Statiker: Ausbildung & Beruf

3 bis 4 Jahre Studium3 Jahre Praxis bis zur eigenen Statik2 bis 4 Jahre Technikerschule5.182 € mittleres Gehalt
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Inhalt6 Abschnitte
  1. Wie wird man Statiker?
  2. Was macht ein Statiker?
  3. Was verdient ein Statiker?
  4. Wie sind die Berufsaussichten?
  5. Passt der Beruf zu Dir?
  6. Weiter zu Bau und Statik

Statiker, auch Tragwerksplaner genannt, berechnen, ob ein Haus oder eine Brücke sicher steht.

Wie wird man Statiker?

Statiker wirst Du mit einem Studium im Bauingenieurwesen; eine Ausbildung zum Statiker gibt es in Deutschland nicht. Ohne Abitur oder Studium kannst Du als staatlich geprüfter Techniker Bautechnik in der Statik mitarbeiten, die Verantwortung trägt dann meist ein Ingenieur.

1. Bauingenieurwesen studieren

Den Bachelor in Bauingenieurwesen kannst Du auch im Fernstudium oder dual machen, zum Beispiel an diesen Hochschulen:

Der Bachelor ist Dein Einstieg in die Tragwerksplanung, eigene Statiken erstellst Du nach 3 Jahren Praxis.
1
IU Internationale Hochschule
Bauingenieurwesen (B.Eng.)
IU Internationale Hochschule* · Fernstudium
Bachelor
2
IU Internationale Hochschule
Bauingenieurwesen (B.Eng.)
IU Internationale Hochschule* · Duales Studium
Bachelor
3
Wilhelm Büchner Hochschule
Bauingenieurwesen (B.Eng.)
Wilhelm Büchner Hochschule* · Fernstudium
Bachelor

Das Bachelorstudium dauert 3 bis 4 Jahre und endet mit dem Bachelor of Engineering oder dem Bachelor of Science. Du studierst an einer Uni, Fachhochschule oder Berufsakademie. Willst Du später ein Team oder Projekte leiten, erwarten die meisten Arbeitgeber einen Master. Welcher Abschluss Dir welche Tür öffnet:

Dein AbschlussHier kannst Du Bauingenieurwesen studieren
Abituran der Uni, an der Fachhochschule oder an der Berufsakademie
Fachgebundene Hochschulreifean der Fachhochschule, an der Uni je nach Fachrichtung
Fachhochschulreifean der Fachhochschule oder an der Berufsakademie
Meister oder Technikerüberall, Dein Abschluss zählt wie ein Abitur
Ausbildung + 3 Jahre Praxisnach einer Eignungsprüfung oder 1 Jahr Probestudium. Die Ausbildung muss zum Fach passen, etwa als Maurer, Zimmerer oder Bauzeichner.

Quellen: Bundesagentur für Arbeit (BERUFENET Bauingenieurwesen), Kultusministerkonferenz, Beschluss vom 06.03.2009.

Ab wann darfst Du selbst eine Statik erstellen?

Selbst eine Statik erstellen darfst Du erst nach 3 Jahren Praxis. So regeln es zum Beispiel Brandenburg und Sachsen: Den Standsicherheitsnachweis, also die Berechnung, dass ein Gebäude sicher steht, erstellt eine Person mit Studium in Bauingenieurwesen, Architektur oder Hochbau und mindestens 3 Jahren Berufserfahrung in der Tragwerksplanung. Die Ingenieurkammer trägt sie dafür in eine Liste ein. Bei großen Gebäuden prüft zusätzlich die Bauaufsicht oder ein Prüfingenieur die Statik.

  1. 3 bis 4 JahreBachelor BauingenieurwesenDu lernst Baukonstruktion und statische Berechnung, dazu Stahlbetonbau, Stahlbau und Holzbau.
  2. mindestens 3 JahrePraxis in der TragwerksplanungDu rechnest im Ingenieurbüro mit, ein eingetragener Tragwerksplaner ist verantwortlich.
  3. danachEintrag bei der IngenieurkammerAb jetzt erstellst Du Standsicherheitsnachweise selbst, zum Beispiel für Wohnhäuser.
  4. nach 10 JahrenPrüfingenieur werdenDafür brauchst Du 10 Jahre Erfahrung, davon 5 mit Standsicherheitsnachweisen und 1 in der Bauleitung, und musst eine Prüfung bestehen. Dann prüfst Du die Statik anderer im Auftrag der Bauaufsicht.

2. Ohne Studium: Techniker Bautechnik und Baustatik-Kurs

Auch ohne Abitur und Studium kommst Du in die Statik: als staatlich geprüfter Techniker Bautechnik, dazu passt ein Kurs in Baustatik.

Techniker und Baustatik-Kurs bereiten Dich auf die Mitarbeit in der Statik vor, eine Statik verantworten darfst Du damit allein nicht.
1
ILS
Baustatik
ILS* · Fernkurs
Fernkurs
2
ILS
Staatlich geprüfte/r Techniker der Fachrichtung Bautechnik
ILS* · Fernkurs
staatlich
3
Fernakademie für Erwachsenenbildung
Staatlich geprüfte/r Techniker der Fachrichtung Bautechnik, Schwerpunkt Hochbau
Fernakademie für Erwachsenenbildung* · Fernkurs
staatlich

Ohne Studium rechnest Du in der Statik mit, verantworten muss sie meist ein Ingenieur. Als Techniker arbeitest Du in Architektur- und Ingenieurbüros: Du zeichnest Pläne und rechnest bei der Statik mit. Unterschreiben und verantworten muss die Statik eines Gebäudes in der Regel ein eingetragener Tragwerksplaner mit Studium. Der Weg passt, wenn Du kein Abitur hast oder nicht studieren willst.

  1. zuerstAusbildung in einem BauberufDu lernst einen Bauberuf, etwa im Bauhandwerk oder als Bautechnischer Konstrukteur (früher Bauzeichner). Danach brauchst Du je nach Bundesland bis zu 1 Jahr Praxis. Ohne passende Ausbildung sind es 5 Jahre Berufspraxis.
  2. 2 bis 4 JahreFachschule für BautechnikIn Vollzeit 2 Jahre, in Teilzeit bis zu 4. Auf dem Stundenplan stehen unter anderem Baustatik, Tragwerksbemessung und Hochbaukonstruktion. Als Fernlehrgang neben dem Job rechnen die Anbieter mit 42 Monaten bei etwa 15 Stunden pro Woche.
  3. am EndeStaatliche PrüfungDu legst sie an einer Technikerschule ab, auch wenn Du per Fernlehrgang lernst. Danach bist Du staatlich geprüfter Techniker.
  4. zusätzlichKurs BaustatikBei ILS 12 Monate bei etwa 10 Stunden pro Woche, Voraussetzung ist eine passende Ausbildung. Du lernst, statische Berechnungen sicher zu verstehen und zu prüfen. Du bekommst ein Zeugnis der Schule, aber keine Berechtigung für eigene Standsicherheitsnachweise.
  5. in BayernEigene Statik für kleine GebäudeMit 3 Jahren Berufserfahrung am Stück und einer staatlich geregelten Zusatzqualifikation erstellst Du als Techniker die Statik kleiner Gebäude selbst, etwa für ein freistehendes Wohnhaus mit höchstens 3 Wohnungen.
  6. späterStudium auch ohne AbiturMit dem Technikerabschluss darfst Du Bauingenieurwesen studieren und doch noch selbst Statiken erstellen.

Die Gebühren für Lehrgang und Prüfung zum Techniker fördert der Staat mit dem Aufstiegs-BAföG:

15.000 €
höchstens gefördert
für Lehrgang und Prüfung, egal wie viel Du verdienst
50 %
als Zuschuss
diesen Teil zahlst Du nicht zurück
50 %
vom Darlehen erlassen
wenn Du die Prüfung bestehst
Quelle: aufstiegs-bafoeg.de, Stand September 2026.
Kurz beantwortet
Gibt es eine Ausbildung zum Statiker?Nein, Statiker ist ein Beruf für Bauingenieure mit Studium.Nah dran ist die 3-jährige Ausbildung zum Bautechnischen Konstrukteur (früher Bauzeichner) in der Fachrichtung Ingenieurbau: Du konstruierst Bauteile und Bauwerke.
Sind Bauingenieur und Statiker das Gleiche?Fast: Statiker sind meist Bauingenieure mit Schwerpunkt Tragwerksplanung.Auch Architekten mit 3 Jahren Praxis in der Tragwerksplanung dürfen Statiken erstellen.
Wer darf eine Statik erstellen?Eingetragene TragwerksplanerStudium in Bauingenieurwesen, Architektur oder Hochbau, 3 Jahre Praxis, Eintrag bei der Ingenieurkammer. Bei großen Gebäuden wird die Statik zusätzlich geprüft. In Bayern dürfen Techniker mit Zusatzqualifikation die Statik kleiner Gebäude erstellen.
Was braucht man, um Statiker zu werden?Ein Studium in BauingenieurwesenFür das Studium Abitur oder Fachhochschulreife. Selbst Statiken erstellen darfst Du nach 3 Jahren Praxis.
Kann ich ohne Abitur Statiker werden?Ja, über ein Studium ohne Abitur.Mit Techniker oder Meister darfst Du studieren, mit Ausbildung und 3 Jahren Praxis nach einer Eignungsprüfung.
Wie viele Jahre studiert man Bauingenieurwesen?3 bis 4 Jahre bis zum BachelorBis Du selbst Statiken erstellst, kommen mindestens 3 Jahre Praxis in der Tragwerksplanung dazu.
Welche Weiterbildung gibt es für Statiker?Master, Prüfingenieur, Kurs BaustatikFür Führungspositionen erwarten Arbeitgeber meist einen Master, nach 10 Jahren kannst Du Prüfingenieur werden. Den Kurs Baustatik belegen auch Ingenieure und Architekten.

Quellen: Bundesagentur für Arbeit (BERUFENET), Kultusministerkonferenz, Bauordnungen von Bayern, Brandenburg und Sachsen, Brandenburgische Bautechnische Prüfungsverordnung, Stand September 2026.

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Was macht ein Statiker?

Ein Statiker plant das Tragwerk eines Bauwerks, also alle Teile, die es tragen, und rechnet nach, ob es hält. Du legst fest, wie Decken, Wände, Stützen und Träger bemessen sein müssen, damit sie ihr Eigengewicht, Möbel und Menschen, Schnee und Wind tragen. Am Ende steht der Standsicherheitsnachweis. Dabei achtest Du auch auf die Kosten und darauf, was der Architekt gestalten will.

So sieht Dein Alltag aus
AbstimmenMit Bauherren und Architekten klärst Du, was gebaut werden soll.Wofür wird das Gebäude genutzt, was ist am Grundstück zu beachten?
RechnenAm Computer berechnest Du die tragenden Bauteile.Jeder Fehler kostet Geld und kann Menschen gefährden.
BesprechenMit Deinem Team und dem Architekten gehst Du Konstruktion und Pläne durch.Oft suchst Du eine Lösung, die statisch und optisch passt.
Auf der BaustelleDu prüfst vor Ort, ob so gebaut wird wie berechnet.Gerechnet wird im Büro, auf die Baustelle fährst Du zu Terminen.

Arbeit findest Du in Ingenieurbüros für Tragwerksplanung, in Architektur- und Ingenieurbüros, bei Bauunternehmen und Bauträgern.

Was verdient ein Statiker?

In Deutschland verdienen Statiker im Mittel 5.182 € brutto im Monat. Wie viel Du genau verdienst, hängt von Abschluss, Erfahrung, Bundesland und Größe des Arbeitgebers ab. Mehr Zahlen findest Du im Artikel Statiker-Gehalt.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Verdiensterhebung.

Wie sind die Berufsaussichten?

Am Bau sind Fachkräfte gefragt. Spezifisch zählte die Berufsgattung Bauplanung laut Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit 2025 nicht mehr zu den Engpassberufen. Führungs- und Aufsichtstätigkeiten in Bauplanung und Bauüberwachung sind aber weiterhin als Engpassberuf gelistet, und Bau- und Handwerksberufe bleiben insgesamt ein Schwerpunkt des Fachkräftemangels. Spezialisieren kannst Du Dich auf Massivbau mit Stahlbeton, auf Stahl- und Metallbau oder auf Holzbau. So heißen auch die Fachrichtungen, in denen Du später Prüfingenieur werden kannst.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2025.

Passt der Beruf zu Dir?

Was solltest Du mitbringen?

Das passt zu Dir, wenn Du ...
  • gern rechnest und Mathe und Physik magst
  • sehr sorgfältig arbeitest, denn Fehler können Menschen gefährden
  • Dir Bauwerke räumlich vorstellen kannst
  • gut mit Architekten, Bauherren und Baufirmen zusammenarbeitest
Eher nicht, wenn Du ...
  • lieber mit den Händen arbeitest als am Computer
  • ungern Verantwortung für die Sicherheit anderer trägst
  • bei Regen nicht auf die Baustelle willst

Weiter zu Bau und Statik

Quellen dieses Artikels Studium: Bundesagentur für Arbeit, BERUFENET Bauingenieurwesen (Stand November 2025) · Studieren ohne Abitur: Kultusministerkonferenz, Beschluss vom 06.03.2009 · Standsicherheitsnachweis: Brandenburgische Bauordnung § 66 (Stand Juni 2026), Sächsische Bauordnung § 66, Musterbauordnung der Bauministerkonferenz · Techniker mit eigener Statik: Bayerische Bauordnung Art. 61 Abs. 3 und Art. 62a Abs. 1 (Stand April 2026) · Prüfingenieur: Brandenburgische Bautechnische Prüfungsverordnung § 10 · Techniker: KMK-Rahmenvereinbarung über Fachschulen (Fassung März 2026), BERUFENET Techniker Bautechnik Hochbau (Stand Juni 2026), Anbieterangaben ILS und Fernakademie · Aufstiegs-BAföG: aufstiegs-bafoeg.de · Baustatik-Kurs: ILS · Ausbildung: Verordnung über die Berufsausbildung zum Bautechnischen Konstrukteur (2025), BIBB · Gehalt: Statistisches Bundesamt, Verdiensterhebung · Arbeitsmarkt: Bundesagentur für Arbeit, Fachkräfteengpassanalyse 2025

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