Osteopath: Ausbildung & Beruf

4 bis 6 Jahre Ausbildung neben dem Job1.350 Stunden Mindeststandard der Verbändeab 25 Heilpraktiker-Erlaubnis3.500 € mittleres Gehalt
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Inhalt14 Abschnitte
  1. Wie wird man Osteopath?
  2. Kann man Osteopathie studieren?
  3. Welche Voraussetzungen brauchst Du?
  4. Wie lange dauert die Ausbildung?
  5. Was kostet die Ausbildung zum Osteopathen?
  6. Brauchst Du die Heilpraktiker-Erlaubnis?
  7. Geht es als Quereinsteiger?
  8. Was macht ein Osteopath?
  9. Zahlt die Krankenkasse den Osteopathen?
  10. Welche Spezialisierungen gibt es?
  11. Was verdient ein Osteopath?
  12. Wie sind die Berufsaussichten?
  13. Passt der Beruf zu Dir?
  14. Weiter zu Osteopathie und Therapie

Osteopathinnen und Osteopathen behandeln Beschwerden an Muskeln, Gelenken, Bindegewebe und inneren Organen allein mit den Händen: Sie ertasten, wo sich etwas im Körper nicht frei bewegt, und lösen es mit gezielten Griffen.

Wie wird man Osteopath?

Osteopath wirst Du mit einer mindestens 4-jährigen Ausbildung an einer privaten Osteopathie-Schule oder mit einem Bachelor in Osteopathie. Selbstständig behandeln darfst Du danach nur als Arzt oder mit der Heilpraktiker-Erlaubnis, die es ab 25 Jahren gibt. Einen staatlich geregelten Beruf Osteopath und eine staatlich anerkannte Ausbildung gibt es in Deutschland nicht. Die Bezeichnung ist frei, die Behandlung aber nicht: Osteopathie gilt als Heilkunde. Schulen, Inhalte und Ablauf findest Du im Artikel Osteopathie-Ausbildung.

Dein Weg in 5 Schritten

  1. VorherGrundberuf oder AbiturFür die Ausbildung neben dem Job brauchst Du meist einen Gesundheitsberuf oder die Heilpraktiker-Erlaubnis. Ohne Vorberuf führt der Weg über Vollzeit-Schule oder Studium.
  2. Jahr 1 bis 4Ausbildung an der SchuleMindestens 1.350 Unterrichtsstunden: 540 in Medizin, 810 in osteopathischen Fächern. Viele Schulen planen 5 oder 6 Jahre ein.
  3. EndeAbschlussprüfungSchriftlich, praktisch und mit einer klinischen Prüfung am Patienten. Den Abschluss vergibt die Schule, nicht der Staat.
  4. Ab 25Heilpraktiker-ÜberprüfungBeim Gesundheitsamt: 60 Fragen schriftlich, dann eine mündlich-praktische Prüfung. Als Arzt brauchst Du sie nicht.
  5. DanachPraxis oder AnstellungMit dem Abschluss kannst Du einem Berufsverband beitreten. Das verlangen viele Krankenkassen, bevor sie Deinen Patienten etwas dazuzahlen.

Quellen: Heilpraktikergesetz § 1; 1. DVO zum Heilpraktikergesetz § 2; Konsensgruppe Osteopathie (VOD u. a.), Eckpunkte 2026; BAO; Bundesärztekammer, Curriculum Osteopathische Verfahren.

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Kann man Osteopathie studieren?

Ja, aber nur an privaten Hochschulen: im Bachelor in Vollzeit oder im Master neben dem Job:

Der Bachelor führt in 8 Semestern zum B.Sc. und bereitet auf die Heilpraktiker-Prüfung vor. Behandeln darfst Du erst mit dieser Erlaubnis und ab 25. Die beiden Master sind für Osteopathen mit Bachelor oder fertiger Ausbildung und keine Voraussetzung für den Beruf.
1
Hochschule Fresenius
Osteopathie (B.Sc.)
Hochschule Fresenius* · Präsenzstudium
Bachelor
2
Hochschule Fresenius
Osteopathie
Hochschule Fresenius* · berufsbegleitend
Master
3
Hochschule Fresenius
Weiterbildende Osteopathie
Hochschule Fresenius* · berufsbegleitend
Master
StudiengangSo läuft es
Osteo­pathie (B.Sc.), Hochschule Fresenius8 Semester, 240 Credits, Vollzeit. In München, Köln, Idstein und Frankfurt, Start im Wintersemester, ohne NC. 595 € im Monat plus 695 € Anmeldung
Osteo­pathie (B.Sc.), DIPLOMA Hochschule mit Osteo­pathie-Schule Deutschland8 Semester, 240 Credits, Vollzeit. 48 Raten zu 585 € plus 150 € Anmeldung und 695 € Prüfung
Osteo­pathie (M.Sc.), Fresenius3 Semester neben dem Job. Für Absolventen eines Osteo­pathie-Bachelors, Ärzte mit 900 oder Therapeuten mit 1.350 Stunden Osteo­pathie. 475 € im Monat
Weiter­bildende Osteo­pathie (M.Sc.), Fresenius4 Semester neben dem Job in Köln. Für Therapeuten mit 4-jähriger Osteo­pathie-Ausbildung und 2 Jahren Berufserfahrung, auch ohne Bachelor. 575 € im Monat
Kurz beantwortet
Brauchst Du ein Studium?Nein, die Ausbildung an der Schule reichtAuch der Master ist laut Hochschule keine Voraussetzung, um osteopathisch zu arbeiten.
Was brauchst Du fürs Studium?Abitur oder FachhochschulreifeAn der Hochschule Fresenius reichen auch eine Meisterprüfung oder eine berufliche Qualifikation.
Gibt es BAföG?für den Bachelor an der Fresenius jaDie Hochschule nennt BAföG ausdrücklich.
Mit 22 fertig, was dann?behandeln erst ab 25Die Heilpraktiker-Erlaubnis gibt es erst ab 25. Bis dahin darfst Du nicht eigenverantwortlich osteopathisch behandeln.

Alle Hochschulen, NC-Werte und Studieninhalte findest Du im Artikel Osteopathie-Studium.

Quellen: Hochschule Fresenius, Studiengangsseiten Osteopathie (B.Sc.), Osteopathie (M.Sc.) und Weiterbildende Osteopathie (M.Sc.); Osteopathie Schule Deutschland, Bachelor Vollzeit; 1. DVO zum Heilpraktikergesetz § 2; Stand Oktober 2026.

Welche Voraussetzungen brauchst Du?

Für die Ausbildung neben dem Job einen Gesundheitsberuf oder die Heilpraktiker-Erlaubnis, für die Vollzeit-Ausbildung und das Studium Abitur oder Fachabitur. Zum Behandeln brauchst Du zusätzlich die Heilpraktiker-Erlaubnis.

Was ein Osteopath braucht
Ausbildung neben dem JobArzt, Physiotherapeut, Heilpraktiker oder MasseurSo steht es im Mindeststandard der Verbände. Masseure brauchen zusätzlich ein Zertifikat in Manueller Therapie. Manche Schulen nehmen auch Hebammen.
Vollzeit-AusbildungAbitur oder FachabiturEin Vorberuf ist hier nicht nötig. Das gilt etwa an der Osteopathie Schule Deutschland und am College Sutherland.
StudiumHochschulreife oder MeisterEin NC gilt beim Fresenius-Bachelor nicht.
Heilpraktiker-Erlaubnis25 Jahre und HauptschulabschlussDazu ein Führungszeugnis, ein ärztliches Attest und die bestandene Überprüfung beim Gesundheitsamt.
PersönlichFeingefühl in den Händen und AusdauerDu arbeitest körperlich nah am Menschen und lernst über viele Jahre.

Quellen: Konsensgruppe Osteopathie, Eckpunkte 2026; BAO; Osteopathie Schule Deutschland; College Sutherland; Hochschule Fresenius; 1. DVO zum Heilpraktikergesetz § 2; Landeshauptstadt München, Heilpraktikererlaubnis.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Neben dem Job mindestens 4 Jahre mit 1.350 Unterrichtsstunden, an vielen Schulen 5 oder 6 Jahre. In Vollzeit 4 bis 5 Jahre. Ein Gesetz schreibt keine Stundenzahl vor. Die 1.350 Stunden sind der Standard der großen Berufsverbände. Wer weniger lernt, wird dort kein ordentliches Mitglied.

SchuleDauer und Aufbau
Osteo­pathie Schule Deutschland, Teilzeit4 Jahre, etwa 11 Wochenendseminare im Jahr
College Suther­land, Teilzeit4 Jahre, 1.400 Stunden in 7 Seminaren zu 5 Tagen pro Jahr
IFAO5 Jahre, 1.350 Stunden in 9 Seminaren zu 3 Tagen pro Jahr
Still Academy6 Jahre, 1.680 Stunden in 7 Blockwochenenden pro Jahr
Osteo­pathie Schule Deutschland, Vollzeit4 Jahre, Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr
College Suther­land, Vollzeit5 Jahre, Heil­prak­tiker-Unterricht inklusive
Kurz beantwortet
Wie läuft die Abschlussprüfung?schriftlich, praktisch und klinischBeim Standard der BAO: 4 Stunden Klausur mit mindestens 60 %, eine praktisch-mündliche Prüfung, Differenzialdiagnostik bei einem Arzt und etwa 1 Stunde klinische Prüfung am Patienten.
Wie viel Zeit kostet es neben dem Job?rund 7 bis 11 Seminare im Jahrmeist Donnerstag bis Samstag oder übers Wochenende. Dazu kommen Lernzeit und Übung.
Wie lange als Arzt?160 Stunden Curriculumnach Facharzt und 320 Stunden Manueller Medizin. Der Ärzteverband BDOÄ setzt als Standard 700 Stunden über 4 Jahre.

Quellen: Angaben der Schulen, Stand Oktober 2026; Konsensgruppe Osteopathie; BAO, Abschlussprüfung; Bundesärztekammer, Curriculum und Muster-Weiterbildungsordnung; BDOÄ.

Was kostet die Ausbildung zum Osteopathen?

Rechne mit 15.000 bis 30.000 € für die ganze Ausbildung. Ein Ausbildungsgehalt gibt es nicht, die Ausbildung ist rein schulisch.

SchuleKosten laut Schule
College für Osteo­pathieab 15.620 € gesamt
College Suther­land, Teilzeit15.400 € plus 150 € Einschreibung
IFAO3.465 € im Jahr über 5 Jahre, plus 150 € Verwaltung, 500 € Online-Zugang und 385 € Prüfung
Osteo­pathie Schule Deutschland, Teilzeit379 € im Monat für Physio­thera­peuten, mit Heil­prak­tiker-Vorbereitung
Still Academy3.850 € im Jahr über 6 Jahre plus 100 € Anmeldung
Osteo­pathie Schule Deutschland, Vollzeit26.400 € mit allen Prüfungen
College Suther­land, Vollzeit29.700 € plus 160 €

Quellen: Kostenseiten der Schulen, Stand Oktober 2026. Preise ändern sich, frag vor der Anmeldung nach allen Gebühren.

Wer hilft beim Bezahlen?

Förderung und Steuer
Aufstiegs-BAföGmeist nichtEs fördert nur Fortbildungen mit öffentlich-rechtlich geregelter Prüfung. Die gibt es für Osteopathie nicht.
Bildungsurlaubbezahlte Tage für Seminarezum Beispiel 5 Tage im Jahr in Niedersachsen und Rheinland-Pfalz, wenn Du angestellt bist.
Stipendium und GutscheineWeiterbildungsstipendium bis 8.100 €nennt das College für Osteopathie, dazu Bildungsgutschein und Bildungsscheck NRW. Frag Deine Schule, was sie anerkennt.
Steuermeist absetzbarDie Kosten kannst Du in der Regel von der Steuer absetzen, schreiben die Schulen.
StudiumBAföG möglichbeim Bachelor an der Hochschule Fresenius laut Hochschule.

Wie BAföG fürs Studium funktioniert, steht in unserer BAföG-Übersicht.

Quellen: § 2 AFBG; BVO; IFAO und College für Osteopathie, Kosten und Förderung; Döpfer Akademie; Hochschule Fresenius.

Brauchst Du die Heilpraktiker-Erlaubnis?

Ja, wenn Du kein Arzt bist und selbst behandeln willst. Osteopathie ist Heilkunde, und die Erlaubnis als Physiotherapeut reicht dafür nicht. So hat es das Oberlandesgericht Düsseldorf 2015 entschieden.

Kurz beantwortet
Ist Osteopath ein geschützter Beruf?NeinEs gibt kein Berufsgesetz. Nennen darf sich jeder so, behandeln dürfen nur Ärzte und Heilpraktiker.
Ist ein Osteopath ein Arzt?Nur, wenn er Medizin studiert hatÄrzte lernen Osteopathie als Zusatz. Alle anderen brauchen die Heilpraktiker-Erlaubnis.
Reicht der Heilpraktiker für Physiotherapie?NeinDie eingeschränkte Erlaubnis deckt Osteopathie nicht. Eine eigene Erlaubnis nur für Osteopathie lehnte das Bundesverwaltungsgericht 2019 ab.
Und auf ärztliche Verordnung?umstrittenDas OLG Düsseldorf verlangt auch dann die Erlaubnis. Niedersachsen hält Osteopathie durch Physiotherapeuten mit Verordnung für zulässig.
Kommt ein Berufsgesetz?Geplant, aber noch kein EntwurfIm Koalitionsvertrag 2025 steht: "Die Osteopathie regeln wir berufsgesetzlich." Stand Oktober 2026.

So läuft die Heilpraktiker-Überprüfung

  1. Antragbeim GesundheitsamtAb 25 Jahren, mit Hauptschulabschluss, Führungszeugnis und ärztlichem Attest.
  2. Teil 1Schriftlich60 Fragen im Multiple-Choice-Verfahren in 2 Stunden. Bestanden hast Du mit 45 richtigen.
  3. Teil 2Mündlich-praktischHöchstens etwa 60 Minuten. Die Prüfer prüfen, ob Du Patienten gefährden würdest.
  4. DanachErlaubnisMit ihr darfst Du eigenverantwortlich behandeln und eine Praxis eröffnen.
400 €
Berlin
Tempelhof-Schöneberg, alle Gebühren
ab 700 €
München
plus Beisitzer, Raum und Fragen
840 €
Hamburg
seit 1. Januar 2026
Quellen: Gesundheitsämter Berlin Tempelhof-Schöneberg und München, Landesprüfungsamt Hamburg

Vorbereitungskurse dauern zum Beispiel bei Paracelsus 18 Monate und kosten ab 3.325 €. Manche Osteopathie-Schulen haben die Vorbereitung schon im Preis. Mehr zur Prüfung im Artikel Heilpraktiker werden.

Quellen: OLG Düsseldorf, Urteil vom 08.09.2015, I-20 U 236/13; BVerwG, Urteil vom 10.10.2019, 3 C 15.17; Niedersächsischer Landtag, Drs. 17/7624; Koalitionsvertrag 2025; Leitlinien des BMG zur Überprüfung von Heilpraktikeranwärtern (2018); Paracelsus.

Geht es als Quereinsteiger?

Ja, auf drei Wegen: über eine Vollzeit-Ausbildung oder ein Studium mit Abitur, über die Heilpraktiker-Erlaubnis oder erst über einen Gesundheitsberuf wie Physiotherapeut.

Deine Wege ohne medizinische Vorbildung
Vollzeit-Ausbildung4 bis 5 Jahre, mit Abitur oder FachabiturDu lernst tagsüber an der Schule. Nebenher viel zu arbeiten, ist kaum möglich.
Erst Heilpraktikerab 25, dann Osteopathie neben dem JobMit der Erlaubnis stehen Dir die Teilzeit-Ausbildungen offen. Das ist der Weg für Berufstätige aus fachfremden Jobs.
Erst Physiotherapeut3 Jahre Ausbildung, dann OsteopathieDer übliche Zugang zur Ausbildung neben dem Job. Er bringt Dir ein festes Einkommen, während Du Osteopathie lernst.
Bachelor8 Semester in Vollzeitmit Vorbereitung auf die Heilpraktiker-Prüfung.

Wie die Physiotherapie-Ausbildung läuft, steht im Artikel Physiotherapeut werden.

Quellen: BAO; Konsensgruppe Osteopathie; Osteopathie Schule Deutschland; College Sutherland; Hochschule Fresenius.

Was macht ein Osteopath?

Ein Osteopath sucht mit den Händen nach Spannungen und Bewegungseinschränkungen im Körper und behandelt sie mit gezielten Griffen. Dabei prüfst Du nicht nur Gelenke, sondern auch, wie sich Gewebe und Organe bewegen. Geräte oder Medikamente setzt Du nicht ein.

Was genau passiert in einer Behandlung?

  1. ZuerstAnamneseDu fragst nach Beschwerden, Vorerkrankungen und Lebensgewohnheiten.
  2. DannUntersuchungSchicht für Schicht ertastest Du, wo das Gewebe blockiert ist.
  3. 30 bis 50 MinutenBehandlungDu löst die Blockaden mit den Händen. Eine Sitzung kostet den Patienten meist 80 bis 150 €.
  4. Nach 4 TerminenBilanzBis dahin sollte sich laut Verband eine Besserung zeigen.
Dein Alltag
Behandelnden größten Teil des TagesEin Patient nach dem anderen, meist in Einzelterminen.
OrganisierenTermine, Praxis, TeamIn der eigenen Praxis planst Du Woche und Abläufe selbst.
AbrechnenRechnungen an PrivatpatientenDie Kasse zahlt Patienten höchstens einen Zuschuss. Du stellst also jede Behandlung selbst in Rechnung.
Fit bleibenDein Körper ist Dein WerkzeugDie Arbeit an der Liege ist körperlich anstrengend.
FortbildenKurse und Fachliteraturetwa zu Kinder- oder Sportosteopathie.

Wo arbeiten Osteopathen?

ArbeitsortWas Dich dort erwartet
Eigene Praxisallein oder mit Kollegen, vor allem mit Privatpatienten
Arztpraxisals Angestellter in der Praxis eines Arztes
Gesundheits­zentrumOsteo­pathie als Teil eines größeren Angebots
Rehabili­tations­klinikPatienten nach Operationen oder Unfällen
Osteo­pathie-Schulemit viel Erfahrung als Dozent
Hausbesuchgelegentlich, wenn Patienten nicht kommen können
Kurz beantwortet
Unterschied zwischen Osteopathie und Physiotherapie?Physio ist Heilmittel auf Rezept, Osteopathie nichtAuch die Manuelle Therapie ist ein Heilmittel der Physiotherapie mit eigener Weiterbildung. Osteopathie zahlt die Kasse nicht regulär.
Und Chiropraktik?vor allem die WirbelsäuleChiropraktiker lösen Blockaden und Fehlstellungen mit speziellen Grifftechniken.
Wirkt Osteopathie?Bei Kreuzschmerz ist der Nutzen unklarSo bewertet es der IGeL-Monitor im Juni 2026 nach 10 Studien. Hinweise auf Schäden fand er nicht.

Quellen: BERUFENET Osteopath/in und Chiropraktiker/in; VOD, Behandlung; Heilmittel-Richtlinie des G-BA § 19; IGeL-Monitor (Medizinischer Dienst Bund), Osteopathie bei unspezifischen Kreuzschmerzen, 18.06.2026.

Zahlt die Krankenkasse den Osteopathen?

Eine volle Kostenübernahme gibt es nicht. Viele gesetzliche Kassen geben ihren Versicherten aber einen Zuschuss, meist 120 bis 180 € im Jahr. Die Rechnung stellst Du als Osteopath dem Patienten.

KrankenkasseZuschuss 2026
Techniker Kranken­kasse40 € je Sitzung, bis 3 Sitzungen im Jahr
DAK-Gesundheit40 € je Sitzung, bis 120 € im Jahr
IKK classic40 € je Sitzung, bis 4 Sitzungen und 160 € im Jahr
AOK PLUS90 %, höchstens 60 € je Sitzung, bis 180 € im Jahr
AOK Bayernnur für Schwangere und Kinder bis 17: bis 6 x 50 €
Barmerkein fester Zuschuss, Patienten zahlen selbst
Was die Kassen verlangen
Vorherärztliche BescheinigungSie muss vor der ersten Behandlung vorliegen.
BehandlerMitglied in einem Berufsverbandoder durch die Ausbildung dazu berechtigt. Deshalb zählt der Abschluss nach Verbandsstandard.
Wie viele Kassen?fast 100 gesetzliche Kassenzahlen laut Verband der Osteopathen etwas dazu.

Quellen: § 11 Abs. 6 SGB V; Leistungsseiten von TK, DAK, IKK classic, AOK PLUS, AOK Bayern und Barmer, Stand Oktober 2026; VOD.

Welche Spezialisierungen gibt es?

Die Ausbildung deckt drei Bereiche ab. Danach vertiefst Du Dich mit Kursen, etwa für Kinder, Sportler oder Frauen.

Bereiche und Schwerpunkte
Parietale OsteopathieBewegungsapparatMuskeln, Knochen, Gelenke und Faszien.
Viszerale Osteopathieinnere Organein Brust-, Bauch- und Beckenraum und ihre Beweglichkeit.
Kraniosakrale OsteopathieSchädel und Kreuzbeinmit sehr sanften Griffen. Bei Schreibabys, Schlaf- oder Stillproblemen gibt es laut AOK keine Nachweise für eine Wirkung.
KinderosteopathieBabys, Kinder, Jugendlicheals Kurs nach der Ausbildung.
SportosteopathieSportler und Verletzungenebenfalls als Kurs nach der Ausbildung.
Frauenosteopathieseit 2026 mit Verbandssiegelnach mindestens 100 Unterrichtseinheiten.
TierosteopathieHunde und Pferdeein eigener Markt ohne staatliche Ausbildung: Wie bei Tierheilpraktikern legen die Schulen die Inhalte selbst fest.

Wie kommst Du weiter?

Mit einem Master vertiefst Du Forschung und Praxis, mit Erfahrung unterrichtest Du an einer Osteopathie-Schule. Oder Du machst Dich mit einer eigenen Praxis selbstständig.

Quellen: BVO, Osteopathie-Bereiche und Qualitätssiegel Frauenosteopathie 2026; Osteopathie Schule Deutschland; AOK Hessen, Osteopathie für Babys (07.07.2026); BERUFENET Tierheilpraktiker/in.

Was verdient ein Osteopath?

Als Osteopath verdienst Du im Mittel 3.500 € brutto im Monat. Einstiegsgehalt, Gehalt nach Bundesland und mit eigener Praxis findest Du im Artikel Osteopath-Gehalt.

Wie sind die Berufsaussichten?

Gut: Mehr als 10.000 Osteopathen arbeiten in Deutschland, und der Verband der Osteopathen wächst. Weil Patienten meist selbst zahlen, brauchst Du in der eigenen Praxis genug Privatpatienten.

10.000+
Osteopathen in Deutschland
Angabe des VOD
7.065
Mitglieder im VOD
Juli 2026
~100
Krankenkassen mit Zuschuss
laut VOD
Quellen: VOD; Lobbyregister des Bundestags, Eintrag R003468

Unsicher ist, was ein Berufsgesetz ändert. Die Koalition will Osteopathie regeln. Wie Ausbildung und Zugang dann aussehen, steht noch nicht fest.

Passt der Beruf zu Dir?

Warum Osteopath werden?

Das passt zu Dir, wenn Du ...
  • feine Unterschiede mit den Händen spürst
  • Dich für Anatomie und Biologie begeisterst
  • Beschwerden wie ein Rätsel angehst und nach der Ursache suchst
  • gut zuhörst und Patienten ruhig erklärst, was Du tust
  • gern selbstständig arbeitest und eine Praxis führen willst
Eher nicht, wenn Du ...
  • schnell Geld verdienen willst: Die Ausbildung dauert Jahre und kostet viel
  • engen Körperkontakt nicht magst
  • feste Behandlungsregeln und klare Studienlage brauchst
  • vor 25 eigenverantwortlich behandeln willst und kein Arzt bist

Weiter zu Osteopathie und Therapie

Quellen dieses Artikels Recht: Heilpraktikergesetz § 1, 1. DVO § 2; OLG Düsseldorf I-20 U 236/13 (2015); BVerwG 3 C 15.17 (2019); Niedersächsischer Landtag Drs. 17/7624; Wissenschaftliche Dienste des Bundestags, WD 9 Nr. 03/20; Koalitionsvertrag 2025 · Heilpraktiker-Überprüfung: Leitlinien des BMG (BAnz AT 22.12.2017 B5); Gesundheitsämter Berlin und München, Landesprüfungsamt Hamburg · Ausbildung: Konsensgruppe Osteopathie (Eckpunkte 2026), BAO, VOD, BVO, BDOÄ; Bundesärztekammer (Curriculum Osteopathische Verfahren, MWBO); Angaben der Schulen OSD, IFAO, Still Academy, College Sutherland, College für Osteopathie, Döpfer, Paracelsus · Studium: Hochschule Fresenius, Osteopathie Schule Deutschland mit DIPLOMA Hochschule · Förderung: § 2 AFBG; Angaben der Schulen · Tätigkeit und Arbeitsorte: Bundesagentur für Arbeit, BERUFENET Osteopath/in, Chiropraktiker/in, Tierheilpraktiker/in; VOD; Heilmittel-Richtlinie des G-BA · Krankenkasse: § 11 Abs. 6 SGB V; TK, DAK, IKK classic, AOK PLUS, AOK Bayern, Barmer · Wirksamkeit: IGeL-Monitor (MD Bund, 2026); AOK Hessen (2026) · Gehalt: Statistisches Bundesamt, Verdiensterhebung · Arbeitsmarkt: VOD; Lobbyregister des Bundestags

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