Verfahrensmechaniker: Ausbildung & Beruf

3 Jahre duale Ausbildungrund 1.600 neue Azubis 20241.051 bis 1.232 € Tarif im 1. Jahr3.633 € mittleres Gehalt
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Inhalt15 Abschnitte
  1. Wie wird man Verfahrensmechaniker?
  2. Welche Verfahrensmechaniker gibt es?
  3. Wie läuft die Ausbildung ab?
  4. Wie lange dauert die Ausbildung und was verdienst Du?
  5. Welche Voraussetzungen brauchst Du?
  6. Wo bekommst Du einen Ausbildungsplatz?
  7. Geht es als Quereinsteiger oder per Umschulung?
  8. Was macht ein Verfahrensmechaniker?
  9. Wo arbeiten Verfahrensmechaniker?
  10. Verfahrensmechaniker oder Industriemechaniker?
  11. Was verdient ein Verfahrensmechaniker?
  12. Welche Weiterbildungen gibt es?
  13. Wie sind die Berufsaussichten?
  14. Passt der Beruf zu Dir?
  15. Weiter zu Gehalt und verwandten Berufen

Verfahrensmechaniker steuern, überwachen und warten Produktionsanlagen, die Rohstoffe zu fertigen Produkten verarbeiten: Sie lackieren Autokarosserien, stellen Glas, Brillengläser, Beton oder Asphalt her. Den bekanntesten Zweig, Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik, gibt es seit August 2023 unter dem neuen Namen Kunststoff- und Kautschuktechnologe.

Wie wird man Verfahrensmechaniker?

Verfahrensmechaniker oder Verfahrensmechanikerin wirst Du mit einer dualen Ausbildung von 3 Jahren in einem Industriebetrieb und der Berufsschule. Vorher legst Du Dich auf eine Richtung fest, etwa Beschichtungstechnik, Glastechnik oder Kunststoff, und machst am Ende die Prüfung vor der IHK. Einen bestimmten Schulabschluss schreibt das Gesetz nicht vor. Vier Wege führen zum Abschluss:

So läuft die Ausbildung zum Verfahrensmechaniker ab

  1. Ein Jahr vorherBewerbenGroße Betriebe besetzen früh: Volkswagen in Osnabrück und Continental in Hannover suchen im Herbst 2026 schon Azubis für September 2027.
  2. Jahr 1GrundlagenWerkstoffe kennenlernen, Bauteile bearbeiten, Anlagen und Maschinen verstehen, sicher mit Gefahrstoffen umgehen.
  3. Etwa Mitte 2. JahrErste PrüfungJe nach Beruf eine Zwischenprüfung oder schon Teil 1 der Abschlussprüfung, der beim Kunststoffberuf 25 % der Endnote zählt.
  4. Jahr 2 und 3Deine Richtung vertiefenAnlagen bedienen, einrichten und warten, etwa Spritzgießmaschinen, Lackierstraßen, Glasschmelzwannen oder Asphaltmischanlagen.
  5. Nach 3 JahrenAbschlussprüfungPraktische Aufgabe mit Fachgespräch und schriftliche Prüfungen vor der IHK. Danach arbeitest Du als Facharbeiter.

Quellen: Ausbildungsverordnungen BeschMechAusbV, VerfGlasAusbV, BrillVerfMAusbV, SEIVerfMAusbV und KStoffTechAusbV (je § 2 und Prüfungsteile); BBiG §§ 8 und 45; SGB III § 180; BIBB-Hauptausschuss, Empfehlung 129; Volkswagen Osnabrück; Continental.

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Welche Verfahrensmechaniker gibt es?

Heute gibt es vier Ausbildungsberufe mit dem Namen Verfahrensmechaniker. Jeder hat eine eigene Ausbildungsordnung, Du entscheidest Dich also schon bei der Bewerbung. Dazu kommen zwei Berufe, die früher so hießen. Mit Abstand die meisten Azubis lernen den Kunststoffberuf:

BerufWas Du herstellst
Kunststoff- und Kautschuk­technologe
bis 2023 Verfahrens­mechaniker für Kunststoff- und Kautschuk­technik, 1.200 neue Azubis 2024
Autoteile, Folien, Rohre, Reifen, Schläuche und Fenster aus Kunststoff oder Gummi
Beschichtungs­technik
225 neue Azubis 2024
Lack, Pulver und andere Schichten auf Fahrzeugen, Möbeln, Maschinen und Spielwaren
Glastechnik
93 neue Azubis 2024
Scheiben, Flaschen, Trinkgläser und Spezialglas
Steine- und Erden­industrie
75 neue Azubis 2024
Zement, Kalk, Transportbeton, Betonfertigteile, Kalksandsteine oder Asphalt
Brillenoptik
12 neue Azubis 2024
Brillengläser aus Kunststoff und Glas
Verfahrens­technologe Metall
bis 2018 Verfahrens­mechaniker in der Hütten- und Halbzeug­industrie
Stahl und andere Metalle, als Ausbildung von 3,5 Jahren

Quellen: BIBB, Verzeichnis der anerkannten Ausbildungsberufe und DAZUBI-Datenblätter (Berichtsjahr 2024); BERUFENET; BIBB, Pressemitteilungen zur Neuordnung 2018 und 2023.

Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik

Seit dem 1. August 2023 heißt der Beruf Kunststoff- und Kautschuktechnologe. Dauer, Prüfung und die sieben Fachrichtungen sind gleich geblieben. Neu sind zwei freiwillige Zusatzqualifikationen: additive Fertigung, also 3-D-Druck, und Prozessintegration. Viele Betriebe und Umschulungsträger nutzen den alten Namen weiter. Du lernst in einer von sieben Fachrichtungen:

FachrichtungWas Du dort machst
FormteileWerkstücke im Spritzguss, Blasformen oder Schäumen, etwa für Autos und Medizintechnik
HalbzeugeFolien, Platten, Stäbe und Rohre am Extruder oder Kalander für die Weiterverarbeitung
Mehrschicht­kautschukteileReifen, technische Schläuche, Transportbänder und Luftfedern
Compound- und Masterbatch­herstellungKunststoffmischungen mit besonderen Eigenschaften, etwa UV-beständig oder schwer entflammbar
BauteileRohrleitungssysteme und Baugruppen, die Du auch fügst und montierst
Faserverbund­technologieleichte Bauteile für Fahrzeuge, Flugzeuge, Boote und Sportgeräte
Kunststoff­fensterFenster, Türen und Fassadenelemente aus Kunststoff, oft mit Montage

Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik

Beschichtungstechnik kurz beantwortet
Was machst Du?Oberflächen beschichtenDu bereitest Werkstücke vor, etwa durch Strahlen oder Schleifen, und trägst Lack oder Pulver an weitgehend automatischen Anlagen auf.
Gibt es Fachrichtungen?nein, aber einen SchwerpunktIm 3. Jahr vertiefst Du Holz-, Kunststoff- oder Metalloberflächen.
Wo lernst Du?etwa in der AutoindustrieBMW bildet etwa im Werk Berlin aus, Volkswagen in Osnabrück. Dazu kommen Maschinenbau, Möbel- und Elektroindustrie.
Wie viele Frauen?rund jede fünfte neue Azubi2024 waren 21 % der neuen Azubis Frauen, im Kunststoffberuf 7 %.

Glastechnik, Steine und Erden, Brillenoptik

Die übrigen Richtungen
Glastechnikseit 01.08.2026 neu geordnetDu lernst im Einsatzgebiet Flachglas oder Hohlglas, mischst Quarzsand, Soda und Kalk und überwachst Schmelzwanne und Formgebung.
Steine und Erden6 Fachrichtungen ab dem 3. JahrAls Verfahrensmechanikerin oder Verfahrensmechaniker in der Steine- und Erdenindustrie wählst Du: Baustoffe, Transportbeton, Gipsplatten oder Faserzement, Kalksandsteine oder Porenbeton, vorgefertigte Betonerzeugnisse, Asphalttechnik.
Brillenoptikkleinster der BerufeDu fräst, schleifst und polierst Rohlinge zu Brillengläsern und veredelst sie, etwa mit einer Entspiegelung.

Quellen: KStoffTechAusbV § 4; BIBB, Pressemitteilung 177202; IHK Rhein-Neckar; BeschMechAusbV, Anlage; VerfGlasAusbV § 4; SEIVerfMAusbV § 2; BERUFENET (Beschichtungstechnik, Glastechnik, Brillenoptik, Steine und Erden, Kunststoff- und Kautschuktechnologe); BIBB DAZUBI 2024.

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Wie läuft die Ausbildung zum Verfahrensmechaniker ab?

Du lernst im Wechsel im Betrieb und in der Berufsschule. Im ersten Jahr geht es um Werkstoffe, Metallbearbeitung und Anlagen, danach um Deine Richtung: Maschinen einrichten, Prozesse steuern, Fehler finden und die Qualität prüfen. Wie die Prüfung aufgebaut ist, hängt vom Beruf ab:

BerufPrüfung
Kunststoff- und Kautschuk­technologegestreckte Abschlussprüfung: Teil 1 im 2. Jahr (25 % der Note), Teil 2 am Ende (75 %)
Glastechnikseit August 2026 gestreckt: Teil 1 im 2. Jahr (30 %), Teil 2 am Ende (70 %)
Beschichtungs­technikZwischenprüfung vor Ende des 2. Jahres, sie zählt nicht zur Note. Am Ende eine betriebliche Aufgabe von bis zu 22 Stunden mit Fachgespräch und drei schriftliche Prüfungen
Steine und ErdenZwischenprüfung, am Ende Prüfungsstück, vier Arbeitsproben und vier schriftliche Prüfungen
BrillenoptikZwischenprüfung, am Ende eine Aufgabe von bis zu 21 Stunden mit Fachgespräch und drei schriftliche Prüfungen

Fast alle bestehen: 2024 lag die Erfolgsquote im Kunststoffberuf bei 96,8 %, in der Beschichtungstechnik bei 92,1 %.

Wo gehst Du zur Berufsschule?

Für die kleineren Berufe gibt es nur wenige Fachklassen, oft für mehrere Bundesländer und im Blockunterricht:

BerufBerufsschulen (Beispiele)
Beschichtungs­technikSindelfingen für Süd- und Südwestdeutschland, Fürstenwalde für Berlin und den Osten, Hamburg für den Norden
GlastechnikZwiesel, Rheinbach bei Bonn, Wertheim
BrillenoptikZwiesel und Rathenow
Steine und ErdenWiesau, Gelsenkirchen, Eilenburg, Erfurt
KunststoffFachklassen für mehrere Länder gibt es für einzelne Fachrichtungen, etwa in Lemgo, Radeberg und Sonneberg

Quellen: Ausbildungsverordnungen (Prüfungsparagrafen); BIBB DAZUBI 2024 (Erfolgsquote II); KMK, Länderübergreifende Fachklassen (38. Fortschreibung, gültig ab 01.08.2026).

Wie lange dauert die Ausbildung und was verdienst Du?

Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Laut Tarif verdienst Du im 1. Jahr 1.051 bis 1.232 € brutto im Monat, im 3. Jahr 1.276 bis 1.381 €. Was Du ausgelernt verdienst, steht im Artikel Verfahrensmechaniker-Gehalt.

Tarifliche Ausbildungsvergütung im 1. Jahr
Durchschnitt aller Tarifverträge, brutto im Monat, Stand Oktober 2025
Beschichtungstechnik3. Jahr: 1.381 €1.232 €
Kunststoff- und Kautschuktechnologe3. Jahr: 1.276 €1.136 €
Glastechnik3. Jahr: 1.296 €1.123 €
Steine und Erden3. Jahr: 1.372 €1.051 €

Quelle: BIBB, Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2025. Für Brillenoptik weist das BIBB keinen Wert aus.

Dauer, Geld und Kosten
Kannst Du verkürzen?ja, um bis zu 12 MonateMit Abitur, Fachabitur oder einem anderen Berufsabschluss bis zu 12 Monate, mit mittlerem Abschluss bis zu 6. Den Antrag stellen Du und Dein Betrieb gemeinsam.
Mit guten Noten früher fertig?ja, mit vorzeitiger ZulassungIn der Regel brauchst Du einen Notenschnitt besser als 2,49. Dann darfst Du bis zu 6 Monate früher zur Prüfung.
Geht es in Teilzeit?jaDie Ausbildung verlängert sich dann höchstens auf das Eineinhalbfache.
Was zahlen Betriebe wirklich?z. B. 1.226 € bei VolkswagenSo viel zahlt VW in Osnabrück im 1. Jahr der Beschichtungstechnik, Continental in Hannover im Kunststoffberuf ab 1.211 €.
Was musst Du selbst zahlen?nichts für die AusbildungWerkzeuge, Werkstoffe und Fachliteratur stellt Dir der Betrieb laut Gesetz kostenlos.

Quellen: Ausbildungsverordnungen § 2; BIBB, Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2025; BBiG §§ 7a, 8, 14 und 45; BIBB-Hauptausschuss, Empfehlung 129; Volkswagen Osnabrück (Stand 04/2025); Continental.

Welche Voraussetzungen brauchst Du als Verfahrensmechaniker?

Rechtlich ist kein Schulabschluss vorgeschrieben. Die Betriebe wählen selbst aus: Heidelberg Materials nimmt für Transportbeton einen guten Haupt- oder Realschulabschluss, SCHOTT in Grünenplan nennt für Glastechnik alles vom guten Hauptschulabschluss bis zum Abitur. Die Hälfte der neuen Azubis im Kunststoffberuf hat einen mittleren Abschluss, knapp ein Drittel den Hauptschulabschluss:

Schulabschluss der neuen Azubis 2024
Kunststoff- und Kautschuktechnologe, 1.200 neue Verträge
Mittlerer AbschlussRealschulabschluss51 %
Hauptschulabschlusserster Schulabschluss31 %
Abitur oder FachabiturHochschul- oder Fachhochschulreife15 %
ohne Abschluss oder aus dem Ausland4 %

Quelle: BIBB, DAZUBI 2024. In der Beschichtungstechnik: 47 % mittlerer Abschluss, 29 % Hauptschule, 17 % Abitur.

Das solltest Du mitbringen
Welche Fächer helfen?Mathe, Chemie, Physik, TechnikMathe für Mischungsverhältnisse, Chemie für Werkstoffe und Lacke, Physik für Pneumatik und Hydraulik.
Was ist Pneumatik?Technik mit DruckluftPneumatik bewegt Maschinenteile mit Druckluft, Hydraulik mit Öl unter Druck. Beides steuerst Du an Deinen Anlagen.
Gesundheit?gesunde Haut und AtemwegeIn der Beschichtung arbeitest Du mit Lacken und Dämpfen, in Steine und Erden mit Staub. Allergien können ein Hindernis sein.
Brauchst Du gutes Farbsehen?in manchen RichtungenEtwa in der Brillenoptik und bei Kunststoff-Halbzeugen, wenn Du Farbtöne nach Rezept prüfst.
Und unter 18?ärztliche ErstuntersuchungDas Jugendarbeitsschutzgesetz verlangt sie vor dem Start der Ausbildung.

Quellen: BERUFENET (Schulfächer, körperliche Anforderungen); BIBB DAZUBI 2024; Heidelberg Materials; SCHOTT (Stellenanzeige Grünenplan); Jugendarbeitsschutzgesetz § 32.

Wo bekommst Du einen Ausbildungsplatz als Verfahrensmechaniker?

Bei Industriebetrieben, die Kunststoff, Lack, Glas oder Baustoffe verarbeiten. Große Betriebe suchen rund ein Jahr im Voraus. Die meisten Kunststoff-Azubis lernen im Westen und Süden:

Kunststoff- und Kautschuktechnologe: Azubis nach Bundesland
alle Ausbildungsjahre, Ende 2024, zusammen 3.444
Nordrhein-Westfalen801
Bayern684
Baden-Württemberg567
Niedersachsen474
Hessen282

Quelle: BIBB, DAZUBI-Datenblatt Kunststoff- und Kautschuktechnologe/-in, Berichtsjahr 2024.

BetriebWo und was
BMW GroupBeschichtungstechnik im Werk Berlin: Karosserien und Motorräder lackieren
VolkswagenBeschichtungstechnik in Osnabrück, Verkürzung auf 2,5 Jahre möglich
ContinentalKunststoff- und Kautschuktechnologe in Hannover, Reifen und Kautschukprodukte
SCHOTTGlastechnik, Standorte etwa Mainz, Mitterteich, Grünenplan und Jena
RodenstockBrillenoptik in Regen im Bayerischen Wald
Heidelberg Materials, STRABAGSteine und Erden: Transportbeton, Baustoffe und Asphalttechnik

Beim Kunststoffberuf sinkt die Zahl neuer Verträge seit Jahren: 2021 waren es 1.620, 2025 noch 1.209. In der Beschichtungstechnik stieg sie 2025 auf 264.

Quellen: BIBB DAZUBI 2024; BIBB, Erhebung neu abgeschlossener Ausbildungsverträge zum 30.09.2025; Ausbildungsseiten von BMW Group, Volkswagen Osnabrück, Continental, SCHOTT, Rodenstock, Heidelberg Materials und STRABAG.

Kann man als Quereinsteiger Verfahrensmechaniker werden?

Ja, aber als Fachkraft über den Berufsabschluss: per Umschulung, verkürzter Ausbildung oder Externenprüfung. Für Erwachsene gibt es mehrere Wege zum Abschluss:

Wege für Quereinsteiger
Umschulungrund 24 Monate in VollzeitDie Umschulung ist ein Drittel kürzer als die Ausbildung. Angebote gibt es vor allem für den Kunststoffberuf, etwa beim DSF in Lichtenfels oder der TBS Gotha, mit Praktikum. Bezahlen können Arbeitsagentur oder Jobcenter mit einem Bildungsgutschein.
Externenprüfungnach 54 Monaten im BerufWer 4,5 Jahre im Beruf gearbeitet hat, darf ohne Ausbildung zur Abschlussprüfung.
Verkürzte Ausbildungbis zu 12 Monate kürzerHast Du schon einen Berufsabschluss, kann die Kammer die Ausbildung auf gemeinsamen Antrag mit dem Betrieb verkürzen.
Aus dem Ausland?keine Anerkennung nötigDer Beruf ist nicht reglementiert. Die Gleichwertigkeit Deines Abschlusses kann Dir die IHK trotzdem bestätigen.

Quellen: SGB III § 180; BBiG §§ 8 und 45; DSF Lichtenfels; Technische Bildungsstätte Gotha; Internationaler Bund; BERUFENET und anerkennung-in-deutschland.de.

Was macht ein Verfahrensmechaniker?

Verfahrensmechaniker sorgen dafür, dass eine Produktionsanlage das richtige Produkt in der richtigen Qualität herstellt. Sie stellen die Maschinen ein, überwachen den Prozess am Leitstand und greifen ein, wenn etwas nicht stimmt. Ein typischer Auftrag läuft so ab:

  1. VorbereitenAuftrag planenDu wählst das Verfahren, bereitest Rezeptur und Material vor und klärst den Ablauf mit den Kollegen.
  2. RüstenAnlage einrichtenWerkzeuge einbauen, Programm wählen, Temperatur, Druck und Zeit einstellen.
  3. ProduzierenRohstoffe verarbeitenKunststoffgranulat schmelzen, Lack auftragen, Glasgemenge schmelzen oder Beton mischen.
  4. ÜberwachenProzess steuernMesswerte im Blick behalten, Störungen erkennen und beheben.
  5. PrüfenQualität sichernProben nehmen, Maße, Farbe und Schichtdicke prüfen, Ergebnisse dokumentieren.
  6. WartenAnlage instand haltenVerschleißteile tauschen, reinigen, kleine Reparaturen selbst erledigen.

Wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Arbeitsalltag kurz beantwortet
Wo arbeitest Du?in Werkhallen und am LeitstandIn Spritzkabinen und Lackierstraßen, an Schmelzwannen, in Steinbrüchen oder Mischwerken, dazu im Prüflabor.
Wann arbeitest Du?meist im SchichtdienstSchichtarbeit nennt die Arbeitsagentur für alle Richtungen. In der Kunststoffindustrie wird häufig in mehreren Schichten gearbeitet.
Wie laut und warm ist es?oft laut, an Öfen heißJe nach Richtung kommen Lackdämpfe, Kunststoffgerüche, Glas- oder Zementstaub dazu.
Was trägst Du?SchutzkleidungGehörschutz, Schutzbrille, Handschuhe und Sicherheitsschuhe, beim Lackieren auch Atemschutz.
Mit welchen Maschinen?je nach RichtungSpritzgießmaschinen, Extruder und 3-D-Drucker, Pulver- und Tauchanlagen, Press- und Blasmaschinen für Glas, Asphaltmischanlagen.

Quellen: BERUFENET (Tätigkeit, Arbeitsbedingungen, Arbeitsmittel) zu allen Richtungen.

Wo arbeiten Verfahrensmechaniker?

In der Industrie: bei Kunststoffverarbeitern und Autoherstellern, in der chemischen Industrie, in Glashütten, Zement-, Beton- und Asphaltwerken und in der optischen Industrie. Typische Arbeitgeber und was Du dort machst:

BrancheBeispiele
Kunststoff und KautschukSpritzguss für Autos und Medizintechnik, Folien, Rohre, Reifen, Fenster
FahrzeugbauKarosserien und Anbauteile lackieren, Kunststoffteile herstellen
Maschinenbau, Möbel, ElektroGehäuse, Möbelteile und Maschinen beschichten
Chemische IndustrieKunststoffmischungen und Masterbatches herstellen
GlasindustrieFlachglas, Flaschen, Spezialglas, Glasfaser und Recycling
BaustoffindustrieZement-, Kalk- und Gipswerke, Betonwerke, Asphaltmischwerke
Optische IndustrieBrillengläser, auch für Werkstätten von Augenoptikern

Quellen: BERUFENET (Branchen) zu allen Richtungen.

Was ist der Unterschied zwischen Verfahrensmechaniker und Industriemechaniker?

Verfahrensmechaniker stellen mit Anlagen ein Produkt her. Industriemechaniker sorgen dafür, dass Maschinen und Anlagen betriebsbereit sind, und warten und reparieren sie. Die Unterschiede im Überblick:

Verfahrensmechaniker / Industriemechaniker
Im Mittelpunktdas Material und der Prozess / die Maschine
Dauer3 Jahre / 3,5 Jahre
Wo gelerntnur in der Industrie / Industrie und Handwerk
TypischAnlage einrichten, Rezeptur, Qualität prüfen / Maschinen betriebsbereit halten, warten, reparieren

Mehr zum anderen Beruf liest Du im Artikel Industriemechaniker.

Quellen: BERUFENET Industriemechaniker/in und Verfahrensmechaniker/in; Verordnung über die Berufsausbildung in den industriellen Metallberufen.

Was verdient ein Verfahrensmechaniker?

Als Verfahrensmechaniker verdienst Du im Mittel 3.633 € brutto im Monat. Was Du beim Einstieg, nach Bundesland, Betriebsgröße und Betriebszugehörigkeit verdienst, steht im Artikel Verfahrensmechaniker-Gehalt.

Welche Weiterbildungen gibt es für Verfahrensmechaniker?

Die naheliegenden Wege nach oben sind der Industriemeister und der Staatlich geprüfte Techniker in Deiner Richtung. Mit beiden kannst Du auch ohne Abitur studieren. Wie Du die Förderung beantragst, steht im Artikel Aufstiegs-BAföG.

AbschlussZugang und Dauer
Industriemeister/in Kunststoff und KautschukZugang: Berufsabschluss und Berufspraxis
Dauer: unterschiedlich, je nach Kurs
Industriemeister/in Lack- und BeschichtungstechnikZugang: Berufsabschluss und Berufspraxis
Dauer: unterschiedlich, Abschluss Bachelor Professional
Industriemeister/in GlasZugang: Berufsabschluss und Praxis oder 5 Jahre Praxis
Dauer: Vollzeit rund 9 Monate, Teilzeit 26 bis 31 Monate
Staatlich geprüfte/r Techniker/inZugang: Berufsabschluss und Praxis, etwa für Kunststofftechnik, Glastechnik oder Farb- und Lacktechnik
Dauer: Vollzeit 2 Jahre, Teilzeit 3 bis 4 Jahre
StudiumZugang: Abitur, Meister oder Techniker
Dauer: Bachelor, etwa Kunststofftechnik oder Verfahrenstechnik
Kosten und Förderung
Aufstiegs-BAföGbis 15.000 € für Kurs und PrüfungDie Hälfte ist Zuschuss, nach bestandener Prüfung wird die Hälfte des Restdarlehens erlassen. In Vollzeit gibt es bis zu 1.019 € im Monat für den Lebensunterhalt.
Andere RichtungenMeister Optik, Kalk und ZementAuch für Brillenoptik und Steine und Erden gibt es passende Industriemeister.

Studiengänge vergleicht der Artikel Kunststofftechnik studieren.

Quellen: BERUFENET (Industriemeister Kunststoff und Kautschuk, Lack- und Beschichtungstechnik, Glas, Optik, Kalk/Zement; Techniker Kunststoff- und Kautschuktechnik, Glastechnik, Farb- und Lacktechnik); KStoffIndMeistPrV; KMK-Beschluss vom 06.03.2009; Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz §§ 10, 12 und 13b.

Wie sind die Berufsaussichten für Verfahrensmechaniker?

Gut: Die Bundesagentur für Arbeit zählt Kunststoff- und Kautschukherstellung, Metalloberflächenbehandlung und Baustoffherstellung auf Fachkraft-Ebene 2025 zu den Engpassberufen. Betriebe suchen dort drei bis vier Monate, bis eine Stelle besetzt ist. Für Glas und Brillenoptik reichen die Daten der Arbeitsagentur nicht für eine Bewertung.

99 Tage
Kunststoff und Kautschuk
bis eine Stelle besetzt ist, 2025
110,5 Tage
Metalloberflächen
dazu zählt die Beschichtungstechnik
114,5 Tage
Baustoffherstellung
dazu zählen Steine und Erden
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Engpassanalyse 2025 (Fachkräfte)
Was die Zahlen bedeuten
Wie viele arbeiten im Beruf?rund 84.000 FachkräfteSo viele zählte die Arbeitsagentur Ende 2025 allein in der Kunststoff- und Kautschukherstellung, dazu rund 26.000 in der Metalloberflächenbehandlung.
Nachwuchsweniger Azubis im KunststoffDie neuen Verträge sanken von 1.620 im Jahr 2021 auf 1.209 im Jahr 2025. Rund 28 % lösen ihren Vertrag vorzeitig.
Frauenselten2024 waren 7 % der neuen Azubis im Kunststoffberuf Frauen, in der Beschichtungstechnik 21 %.

Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Engpassanalyse 2025 und Beschäftigungsstatistik 31.12.2025; BIBB DAZUBI 2024 und Erhebung zum 30.09.2025.

Passt der Beruf zu Dir?

Was solltest Du mitbringen?

Das passt zu Dir, wenn Du ...
  • gern mit Maschinen und Technik arbeitest
  • sorgfältig nach Rezeptur und Vorgabe arbeitest
  • in Mathe, Chemie und Physik gut mitkommst
  • Dir Abläufe und Bauteile räumlich vorstellen kannst
  • lieber etwas herstellst, als am Schreibtisch zu sitzen
Eher nicht, wenn Du ...
  • auf keinen Fall Schicht arbeiten möchtest
  • Lärm, Hitze oder Gerüche schlecht verträgst
  • Haut- oder Atemwegsallergien hast, besonders für Lack und Staub
  • ungern lange stehst

Weiter zu Gehalt und verwandten Berufen

Quellen dieses Artikels Ausbildungsordnungen: BeschMechAusbV (1999), BrillVerfMAusbV (2002), SEIVerfMAusbV (2004), KStoffTechAusbV (2023), VerfGlasAusbV (2025, in Kraft 01.08.2026), MVTAusbV (2017) · Berufe, Tätigkeit, Arbeitsbedingungen, Weiterbildung: BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit · Azubis, Schulabschluss, Vergütung, Erfolgs- und Lösungsquoten: BIBB, DAZUBI 2024, Erhebung zum 30.09.2025, Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2025 · Berufsschulen: KMK, Länderübergreifende Fachklassen, 38. Fortschreibung · Verkürzung, Teilzeit, Externenprüfung, Umschulung: BBiG, SGB III, BIBB-Hauptausschuss Empfehlung 129 · Arbeitsmarkt: Bundesagentur für Arbeit, Engpassanalyse 2025, Beschäftigungsstatistik · Gehalt: Statistisches Bundesamt · Förderung: Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz · Ausbildungsbetriebe: BMW Group, Volkswagen Osnabrück, Continental, SCHOTT, Rodenstock, Heidelberg Materials, STRABAG; Umschulung: DSF Lichtenfels, TBS Gotha, Internationaler Bund

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