Was ist ein Zahntechniker?
Zahntechniker fertigen sogenannte Dentalersatzteile an. Das klingt etwas sperrig, meint aber eigentlich nur Zahnersatzprodukte wie Kronen, Brücken und Implantate oder „die Dritten”, also komplett herausnehmbare Teil- und Vollprothesen. Außerdem stellen sie Zahnspangen und Aufbissschienen her. Hierfür arbeiten Zahntechniker mit speziellen Werkstoffen wie beispielsweise Kunststoffen oder Keramik, die in Farbe und Form sehr genau angepasst werden, damit sie ihrem natürlichen Vorbild möglichst nahe kommen. Auch das Reinigen und Reparieren gehört zu den Aufgaben der Zahntechniker. Zwar werden sie von Zahnärzten und Kieferchirurgen beauftragt, trotzdem haben sie selbst in der Regel keinen oder kaum direkten Kontakt zum Patienten.
Was macht ein Zahntechniker?
Während der Zahnarzt direkt am Patienten arbeitet, fertigst Du als Zahntechniker im Hintergrund den Zahnersatz an, den der Arzt in den Mund des Patienten einsetzt. Dafür stellt der Zahnarzt meist zunächst einen Abdruck des Gebisses des Patienten her. Daraus fertigst Du dann ein Modell aus Gips an. Dieses ist die Grundlage Deiner Arbeit, denn darauf aufbauend kannst Du sowohl Brücken, Implantate als auch Zahnspangen konstruieren und fertigen.
Zahntechniker ist ein Beruf mit viel Handarbeit, und so ist es notwendig, dass Du Dich genau mit den unterschiedlichen Materialien auskennst, die für Deine Arbeit wichtig sind. Du stellst die Prothesen zum Beispiel aus Kunststoffen oder Metall her, verwendest für die Verblendung aber Keramikmasse. Auch Titan oder Feingold kommen zum Einsatz. Mit Deiner Arbeit leistest Du einen wesentlichen Beitrag zum Wohlbefinden des Patienten, denn dank Dir gehören in seinem Leben Zahnlücken und schiefe Zähne der Vergangenheit an.
Wie wird man Zahntechniker?
Wenn Du Zahntechniker werden möchtest, dann brauchst Du keinen besonderen Schulabschluss. In der Praxis hat aber ungefähr die Hälfte der Auszubildenden einen Realschulabschluss und die andere Hälfte Abitur oder Fachabitur.
Deine Ausbildung zum Zahntechniker dauert in der Regel dreieinhalb Jahre, Du kannst sie aber auf Antrag und unter bestimmten Voraussetzungen um bis zu sechs Monate verkürzen.
Deine Zahntechniker-Ausbildung in der Berufsschule
Weil es sich bei der Ausbildung zum Zahntechniker um eine duale Ausbildung handelt, findet Deine theoretische Zahntechniker-Ausbildung in der Berufsschule statt, die Du entweder an zwei Tagen in der Woche oder mehrere Wochen lang im Block besuchst. In dieser Zeit lernst Du alles, was für Deine Arbeit als Zahntechniker wichtig ist:
- Die zahnmedizinische Fachsprache: Damit Du Dich mit dem Zahnarzt fachlich austauschen kannst und die Formulare richtig ausfüllst.
- Die Anfertigung von Zahnmodellen: Welche Werkstoffe sind hierfür notwendig, und wie wird der entstandene Abfall umweltgerecht entsorgt?
- Die Funktionsweise des Kiefers: Nur wenn Du genau verstehst, wie sich das Gebiss bewegt, kannst Du auch passgenau Produkte anfertigen.
- Fehler erkennen und beheben: Natürlich kann es vorkommen, dass Dir mal ein Fehler bei der Produktion unterläuft. In Deiner Zahntechnik-Ausbildung lernst Du, diesen zu erkennen und auch, wie Du ihn sachgemäß behebst.
Deine Zahntechniker-Ausbildung im Betrieb
Zu Beginn Deiner Zahntechniker-Ausbildung lernst Du zunächst, wie Du das Gipsmodell anfertigst, das die Grundlage für Deine weitere Arbeit darstellt. Dazu gehört natürlich auch, dass Du erfährst, wie Du die Maschinen und Werkzeuge bedienst. Computerprogramme unterstützen Dich dabei, Zahnersatz herzustellen, der von echten Zähnen kaum noch unterschieden werden kann.
Durch die Digitalisierung rücken moderne Fertigungsverfahren immer stärker in den Mittelpunkt Deiner Arbeit. Mit CAD/CAM-Technologie erstellst Du am Computer die Datensätze und Designs für Zahnersatz und fertigst diesen anschließend maschinengestützt. Auch der 3D-Druck gehört mittlerweile zum Berufsalltag: Damit stellst Du zum Beispiel Zahnprothesen, Kronen, Brücken oder moderne Alignersysteme her. Diese digitalen Techniken ergänzen die klassische Handarbeit und werden für das Berufsbild immer wichtiger.
Die Prüfungen während Deiner Zahntechniker-Ausbildung
Nach eineinhalb Jahren Ausbildung zum Zahntechniker steht eine Zwischenprüfung an, in der geprüft wird, ob Du alle Inhalte bis hierhin verstanden hast und beherrschst. Am Ende der Ausbildung zum Zahntechniker legst Du dann vor der Handwerkskammer Deine Gesellenprüfung ab. Hierbei absolvierst Du einen schriftlichen und einen praktischen Teil, in dem Du einen Zahnersatz wie beispielsweise eine Krone anfertigst.
Eine Umschulung zum Zahntechniker
Möchtest Du eine Umschulung machen, dann ist auch dies möglich, sofern Du einen mittleren Bildungsabschluss oder eine abgeschlossene Berufsausbildung mitbringst. Zumeist absolvierst Du eine außerbetriebliche Umschulung in Form eines Lehrganges, der in Vollzeit stattfindet und ungefähr zwei Jahre dauert.
Wo arbeitet ein Zahntechniker?
Als Zahntechniker findest Du einen Job
- In einem zahntechnischen Labor
- In Labors von größeren Zahnarztpraxen
- In Zahnkliniken
Wie sieht der Arbeitsalltag aus?
Ebenso wie jedes Gebiss individuell ist, unterscheidet sich auch jeder Arbeitstag eines Zahntechnikers vom anderen, denn jedes Implantat und jede Prothese muss individuell hergestellt werden. Hier kannst Du nachlesen, wie so ein Tag für Dich aussehen kann:
Zahntechniker haben sehr regelmäßige Arbeitstage mit klassischen Bürozeiten. Sie beginnen ihre Arbeit häufig zwischen 8 und 9 Uhr am Morgen und haben nachmittags zwischen 17 und 18 Uhr Feierabend. Überstunden können schon mal vorkommen, aber Schicht- oder Wochenendarbeit gibt es nicht.
Wie sieht der Arbeitsplatz aus?
Da der Beruf Zahntechniker zu den handwerklichen Berufen zählt, arbeitest Du in der Regel in einem Labor. Dieses kannst Du Dir nicht wie ein typisches chemisches Labor vorstellen, sondern eher wie eine Werkstatt. Statt mit Reagenzgläsern und Chemikalien hantierst Du hier mit Schleif- und Poliermaschinen, arbeitest am Ofen und mit Keramik, Metall und Hartgips. Im Labor arbeitest Du nicht allein, sondern zusammen mit anderen Zahntechnikern, die alle ihren eigenen Arbeitsplatz haben. Zwar tauscht Ihr Euch zwischendurch auch mal aus, die meiste Zeit aber verbringt Ihr konzentriert an eurem Arbeitsplatz und erstellt mit viel Geduld Prothesen.
Manchmal arbeitest Du auch im Büro, wenn Du am PC mithilfe von CAD-Programmen neue Modelle erstellst.
Weil Hygiene in einem medizinischen Beruf natürlich oberste Priorität hat, ist Arbeitskleidung wie Kittel, Mundschutz, Brille und Handschuhe vorgeschrieben. All diese Dinge dienen auch zu Deinem Schutz.
Was verdient ein Zahntechniker?
Während Deiner Ausbildung zum Zahntechniker verdienst Du je nach Bundesland und Tarif sehr unterschiedlich. Die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung liegt im ersten Ausbildungsjahr bei rund 724 €, im zweiten bei etwa 854 €, im dritten bei rund 977 € und im vierten Ausbildungsjahr bei etwa 1.014 €. Regional können die Empfehlungen der Handwerkskammern deutlich höher liegen, in Baden-Württemberg beispielsweise bei 924 € im ersten und bis zu 1.214 € im vierten Ausbildungsjahr.
Auch nachdem Du Deine Ausbildung zum Zahntechniker abgeschlossen hast, ist die Spanne groß: Als Berufseinsteiger wirst Du je nach Region und Betrieb etwa 2.400 bis 2.600 € verdienen. Mit Berufserfahrung steigt dieses Gehalt an: Der Median liegt laut Statistischem Bundesamt bei rund 3.500 € brutto im Monat. Als Zahntechnikermeister kannst Du im Schnitt mit rund 3.881 € brutto rechnen.
Wo finde ich einen Job als Zahntechniker?
Wie sind die Berufsaussichten für Zahntechniker?
Das Zahntechniker-Berufsbild ist im Wandel, denn Computer werden in diesem Bereich immer wichtiger, sodass es notwendig ist, dass Du Dich in diesem Bereich laufend fortbildest. Dabei steigt auch der Anspruch der Patienten an einen perfekten Zahnersatz laufend: Er soll nicht nur dauerhaft funktionieren, sondern auch einwandfrei und natürlich aussehen und nicht auffallen. Auch der Einsatz der Materialien ändert sich: Anstelle von Amalgam und Gold kommt heute viel eher Keramik und Titan zum Einsatz. Damit die Labore mit der Entwicklung Schritt halten können, brauchen sie permanent hoch qualifiziertes Personal.
Besonders gut stehen Deine Chancen in Süddeutschland, also vor allem in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. In Bayern gab es auf 578 Stellen innerhalb eines Jahres 347 Bewerber, in Baden-Württemberg waren es 296 Bewerber auf 494 Stellen und in Rheinland-Pfalz kamen auf 157 freie Stellen 110 Bewerber. Sorgen, nach Deiner Zahntechniker-Ausbildung einen für Dich passenden Job zu finden, brauchst Du Dir also keine zu machen.
Welche Spezialisierungen gibt es?
Nachdem Du Deine Ausbildung zum Zahntechniker abgeschlossen hast, hast Du zahlreiche Möglichkeiten, Dich fortzubilden und zum Beispiel eine Weiterbildung zum Zahntechnikmeister zu machen. Danach kannst Du Dein eigenes Büro leiten und auch selbst Azubis ausbilden.
Für die Weiterbildung zum Zahntechnikermeister brauchst Du in der Regel zunächst eine abgeschlossene Gesellenprüfung und mehrjährige Berufspraxis im Zahntechniker-Handwerk. Das Zahntechniker-Handwerk ist ein zulassungspflichtiges Handwerk, deshalb ist der Meisterbrief die Voraussetzung dafür, Dich selbstständig zu machen, ein eigenes Dentallabor zu leiten und in die Handwerksrolle der Handwerkskammer eingetragen zu werden. Auch das Ausbilden von Lehrlingen ist erst mit dem Meisterbrief erlaubt.
Mit einer Qualifikation als Technischer Fachwirt oder Fachkaufmann für Handwerkswirtschaft kannst Du in die Industrie gehen oder ebenfalls als Geschäftsführer ein Labor übernehmen oder gründen.
Wenn Du sowieso vorher schon Dein Abitur gemacht hast, dann könntest Du auch noch ein Studium aufnehmen, zum Beispiel in einem der Bereiche Zahnmedizin, Dentaltechnologie oder Medizintechnik.
Passt der Beruf Zahntechniker zu mir?
Mit einer Zahntechniker-Ausbildung hast Du Dir einen tollen Beruf ausgesucht, denn dieser vereint Handwerk mit künstlerischer Gestaltung. Fingerfertigkeit und technisches Verständnis sind dazu unabdingbar. Damit Du hier voll aufblühst, solltest Du für eine Zahntechniker-Ausbildung außerdem folgende Voraussetzungen mitbringen: