Wie hoch ist das Einstiegsgehalt von Psychologen?
Wenn Du Deine erste Berufserfahrung im öffentlichen Dienst (also in Kliniken oder Krankenhäusern) sammelst, ist Dein Einstiegsgehalt als Psychologe oder psychologischer Psychotherapeut tariflich genau festgelegt. Für Psychologen kommen dabei generell die Entgeltgruppen 9 bis 15 in Frage. Welcher Entgeltgruppe Du zugeordnet wirst, hängt von Deiner Qualifikation und Deinen ausgeführten Tätigkeiten ab. Generell sind aber Stufen 9 und 11 für Psychologen mit Bachelorabschluss vorgesehen, Psychologen mit Masterabschluss werden bei Berufseinstieg in der Regel Entgeltgruppe 13 zugeordnet, und psychologische Psychotherapeuten werden seit Beginn des Jahres 2017 gemäß der Entgeltgruppe 14 bezahlt.
Je nachdem, in welche dieser Kategorien Du fällst, wird Dein Psychologen-Einstiegsgehalt unterschiedlich hoch sein. Grundsätzlich gilt für alle Entgeltgruppen, dass Du nach Deinem ersten Berufsjahr in Stufe eins bereits in die nächsthöhere Gehaltsstufe zwei wechselst. In der Entgeltgruppe 9, Stufe 1 betrug das Gehalt 3.099 € brutto im Monat, in Entgeltgruppe 13 waren es 4.187 €, und 4.542 € für psychologische Psychotherapeuten in der Gruppe 14.
Gehalt in der Psychotherapeutischen Ausbildung
Das Gehalt eines Psychologen während der psychotherapeutischen Ausbildung ist seit Jahren ein sehr umstrittenes Thema, denn das Psychotherapeutengesetz aus dem Jahr 1998 überlässt die Bemessung der Bezahlung den zuständigen Arbeitgebern und Ausbildern. Das hat dazu geführt, dass viele Psychotherapeuten in den drei Jahren ihrer Ausbildung gar kein oder nur ein sehr geringes Gehalt erhalten. Und das, obwohl sie nicht selten zwischen 50 und 70 Stunden pro Woche arbeiten und die psychotherapeutischen Tätigkeiten nach einer kurzen Einarbeitungsphase oft schon sehr schnell eigenständig ausführen.
Außerdem kostet der theoretische Ausbildungsteil an den in der Regel privaten Ausbildungsinstituten zusätzlich noch zwischen 30.000 und 50.000 €, was zusammen mit dem extrem niedrigen Gehalt den Zugang zu der psychotherapeutischen Ausbildung für viele Psychologie-Absolventen unerschwinglich macht. Immerhin kannst Du als Psychologie-Student darauf hoffen, dass sich daran bald etwas ändern wird. Denn die oft als untragbar bezeichneten Ausbildungsbindungen werden seit Jahren immer wieder lautstark von Arbeitnehmerverbänden kritisiert.
Psychotherapeuten-Ausbildung: Reform seit 2020
Wichtig zu wissen (dies gilt für Deutschland): Der Beruf „Psychologe” wird häufig fälschlicherweise mit dem des „Psychotherapeuten” gleichgesetzt. Ein Psychologiestudium aus Bachelor und Master allein qualifiziert jedoch nicht zur psychotherapeutischen Behandlung. Neben der hier beschriebenen Ausbildung nach altem Recht gibt es weiterhin einzelne Institute, die diesen Weg noch für auslaufende Kurse anbieten. Für angehende Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten ist der Ausbildungsweg nach altem Recht teils die letzte Möglichkeit für Bewerber ohne Psychologiestudium, etwa für Sozialarbeiter, Pädagogen oder Erziehungswissenschaftler. So läuft beispielsweise am MAPP-Institut der Kurs zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten im Oktober 2026 voraussichtlich als letzter nach der alten Ausbildungsordnung, ebenso der im April 2027 startende Kurs zum Psychologischen Psychotherapeuten.
Seit dem 1. September 2020 ist das reformierte Psychotherapeutengesetz (PsychThG) in Kraft und hat die Ausbildung zum Psychotherapeuten grundlegend neu geregelt. Der neue Weg zur Approbation führt über ein Direktstudium: zunächst ein polyvalenter Bachelor in Psychologie, der an die neue Approbationsordnung angepasst und berufsrechtlich anerkannt ist. Darauf folgt ein Master „Klinische Psychologie und Psychotherapie” mit einer abschließenden staatlichen Approbationsprüfung. Der polyvalente Bachelor qualifiziert für die gesamte Breite der Psychologie-Masterstudiengänge, berechtigt zum Master Klinische Psychologie und Psychotherapie aber nur, wenn die dafür erforderlichen Module erfolgreich absolviert wurden.
Nach der neuen Regelung wird die Fachkunde durch eine anschließende fünfjährige Weiterbildung im Rahmen einer Berufstätigkeit nach der Approbation erworben. Die Berufsbezeichnung nach Approbation lautet „Psychotherapeut”; das Direktstudium ist künftig der einzige Weg in den Beruf, mit Ausnahme von Ärzten. Studierende, die vor dem 1. September 2020 ihr Studium begonnen haben, können die Approbation und Fachkunde noch im Rahmen der auslaufenden Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten erwerben, und zwar bis zum 1. September 2032 (in Härtefällen bis 2035). Für Studierende, die nach Inkrafttreten der Reform ein Psychologie-Studium im Ausland begonnen haben, gilt ebenfalls der neue Berufsweg; ein Wechsel in den neuen Master Klinische Psychologie und Psychotherapie ist jedoch deutlich schwieriger als zuvor.
Wichtig für die Praxis: Mit der Approbation nach der staatlichen Abschlussprüfung darfst Du in der Heilkunde tätig sein und Privatversicherte behandeln. Für die volle Kassenzulassung in der vertragsärztlichen Versorgung ist jedoch zusätzlich die berufsbegleitende Weiterbildung zum Fachpsychotherapeuten erforderlich, die vergütet und verfahrensspezifisch (etwa in Verhaltenstherapie) angelegt ist. Bei Vollzeit dauert diese Weiterbildung überwiegend rund fünf Jahre. Vom Studienbeginn bis zur eigenen niedergelassenen Praxis mit Kassenzulassung vergehen so insgesamt rund 7 bis 10 Jahre.
Welche Faktoren beeinflussen das Gehalt von Psychologen?
Die klassischen Faktoren Wohnort, Geschlecht und Unternehmensgröße spielen für das Gehalt nur eine Rolle, wenn Du in der Wirtschaft tätig bist. Hier sind Psychologen meistens in Personalabteilungen zu finden. Alternativ kannst Du Dir Dein Gehalt als Psychologe auch durch die Arbeit als Trainer für Fort- und Weiterbildungen verdienen. Da die Einsatzmöglichkeiten für Psychologen in der Wirtschaft recht breit gefächert sind, ist es schwierig, allgemeine Aussagen über die Höhe des Verdienstes von Psychologen dort zu treffen. Grundsätzlich kannst Du aber das durchschnittliche Gehalt eines Personalreferenten, das 2023 laut der Bundesagentur für Arbeit bei 4.890 € brutto monatlich lag, als Orientierungsgröße nehmen. Damit ist es vergleichbar mit dem Gehalt von Psychologen nach der psychotherapeutischen Ausbildung.
Gehalt nach Bundesland
Da das Gehalt eines Psychologen in der Klinik einheitlich über den Tarif des öffentlichen Dienstes geregelt ist, beeinflusst der Wohnort als Faktor hauptsächlich das Gehalt in der Wirtschaft. Nimmt man wieder beispielhaft die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit für den Verdienst eines Personalreferenten, bestätigt sich der allgemeine Trend, dass Angestellte in Ostdeutschland weniger verdienen als in Westdeutschland. Demnach verdienten Personalreferenten im Jahr 2023 durchschnittlich 4.837 € brutto im Monat in den alten Bundesländern, aber nur 4.634 € in den neuen Bundesländern. Mit rund vier Prozent weniger Gehalt für Personalreferenten in Ostdeutschland fällt die Gehaltsschere dabei allerdings noch relativ gering aus.
Gehalt nach Unternehmensgröße
Auch der Faktor der Unternehmensgröße spielt beim Gehalt nur eine Rolle, wenn Du bei einem Wirtschaftsunternehmen angestellt bist. Die Gehaltsstudie der Bundesagentur für Arbeit liefert hierzu zwar keine konkreten Zahlen, aber Du kannst in der Regel davon ausgehen, dass Dein Verdienst als Psychologe in der freien Wirtschaft höher ist, je mehr Mitarbeiter Dein Betrieb beschäftigt.
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Kleine Unternehmen |
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€3.791 |
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Mittlere Unternehmen |
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€4.606 |
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Große Unternehmen |
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€5.255 |
Gehalt nach Geschlecht
Ein weiterer klassischer Faktor, der auf viele Gehälter Einfluss nimmt, ist das Geschlecht, wobei Männer grundsätzlich etwas mehr als Frauen verdienen. Für das Gehalt eines Psychologen im öffentlichen Dienst ist diese Unterscheidung aber ebenfalls hinfällig, denn die Tarife sehen natürlich keine Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen vor. Verdienst Du Dir Dein Gehalt dagegen in der freien Wirtschaft als Personalreferent, musst Du damit rechnen, als Frau schlechter bezahlt zu werden. Das zeigen die Zahlen des Statistischen Bundesamts: Während männliche Psychologen durchschnittlich 5.317 € brutto im Monat verdienten, waren es bei Psychologinnen nur 4.625 €. Das heißt, der Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen lag bei rund 15 % und war somit entscheidender als der Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland.
Im Schnitt verdienen Frauen 4.625 € pro Monat und Männer 5.317 € pro Monat. Damit verdienen Männer durchschnittlich rund 15 % mehr als Frauen.
Gehalt nach Betriebszugehörigkeit
Die Berufserfahrung als Einflussfaktor spielt als einziges sowohl für das Gehalt von Psychologen in der Wirtschaft als auch im öffentlichen Dienst eine Rolle. Gemäß der Tariftabelle des öffentlichen Dienstes ist das Gehalt genau entsprechend der Berufserfahrung festgelegt. Wie in Tarifverträgen üblich, gibt es dabei sechs Stufen, in die Du jeweils nach einer bestimmten Anzahl an Berufsjahren automatisch aufsteigst. So gilt Stufe eins nur für Berufseinsteiger im ersten Jahr, und bereits ab dem zweiten Jahr wirst Du Stufe zwei zugeordnet. Stufe drei erreichst Du nach zwei Jahren in Stufe zwei. Dieses Muster wiederholt sich, bis Du schließlich nach fünf Jahren in Stufe fünf der sechsten und letzten Stufe zugeordnet wirst. Bist Du also beispielsweise als Psychologe im öffentlichen Dienst tätig, beträgt Dein Einstiegsgehalt in Entgeltgruppe 11, Stufe eins laut dem Tarifvertrag 3.622 € brutto im Monat, 4.317 € in der dritten Stufe und 5.463 € in der sechsten Stufe.
In der Wirtschaft ist das Gehalt von Psychologen nicht so genau gemäß der Berufserfahrung festgelegt, aber auch dort kannst Du grundsätzlich mit einem höheren Verdienst rechnen, je länger Du in Deinem Betrieb tätig bist. Das zeigt auch der Gehaltsreport von Gehalt.de für das Jahr 2022: Psychologen mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung verdienten demnach durchschnittlich 3.707,41 € brutto im Monat. Mit drei bis fünf Jahren Berufserfahrung waren es bereits 4.518 €, und ab einer Berufserfahrung von mehr als zehn Jahren sogar 5.305 €. Du siehst also, auch in der Wirtschaft erhöht sich Dein Gehalt als Psychologe deutlich, je mehr Berufserfahrung Du sammelst.
Fazit
Betrachtet man das durchschnittliche Gehalt von Psychologen, ist zusammenfassend hervorzuheben, dass der wichtigste Faktor tatsächlich nicht die Art von Beschäftigung ist, die Du nach Deinem Psychologie-Studium ausführst, sondern Deine Qualifikation in Form Deines Abschlusses. Denn wenn man das Psychologen-Gehalt im öffentlichen Dienst und in der Wirtschaft vergleicht, zeigt sich, dass es ähnlich hoch ist: Während im öffentlichen Dienst das Einstiegsgehalt für Masterabsolventen bei 4.187 € brutto im Monat liegt, ist es für Bachelorabsolventen zumindest im öffentlichen Dienst deutlich weniger, nämlich 3.099 € brutto im Monat.
Am besten schneiden psychologische Psychotherapeuten ab, mit einem Einstiegsgehalt von 4.542 € brutto im öffentlichen Dienst. Das Gehalt eines selbstständigen Psychologen lässt sich dabei am ehesten mit diesem Wert vergleichen, denn die meisten selbstständigen Psychologen sind als Psychotherapeuten tätig. Diese Zahlen zeigen, dass sich die finanziell schwierige Situation während der Ausbildung später lohnt.
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