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Inhalt15 Abschnitte
- Wie wird man Mathematiker?
- Wo kannst Du Mathematik studieren?
- Was lernst Du im Mathematik-Studium?
- Wie schwer ist das Mathe-Studium?
- Gibt es eine Ausbildung zum Mathematiker?
- Geht es ohne Abitur oder als Quereinsteiger?
- Wie wirst Du Mathelehrer?
- Wie geht es nach dem Studium weiter?
- Was macht ein Mathematiker?
- Wo arbeiten Mathematiker?
- Welche Spezialisierungen gibt es?
- Was verdient ein Mathematiker?
- Wie sind die Berufsaussichten?
- Passt der Beruf zu Dir?
- Weiter zu Studium und Gehalt
Mathematiker lösen Probleme mit Mathematik: Sie entwickeln Modelle, Formeln und Algorithmen und setzen sie ein, etwa um Risiken für Versicherungen zu berechnen, Software zu bauen oder große Datenmengen auszuwerten. In der Forschung bringen sie die Mathematik selbst weiter.
Wie wird man Mathematiker?
Mathematiker wirst Du über ein Mathematik-Studium an einer Universität oder Fachhochschule. Für den Einstieg reicht der Bachelor, für Führungsaufgaben und Spezialstellen brauchst Du meist den Master, für die Forschung die Promotion. Geschützt ist die Berufsbezeichnung nicht. Arbeitgeber verlangen laut Bundesagentur für Arbeit aber in der Regel ein abgeschlossenes Studium in Mathematik. Diese drei Wege führen zu einem Beruf mit Mathe:
Dein Weg in 4 Schritten
- vor dem StudiumAbitur oder FachhochschulreifeFür die Uni brauchst Du die Hochschulreife, für eine Fachhochschule reicht die Fachhochschulreife. Mathe solltest Du sehr gut können, Englisch hilft bei der Fachliteratur.
- 6 bis 8 SemesterBachelorAnalysis, Lineare Algebra, Stochastik, Numerik und Programmieren. Im Schnitt brauchen Studierende 8 Semester bis zum Abschluss.
- 2 bis 4 SemesterMasterDu vertiefst ein Gebiet, etwa Finanzmathematik, Kryptografie oder Statistik. Für Führungs- und Spezialaufgaben ist er meist Voraussetzung.
- danachEinstieg oder PromotionBanken, Versicherungen, IT, Beratung oder Forschung. Die Promotion dauert in Mathe und Naturwissenschaften im Schnitt 4,6 Jahre.

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Wo kannst Du Mathematik studieren?
Mathematik kannst Du an Universitäten und Fachhochschulen studieren, vor Ort, als Fernstudium oder dual. Neben dem klassischen Fach gibt es Studiengänge mit Schwerpunkt, etwa Wirtschafts-, Finanz- oder Technomathematik. Was Du vor der Wahl wissen solltest:
Alle Hochschulen und Studiengänge findest Du im Artikel Mathematik-Studium, welcher Schnitt zuletzt gereicht hat unter Mathematik NC. Mit mehr Wirtschaft im Studium geht es über Wirtschaftsmathematik oder Finanzmathematik.
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Was lernst Du im Mathematik-Studium?
Im Mathe-Studium rechnest Du weniger als in der Schule. Du lernst, Aussagen sauber zu beweisen, und setzt Mathe mit dem Computer ein. Diese Pflichtmodule nennt die Bundesagentur für Arbeit als typisch:
Im Master suchst Du Dir einen Schwerpunkt, zum Beispiel Finanzmathematik, Kryptografie, mathematische Statistik oder Modellierung und Simulation. Für die Zulassung verlangen die Hochschulen meist einen Bachelor in Mathematik. Manche wählen aus oder wollen Englisch sehen.
Wie schwer ist das Mathe-Studium?
Ob Mathe das schwerste Studium ist, lässt sich nicht messen. Die Abbruchquote gehört aber zu den höchsten: Mehr als die Hälfte bricht den Bachelor an der Uni ab, nur in Physik und Geowissenschaften sind es mit 60 % ähnlich viele. Die größte Umstellung ist das Beweisen. Die Uni Erlangen-Nürnberg sagt es so: Schon am Anfang verlangt das Studium Denk- und Arbeitsweisen, die sich deutlich von der Schule unterscheiden. Die Zahlen dazu:
Gegen den harten Start helfen Vor- und Brückenkurse. Die FernUni Hagen etwa wiederholt im Vorkurs den Schulstoff der Sekundarstufen I und II und führt im Brückenkurs in die Denkweise und Sprache der Hochschulmathematik ein. Im Beruf brauchst Du laut Bundesagentur für Arbeit vor allem Ausdauer: An einer schwierigen Formel arbeitest Du manchmal lange.
Gibt es eine Ausbildung zum Mathematiker?
Nein, eine Ausbildung zum Mathematiker gibt es nicht. Am nächsten dran ist die dreijährige Ausbildung zum Mathematisch-technischen Softwareentwickler, kurz MATSE. Als MATSE entwickelst Du Software auf Basis mathematischer Modelle. Mathematiker bist Du damit nicht, an manchen Orten kombinierst Du die Ausbildung aber mit einem Bachelor. Die zwei Ausbildungen im Vergleich:
| MATSE | Mathematisch-technischer Assistent | |
|---|---|---|
| Art | duale Ausbildung im Betrieb, IHK-Abschluss | schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule |
| Dauer | 3 Jahre | meist 1 bis 2 Jahre, mit Fachhochschulreife 3 |
| Schule | keine Vorgabe, 2024 hatten 95 % Abitur | meist mittlerer Abschluss, in Hessen Abitur |
| Geld | Beispiel Metall- und Elektroindustrie: rund 1.240 bis 1.490 € im Monat | keine Vergütung |
| Aufgaben | Software planen, programmieren, testen, Nutzer schulen | Programme entwickeln, Rechner vernetzen, Datenbanken pflegen |
| Mit Studium | als duales Studium mit Bachelor, etwa in Aachen | danach ist ein Studium möglich |
Quellen: Bundesagentur für Arbeit, BERUFENET (Mathematisch-technische/r Softwareentwickler/in, Mathematisch-technische/r Assistent/in), Vergütung nach WSI-Tarifarchiv, Stand April 2026; matse-ausbildung.de.
Beim dualen MATSE in Aachen gehst Du nicht zur Berufsschule, die Ausbildung steckt im Studium Angewandte Mathematik und Informatik der FH Aachen. Nach 3 Jahren hast Du zwei Abschlüsse und kannst einen Master anhängen. Ausbilder sind etwa die RWTH Aachen, das Forschungszentrum Jülich und IT-Firmen der Region. Freie Lehrstellen sammelt die Seite matse-ausbildung.de.
Geht es ohne Abitur oder als Quereinsteiger?
Ohne Abitur kommst Du über Beruf und Berufserfahrung an die Hochschule. Quereinsteiger mit anderem Studium haben es schwerer: Für den Mathe-Master setzen die Hochschulen meist einen Bachelor in Mathematik voraus. Die Regeln hängen vom Bundesland und von der Hochschule ab. Die wichtigsten Wege:
Wie wirst Du Mathelehrer?
Mathelehrer wirst Du über ein Lehramtsstudium mit Mathematik und danach das Referendariat. Fast die Hälfte aller Abschlüsse in Mathematik sind Lehramtsprüfungen: 2024 waren es 47 %. Gesucht werden Mathelehrer laut Kultusministerkonferenz besonders in der Sekundarstufe I, aber auch am Gymnasium. Mit einem Mathe-Abschluss ohne Lehramt kommst Du in manchen Ländern über den Quereinstieg an die Schule:
Alles zu Studium, Referendariat und Gehalt steht im Artikel Lehrer werden.
Wie geht es nach dem Studium weiter?
Nach dem Bachelor hängen die meisten einen Master an. Danach steigst Du in den Beruf ein, promovierst oder machst eine Zusatzausbildung, etwa zum Aktuar. Diese Stationen sind typisch:
- nach dem BachelorMasterIn Mathematik und den Naturwissenschaften studieren fast 80 % nach dem Bachelor weiter.
- im Schnitt 4,6 JahrePromotionfür Forschung und Hochschule. In Mathe-Projekten der DFG bekommst Du meist bis zu 75 % einer Stelle. Weniger als 10 % der neuen Stellen in der Wissenschaft sind unbefristet.
- im Job, rund 2,5 JahreAktuar DAVFür Versicherungsmathematik gibt es die Ausbildung der Deutschen Aktuarvereinigung mit 8 Prüfungen neben dem Job.
- mit ErfahrungLeitung oder SelbstständigkeitFührungsaufgaben setzen meist den Master voraus. Selbstständig berätst Du zum Beispiel Software- und Systemhäuser.
Quellen: Bundesagentur für Arbeit (Blickpunkt Arbeitsmarkt Akademiker 2026, BERUFENET); Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs 2025; DFG-Vordruck 55.02; Statistisches Bundesamt, Prüfungen 2024; Deutsche Aktuarvereinigung.
Kontakte knüpfst Du in der Deutschen Mathematiker-Vereinigung, die sich seit 1890 für das Fach einsetzt und eine eigene Studierendenkonferenz ausrichtet. Dein Studium finanzierst Du mit BAföG oder Stipendien wie dem Deutschlandstipendium. Den Weg in die Versicherung erklärt der Artikel Aktuar werden.
Was macht ein Mathematiker?
Ein Mathematiker übersetzt Fragen aus Wirtschaft, Technik oder Medizin in Mathematik, löst sie mit Modellen und dem Computer und erklärt das Ergebnis so, dass andere damit arbeiten können. Mit Kopfrechnen hat das wenig zu tun. Wie Dein Tag aussieht, hängt stark von der Branche ab. Typische Aufgaben:
Wie sieht Dein Arbeitsplatz aus?
Meist sitzt Du im Büro am Computer und arbeitest mit Programmen für Modelle und Simulationen. Je nach Stelle bist Du auch im Rechenzentrum, im Hörsaal oder beim Kunden. Teils geht Homeoffice. Auf Tagungen und in internationalen Teams sprichst Du oft Englisch.
Wo arbeiten Mathematiker?
Mathematiker arbeiten vor allem bei Banken und Versicherungen, in der IT, in Beratungen, in der Industrie und an Hochschulen. Gebraucht werden sie überall, wo viele Daten und Wahrscheinlichkeiten im Spiel sind. Wer was macht:
| Arbeitgeber | Was Du dort machst |
|---|---|
| Banken und Versicherungen | Risiken, Tarife, Kurse Statistiken, Tarife, Risiken und Kursentwicklungen analysieren, auch bei Pensionskassen und Zentralbanken |
| Software- und IT-Firmen | Software und KI Anwendungen, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen entwickeln, auch in IT-Abteilungen großer Unternehmen |
| Unternehmensberatungen | Analysen für Kunden Daten bewerten, Abläufe verbessern, Ergebnisse erklären |
| Markt- und Meinungsforschung | Statistik Umfragen und Daten auswerten |
| Industrie | Entwicklung in Biotechnologie, Fahrzeug- und Maschinenbau sowie in Ingenieurbüros |
| Pharma und Medizintechnik | Prognosen mit Biomathematik Daten aus Medizin und Pharmaforschung auswerten |
| Öffentlicher Dienst | Amtliche Statistik zum Beispiel in statistischen Ämtern |
| Hochschulen und Institute | Forschung und Lehre meist mit Promotion |
| Schulen | Unterricht mit Lehramtsstudium und Referendariat |
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, BERUFENET (Mathematiker/in, Biomathematiker/in); Stand Oktober 2026.
Welche Spezialisierungen gibt es?
Du spezialisierst Dich auf ein Anwendungsfeld wie Wirtschaft, Technik oder Medizin oder bleibst in der reinen Mathematik. Viele Richtungen gibt es als eigenen Studiengang oder als Schwerpunkt im Master:
| Spezialisierung | Worum es geht |
|---|---|
| Wirtschaftsmathematik | Abläufe, Lager und Standorte optimieren, Chancen und Risiken in Versicherung und Finanzplanung abschätzen |
| Finanz- und Versicherungsmathematik | Kapitalanlagen, Tarife und Rückstellungen, der Weg zum Aktuar |
| Technomathematik | Modelle für technische und naturwissenschaftliche Probleme, gerechnet am Computer |
| Biomathematik | Fragen aus Biologie und Medizin mathematisch lösen, Prognosen für Pharma und Biotechnologie |
| Computermathematik | zwischen Mathe und Informatik, etwa in IT-Firmen, Banken und Verwaltung |
| Statistik und Data Science | große Datenmengen auswerten, auch als eigener Master |
| Operations Research | Abläufe und Entscheidungen mathematisch optimieren |
| Reine Mathematik | Algebra, Geometrie, Topologie und Zahlentheorie, Grundlagenforschung an der Hochschule |
Nah verwandt sind laut Bundesagentur für Arbeit Berufe wie Statistiker, Data Scientist, Demograf und Informatiker.
Was verdient ein Mathematiker?
Als Mathematiker verdienst Du im Mittel 5.451 € brutto im Monat. Einstiegsgehalt, Gehalt nach Bundesland und wie viel mehr Du promoviert und mit den Jahren im Beruf verdienst, findest Du im Artikel Mathematiker-Gehalt.
Wie sind die Berufsaussichten?
Gut: Die Arbeitslosenquote für Absolventen in Mathematik lag 2025 bei 2,9 %. Arbeitslos ist man laut Bundesagentur für Arbeit meist nur kurz, während der Suche. Die Zahl der Arbeitslosen stieg 2025 zwar um 17 % auf etwa 800, die Bundesagentur bewertet den Markt aber weiter als grundsätzlich gut. Bis 2040 erwartet sie mehr Erwerbstätige in Mathematik und Statistik. Gleichzeitig kommen weniger Fachkräfte nach, als aus dem Beruf ausscheiden.
Passt der Beruf zu Dir?
Was solltest Du mitbringen?
- Mathe magst und auch an kniffligen Beweisen dranbleibst
- logisch denkst und Probleme gern in kleine Schritte zerlegst
- sorgfältig arbeitest und Fehler nicht durchgehen lässt
- gern programmierst und mit Daten arbeitest
- Ergebnisse so erklären kannst, dass auch Laien sie verstehen
- schnelle Erfolge brauchst
- mit Rückschlägen schlecht umgehen kannst
- lieber draußen oder mit den Händen arbeitest
- keine Lust auf englische Fachtexte hast
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