 SGB V; Deutsche Diabetes Gesellschaft; Fachwirt-Prüfungsverordnung; aufstiegs-bafoeg.de; Bundesverwaltungsgericht, Urteil vom 29.08.2024.
Passt der Beruf zu Dir?
Warum Podologe werden?
- gern mit Menschen arbeitest, auch mit älteren und kranken
- geschickte und ruhige Hände hast
- sehr sorgfältig mit Hygiene umgehst
- Dich für Medizin interessierst, etwa für Anatomie und Krankheiten
- Dir eine eigene Praxis vorstellen kannst
- Dich vor Füßen, Hornhaut oder kranken Nägeln ekelst
- engen Körperkontakt nicht magst
- während der Ausbildung Geld verdienen musst: Sie wird nicht vergütet
- lieber am Schreibtisch arbeitest
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